Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Essen was und wieviel man will egal wieviel Be??
-
eva weichwald
Rang: Gastam 22.01.2007 20:06:09
Hallo liebe Diabetiker,
ich habe schon bei den "Kids" einige Fragen gestellt und möchte diese Frage jetzt aber gezielt hier rein setzen, weil ich denke hier passt sie.
Ich selbst bin wie gesagt keine Diabetikerin, habe aber Schüler mit Diabetes -Siehe Thema "Spritzen bei Tisch"-
Ich bin Lehrerin für das Fach Nahrungszubereitung und interessiere mich aus gegebenem Anlaß für das Thema.
So jetzt zu meinen Fragen:
Ist es heute wirklich so, dass ein Diabetiker essen darf was und wieviel er will und alles eben nur durch das Spritzen ausgleicht??
Ich kenne es von früher so, dass die Diabetiker in der Klinik eingestellt und geschult wurden und dort auch vom Arzt vorgegeben bekamen wieviele BE´s sie pro Tag essen durften.
Ist die Ernährung in dem Sinn heute wirklich so egal??
Früher war es doch so, dass man sich am Tag 5, 7 oder gar mehr Mahlzeiten zubereitet hat, die BE für den Tag eingehalten hat und nur im Ausnahmefall -Einladung, Lokal, oder so- eben mehr gegessen hat, bzw. dann halt mehr gespritzt hat.
Ist es heute auch egal ob ein Diabetiker stark übergewichtig ist???
Ist es heute kien Ziel mehr, Gewicht zu reduzieren???
Ist mit Folgeschäden durch das -viele- Insulin zu rechnen, wenn man als Diabetiker völlig maßlos ißt???
Ich bin etwas ratlos, aber sehr neugierig und vor allem möchte ich das wissen um meinen Schülern nix falsches zu sagen.
Liebe Grüße Cindy
Ich würde mich über viele Antworten riesig freuen!!
Danke, danke, danke!!!
-
klausdn
Rang: Gastam 22.01.2007 20:33:29
hallo cyndy,
1. insulin ist ein hormon, daher welche folgeschäden , und weshalb ?
2. wer sinnlos frißt wird fett völlig egal ob dmler oder nicht.
3.ja heute kann mann dem essen entsprechend spritzen.
4. mit kurzzeitanaloginsulin braucht man keine zwischenmahlzeiten, hilft dabei nicht fett zu werden.
5. wer das kann , sprizt entsprechend dem essen, und wenn er nichts ißt spritzt er nicht, denn die basalversorgung übernimmt das langzeitinsulin, wer hat, die pumpe.
modernes dm management ist eine frage des know how, wer es nicht kann oder nicht mehr kann, kann sehr gute werte auch mit ct(konventioneller therapie)
erreichen, leider nur mit der von dir beschriebenen
disziplin.- durch das dauernde essen müssen, bei der alten ct, ist die gefahr zuzunehmen wesentlich größer als bei ict.
mfg klaus von klausdn -
eva weichwald
Rang: Gastam 22.01.2007 21:49:41
...........also werden wirklich keine BE mehr vorgegeben und gezählt.
Und übergewichtige Diabetiker bleiben übergewichtig wie sie sind.
Sehr interessant.
Machen das heute alle so?
Dann brauch ich meinen Schülern ja gar nicht beibringen wie die Ernährung eines Diabetikers an einem Tag aussehen kann?
Auch nicht schlecht.
Ist natürlich toll wenn die Medikamente da heute schon so ausgereift sind, das macht euch doch das Leben leichter.
Ist die -ja ich nenn es mal so- Leistungsfähigkeit dann auch besser?
Oder die Belastbarkeit?
Wenn der Zucker durch das Basal... so stabil gehalten wird, dürfte es ja weniger hochs und tiefs geben und der Diabetiker müßte sich doch insgesamt wohler / stabiler fühlen. Ist das richtig so???
Ich finde trotzdem, dass eine gesunde ausgewogene Ernährung, -von allem aber in Maßen- empfehlenswert ist.
Übergewicht macht träge. Herz- und Kreislauf leiden, und und und......
-
klausdn
Rang: Gastam 22.01.2007 22:37:05
hallo,
da scheint aber jemand sehr frei zu interpretieren.
zudem gar nicht zu wissen daß es mehrere typen bei dm gibt.
mein tip : halte dich bei dm und ernährung raus , denn da fehlen die grundlagen.
denn ! daß fettsucht nicht gesund ist wissen wir ja alle, nur dies ist ein dm forum .
zudem man mit t1 im normalfall mit untergewicht startet.
mfg klaus von klausdn -
Claudia
Rang: Gastam 22.01.2007 23:03:44
Hallo Cindy!
Ich kann mich dem nur anschliessen, was Klaus schreibt!
