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Fruchtzucker schlimmer als Industriezucker?
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Gogi
Rang: Gastam 27.08.2007 23:04:01
Abend miteinander!
Ich bin leider Diabetiker seit gut einem Jahr und muss seit ca 6 Monaten Metfin/Metformin nehmen.
Ich nehme auch Zimt sowie Vitamin C mit Zink als Brausetablette.
Eines Morgens hab ich beschlossen einen Test zu machen, um zu sehen welche Zuckerart sich bei mir negativer auswirkt.
Nüchternwert: 6.7mmol
Ich hab zum Frühstück folgendes gegessen:
2 dünne Scheiben Vollkornbrot mit ca 50g Marmelade.
Nährwerte der Marmelade gefüllt mit Fruckzucker pro 100g:
Eiweiss: 0g
Kohlenhydrate: 50g
Fett: 0g
Nährwerte Vollkornbrot pro 100g:
Eiweiss: 10g
Kohlenhydrate: 35g
Fett: 1g
Werte nach 2 Stunden: 18.1mmol.
Am nächsten Tag nüchternwert: 7.4mmol
Zum Frühstück hatte ich eine ganze Tafel (100g) Milchschokolade von Lindt.
Nährwerte pro 100g:
Eiweiss: weiss ich nicht mehr, vielleicht um die 3g?
Kohlenhydrate: 51g -> bestimmt reiner Zucker
Fett: ca 35g
Werte nach 2 Stunden: 11.7mmol
Also irgendwie verstehe ich das nicht. Ich dachte, Fruchtzucker sei besser als der normale Zucker.
Kann das sein, dass sich der Industriezucker besser verarbeiten lässt als der Fruchtzucker?
Gerne möchte ich euch darauf hinweisen, dass ich wähend diesen 2 Tagen kein Sport getrieben habe.
Gruss
Gogi
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Franziska
Rang: Gastam 27.08.2007 23:19:52
Hallo Gogi!
Na Du machst ja lustige Experimente. Das sind ja Terroranschläge auf Dein Endothel....
Also einmal weiß ich nicht, wie oft Du gemessen hast (es gibt immer Abweichungen mit dem Handmessgerät).
Weiterhin ist es so, dass Fett die Resorption von Zucker hemmt. Das ist ja auch das Schöne an Schokolade!
Fructose und Sacharose lassen sich nicht so einfach vergleichen, es kommt immer auf die Gesamtzusammensetzung des Lebensmittels aun und auf Deine aktuelle Stoffwechsellage.
Die kannst Du nicht immer so voraussehen, aber das Lebensmittel kannst Du gut nach der glykämischen LAST einteilen, siehe hier:
www.index-essen.de
Gruß
Franziska -
klausdn
Rang: Gastam 27.08.2007 23:33:12
hallo gogi,
hier werden wie auch oft sonst völlig schiefe verhältnisse miteinander verglichen.
auf der einen seite, reine kohlenhydrate, auch vollkornbrot ist kh, falls die marmelade wirkliche war enthält sie früchte früchte enthalten glucose/fructose im verhältnis 1/1. du hast also 5 be kh mit 5be schokolade die erhebliche mengen fett enthält miteinander verglichen, die wirkung ist eine völlig andere.
wenn du einen echten vergleich haben willst,
keine riesenmengen. 20g fructose(fruchtzucker)
und weiter nix heute.
20g zucker und weiter nix morgen .
voraussetzung ausgangswert. gleich.
übrigens du darfst statt 25 g mischbrot 30g roggenvollkornbrot (also 5g mehr) für eine be nicht deshalb essen weil vollkornbrot weniger kh hat sondern weil sein wasseranteil entsprechend höher ist. wer das nicht glaubt kann es mit einer waage und dem trocknen im backofen, problemlos nachkontrollieren.
mfg klaus von klausdn -
EH
Rang: Gastam 28.08.2007 11:51:16
@Gogi
Hast du nachgesehen, ob in deinem Vollkornbrot Malz enthalten war? Das findet man öfter, es wird wegen der Farbe zugesetzt.
