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Psychische Probleme wegen Krankheit
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Simone
Rang: Gastam 22.01.2007 17:02:46
Bei meinem 31-jährigen Freund wurde vor ca. 4 Monaten eine NASH / Nichtalkohol. Fettleber und Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Anfangs wurde ihm nicht viel Hoffnung auf eine erfolgreiche Behandlung gemacht, was ihm psychisch sehr zu schaffen machte. Er schwankte zwischen Nähe und Alleinsein wollen; es war ein ständiges Auf und Ab mit ihm. Seit Nov. letzten Jahres nimmt er sogar auch psychologische Hilfe in Anspruch, hat sich jedoch letztenendes doch von mir getrennt, aus Angst, sich und mir keine Zukunft bieten zu können. Ich bin mir sicher, dass er nur aus Vernunft gehandelt hat und kann die Trennung so nicht akzeptieren. Hat vielleicht jemand was Ähnliches erlebt und kann mir einen Tipp geben, wie ich mich verhalten sollte??? -
Anonym
Rang: Gastam 22.01.2007 21:30:26
Hallo,
endlich mal jemand, der das schreibt, wie ich denke !
Ich habe keine Partnerin, habe aber auch psyschiche Probleme und bin in therapeutischer Behandlung.
Ich habe Angst, eine Partnerin mit meinen Problemen zu nerven, das ist Fakt.
Ich schwanke ebenfalls von Nähe zu Abstand, wenn ich eine Frau kennen lernen würde. Abstand, wenn es mir Sch... geht
Ich möchte gerne mit einer Partnerin zusammen sein, komme von dem Gedanken jedoch nicht los, kein gleichwertiger Partner ihr gegenüber zu sein, sondern eher ein Mensch 2. Wahl.
Ich mag auch gerne in die Arme genommen werden, habe aber gleichzeit Angst, nicht akzepiert zu werden. Das hat nichts mit Aussehen oder so zu tun.
Das nagt und frißt an mir. Ich kann Deinen "Ex"-Freund gut verstehen.
... von Anonym -
Simone
Rang: Gastam 23.01.2007 11:01:16
Hallo,
wirklich schön dass sich ein männliches Wesen zu meinem Problem äußert, der das Ganze nachvollziehen kann! Es ist nicht so, dass ich meinen Freund nicht verstehe. Es muss hart sein, eine solche Diagnose zu bekommen die das ganze Leben auf den Kopf stellt. Was ich jedoch nicht verstehe ist, dass man doch gerade in so einer Situation froh sein müsste jemanden zu haben, der einem "beisteht", für einen da ist und das zusammen mit einem durchstehen will. Niemals würde ich es als "nerven" empfinden, wenn der Mann den ich liebe mit mir über seine Probleme und Ängste spricht!
Ich weiß ja nicht ob es bei Dir auch "nur" die Diabetes-Erkrankung ist, oder noch etwas anderes dazukommt. Ihm wurde anfangs gesagt dass es sein könnte, dass er nur noch 10 Jahre zu leben hat, da sich aufgrund seiner NASH stoffwechselbedingt die Leber zersetzt. Mittlerweile haben ihm andere Ärzte jedoch wieder etwas Hoffnung gemacht; es ist nicht gesagt, dass er daran sterben wird. Hinzu kommt dann noch die Diabetes- mit der man ja (lt. meinen Infos) "gut" leben kann. Ich bin einfach nur verzweifelt, würde ihn am liebsten anrufen,nochmal mit ihm reden; weiß nicht ob es an der Situation etwas ändern wird wenn ich ihm einfach noch ein bißchen Zeit lasse... Was ich jedoch ganz genau weiß ist, dass er mich trotz allem sehr liebt, und nur nach seinem Verstand handelt. Aber dass ich so gar nichts tun kann macht mich wahnsinnig... -
Anonym
Rang: Gastam 23.01.2007 23:34:39
Hallo,
ich bin`s nochmal.
Dein Partner liebt Dich bestimmt. Er weiß nicht, wie er mit der Situation umgehen soll.
Wie es in Deinem Partner jetzt vorgeht, kannst Du nur erahnen oder vermuten. Er alleine kämpft innerlich mit dem was er hat.
Er will Dich lieben, so wie er Dich vorher geliebt hat. Jetzt ist etwas da, was zwischen Dir und ihm steht. Genau das ist der Knackpunkt, denke ich.