Ich will Dir ja nicht zu nahe treten, und ich finde es gut, wenn Du Dich informieren möchtest, doch für mich klingst Du sehr voreingenommen. Gedacht habe ich das schon, als ich Deinen Beitrag zum Thema "Spritzen am Tisch" gelesen habe. Für einen Diabetiker muss es das Normalste der Welt sein, vor dem Essen zu messen und zu spritzen. Dafür muss ich mich weder verstecken noch mich zur Schau stellen. Es gehört eben einfach dazu!
Genauso verhält es sich mit der Ernährung. Ich kann mich mit und ohne Diabetes gesund bzw. ungesund ernähren. Ich denke, man sollte immer ein wenig auf seine Ernährung achten, egal, ob man an Diabetes leidet oder nicht. Und natürlich muss ich die BEs zählen und berechnen,
wenn ich ich DM habe. Da helfen auch keine modernen Medikamente, von denen Du geschrieben hast, denn Insulin ist insofern kein richtiges Medikament, sondern ein körpereigenes Hormon, dass bei Diabetikern weitestgehend nicht mehr produziert wird und von aussen zugeführt werden muss.
Ich finde, Du solltest Dich bezüglich dieses Themas professionell schulen lassen und Deine Einstellung zu Diabetikern überdenken.
Claudia -
eva weichwald
Rang: Gastam 23.01.2007 10:13:21
Hallo Klau, hallo Claudia,
danke für die Antworten.
Ich brauche meine Einstellung Diabetikern gegenüber nicht überdenken. ich habe keine probleme mit ihnen.
vielleicht sind meine fragen bei euch so angekommen, es versteht eben jeder jeden anders.
Ich habe bei "Spritzen bei Tisch" versucht darzustellen, was meine Problematik ist, man kann vesuchen sie zu verstehen oder man kann versuchen negatives in meine Worte reinzu interpretieren.
Ich habe das Thema auf dem Lehrplan, als eins von vielen Themen, ich habe eine betroffene Schülerin und zig Schüler die auch lernen sollen Diabetikern normal zu begegnen.
Ich kenne mich sehr gut aus mit Ernährung, nur, dass es heute eben nicht mehr nach Be´s geht (wie meine Schülerin sagt), dass war mir neu und deswegen habe ich gefragt.
Wenn sich dadurch jemand angegriffen fühlt, dann tu mir das leid.
Gruß Cindy
-
Pia
Rang: Gastam 23.01.2007 10:30:46
Liebe Cindy,
im Großen und Ganzen ist es so, dass man die Medikation dem Essen anpasst. Zuckertabu gibt es nicht mehr. Dick ist nicht der Diabetiker an sich, er kann sogar durch hoge Insulindosen erst dick werden.
Die Medikation also Spritzen dem Essen anpassen heißt aber nicht: Ich kann essen, was ich will und spritze alles einfach weg.
Die Medikation nach dem Essen anpasssen, gilt nur, wenn man sich ausgewogen und vernünftig ernährt. Das gilt für Diabetiker sowie für Nichtdiabetiker. Die Medikation dem Essen anpassen macht Sinn, da jeder Mensch Insulin anders verarbeitet sowie er indiviuelle Nährstoffe verarbeitet.
Die Wirksamkeit des Insulins hängt von vielen Parametern ab, z.B. auch von der Art und dem Umfang an bewegung.
Ich kann natürlich auch "fressen" und ales wegspritzen, aber das gefährdet das wichtigste Argument beim Diabetes: Stabilität des Blutzuckers. Und das bringt meist auch hohe Blutdruckwerte mit sich, veränderte Sehleistungen und auch die Bedingungen für Herzifarkte.
Berichtigt mich, wenn ich was Falsches gesagt habe...bin ja auch nur Laie.
Ich musste erst ohne Spritzen messen, so 8 bis 10 mal am Tag, danach wurde der Spritzenplan gemacht und wieder gemessen und dann die Dosis angepasst, aber alles bei vernünftiger Ernährung. Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.
von Pia -
Lisa
Rang: Gastam 23.01.2007 14:18:12
Hallo Cindy, du bist wahrscheinlich noch am Anfang Deiner Info-Suche. Es ist ein sehr komplexes Thema und ich habe lange gebraucht um etwas zu begreifen. Im neuesten Diabetes-Journal (2/2007) ist das Titelthema "Ernährung" und da wir jetzt das Jahr des zuckerkranken Kindes haben, wird auch viel für Kinder und jugendliche geschrieben. Auch im Diabetes-Ratgeber ( kostenlos in der Apotheke) steht immer viel über Ernährung. Bei Accu-Chek gibt es Ernährungsratgeber für Typ 1 und 2 und Austausch-Tabellen für die BE-Berechnung. Vielleicht hilft Dir das ein Stück weiter, aber tröste Dich, ich lerne nach 26 Jahren Diabetes immer noch was dazu, denn es ist wichtig, sich auszukennen. Und unterm Strich steht immer da gleiche: Dick wird man nur, wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt als man verbraucht. Es ist also "Alles" eine Sache der Dosierung. Alles Gute wünscht Lisa -
www.diabetes-in-frage-und-antwort.de
Rang: Gastam 23.01.2007 22:27:11
Hallo Cindy,
schön, dass sich eine nicht-diabetische Fachfrau für diesen Bereich interessiert :-))
Im Grunde kann man deine Frage kurzgefasst mit JA beantworten, es gibt jedoch Regeln zu beachten.
