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Glucoseintoleranz: Wie Diabetes aufhalten?

  • Maja

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 12:00:13
    Irgendwie war der Beitrag auf einmal weg :-(
    Daher hier noch mal...
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    Hallo, lese schon ein paar Wochen mit und bin schon etwas schlauer geworden, insbesondere durch den Thread von Inka.

    Vor einigen Wochen habe ich mir ein BZ-Messgerät gekauft und es fiel mir auf, dass meine Nüchternwerte gerade noch so ok sind (morgens zwischen 95 und 105, ab und an auch mal um 110) aber wenigstens die postprandialen Werte zu hoch ausfallen: Durchaus nach 1h und nach 2h mal über 130 und 140.
    Ich habe dann beim Diabetologen ein OGTT gemacht. Da ich mit einem BMI von 20 eher schlank bin und auch sportlich, hat er auch auf LADA-AKs untersucht: Glücklicherweise negativ. Beim OGTT war der Nüchternwert 86, also ganz ok, aber der 1h Wert 155 und der 2h Wert 146.
    HbA1c 5,5%.

    Der Insulinspiegel nüchtern war etwas zu niedrig, der Spiegel nach 2h wiederum zu hoch, daher geht Der Diabetologe nun doch von einer erhähten Insulinresistenz aus und hat mir Metformin mitgegeben.

    Habe vor zwei Wochen mit 500mg am Abend begonnen und musste mich morgens übergeben. Die folgenden Tage habe ich nur 250mg zur Nacht genommen, aber der ekelhalte Geschmack und die Übelkeit bleiben, besonders morgens. Der Diabetologe ist grad im Urlaub, ich habe das Metformin nun nach 8 Tagen abgesetzt, da ich das so nicht aushalte.

    Stattdessen habe ich versucht, mein sportliches Verhalten zu verschärfen: Morgens 2km joggen, abends wenigstens 1/2 h Radeln oder bei schlechten Wetter auf den Crosser.
    Ich esse schon immer sehr bewusst, also ballastoffreich und mit wenig 'schnellen' KH. Ich lasse jetzt auch noch Süßes weg.

    Die Werte haben sich seitdem nicht wirklich verbessert, nüchtern immer noch zwischen 95 und 110, nach dem Essen auch mal 130. Was ich komisch finde, dass der BZ unmittelbar nach dem Sport auf 80-90 geht aber schon 1h später OHNE Essen wieder auf 100-115 hochgeht. Ist das normal?

    Vielleicht kann ich auch noch ein oder zwei kg abspecken, aber noch weniger essen und noch mehr Sport kriege ich im Moment nicht hin.
    Ich weiß, die Werte sind noch kein manifester DM aber ich würde halt gerne was Präventives tun.

    Hat jemand ne Idee, was ich noch machen könnte? Bin jetzt etwas ratlos.

    Ach nochwas: Nehme schon seit einigen Jahren Schilddrüsenhormone und seit einigen Monaten auch kleine Mengen Hydrocortison wegen einer Nebennierenschwäche. Beides treibt den BZ auch nach oben, aber sollte das meine Bauchspeicheldrüse nicht schaffen?

    Danke für Antworten
    Maja


  • klausdn

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 12:46:18
    hallo maja,
    das wichtigste kommt am schluß, du nimmst cortison als tabs.
    cortison hat mit der bsd nix zu tun sondern mit der insulinresistenz,
    solltest du in absehbarer zeit auf cortison verzichten können, wirst du keine höheren werte mehr haben.
    mit dem bmi von 20 solltest du wirklich absolut zufrieden sein, denn durch übertriebene magerkeit kommen viele störungen zusätzlich, bei frauen besonder hormonmangel, durch zu übertriebene magerkost, denn der körper braucht fette um hormone produzieren zu können.. und die fettlöslichen vitamine.
    daß metformin durchfälle,übelkeit,magenkrämpfe, und metallischen geschmack im mund auslöst ist bekannt..
    mfg klaus von klausdn
  • Maja

