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Arbeit mit Diabetes Typ 1
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Manuela Marasek
Rang: Gastam 10.12.2007 14:41:04
Ich würde zu gerne mal von Euch wissen, wie es bei Euch mit Arbeit und Diabetes klappt. Ich bin total eingeschüchtert, weil wenn man dann Unter- oder Überzucker hat, ist man ja schon bißchen gebeutelt. Ist mir schon oft passiert, dass ich am Telefon nicht mehr sprechen konnte, weil mir vor lauter Unterzucker die Worte nicht mehr eingefallen sind. Unterzucker merkt man ja meistens auch erst dann, wenn's fast schon zu spät ist. Mich haben da schon Chefs angemacht, ob ich blöd wäre oder so. Bin ich aber gar nicht, nur krank. Die Leute wissen halt auch nicht, was diese Krankheit psychisch und physisch bedeutet. Wie soll ich meinem Arbeitgeber sagen, welche Auswirkungen diese Krankheit hat. Der hält mich doch für total nicht brauchbar. Wenn Ihr Euch irgendwo bewerbt, sagt Ihr dann das Ihr Diabetes habt oder verschweigt Ihr es?
Es wäre schön, wenn jemand mir antworten würde.
Liebe Grüße, Manu von Manuela Marasek -
Hajo
Rang: Gastam 10.12.2007 16:27:41
Hallo Manuela,
Wass ich hierzu sagen möchte, hört sich schroff an aber ist nicht so gemeinnt.
Wenn du am Telefon in der Firma wegend Hypo nicht mehr aus deine Worte kommt, ist es nicht zu überlegen dich neu einstellen zu lassen. Ich wurde für mich an diese Stelle meine Diabetologe aufsuchen. Dann die Probleme durchsprechen und eine gute Schulung suchen um diese Probleme zu beseitigen.
Ich glaube das beim Chef um Verständniss zu werben, den umgekehrte Weg ist.
LG/
Hajo
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klausdn
Rang: Gastam 10.12.2007 17:19:28
hallo manuela,
hajo hat da völlig recht , nicht alles aber das meiste ist durch gute bz fahrweise zu verhindern.
und wenn man die hypo nahen fühlt kann man ein"hustenbonbon" oder vivil kauen.
für problemfälle gibts eine pumpe, das ist eine indikation dafür.
und "die" pumpenschulung gibts in -althausen-
aber zuerst mal den doc anspitzen, und wenn von dem nichts kommt, wechseln.
mfg. klaus von klausdn -
Pia
Rang: Gastam 12.12.2007 13:49:00
Hi Manu,
so doof das klingt. Den Diabetes optimal einzustellen, liegt in deiner Verantwortung. Der Diabetologe ist NUR dein Wegbegleiter.
Das heißt, du musst vorsorgen, um Über- oder Unterzuckerungen möglichst zu vermeiden. Wenn du nicht mehr sprechen kannst, hast du doch die ersten Anzeichen der Unterzuckerung schon ne ganze Weile ignoriert. von Pia -
Manuela Marasek
Rang: Gastam 13.12.2007 13:39:35
Also, ich denke das Ihr alle recht habt und wollte mich beu Euch bedanken, manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.
Ich hatte vielleicht noch eine Pumpe gedacht, aber wahrscheinlich wird's mir mit der Pumpe nicht viel anders gehen, da ich ja immer noch ich bin.
Eure Meinungen hierzu haben mir auf jeden Fall die Augen geöffnet.
Liebe Grüße Manu von Manuela Marasek -
gudrun
Rang: Gastam 12.01.2008 11:11:53
Hallo Manuela,
Du hast ja schon einige Tipps bekommen. Ich möchte dazu noch vermerken, dass Du und Deine Chefs oder Kollegen trotz guter Einstellung und eventueller Pumpentherapie immer wieder mit Unterzuckerungen zu tun haben wirst. Das kann zusammenhängen mit Stress, Periode, Hitze und vielem mehr. Aus diesem Grund ist folgendes im Berufsleben wichtig:
1. Offen mit der Krankheit umgehen.
2. Das Blutzuckermeßgerät, Traubenzucker und Orangensaft gehören auf den Schreibtisch.
3. Glukagen in den Kühlschrank auf der Arbeit.
4. Mindestens zwei Kollegen, einer kann ja in Urlaub sein, müssen wissen, wie sie Dir helfen können, wenn Du selber nicht mehr handeln kannst.
Das ist alles ganz einfach, wenn man es von Anfang an richtig organisiert!