Ist eine böse Fall für Diabetiker. von EH -
Haschi
Rang: Gastam 28.08.2007 14:17:49
Hallo,
leider werden über Fruchtzucker=Fruktose viele Ammenmärchen verbreitet.
Zunächst einmal hat Fruchtzucker keinen geringeren KH – oder Energiegehalt als Haushalts- oder Traubenzucker. Zum anderen ist der Fruchtzuckeranteil unter den Zuckerarten in Früchten oder im Honig unterschiedlich. Für Diabetiker bedeutend, da Fruchtzucker lediglich einen Glykämischen Index von 20 % hat im Gegensatz zum Traubenzucker, nämlich einen solchen von 100 % und Haushaltszucker von etwa 62 %.
Saccharose(Haushaltszucker, Rohrzucker, Rübenzucker) spaltet sich bei der menschlichen Verdauung 1/1 zu Fruchtzucker und Traubenzucker.
Ein optimaler Zuckeraustauschstoff ist Fruchtzucker nicht, da etwa 20 % der Menschen an einer sogenannten Fruktoseintoleranz leiden und Fruktose insbesondere die Triglyzeridwerte ansteigen lässt.
Auf Obst sollte deshalb aber niemand verzichten, aber vielleicht doch auf Fruktose als Zuckeraustauschstoff.
von Haschi -
klausdn
Rang: Gastam 28.08.2007 15:10:54
weder traubenzucker(glucose) noch fruchtzucker(fructose) werden aus trauben bzw früchten gewonnen. sondern industriell hergestellt.
und zwar traubenzuxker aus der gerade billigeren stärkesorte(mais/weizen) und fruchtzucker chemisch aus traubenzucker.
die viel beworbene süße aus früchten ist also nur werbung und stammt nicht aus früchten sondern aus der fabrik.
im gegensatz dazu liegt die sacharose, schon in dem rohr rübe als sacharose vor, der sog fabrikzucker.
mfg klaus
in reifen früchten und honig kann man mit gutem gewissen von glucose/fructose im verhältnis 1/1 ausgehen die abweichungen sind minimal. von klausdn -
Sugar
Rang: Gastam 28.08.2007 15:39:38
Irgendwie haben das bis heute immer noch nicht alle verstanden.
Fruchtzucker substituiert den Haushaltszucker nicht 1:1, sondern bei einer Anwendung von Fruchtzucker werden Süßstoffe zugesetzt! Der Vergleich 60g Fruchtzucker zu 60g Haushaltszucker bringt also nichts!
Es ist dann nämlich richtig, dass der Fruchtzucker den Blutzuckerspiegel schneller ansteigen lässt, da Fruchtzucker ein Monosaccharid (Einfachzucker) ist! Haushaltszucker als Disaccharid muss erst in Monosaccharide umgewandelt werden!
Aus Wikipedia:
Einfachzucker befinden sich als Traubenzucker und Fruchtzucker in Lebensmitteln wie Obst, Honig und Süßigkeiten. Auch der sogenannte Schleimzucker in der Milch ist ein Einfachzucker. Demgegenüber sind Rohr-, Milch- oder Malzzucker Zweifachzucker. Stärke und Glycogen sind Vielfachzucker. Alle Zuckerarten müssen erst zu Einfachzuckern abgebaut werden, um ins Blut aufgenommen werden zu können. Im Rahmen einer ausgeglichenen Ernährung sollten nicht mehr als ca. 10% der Gesamtenergiemenge durch Einfachzucker aufgenommen werden. Durch die unmittelbare Resorption von Einfachzuckern schnellt der Blutzuckerspiegel in die Höhe. Dies erklärt einerseits die aufmunternde Wirkung von Süßigkeiten, aber auch die Probleme bei hohem Zuckerkonsum: Da der Blutzuckerspiegel eine enge Schwankungsbreite aufweisen muss, ist es für den Organismus erforderlich, dem schnellen Anstieg durch rasche Weiterverarbeitung entgegenzuwirken. Der Insulinspiegel steigt an und der Blutzucker wird in Glycogen und Fett umgewandelt. Ersteres ist erwünscht, da es sich um den schnellen Energiespeicher des Körpers handelt, letzteres ist unerwünscht, da das so eingelagerte Fett nur bei hohem Energieverbrauch verwertet wird. Der in die Höhe schnellende Insulinspiegel führt aufgrund der Trägheit des Systems dazu, dass der Blutzuckerspiegel wiederum zu sehr absinkt und sich ein erneutes Hungergefühl einstellt. Generell ist die Kohlenhydratversorgung durch Vielfachzucker wie v. a. Stärke zu bevorzugen, da diese im Magen-Darm-Trakt zunächst zu Einfachzuckern umgewandelt werden müssen, was zu einer deutlich langsameren Aufnahme der Kohlenhydrate führt. Eine dauerhaft überhöhte Aufnahme von Einfachzuckern kann zu Krankheitsbildern wie Diabetes mellitus oder Adipositas führen.
