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Möchte eine Pumpe

  • Antje

    Rang: Gast
    am 09.10.2007 22:41:43
    Hallo ihr lieben, ich möchte hier mal mein "Problem" schildern. Und würde mich über eure Meinungen und vielleicht auch hilfe freuen.
    Also ich spritze 4mal täglich (3mal Actrapid 1mal Lantus) ich hatte oft unterzuckerungen in der Nacht manchmal auch am Tag. Habe mich mit dem Thema Pumpe schon einige Zeit beschäftigt und immer gehört wie zufrieden alle sind und wie angenehmer und lebenswürdiger es ist, wenn ich es mal so ausdrücken kann. Ich habe Diab, Typ I seit 2003, so langsam wünschen wir uns auch ein Baby, (bin 25Jahre) meine Hba1c ist immernoch viel zu schlecht, dann so gute werte wie ihr komm ich nicht, meistens 7 aufwärts. Ohne gute Werte kommt eine Schwangerschaft nicht in frage, dass wollen wir auf keinen Fall. Nun sprach ich meine Ärtzin an, und gleich ...oh das ist schwierig, die Kassen zahlen nicht oder selten usw usw. Sie schrieb einen Brief ans Krankenhaus, nun bekam ich einen Termin zu einer Schulung. Dazu kommt auch,was sicer auch die schlechten werte begründet, zumindest etwas, das ich keine regulären Pausen haben und so nie weiß was ich esse. Morgens esse ich gar nicht weil ich keinen Hunger habe und noch nie so früh essen konnte, beim letzten mal KH wurde gesagt, naja muss man sich halt nach richten, aber ehrlich das mach ich nicht,weil s einfach nicht geht ,mittags esse ich frühestens 13 Uhr abends nicht vor 19 30 da ich nicht eher zu hause bin.
    Sind das nicht schon Gründe die eine Pumoe rechtfertigen würden? Habt ihr Tips was ich noch machen kann,oder was ich anbringen kann um in der hinsicht vielleicht ein paar Pluspunkte richtung Pumpe zu sammeln?
    Ich würde mich freuen von Antje
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 10.10.2007 12:14:23
    Hallo,

    die KK behandeln das Thema Pumpe sehr unterschiedlich - insgesamt aber lässt sich feststellen, dass die Pumpe nur dann verordnet wird, wenn der Patient zuvor bei anderen Therapien (ICT) entsprechende Bemühungen und Konsequenz bewiesen hat. Sehr schlecht eingestellte Diabetiker bekommen regelmäßig die Pumpe schon deswegen nicht verordnet, weil eine Besserung der GesaMTSituation -meist aufgrund zu lascher Einstellung- eher nicht zu erwarten ist. Logo: Die KK legen nicht einige Tausend Euro auf den Tisch und finanzieren recht hohe Folgekosten, wenn der Patient noch nicht "reif" ist für die Pumpe.

    Mein Tipp: Versuche über die nächsten Monate gut eingestellt zu sein (hbA1c um 7 ist sooo schlecht gar nicht), dokumentiere fleissig und stelle dann über den Doc. einen Antrag. Extrem hohe Morgenwerte in den sehr frühen Stunden sollten auch problematisiert werden - bei mir wa es jedenfalls auch ein Argument.

    Auch wenn ich zufriedener Pumpenträger bin: Eine gute Einstellung kann man auch mit ICT erreichen, das schaffen ja viele andere auch. Für mich ist die Pumpe ein nützlicher und bequemer Luxus, den ich jedem gönne.

    Fuchs

  • Erwin

    Rang: Gast
    am 10.10.2007 19:07:25
    Liebe Antje!

    Ich möchte mich bei Dir schon im Vorfeld Entschuldigen für eine eventuelle Illusionszerstörende Wirkung meines Kommentars.

    Trennen wir eimal verschiedene Behandlungsmethoden des Diabetes von der Vorstellung wie es vielleicht einfacher gehen könnte. Wie Dir schon aufgefallen ist gibt es hier jede Menge Menschen die mit ihrer Pumpe und den gewonnenen Freiheiten und Werten überglücklich sind. Auch ich kann mich zu dieser Gruppe zählen. Vergessen wir aber nicht dass hinter jedem dieser Freudensberichte eine Geschichte, Verzweiflung und ein warum funktioniert es bei mir nicht steht. Die meisten von uns haben versucht die komplette Palette von Insulinen auszuprobieren vielleicht auch im. am Oberarmgespritzt sind spät in der Nacht aufgestanden um vielleicht um 2h früh Basis zu spritzen um die hohen Frühwerte vielleicht doch in den Griff zu bekommen etc.