Viele Grüße
Gudrun von gudrun -
Manuela Marasek
Rang: Gastam 12.01.2008 16:31:11
Hey Gudrun,
glaubst Du denn wirklich ein Arbeitgeber hat Bock jemanden einzustellen, der diesen ganzen Klumpatsch braucht. Und was in aller Welt ist Glukagen. Ich hätte auch keinen Bock bei einer Epilepsie mir einen Finger abbeißen zu lassen.
Ich glaube, Ihr nehmt Eure Krankheit nicht so richtig als Krankheit wahr. Ich finde, dass wir eine Sonderstellung brauchen. Und das vielmehr (alle) Menschen über uns Typ 1 Bescheid wissen müssten. Nicht Typ 2. Ich finde es einfach nur gräßlich, überall steht was über Typ 2. Ich mein soviele Menschen haben Diabetes, und kein Pups weiß was genaues oder meist gar nichts darüber.
Ihr müsst Euch einfach mal vorstellen, dass Ihr Euch dieses super wichtige Hormon Insulin von außen zuführt. Niemals nie passt das 100%. Weil es niemals so sein kann wie bei einem gesunden Menschen.
Bitte nicht ärgern, ich bin einfach nur so erbost. Es kommt ja nicht von ungefähr, das Diabetiker sich mit Schwerbehinderten beim Arbeitsamt gleich stellen lassen können.
Gruß Manu von Manuela Marasek -
gudrun
Rang: Gastam 13.01.2008 13:26:54
Hallo Manuela,
ich wollte Dir eigentlich nur Erfahrungen aus meinem 35jährigen Berufsleben mit Diabetes weitergeben. Ob Du darüber nachdenkst und etwas davon nutzen kannst ist Deine Sache.
Als Krankheit und Schwerbehinderung sehe ich Diabetes auf gar keinen Fall. Man kann mittlerweile gut damit leben.
Viele Grüße
Gudrun von gudrun -
Rolf
Rang: Gastam 13.01.2008 14:14:00
Hallo, Manuela,
Sicher, ich bin "nur Typ 2", aber ich habe einen T1'er Freund, der ist bei der Bundeswehr Kompaniefeldwebel, alle wissen von seiner Krankheit und wenn er mal Hilfe braucht, dann klappt das auch.
Sicher könnte man der Meinung sein, ein Unternehmen würde T1'er nicht einstellen, aber was macht ein Unternehmen, wenn jemand während seiner Anstelleung dort zum Diabetiker wird, ist das dann ein Entlassungsgrund ? So einfach ist das Leben nun mal nicht und man sollte schon offen mit seiner "Krankheit" umgehen.
Kopf hoch !
Gruß
Rolf
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Sonja
Rang: Gastam 12.02.2008 11:56:08
Hallo Manu,
klar, das ist doch kein Problem! Ich weiß ja nicht genau, was Du arbeitest, aber es hört sich nach Büro und Telefonkontakten an. Überleg mal: Wieviele Leute haben Kaugummi, Gummibärchen und Schokolade in der Schreibtischschublade? Doch sowieso fast jeder. Und Du hast eben (zusätzlich)Traubenzucker dabei. Praktisch sind auch so kleine Trinkpäckchen Orangensaft. Genau 2 BE, perfekt und schnell. Ich weiß, dass es manchmal tierisch nervt, auch in der Arbeit, aber mehr Probleme wie andere Arbeitnehmer machst Du nicht!
Raucher brauchen ständig Raucherpausen und kommen nachher mit stinkenden Klamotten wieder rein. Jeder normale Mensch hat doch mal ein Schwächegefühl, fühlt sich unsicher am Telefon - andere Leute wissen nicht woran es liegt.
Bei mir als Diabetikerin finde ich es immer sehr einfach - wenn es mir nicht gut geht gibt es Schokolade. Eine sehr nette Zimmerkollegin hat über mich mal gesagt:" Sie ist immer gut gelaunt und wenn Sie doch mal genervt ist, dann weiß ich, es liegt nicht an mir. Sie isst dann einfach etwas Süßes und kurz darauf hat Sie wieder alles im Griff." Natürlich sollte man es trotzdem nicht überstrapazieren. Je weniger Unterzuckerungen desto besser. Ein Training kann sicher helfen, dass Du z.B. schon frühzeitig merkst, wenn Du müde und unkonzentrierter wirst und dann einfach, wie schon vorgeschlagen, unauffällig 2-3 Bonbons lutscht bis zur Mittagspause. Also, Du bist toll, Du meisterst eine Doppelbelastung! Job und Diabetes hast Du im Griff. Am Diabetes kannst Du Organistationstalent und Verantwortungsgefühl perfekt beweisen. Das hilft auch im Job.
Herzliche Grüße
Sonja