Beste Grüße
Sugar
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Pia
Rang: Gastam 29.08.2007 09:37:15
Wow! Was für ein Artikel:-)
Was ist eigentlich mit der "Zimtgeschichte"? Die war doch auch vom Tisch, oder? Wenn ich mich dunkel erinnere, sogar negativ besetzt? von Pia -
klausdn
Rang: Gastam 29.08.2007 12:33:09
hallo pia,
schön geschrieben nur mit fehlern.
fruchtzucker ist fruchtzucker und wenn süßstoffe zugesetzt werden ist es etwas völlig anderes.
fruchtzucker ist zwar ein monosacharid erhöht aber nicht oder nicht schnell den bz weil es eben keine glucose ist sondern vom körper über sorbitol erst umgebaut werden muß.
fruchtzucker ist süßer als sacharose, aber wesentlich temperaturempfindlicher (besonders beim backen)
fructose ruft bei vielen unberechenbaren flotten otto hervor. da größere mengen schlecht resorbiert werden gelangen sie in den bereich wo sie von den darmbakterien vergoren wird mit diesen folgen.
in der milch ist milchzucker ein diacharid aus glucose und galaktose, die milchzuckerunverträglichkei die ja gerne übertrieben wird, beruht auf dem fehlen des spaltenzyms laktase, sodaß die laktose unresorbiert genau wie unresorbierte fructose vergoren und damit blähungen bzw durchfall auslöst.
mfg klaus von klausdn -
Haschi
Rang: Gastam 30.08.2007 20:47:12
Aber hallo,
Honig besteht aus ca. 70 % Glukose und Fruktose sowie 10 % Saccharose und Maltose. Das Verhältnis Fruktose/Glukose schwankt von 1/1 bis 1,6 /1.
Jeder Imker weiß, dass Honig auch auskristallisieren kann. Der Zeitpunkt der Auskristallisierung ist abhängig vom Verhältnis Fruktose/Glukose. Dieses Verhältnis ist wiederum abhängig von der Art des Blütennektars. Beispielsweise beim Raps- anders als beim Tannenhonig. Je mehr Fruktose enthalten ist, umso länger bleibt der Honig flüssig. So kristallisiert Rapshonig meistens schon nach wenigen Tagen aus, Tannenhonig jedoch erst nach Monaten oder Jahren.
von Haschi -
klausdn
Rang: Gastam 30.08.2007 22:01:07
egal wieviel werbung,
ich esse trotzdem keinen honig, erstens weil ich ihn nicht mag, und zweitens weil ich nicht nur dmler bin sondern auch allergiker wie viele dmler, und honig ist nun mal durch seine inaltstoffe ein sehr allergenes gemisch. und antihistamintabs gehen gewaltig auf die nieren. das spare ich mir.