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 13:08:00
    Hallo Klaus,

    das hilft mir schon mal, vielleicht sollte ich mir dann auch nicht so einen Stress machen mit Gewicht oder so. Meinst Du nicht, dass sich die Insulinresistenz trotz Hydrocortison geben könnte? Es sieht nämlich lt. Endo nicht danach aus, dass ich vom Cortison loskomme, da ich eine hypophysengesteuerten Cortisonmangel habe (zu wenig ACTH). Das geht wohl nicht von alleine weg.
    Ich habe wohl generell eine deutliche Hypophysenschwäche, was sich erst jetzt (bin 43) rausgestellt hat. So ist meine Schilddrüsenunterfunktion evtl. auch hypophysär bedingt. Der Endo hat angedeutet, dass ich evtl. auch irgendwann noch Wachstumshormone brauche, da die auch deutlich zu wenig sind. Die sollen auch die Insulinresistenz verstärken :-(.

    Ich warte jetzt also mal ab, messe regelmäßig und sehe weiter? Wenn Metformin nicht geht, irgendwann Insulin? Und wenn ja, ab welchen Werten empfehlenswert?

    Danke und Gruß

    Maja
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 14:50:01
    Moinmoin Maja,

    also Insulinresistenz is ne unglückliche Sammelbezeichnung für eine Menge von Umständen, die einzeln und in allen möglichen Kombinationen den Bedarf an Insulin gegenüber dem normalen um ein beliebiges Vielfaches erhöhen. Unglücklich allein schon deswegen, weil die Bezeichnung einmal zur Annahme eines grundsätzlich einzelnen Wirkzusammenhangs verleitet und zu der, dass man da etwas wie bei einem störrischen Tier eben brechen könnte.

    Deine Messergebnisse deuten darauf hin, dass von der ersten Phase der gesund 2phasigen Insulinantwort schon einiges geschwunden ist (s. auch anderer Thread). Das heißt, das Insulin wird zwar mengenmäßig noch ausreichend ausgegeben, aber nicht mehr zur rechten Zeit. Und mit diesem Defekt Deiner Beta-Zellen läuft wahrscheinlich die Glukagonproduktion deiner Alpha-Zellen wenigstens ungebremst, wenn nicht sogar verstärkt weiter und stimuliert Deine Leber zur weiteren oder sogar vermehrten Zuckerausgabe, wenn Du Stärke oderund Zucker isst.

    Die Frage stellt sich natürlich auch in Deinem Fall wieder ganz logisch, warum Du noch zusätzlich Glukose essen solltest, wenn Du schon zu viel davon im Blut hast?
    Und dann würde ich an Deiner Stelle Deinen Endo nach Alternativmitteln für die Schilddrüse fragen, die den Blutzucker weniger steigern.

    Bisdann, Jürgen

    ach ja, zum BZ-Anstieg nach dem Sport: Die Leber macht eben auf des Glukagon-Kommando der Alpha-Zellen aus Eiweiß Zucker. Das Spiel heißt Glukoneogenese und geht voll zu Lasten der Muskulatur, wenn nicht genügend Eiweiß gegessen wird :-(

    UND manchen von uns hilft gegen den BZ-Anstieg nach dem Essen eben direkt danach, wenn das meiste von Deinem Insulin in Umlauf kommt, zu dessen direkter Wirkverstärlkung ne viertel Stunde auf dem Stepper :-)
  • Maja

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 16:29:21
    Jo verstanden....

    dann mache ich erst mal so weiter, Sport nach dem (mäßigen) Essen mach' ich schon. Auf das Thyroxin kann ich leider nicht verzichten, es gibt keine Alternative. Thyroxin ist ja auch kein Zucker (war das so gemeint??) sondern hemmt wohl auch die Insulinsensibilität etwas. Ohne Thyroxin würde ich aber im Gehen einschlafen und andere Werte wie GesaMTCholesterin, LDL unsw. würden sich ungünstig verändern (abgesehen von der besch... Lebensqualität, frag' mal einen nach seinem Befinden in der Unterfunktion.