    Am Ende dieser Ketten, vielleicht auch erst nach Jahren hat sich so mancher von uns eingestanden dass er es so nicht schafft.
    Er/Sie der Patient hat sich für eine Pumpe entschlossen und dies seinem Artz mitgeteilt der dann die notwendigen Dinge in Gang gebracht hat. Bei mir in Österreich ist das schlicht ein Verordnungsschein von der Klinik (Pumpenspezialist) und das war es dann auch schon. Ich brauchete keine Liste welche Gründe es gibt da sich aus meiner Dokumentation nur ein einziger Schluss ergab. Pumpe, da noch nicht wirklich alternatives vorhanden ist. Aber bitte glaube mir, auch wenn jeder Pumpenträger behauptet er gibt seine Pumpe nicht mehr her, gäbe es ein Mittel gegen Diabetes wäre die Pumpe bereits nach 5 Minuten beim Fenster raus.

    Bitte versuche durch Ansammlung von Wissen der gesamten Palette Diabetes und Verantwortung dir gegenüber erst einmal den Zucker in den Griff zu bekommen. Wenn Du dann schon wirklich tief drinnensteckst, Deine Basalkurve absulut nicht zu den Möglichkeiten der Insuline passt braucht du auch keine Tipps mehr wie man zu einer Pumpe kommt. Dann weist Du auch sicherlich mehr von Diabetes als der Durchschnitsarzt einer Praxis.

    Anmerken möcht ich auch noch - geh zum Schmied und nicht zum Schmiedel. Es gibt sicherlich auch in Deutschland Kliniken die sich auf Stoffwechselerkrankungen spezialisiert haben und Ärzte die sich mit nichts anderm beschäftigen als mit Pumpenpatienten. Den Hausarzt bitte nur als Sekretär für Formulare benutzen da das Wissen leider in den meisten Fällen zu Studiumszeiten eingefrohren wurde und ausser Basiswissen nicht viel mehr vorhanden ist.

    Alles liebe und viel Erfolg auf Deinem Weg
    Erwin Weindl

  • Tina

    Rang: Gast
    am 10.10.2007 22:33:31
    Hallo Antje,

    auch ich habe 4 Jahre lang um eine Pumpe kämpfen müssen. Jetzt trage ich sie seit über zwei Jahren.

    Gebe die Hoffnung nicht auf, es lohnt sich. Lerne zu kämpfen!.

    Liebe Grüsse aus NRW
  • Antje

    Rang: Gast
    am 10.10.2007 23:26:02
    Hallo,danke für eure Antworten. Ich möchte nur vorweg sagen,dass ich diese Pumpe nicht nur aus lange weile will oder weil ich zu allem anderen zu faul bin,dem ist nicht so. Aber um alles darzustellen, müsste ich hier seiten füllen. Solche sachen wie nachts spritzen, messen , kurven, sämtliche Insulinsorten kenne ich alles, so ist es ja nicht. Die KK braucht man meiner Meinung nach auch nicht in schutz nehmen, denn zahlen kann man ohne ende und wenn man was braucht gibts theater. (sollte auch zur Kur,die abgelehnt wurde begründung..ich sei in meiner beruflichen Fähigkeit nicht eingeschränkt...ich nenne es,,,,,so lange ich noch die kohl verdienen kann, brauchen die nichts für mich tun...aber das ist alles ein anderes thema) Es mag sein, dass man auch mit einer ICT einen guten Wert hin bekommt,aber bisher hat das noch nicht geklappt bei mir und ich möchte nicht wie ein versuchskanickel behandelt werden,so wir immer einen das Gebet vom schlechten Wert vorgebetet und da wird es einfach so hin genommen...kann einfach nicht sein. Ich werde drum kämpfen und die vielen bestätigungen von besseren Einstellungen durch Pumpe zeigen mir, dass die ja nicht alle nrecht haben können. von Antje
  • fuchs

    Rang: Gast
    am 12.10.2007 12:51:06
    Hallo, Du schreibst:

    "...und die vielen bestätigungen von besseren Einstellungen durch Pumpe zeigen mir, dass die ja nicht alle nrecht haben können."

