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Brauche Streicheleinheiten

  • Maria

    Rang: Gast
    am 23.02.2007 18:34:08
    Gerade wurde ich im Rahmen einer Rehab auf Insulin umgestellt.Ich wurde ausgezeichnet geschult (ICT, bei uns in Österreich heißt das FIT= funktionelle Insulintheraphie). Derzeit bin ich voll damit beschäftigt, herauszufinden, wie ich unter Alltagsbedingungen reagiere. Ich spritze Novorapid und Insulatard. Was mir zu schaffen macht, ist das Unverständnis meiner Kollegen. Sie gehen davon aus, dass ich "gut erholt" von meiner "Kur" zurückzukommen hätte.Irgendwie bin ich derzeit extrem empfindlich. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Habt Ihr Tipps für mich?
    Danke fürs "zuhören"!
    von Maria
  • mämchen

    Rang: Gast
    am 23.02.2007 20:16:07
    Hallo, Maria,
    ja, das ist schwierig, aber zu schaffen. Ich würde mit meinen Kollegen ganz normal drüber reden, etwa wenn du zur Frühstücks- oder Mittagspause mißt, und ein bißchen über Diabetes und Insulinbehandlung erklären. Viele haben wenig bis keine Ahnung, aus dieser Unwissenheit/Unsicherheit im Umgang mit Diabetikern entsteht Verständnislosigkeit.
    Wenn sich jemand dafür interessiert, kannst du auch mal dem Kollegen/der Kollegin einen Blutzucker messen.
    Wenn es dir schlecht geht, erklär die Hypo (hinterher). Aber reite nicht auf "dem Zucker" herum, fordere unter den Kollegen kein Mitleid heraus. Die meisten unter uns "Menschen mit Diabetes" betrachten sich nicht als krank, sie nennen es "bedingt gesund". Und mit guten Werten ist man auch genauso fit und leistungsfähig wie jeder andere, man muss halt ein paar Spielregeln beachten. Diese "Spielregeln" wirst du schnell beherrschen, keine Angst.

    Liebe Maria, lass dich nicht verrückt machen oder komplett vom Diabetes beherrschen. Er gehört jetzt zu dir, aber er ist nicht dein Chef. Besinn dich auf das, was du in der Schulung gelernt hast und gönn dir Entspannung, tu dir selbst was gutes.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und drück dir die Daumen für einen guten Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag.

    mämchen
  • Maria

    Rang: Gast
    am 26.02.2007 19:09:09
    Danke! Du hast genau die richtigen Worte für mich gefunden.
    Noch eine Frage: Eine Insulinampulle soll man 3 , maximal 4 Wochen benutzen, habe ich gelernt. Wird das Insulin danach wirkungslos? Ich spritze um 22h 4E Insulatard als Verzögerungsinsulin und bekomme damit meine Werte nicht in den Zielbereich. Auch die Korrektur durch Novorapid, die den Wert von 199 um 80 senken sollte, hat mich um 2h nur auf 149 gebracht.
    Theoretisch sollte meine Bauchspeicheldrüse noch etwas leisten,aber sie scheint zumindest nachts nicht viel von Arbeit zu halten. Morgenwerte um die 140 habe ich auch mit Novonorm erreicht, da hätte ich nicht auf die doch um einiges aufwendigere
    Ict umsteigen müssen. von Maria
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 26.02.2007 21:01:04
    hallo maria,
    du schreibst, du bist gut geschult, und auf ict.
    darf ich fragen wieso du dann werte über 140 hast ?
    denn bei der ict schulung lernt man doch wie man seine insulinmenge solange einstellt bis es passt.
    basisinsulinmengen unter 6 ie hat mein doc mal als augenwischrerei(homöopatie) bezeichnet.(nur f. kinder geeignet)
    also wenn du gelernt hast dann wende es an.
    ist übrigens nicht böse gemeint was ich schrieb,
    nur lese ich immer wieder "ich bin gut geschult, aber mene werte sind nich gut" irgendwie wiederspricht sich das.
    mfg klaus von klausdn
  • Maria

    Rang: Gast
    am 26.02.2007 21:18:04
    Ich war der Meinung, ich sei gut geschult. Natürlich konnte ich mich bei jedem auftretenden Problem an meine Ärztin wenden.
    Nun bin ich daheim, die Werte sind anders und ich habe doch eine gewisse Scheu, etwas zu verändern. Bitte sei nachsichtig mit einem Neuling! von Maria
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 26.02.2007 22:25:44
    hallo maria,
    ich will dir mut machen, nicht meckern.
    denn ich weiß von der guten ! diabetologin howorka die die sit in östereich propagiert hat.
    die hat wie teupe und renner in deutschland, maßstäbe gesetzt, -deren aussage: "du weißt wie es geht, tu was".
    alte bauernregel, wer mit kleinen schritten anpaßt,
    ist vor großen überraschungen bewahrt.
    mfg klaus von klausdn
  • Maria

    Rang: Gast
    am 26.02.2007 23:33:37
    Gut, ich werde es in kleinen Schritten versuchen und mutiger werden. Danke und gute Nacht! von Maria
  • Pia

    Rang: Gast
    am 27.02.2007 08:36:44
    Liebe Maria,

    der, der kein Diabetiker ist, weiß meist nix über Diabetes außer, dass es Zuckerkrankheit bedeutet.