    Ich werde das jetzt etwas beobachten und muss dann irgendwann vermutlich doch mal an Insulin ran, oder? Zunächst mit kurzwirksamen?

    Eine Frage noch: Wie hoch darf denn das Insulin in der ersten und zweiten Phase nach Glucosestimulation sein? Ich suche npch nach Grenzwerten. Es lag bei mir um 30 mUI oder so, sowohl 1h als auch 2h später. Die basale Konzentration war aber zu niedrig bzw. unterhalb des Referenzwertes. Müsste die denn bei IR nicht auch erhöht sein oder ist das mal wieder individuell verschieden?

    Gruß

    Maja
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 18:15:52
    hallo maja,
    du machst schon alles richtig.
    und wenn du deinem doc sagst: da ich alle hormone
    die nicht von selbst kommen, entweder schlucke,
    sd, wachstum da macht son bisschen insulin den kohl auch nicht fett - falls er hintergründigen humor versteht.
    nur: bz geräte kauft man nicht, sondern läßt sie sich auf anruf(kostenlos) kostenlos zuschicken.
    und dein endo kann ruhig mit nem rezept für streifen rausrücken, der darf das der kann das, und der hat mit dem befund "mehrfache hormonunterproduktion", auch noch einen grund dazu.-also treten-
    da du ja noch fast genug eigenproduktion hast, ist das bz steuern relativ problemlos, denn der körper steuert noch mit. über den richtigen zeitpunkt für insulin einfach mal mit dem endo diskutieren
    mfg klaus von klausdn
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 18:22:31
    Moin Maja,

    diese Werte in diesen Untersuchungen sind genau so wahnsinnig weit gefasst, wie die Blutzucker-Werte für Diabetes. Vergleiche nur einfach mal wirklich gesund morgens nüchtern 60-80 mit krank ab 126. Noch besser OGTT nach 75g Glukose, gesund nach ner halben Stunde für ein paar Minuten bei 120 und dann normal weiter um 80, während als krank erst ab 201 nach 2 Stunden gilt. Die Diabetes-Werte sind definitiv willkürlich und ohne jeden direkten Bezug zur Krankheitsentwicklung definiert, und ich nehme schlicht an, dass alle übrigen in dem Zusammenhang das auch sind.

    Auf der anderen Seite zeigt die Entwicklung von gewissermaßen mitdenkenden Medis der letzten Zeit vorbei an dem absolut idiotischen Gewichtsding mehr in Richtung Typ2-Ursachen. Da gibt es schon das Mittel Byetta, das praktisch die weitgehend unterbrochene hormonelle Signalkette zu den Betazellen wieder herstellt und so die Insulinausgabe stimuliert, wenn Glukose im Verdauungstrakt ankommt. Und ein weiteres Mittel Vildagliptin befindet sich noch in der Erprobung und bremst bei Anwesenheit von ausreichend Blutzucker die Glukagonfreisetzung aus den Alpha-Zellen, die nämlich beim Typ2 nach dem Essen munter weiter machen und dafür sorgen, dass die Leber weiter reichlich Zucker ausgibt, obwohl ja gerade welcher neu mit dem Essen aufgenommen worden ist.

    Fazit: Typ2 scheint an seiner Wurzel eher ein Steuerproblem zu sein, das gleichermaßen Alpha- und Beta-Zellen umfasst. Und mit jeder zusätzlichen Belastung wird dieses Steuerproblem verschärft. Nach allen Beispielen, die ich bisher gesehen habe, halten wir die Belastung so lange erträglich, wie wir unser Futter in Zusammensetzung und Portionsgrößen so wählen, dass wir nach dem Essen möglichst tief im oft gepredigten grünen Bereich bleiben. Die Idee, dass wir uns da ein besonderes Maß an Stärke zuführen müssen, ist genau so idiotisch, wie die alte Diabetes-Definition. Denn wo schon mehr als genug Zucker im Blut ist und noch ausreichend Insulin, haben wir kein akutes Energieproblem, das mit noch mehr Zucker (alles aus Mehl, Kartoffeln, Reis und Zucker) gelöst werden müsste, im Gegenteil.