Er muß die Krankheit akzeptieren, dann akzeptiert er sich selbst und kann sich Dir öffnen. Das klingt alles so leicht. Ich schreibe Dir und merke selbst wie ich es aus dieser Angst selbst nicht fertig bringe eine Frau kennen zu lernen.
Ärzte haben bei mir eine leichte Depression festgestellt. Ich muß das daraus machen, was mir gut tut. Psychologische Hilfe, schöne Sparziergänge, schön Essen gehen. All das was gut tut.
Vielleicht hilft Dir das ein bißchen weiter um mit Deinem Partner darüber zu reden. Was ihr vorher als positive Seiten erlebt habt, das was euch zusammen "schweißt".
Vielleicht ist Dein Partner jetzt momentan labil. Er braucht Kraft und wenn Du sie ihm geben kannst, ist es etwas so Wunderbares.
Wenn er es annimmt, dann hat dieser Schritt einen günstigen Verlauf, so denke ich.
Ich weiß wie es ist, in ein tiefes Loch zu fallen. Die Hilfe eines geliebten Menschen anzunehmen bedeutet Schwäche zu zeigen.Vielleicht hat es auch damit zu tun.
...
von Anonym -
Simone
Rang: Gastam 24.01.2007 12:52:42
Hallo Du,
Deine Antwort macht mir wirklich etwas Mut - Danke! Ich hoffe wirklich sehr, dass er lernt, die Krankheit zu akzeptieren und somit sich selbst wieder lieben kann, denn nur so ist auch noch Liebe für mich übrig. Mein größtes Problem ist glaub ich meine fehlende Geduld - er hat im September von der Krankheit erfahren und sich im Dezember nach einigem Hin und Her unter Tränen von mir getrennt. Kontakt hatten wir seitdem nicht, und ich hab keine Ahnung was das Beste momentan wäre: soll ich mich ab und zu melden oder ihn besser in Ruhe lassen und warten dass er sich wieder meldet??? Was, wenn er das nicht tut??? Kraft würde ich ihm sehr gerne geben, wenn er mich nur lassen würde! Aber dass das in dieser Situation nicht einfach ist, sehe ich dank Deinen Worten auch ein...
Ich wünsche auch Dir von Herzen, dass Du lernst, mit dem was Dir widerfahren ist zu leben, und Gefühle wieder offen zuzulassen, denn was gibt es Schöneres, als einen Menschen, dem man bedingungslos vertraut, der für einen da ist, egal obs einem gut oder schlecht geht und mit dem man ehrliche Gefühle teilen kann?! Hab Mut... es ist absolut nichts Schlimmes auch als Mann manchmal Schwäche zu zeigen - im Gegenteil... -
Anonym
Rang: Gastam 24.01.2007 17:07:21
Hallo nochmal,
wenn Du magst, schreibe mir an
frankomanier@web.de
ich würde mich freuen
... von Anonym -
Chris
Rang: Gastam 16.02.2007 18:12:00
Hallo,
ich selbst habe Diabetes Typ 1. Seit 19 Jahren. Sicher nagt der Diabetes an der psyche, vorallem wenn der Zucker net so läuft wie man will. Ich selbst habe mich vom Partner getrennt, weil der Zucker net so toll lief. Ich wollte ihn damit nicht belasten...aber wir werden es wohl nochmal versuchen...denn ein Partner der zu einem hält, trotz Krankheit findet man selten, glaube ich....und er hält trotz Krankheit zu einem;-) von Chris -
sheep
Rang: Gastam 17.02.2007 00:33:42
bin auch langj. typ 1, mehr als 45 J. lebe trotzdem gut und gerne, meine Frau auch Betroffene ist an Dia-folgen gestorben, würde trotzdem gerne wieder mit einer Diabetikerin das Leben teilen. Es gibt viel schlimmeres als den Diabetes.
viele Grüsse Sheep von sheep -
Susanne
Rang: Gastam 25.08.2007 17:09:48
Hallo Anonym,
habe Eure Unterhaltung mit großem Interesse verfolgt. Mir geht es ähnlich. Ich habe auch einen Freund mit Typ1. Es gibt viele Parallelen in Deiner Beschreibung. Wie verhältst Du Dich, wenn es ihm schlecht geht? In extremen Phasen da verweigert er jeglichen Kontakt. Wie hat sich Eure Partnerschaft bzw. Feundschaft entwickelt?
Würde mich freuen von Dir zu lesen.
Grüße