Man muss die Menge des Insulins der KH-Menge natrürlich anpassen. Ab etwa 7 BE (1BE = 12g KH) aufwärts lässt sich eine Mahlzeit kaum ohne anschließende Blutzuckerschwankungen managen, auch sind bei großen Insulin-Boli etwa zwei Stunden nach der Hauptmahlzeit oft wieder altbekannte Zwischenmahlzeiten erforderlich. Bleibt man unter dieser BE Menge, kann man sich - insbesondere unter Therapie mit den Insulinanaloga - die Zwischenmahlzeiten heutzutage meist ersparen und der Bz kann auch nach der Mahlzeit recht stabil bleiben.
Man muss auch den Zeitpunkt der Insulingabe (->Wirkungseintritt) auf die KH (schnelle KH, langsame KH, Verzögerung durch fetthaltige Nahrung etc) abstimmen.
Man ist auch bei der modernen Diabetestherapie unter der intensiviert konventionellen Therapie noch ein bisschen an Zeiten gebunden, weil durch die Boli zu den Mahlzeiten oft der Insulingrundbedarf etwas mitgedeckt wird, so dass die Zeiten hier nicht ganz flexibel sind.
Bei der Insulinpumpentherapie fällt diese Einschränkung jedoch weg, hier kann man tatsächlich essen oder nicht essen, wann man möchte.
Also: Einschränkungen gibt es nach wie vor.
Eine gesunde Ernährung ist Diabetikern genauso zu empfehlen wie NIcht-Diabetikern. Jedoch nciht wegen der Zuckerführung selber, sondern wegen der drohenden GEfahren von Schlaganfall und Herzinfarkt, zu deren Risikofaktoren neben z.B. Bewegungsmangel Übergewicht und hohen Blutfetten etc. auch der Diabetes per se zählt.
Aber prinzipiell gibt es tatsächlich keine Nahrungsmittel mehr, die ein Diabetiker wegen der Blutzuckerführung nicht essen darf. Prinzipiell gibt es keine Vorgaben mehr, wieviele BE wann gegessen werden sollten.
Feste Schemata mit vorbestimmten Insulingaben und vorbestimmten BE sind in informierten Kreisen längstens out.
Leider gibt es immer noch Schulungsteams und Praxen, die diesen Wissensstand noch nicht erreicht haben, was ich für die behandelten Patienten zutiefst bedaure.
Um so schöner, dass sich jemand aus dem Lehrwesen dafür interessiert!!
Herzliche Grüße Anke von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de -
eva weichwald
Rang: Gastam 24.01.2007 11:42:58
hallo,
vielen dank für die vielen Antworten. Das ist prima.
Also zusammenfassend, habe ich das alles jetzt so verstanden:
1. es werden heute nicht mehr so streng Be´s gezählt, bzw. diät gegessen.
2. eine gesunde ausgewogene Kost sollte ein Diabetiker genau wie jeder andere praktizieren.
3. Gewicht zu reduzieren ist für einen diabetiker sehr schwer, weil das Insulin auch den Appetit anregt.
4. je mehr ein Diabetiker ißt, desto höher die Insulinmenge die er spritzen muss, desto mehr Appetit hat er.
5. bei maßlosem Essen und fogendem "wegspritzen" schwankt der Blutzuckerspiegel nochmehr.
Ist da soweit richtig verstanden?
Ist es also auch beim Diabetiker für eine Gewichtsreduktion sinnvoll,
denn Fettkonsum zu reduzieren, viel Gemüse (Obst in Maßen wegen dem Zucker), möglichst vollwertige Kohlenhydrate und maßvoll Fleisch und Fisch zu essen.
Wäre das so o.k.??
Was ist von Produkten zu halten die mit Süßstoffen gesüßt werden???
Ich persönlich lehne dies Produkte ab, weil viele dieser Süßstoffe den Appetit anregen, -deswegen werden diese Stoffe u. A. auch gern in der Masttierhaltung als Mastmittel eingesetzt-.
Sind diese Produkte aber eben gerade für den Diabetiker sinnvoll??
Man könnte ja auch ein normal gesüßtes Joghurt essen und entsprechen spritzen, dann hätte man das Appetitanregen nicht so, oder lieg ich da jetzt falsch, weil man dann ja wieder mehr Insulin spritzen muss und das auch wieder Appetit anregt?
also wahrscheinlich "gehupft wie gesprungen" oder?
Ein moderates Sport- oder Bewegungsprogramm kann ein Diabetiker doch sicher auch durchführen, oder?
also ich sag schon mal danke für alle Infos, die ich von euch noch bekomme. Ich finde das klasse was ihr hier macht.
Grüßle Cindy