    Solltest du Kollegen haben, die besonders zicken, würde ich dir eine kleine "Schocktherapie" vorschlagen: Wie gesagt: Nur, wenn Du es für angebracht hälst...
    Wortlaut vielleicht sö ähnlich:

    ich wollte gern etwas mit Euch besprechen. Wie Ihr wisst, bin ich seit.. . Diabetikerin und muss Insulin spritzen. Ich bin gut eingestellt. Trotzdem:Es kann im schlimmsten Fall passieren, dass Ihr mich bewusstlos auffindet, weil ich eine akute Unterzuckerung habe. Dann wäre es lieb von Euch, bitte sofort den Notarzt anzurufen., wenn ich nicht in der Lage bin, Traubenzucker, der hier deponiert ist, aufzunehmen..
    -----------
    Es geht nicht um Panikmache, aber vielleicht haben die "Delinquenten" so einfach mehr Respekt, vor dem, was Du da leistest und auch vor möglichen Auswirkungen..(Die meisten fallen schon bei dem Begriff: Spritze um;-)))
    Wie gesagt. Es ist glaube ich wichtig, dass dein Mitarbeiterumfeld weiß, dass du Diabetikerin bist, ohne dass es als "schlimme Krankheit" gesehen wird...
    Vielleicht ist meine Idee auch dumm, aber ich persönlich würde es bei so einem Kollegen so machen...im Notfall.. von Pia
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 03.03.2007 12:11:43
    Hallo Maria,
    weißt du, einem Diabetiker sieht man nicht an, was damit zusammenhängt. Der ganze Therapieplan steht keinem von uns im Gesicht geschrieben. Es mangelt deinen Kollegen deshalb an Verständnis - sie sehen die wideren Umstände nicht. Wenn du nur ein Bein oder Arm hättest, würde jeder Mitleid und Verständis für deine Situation haben, denn man sieht es! Ich kenne dieses Gefühl. nicht verstanden zu werden. Die Gedanken, die meine Mitmenschen, Schüler, Kollegen u. alle hatten, als ich immer von Klinikaufenthalten zurück kam, da konnte ich aus ihren Gesichern ablesen: "Du hattest Erholung, du hattest es schön!" Das hing mir zum Halse raus. Ddas ganze Gegenteil war nämlich der Fall !!! Wie bei dr ! Du musst deutlich machen, dass du nicht in Kur und Erholung gehst, sondern in eine Klinik für Stoffwechselerkrankungen. Du bist im Krankenhaus, und nicht wie alle denken in Kur. Jedenfalls hab ich das dann so gehandhabt, es ist ja die Wahrheit. Da haben sie noch dümmer geschaut, aber keiner hat mehr gesagt: "Du hattest es schön..." Nun zu BZ-Werten. Als Langzeitdiabetiker mit nunmehr 40 jähriger Krankheit muss ich dir leider sagen, dass Werte um 140 oder höhere Werte nicht die Ausnahme sind. Mache dich damit nicht verrückt! Dein Körper ist keine Maschine, sondern unterliegt Schwankungen. Das fängt an mit Bewegung, viel oder wenig, mit Stress, Aufregung, mal einen faulen Tag haben und zuletzt nicht vergessen: auch Hormonschwankungen, besonders bei uns Frauen, können den BZ-Wert negativ wie auch positiv, beeinflussen. Mache dann einfach das, was du in den Schulungen gelernt hast, nämlich richtig und sofort den BZ zu korrigieren. Glaube mir, du kannst mit guter Disziplin und einem guten Therapieplan, der heute in jeder Diab-Schulung vermittelt wird, noch bestimmt 50 Jahre ohne großartige Komplikationen leben. Ich sage dir das aus Erfahrung, denn meine Folgeschäden halten sich nach so langer Zeit in Grenzen. Ich gehe auch noch Volltime arbeiten. Natürlich verfluche ich manche Tage, wo es nicht läuft und ich auch keinen Grund finde, warum das so ist. Aber ich habe eine Basis: gesund leben, Bewegung richtig zum BZ und anders herum definieren, den Therapieplan zu 90% befolgen. Die restlichen 10% sind Schicksal, berufsbedingt im Publikumsverkehr. Ich kann ja vor Besuchern nicht meine Spritze setzen oder den BZ messen bzw. vom Brot abbeißen.... Wichtig ist: genieße trotzdem dein Leben. Dir wird nichts verboten, du musst es nur deinem Diabetes entsprechend anpassen!!!! Viel Erfolg, mach das beste daraus!!!!!!
    Sabine
    Sabine
  • Maria

    Rang: Gast
    am 04.03.2007 12:20:17
    Ich danke euch für eure aufmunternden Worte und eure Tipps zum Umgang mit Kollegen. Mittlerweile kann ich für mich auch die ganze Spritzerei und was so damit verbunden ist sozusagen " in den Schrank stellen " und nur bei Bedarf hervorholen. Euch allen auch alles Gute und einen schönen Sonntag.
    Maria