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Was kann ich tun ?
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Nicki
Rang: Gastam 23.11.2007 09:28:50
Hallo ! Was kann ich tun , mein Lebenspartner will nie über seine Diabetes reden. ( Typ 1 ) Wen ich ihn darauf an spreche, wird er oft böse und will seine Ruhe haben. ! Ich kann das nicht verstehen, so mal wir jetzt schon fast ein Jahr zusammen sind und er immer nur zu mir sagt , er hasst seine Krankheit und darum will er nicht , dass wir uns darüber unterhalten...! Wie schaffe ich es, ihm zu überzeugen? Lieben Gruss -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 23.11.2007 11:06:25
Hallo,
wie lange hat dein Partner Diabetes?
Das Kernproblem ist, wer sich selbst nicht akzeptieren kann, nicht liebt, hat es auch schwer andere zu lieben. Der ständige Groll und Hader und die Unzufriedenheit schlägt auch in Beziehungen durch. Das Thema gehört auf den Tisch. Und da es nun offenbar so ist dass sein Diabetes auch schon zu deinem im übertragenen Sinn geworden ist gehört diese Problem für euch beide gelöst. Das würde ich bevor es zu eskalieren beginnt mit einer Paartherapie angehen. Mit ausgebildeten Therapeuten.
Das kostet zwar jede Menge Geld ist aber gut investiert.
LG Erwin von Erwin Weindl -
Nicki
Rang: Gastam 23.11.2007 11:22:35
Hallo Erwin!
Mein Freund hat schon seit 21 Jahren Diabetes. Und er hat sich bis heuite nicht damit abgefunden. Wich würde liebend gern mit ihn mal richtig und offen darüber sprechen, aber er weicht mir halt immer aus. Lieben Gruss -
E. Weindl
Rang: Gastam 23.11.2007 11:36:43
Hallo,
ich weis aus eigener Erfahrung (30 Jahre Diabetiker) dass es im Leben immer wieder Phasen gibt wo einem diese gewisse Abhängigkeit zum Halse raushängt. Es gab da in meinem Leben eine Phase (Kinderwunsch) welche die Beziehung ganz extram belastet hat. Ich wusse immer schon dass es an mir und meinem Diabetes liegen würde und meine Frau hat die Jahre der Enttäuschung mir nicht wirklich spüren lassen, ab sie ist auch nur ein Mensch. Heute ist das alles überwunden, wir haben Zwillinge mit 8 1/2 Jahren. Trotzdem hatten wir uns damals Entschlossen eine Therapie zu machen. Es dreht sich immer alles im Kreis und wenn da nicht jemand kompetenter von Aussen die Kontrolle übernimmt kommt man nicht weiter bis man sich aufreibt.
Ein verdrängter Diabetes mit 21 Jahren Laufzeit wird auch nicht toll Eingestellt sein und da tickt die Bombe. Spätschäden: Impotenz, PNP uvm. was eine Beziehung noch mehr belastet aus der Diabetes selbst.
LG Erwin
von E. Weindl -
Mad
Rang: Gastam 24.11.2007 22:04:27
Ich stimme Erwin zu.
Und der Diabetes ist nun mal ein Teil von deinem Partner.
Wenn er nicht vernünftiger und verantwortungsbewußter damit umgeht, gibt er dir bzw euch auch keine Chance!
Entweder ganz oder gar nicht!
Ob das jetzt sowas wie Diabetes oder Falten und Hängebauch sind!
Schokoladeseite gibts die ersten 3 Monate, dann kommt Eingemachtes.
Wenn ihm was an euch liegt, Paartherapie!
Oder ein Kurs bei der VHS oder beim ASG Bildungsforum in Richtung Selbstliebe.
Wer sich liebt, kann andere auch lieben!
(ich rede von gesundem Egoismus, werte Freunde, keine Egozentrik bitte)
Mach ihm klar, was seine Sturheit für dich bedeutet!
Ich wünsch euch alles Gute dafür!
Dein Partner kann echt froh sein, das du so gesprächsbereit bist und nicht gleich rennen gehst! ;0)
LG Mad -
Nicki
Rang: Gastam 25.11.2007 17:05:16
Hallo Ervin und Hallo Mad !
Ich danke für Eure Antworten.!