    Die Frage, ob das WIRKLICH so ist, habe ich mir auch schon gestellt. Ich kenne allerdings keine fundierte objektive Aussage, wonach Pumpenträger durchschnittlich besser eingestellt wären.

    Fuchs von fuchs
  • Erwin Weindl

    Rang: Gast
    am 12.10.2007 15:14:47
    Lieber Fuchs,

    ich denke fundiert genug ist ja schon die Tatsache dass die Krankenkassen nur die Kosten dann übernehmen wenn der prognostizierte bzw. nachgewiesene Erfolg vorhanden ist. Aber abgesehen davon haben wir Diabetiker einen Basalbedarf der in der Früh bzw am Nachmittag einen deutlichen Mehrbedarf an Insulin aufweist. Diese Kurve ist natürlich Patientenabhängig aber im Prinzip signifikant. Die Abdeckung dieses Bedarfes ist mit Verzögerungsinsulinen wesentlich schlechter abzudecken als mit den Möglichkeiten die eine Pumpe bietet mit der ich exakt den stündlichen Basalbedarf programmieren kann. Auch kann wesentlich rascher auf Veränderungen Sport od. Krankheit reagiert werden. Daraus die prognostizierte Verbesserung vom HBA1c von 0,5 bis 1,0%. Trotz dieser Vorteile würde ich niemandem der einen HBA1c von 6,5 hat eine Pumpe empfehlen. Hingegen bei Problemen von Basalen Insulinresidenzen wie es bei mir der Fall war macht das schon Sinn. Mein Basalbedarf hat sich dadurch nicht nur reduziert was ja normal ist, sondern halbiert. Durch die weiteren Möglichkeiten die mir die Pumpe bietet hat sich über die letzten 6 Monate mein inakzeptabler HBA1c von 8,5 auf 5,1 reduziert. Ich strebe keinen wert von 5 an aber es ist ein netter Sideeffect.

    Patienten die ihren Diabetes ignorieren (bitte dies nicht hier in diesem Zusammenhang sehen) werden mit keiner Therapie der Welt eine Verbesserung erreichen.

    Also ich fasse für mich zusammen - erst wenn mit einer normalen BBIT,NIS oser FIT nicht der gewünschte Erfolg zu erzielen ist sollte man über eine Therapie mit CSII nachdenken.

    LG Erwin von Erwin Weindl
  • MK

    Rang: Gast
    am 19.10.2007 14:47:38
    Hallo,
    eine geplante oder bestehende Schwangerschaft ist die Indikation schlechthin für eine Pumpe, zu mindest leihweise!!
    Besprich das mit einem Diabetologen, der Ahnung von Pumpentherapie hat.
  • Mario

    Rang: Gast
    am 21.10.2007 20:09:41
    Hallo erstmal,

    richtig ist Pumpenträger haben in aller Regel bessere Werte, - Richig ist aber auch, das dies nicht ohne die Miarbeit, die Disziplin und den Willen der Pumpenträger geht.

    Richtig ist auch, dass die Pumpen der modernen Technik dm Organismus positiv mitspielen. So ist eine homogene Insulinbedarfsdeckung 24 Std, 7 Tage die Woche und so weiter und so weiter möglich.

    Dies bedeutet aber auch Mitarbeit:
    -regelmässiges Selfmonitoring bis zu 5-7 oder mehr Messungen täglich
    -alle 14 Tage ein Tag-Nacht-Profil
    -alle 3 bis 4 Wochen Eß-Auslaß-Versuche
    -konsequente Dokumentation
    -etc, usw.

    Nur so erreicht man ´ne gute Einstellung!

    Ich selbs trage eine Insulinpumpe und habe eine gute Einstellung bei einem Mittelwert von 5,4 mmol/L und einem HbA1c von 5,7 % hinbekommen.

    Aber eines sollte jedem insulinpflichtigen Diabetiker bewust sein:
    Ernährung - Bewegung- Lebensstil stehen im Mittelpunkt - nicht die Insulintherapie.


    Lebe deinen Diabetes, aber zelebriere ihn nicht! von Mario