    Bisdann, Jürgen
  • Maja

    Rang: Gast
    am 19.07.2007 19:02:54
    Hallo Ihr beiden,

    so langsam kapier' ich die Zusammenhänge, habe auch gerade das Ding mit der verzögerten Antwort im Diab Forum gefunden.
    Mein BZ-Gerät hat übrigens nur 5 Euro gekostet und als ich es beim nächsten Arztbesuch gezeigt hat, hat mir mein DiaDoc die Streifen gleich aufgeschrieben.
    Der scheint übrigens den gewünschten Humor zu haben und scheint auch aufgeschlossen zu sein für Neues und macht sich auch echt einen Kopf für mich, da diese zahlreichen Mängel an diversen Hormonen schon beuteln (morgens schau' ich auf mein Arsenal und frage mich: Was ist noch echt an mir?? Geschlechtshormone brauch' ich ja auch schon ein bißchen). Hilft mir wirklich auch, den richtigen Weg für mich zu finden. Ich mache aber auch alles mit, wenn es hilft, 'abbe' Füße oder Erblindung zu verhindern...
    Übrigens hatte er auch als Option noch vor seinem Urlaub Sitagliptin erwähnt, da ich ihm von meiner Übelkeit vom Met erzählt habe. Jetzt gibt es das Sitagliptin noch nicht so lange aber es klingt interessant, vielleicht ist auch was dran an der betazellkonservierenden Wirkung???
    Weil Ihr Vildagliptin erwähnt: Gibt es da einen Unterschied zu Sitagliptin? Ich wüsste nur den, dass es wohl zweimal gegeben wird.
    Auch Exenatide klingt interessant, eine andere Firma will ja auch bald Liraglutide auf den Markt bringen. Man kann nur hoffen, dass diese Medikamente auch längerfristig gut verträglich sind, aber so vom Wirkprizip hört sich das alles ja wirklich nach neuen ursächlicheren Ansätzen an. Vielleicht ist das ja bald noch eine Option, wenn es schlimmer wird. Aber dann ohne Met. Die Übelkeit davon kann auch nicht gesund sein.
    Bis dahin habe ich verstanden: Die BZ-Spitzen glätten in dem man immer öfter unter 120 bleibt. Heißt für mich gemütlich und genussvoll essen aber eben langsam. Bei KHs mit hoher glykämischer Last aufpassen. Krieg' ich beides hin. Bewegung am besten gleich nachm Essen. Müsste ich vor allem am WE schaffen und evtl. abends.

    Ich werde berichten...

    Gruß

    Maja
  • Pia

    Rang: Gast
    am 20.07.2007 11:56:25
    Das, was Ihr da schreibt, ist spannender zu lesen als ein Krimi....
    Liebe Maja, vom Metformin hört man, dass es manche vertragen, viele eher nicht, und denen ist es richtig schlecht -die ganze Zeit. Ich glaube, Inka schrieb das. Koddelitis über 6 Wochen lang. Dann sollte man das Zeuchs auch nicht mehr nehmen.
    Ich habe mich eine Woche gequält und als ich dem Diadoc mitteilte, dass ich mich ständig übergeben müsste, sagte er: "Dann lassmers wech." Seither bekomme ich actos, damit geht es gut.
    von Pia
  • Maja

    Rang: Gast
    am 20.07.2007 19:04:31
    Hi Pia,

    habe es auch gelassen. Mein Körper sagt mir: Ist nicht gut für mich.

    Nun muss ich mal sehen, ob die Bewegung und Ernährung noch was rausholt.

    Gruß

    Maja