mfg klaus von klausdn -
Haschi
Rang: Gastam 31.08.2007 15:57:14
..ob jemand Honig mag oder nicht , ob dieser gesund oder ungesund ist , steht wohl auf einem anderen Blatt, und eine biochemische Erklärung bedarf keines neurotischen und unqualifizierten Kommentars. von Haschi -
klausdn
Rang: Gastam 31.08.2007 21:29:34
das war beine erklärung sondern die die falsche zitierung der deutschen honigverordnung.
wörtlich steht dort, die "scheinbare" sacharose darf maximal 5% betragen, au0er bei honigtauhonig und seinen gemischen max 10%.
und das war nicht die bestimmung weil sacharose normalerweise drin ist sondenr um die verbraucher vor betug zu schützen, sacharose kommt nämlich durch strecken mit "winterhonnig" das ist der aus dem steuerfreien zucker produzierte ,in den honig..
es ist so wie die höchstmenge von frostschutz im wein, nicht weil der normelerweise drin ist, sondern weil gewissenlose geschäftemacher den reingekippt haben um den verbraucher zu betrügen.
mfg klaus von klausdn -
Gogi
Rang: Gastam 31.08.2007 23:20:26
@Klaus und Haschi, jetzt macht doch mal einen Punkt. Honig ist Honig :-)
Ich hab da eine andere Frage was Bier und Cola betrifft.
Der GI ist ja bei Bier 110 und bei Cola 63+-
Doch die GL ist beim Bier 10 und Cola 23. Die GL zeigt ja wie schnell der Blutzucker ansteigt, wenn ich es richtig verstanden habe. Je höher der Wert umso schneller schiesst der Blutzcuker in die Höhe. Bier hat ja "nur" 3-4g KH und Cola über 10g (Zucker, ich weiss)! Jetzt verstehe ich nicht warum der GI beim Bier höher ist als bei der Cola! Würde mir das jemand freundlicherweise erklären? :-)
Gruss
Gogi -
klausdn
Rang: Gastam 01.09.2007 13:47:09
der zucker beim bier iist maltose ein zweifachzucker aus glucose-glucose,
der zucker in der cola ist sacharose einzweifachzucker aus glucose- fructose.
übbrigens ist honig nicht honig, wegen der geschmacksunterschiede, und der herkunft, die wesentliche menge des in deutschland verbrauchten honigs ist importhonig überwiegend aus südamerika.
außerdem gibt es noch einen direkten unterschied, nämlich honig aus blüten, und den sogenannten wald oder tannen honig, dieser ist nicht aus blüten sondern der von bienen eingesammelte schiß von saugenden insekten, um das zu verschleiern wird das honigtau genannt..
und wegen des dauernden betrugs mit fälschungen gibt es eine honigvorschrift die den betrug einengen soll.. dort sind auch die gehalte der zuckerarten dehr genau geregelt. auch die entsprechenden wassergehalte.
mfg klaus von klausdn -
Haschi
Rang: Gastam 01.09.2007 14:06:47
Hallo Gogi,
Die Glykämische Last (GL) ist eine Erweiterungsgröße zum Glykämischen Index(GI), in der festgelegte Portionsgrößen einbezogen sind. Die Tabellenwerte der GL basieren auf fetgelegten Standardportionen. Die Bestimmung des GI erfolgt immer mit 50 g KH.
Bier enthält vorzugsweise Maltose. Diese Zuckerart hat einen GI von 110%.
Cola dagegen überwiegend Saccharose mit einem GI von 63%.
Beispiel zur Ermittlung der GL
Annahme: KH-Gehalt von Bier 3 g /dl, von Cola 12 g/ dl
Übliche Portionsgröße: 0,3 l
GL Bier 110 (GI) x 3 x 3 /100 ca. 10
GL Cola 63 (GI) x 3 x 12/100 ca. 23
Ich hoffe, mit diesem Beispiel wird GI und GL etwas verständlicher.
Diabetiker können ihre Insulinierung auch aufgrund von GL-Werten vornehmen. Allerdings sind die Tabellenwerte für europäische oder deutsche Esskultur noch etwas dürftig und die Ermittlung der Basisgröße GI wird allzu sehr von individuellen Gegebenheiten beeinflusst.
von Haschi