Ich hatte es schon oft versucht mit ihm darüber zu reden, er weicht mir jedes mal aus. Er sagt , wenn ich alles über die Folgeerkrankungen wüsste, würde ich ihn bestimmt verlassen. - Aber das stimmt nicht, denn ich liebe ihn !! Ich habe mich ein bißchen schlau gemacht und mir Bücher gekauft, die ich schon fast alle gelesen habe. Ich weiss, was passieren wird , oder sagen wir mal passieren kann...! Er hat ja auch schon ein paar Anzeichen von Folgeschäden... zB. seinen einen Fuss kann er nicht mehr richtig an den Zehen bewegen und seine Füsse werden nie mehr so richtig warm... Duchblutungsstörungen denke ich und das macht mir sorgen...! Er sagt, dass der Arzt da nichts tun kann, das ist halt so...und im schlimmsten Fall muss er mal ab! Das andere was mich noch sehr beschäftigt und traurig macht ist, dass wir noch nie zusammen geschlafen haben, wir haben es schon ein paar Mal versucht, aber es klappt halt nicht...! Wir sind jetzt wie ich ja schrieb, fast ein Jahr zusammen. Ich weiss, dass es auch mit der Diabetes zusammen hängt. Ich kann ihn aber nicht darauf ansprechen, oder ? Ich habe Angst davor.... ! Er hat Erektionsstörungen nach meiner Ansicht und ich weiss einfach nicht, wie ich es ihm rüberbringen soll, dass er sich untersuchen lässt, ohne dass er denkt, ich würde nichts mehr von ihm wollen... Denn ich liebe ihn aus tiefstem Herzen und weiss dass ich das alles mit ihm durchstehen möchte ! Ich wünsche mir nur eins. dass er sich mir öffnet und mit mir darüber redet! Was soll ich tun, wie soll ich auf ihn eingehen !? Lieben Gruss an Euch
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Erwin Weindl
Rang: Gastam 25.11.2007 21:29:21
Hallo ANONYM,
da habe ich ja von dem Wenigen das ich erlesen konnte, so denke ich ins Schwarze getroffen. Der Diabetes gehört richtig eingestellt und ein HbA1c von unter 7 besser unter 6,5 sollte erreicht werden. Dein Freund sollte auch einen Urologen besuchen und sich vielleicht einmal Viagra verschreiben lassen um etwas Sicherheit zu bekommen. Aber alles so laufen zu lassen fürht unausweichlich zu weiteren Nerven bzw. Gefäßstörungen. Das kann nur gestoppt werden mit einer wirklich guten Diabetes-Einstellung und guten Werten da führt kein Weg vorbei. Eine CSII (Pumpentherapie) könnte die Erreichung des Zieles erleichtern aber dazu bedarf es des Willens des Patienten da ist deine Kompetenz an einem Endpunkt. Das Einzige was du aktiv erreichen kannst ist dass er seinen Diabetes wahr nimmt, regelmäßig BZ mißt (6-8 mal täglich) und erst einmal seinen HbA1c feststellen lässt. Das wird er wohl nicht so leicht da es dann mit dem Arzt wol ein ernstes Gespräch geben wird was ihm unangenehm sein könnte. Trachte dass er immer für das was er ist auch spritzt, du wirs die Dosierung wahrscheinlich nicht überprüfen können aber vorerst einmal dass es überhaupt passiert. Auch dass er seine Basis (wahrscheinlich Früh und Abends) spritzt und nicht darauf vergisst oder dies ignoriert. Wenn das so 8 Wochen lang passiert ist wird er wohl erst breit sein seinen HbA1c feststellen zu lassen. Denn so wie ich das einschäte wird er in der Gegend von 9 oder höher zu erwarten sein.
Da hast du, wenn du das so durchziehen möchtes einiges noch zu tun.
LG Erwin von Erwin Weindl -
E.Weindl
Rang: Gastam 25.11.2007 21:38:10
Hallo nochmals liebe ANONYM,
vielleicht solltest du einen Nickname verwenden ist doch netter als ANONYM wenns schon nicht der Eigene ist.
Ist auch eine Frage der Netiquette!
LG Erwin von E.Weindl -
Mad
Rang: Gastam 27.11.2007 20:34:45
Erwins Ideen sind ein guter Anfang.
Vergiss aber nicht, das dein Partner auch wollen muß.
Du kannst dir ein Bein ausreißen, und er kommt trotzdem nicht aus dem Quark.
Es ist SEIN Diabetes!
Du kannst ihn unterstützen, du kannst es ihm aber nicht abnehmen.
Sag ihm, was dich bewegt!
Ganz klar und ohne den gedanken, was er denken könnte!
Den "richtigen" Moment für solche Gespräche gibt es nicht, darauf darfst du nicht warten.
Viel zu kompliziert sonst.
Er fragt dich ja auch nicht, was DU dazu sagst, das er seinen Diabetes so schleifen lässt (und damit auch eure Zukunft).
Ist ihm die Beziehung nicht ein bißchen Einsatz wert??
Also,
aufhören, auf Wunder zu hoffen, und den ersten Schritt machen!
Sonst wird sich nichts ändern bzw. zum Besseren wenden.
Nur Mut!
LG Mad -
Pia
Rang: Gastam 06.12.2007 09:13:39
Moin Erwin,
habe ich zu flüchtig gelesen? Ich habe nicht gelesen, dass der Diabetes bei der Fragerin schlecht eingestellt sei. Vielleicht ist er einfach nur genervt, weil er das Interesse und die Fürsorge fälschlicherweise als "mütterliche Betuttelung" oder Kontrolle empfindet. Das könnte ich sogar noch nachvollziehen. Die konkreten Umstände kennen wir ja nicht. Und je mehr man nachfragt, um so mehr fühlt man sich genervt. Jeder hat doch das Recht und den Anspruch auf eine Privatsphäre oder? Und es ist eben wirklich SEIN Diabetes und das muss man dann, so schwer es auch fällt, wohl einfach akzeptieren...Ich glaube, ich würde an seiner Stelle sagen: Geh ins Internet;-) von Pia