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Argumentation FÜR die Insulinpumpe
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Pia
Rang: Gastam 20.08.2007 11:29:22
Ich schreibe meinen beitrag bewusst NICHT unter den Pumpenclub, weil ich gern wissen würde, ob manch Einer sich auch mit dem Gedanken trägt, vom Pen auf die Insulinpumpe zu wechseln.
Ich habe bisher von den Insulinpumpenträgern gehört, dass sie diese nie wieder hergeben würden. Ich habe jetzt seit längerer Zeit stabile gute Werte. Mir geht die viele Stecherei auf den Nerv, außerdem könnte ich mir in meinem Job mit viel Publikumsverkehr es gut vorstellen, mit einer Pumpe besser zu leben. Oft ist es schwierig, die SEA einzuhalten und der BZ rutscht schon mal in den Keller.
Was mich abschreckt, ist der Gedanke der ständigen Kanüle im bauch. Die Angst ist sicher Nonsens. Welche Indikation ist eigentlich erforderlich, um einen Antrag auf eine Insulinpumpe genehmigt zu bekommen? Hat der eine oder andere sich auch schon mal mit dem Gedanken getragen? Oder bekommt man eine Pumpe nur, wenn der BZ schlecht einstellbar ist? von Pia -
www.diabetes-in-frage-und-antwort.de
Rang: Gastam 20.08.2007 17:08:15
Hallo Pia,
eigentlich dürfte ich nicht antworten, da ich eine von diesen Pumpenträgerinnen bin, die "ihre nie wieder her geben würden" und somit wohl eher nicht angesprochen bin ;-) ... aber:
man kann eine Pumpe von der Firma auch einfach mal ausleihen (zwei oder drei Monate, unverbindlich, die Kasse zahlt das nach entsprechendem Antrag des Diabetologen), um zu sehen, welche der negativen und positiven Vorurteile sich dabei bewahrheiten.
Wenn das nichts für einen ist: hat man nichts verloren. Wenn das etwas für einen ist, schickt man die Leihpumpe zurück, sobald man die eigene erhält ... ;-)
Voraussetzung für eine Pumpentherapie ist immer noch Typ-1-Diabetes (ausser in begründeten Ausnahmefällen).
Da die Kasse aufgrund des Antrags entscheidet, den der Arzt einschickt, sollte dieser Antrag möglichst eindrucksvoll sein.
Es sollte u.a. drin stehen
* dass der Patient hochmotiviert und verantwortungsbewußt ist (am besten noch etwas ausschmücken...)
* dass es ohne Pumpe zu Spätofolgen bzw. einer deutlichen Verschlechterung bereits vorliegender spätfolgen kommen würde und die Kosten hierfür ungleich höher wären als für eine Pumpenbehandlung
* dass sich das Dawn-Phänomen mit ICT nicht länger zufriedenstellend behandeln lässt (das kann man bei jedem rein schreiben...)
* dass aufgrund beruflicher Anforderungen eine Pumpe unbedingt erforderlich ist, falls die gute Stoffwechsellage erhalten werden soll bzw. dass sie damit erst wieder erreicht werden kann (je nach BZ und HbA1c)
* und es sollte alles im Detail aufgezählt werden, was unter ICT schwieriger als unter CSII zu kontrollieren und zu führen ist.
Keine Bange, dass man zu dick aufträgt. Schreiben, was immer man irgendwie begründen kann - je dramatischer es klingt, desto besser. Die Entscheidungsträger sitzen am Schreibtisch - man muss den Antrag so formulieren, dass man sie mit seinen Argumenten überzeugt ...
Wer gern schreibt, kann einen formlosen Antrag entwerfen und dem Arzt als Vorschlag geben ... manche Kollegen sind dafür dankbar, hängen dann nur ncoh ein bisschen was Medizinisches an und ab geht die Post.
Herzliche Grüße Anke von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de -
Haschi
Rang: Gastam 20.08.2007 18:10:36
Hallo Pia,
bin auch einer der Pumpenträger, die ihr „Tamagottchen“ nicht mehr freiwillig hergeben würden. Deshalb noch eine kleine Ergänzung:
…. oder , dass Unterzuckerungen mit CSII viel besser vorgebeugt werden kann als mit ICT
….. oder, dass mit einer kontinuierlichen Insulinabgabe Schmerzen, z.B. in den Beinen, infolge PNP viel besser begegnet werden kann.
…. oder, dass viel weniger Insulin erforderlich ist gegenüber anderen Therapien.
… oder bei extrem niedrigem Insulinbedarf eine besseres Insulinregime möglich ist.
von Haschi -
thomas2002
Rang: Gastam 20.08.2007 21:19:25
zur vorlage für die entscheidung auch das tagebuch der letzten monate. nachgeworfen wird das teil von den kk's auch nicht mehr. von thomas2002 -
Pia
Rang: Gastam 21.08.2007 08:53:24
Liebe Anke, Haschi, Thomas,
vielen lieben Dank für die vielen sehr guten Hinweise. Das mit dem Schreiben vorbereiten find ich auch gut, da kann ich direkt einen Stick mitnehmen. Und die Angst vor der Dauerkanüle scheint unbegründet. (Ich hätte Angst, dass ich mir die rausreiße und es nicht bemerke.)
Du, liebe Anke, bist natürlich auch angesprochen, obwohl Du ja als bereits Pumpenbesitzerin "positiv befangen" bist;-).
Danke noch mal.
von Pia