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Berufschancen mit Diabetes?
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anett
Rang: Gastam 21.05.2010 17:43:20
Hallo,
ich schreibe zur zeit für meine Fachoberschule an einem Artikel mit dem schwerpunkt "Berufschancen mit diabetes" Ich möchte speziell darauf eingehen wie es bei der Lehrstellensuche aussieht, aber natürlich auch im "normalen Berufsleben". Ich habe selbst im Verwandten und Bekanntenkreis erlebt dass es mitunter nicht immer leicht ist und mein oft auf unverständnis oder ablehnung beim arbeitgeber stößt. Vielleicht könnt ihr mir hier eure Erfahrungen kurz schildern positiv wie negativ.
Auf anderen einschlägigen seiten sieht man immer für dieabetiker seien nur Berufe geeignet bei denen es keine schichten gibt, die regelmäßiges arbeiten erlauben und und und...dabei wird von den Arbeitgeben immer voller einsatz und Flexibilität verlangt... Ich würde mich freuen wenn ich nicht nur aus den Erfahrungen meiner Familie schöpfen müsste!
LG und danke im Vorraus! von anett -
sdasdad
Rang: Gastam 25.05.2010 13:40:24
Muss ja niemand wissen, dass man Diabetes hat. Also in eine Bewerbung würd ichs nie schreiben.
Sicher gibts Berufe, die ungeeignet sind. Aber warum Schichtarbeit nicht möglich sein sollte, weiss ich nicht.
Ich arbeite zwar nicht Schicht im eigentlichen Sinn, aber an Samstagen fang ich erst um 17 Uhr an und arbeite dann bis irgendwann. Und meine Drüse stört sich nicht daran. Man muss halt die Möglichkeit haben, bei Bedarf zu essen. -
Anonym
Rang: Gastam 25.05.2010 20:23:40
Hallo
Ich bin seit Februar 09 Typ 1 Diabetiker und habe seit dem Zeitpunkt nur negative Erfahrungen gesammelt. Ob auf Arbeit oder mit den Ämtern wegen den GdB, es ist immer nur ein Kampf der einen zermürbt. Ich arbeite bei einem großen unternehmen und seit der Betriebsarzt einen für die Tätigkeit untauglich geschrieben hat, hänge ich bissel in der Luft und keiner sagt einen wie es so richtig weiter geht. Mit Kündigung ist es so eine Sache, dafür gibt es Gott sei Dank Gesetze aber Hilfe kann man von keinem erwarten. Im Schichtdienst zu arbeiten muss jeder selber wissen was er seinem Körper noch antun will. Ich arbeite selbst über 20 Jahre lang im Schichtdienst und muss auch sagen das es schlaucht und ob das gut für die BZ-Werte ist, ich weis es nicht. Bei der Sache mit der Bewerbung, warum darf ich nicht sagen das ich Diabetiker bin und regelmäßig spritzen muss. Es geht doch um deine gesundheit, oder?
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Meinung
Rang: Gastam 26.05.2010 10:44:13
Gegenfrage: Warum sollte ich Diabetes angeben bei einer Bewerbung?
DM zu haben, heißt nicht gleich, einen Schwerbehindertenstatus zu haben, weil NUR Diabetes bringt glaub ich maximal 40%.
Warum ICH es nicht in eine Bewerbung schreiben würde? Wenn ich als Chef einer Firma über 120 Bewerbungen auf EINE Stelle habe, suche ich mir die raus, die die erforderliche Qualifikation habe UND die gesundheitlich belastbar sind.
Und, wenn nich als Arbeitgeber die Auswahl habe, entscheide ich mich NICHT für den Diabetiker, der seinen Diabetes in einer Bewerbung angibt, denn meiner Meinung geht er so mit seinem Diabetes hausieren.
Erzählt er mir das in einem Vorstellungsgespräch, ist das was Anderes, dann habe ich schon einen Eindruck davon gewonnen, ob er normal mit der Diagnose umgeht oder nach dem Motto: Hier! ICH habe Diabetes und möchte besonders behandelt werden...
Wenn du deinen Job nicht mehr ausüben kannst, versteh ich nicht ganz, wieso du es bisher durftest?
Ist es ein Job, in dem DMler überhaupt nicht arbeiten dürfen oder hast du deinen DM nicht unter Kontrolle odder sogar Spätfolgen? Wenn man berufsunfähig ist, muss man sich eben um eine berufsmäßige Rehabilitation kümmern und noch mal was ganz Anderes machen. Ist leider so. Oder, wenn man ds nicht möchte oder kann, bleibt leider nur die Erwerbsunfähigkeit. -
asda
Rang: Gastam 29.05.2010 19:23:50
"DM zu haben, heißt nicht gleich, einen Schwerbehindertenstatus zu haben, weil NUR Diabetes bringt glaub ich maximal 40%."
Wieso eigentlich überhaupt? Da schiesst man sich ja selbst ins Bein (noch mehr als sonst), wenn man sich so selbst diskriminiert. -
Anonym
Rang: Gastam 30.05.2010 13:31:27
reden wir mal über berufe wo man nicht nur verantwortung für sich selber, sonder auch für andere menschen hat. wenn man verschweigt dass man dm hat, denke ich dass derjenige verantwortungslos handelt. es wird auch andere geben die nach dem es bekannt wurde, gleich ihre kündigung bekommen haben. nicht gleich aus gesundheitlichen gründen, sondern weil die auftragslage schlecht ist. man kann glaube nicht dm bis zur rente verheimlichen. irgendwann tut es einen dann doch unterzuckern und keiner hat was davon gewusst. was hat man da gekonnt? von Anonym -
asdas
Rang: Gastam 30.05.2010 15:08:59
Meine Arbeitskollegen wissens. Schliesslich muss man ja auch noch nen Grund liefern, warum man 12 Tage im Spital lag damals.
Aber wenn ich mich jetzt neu bewerben würde irgendwo, würd ichs sicher nicht in die Bewerbung schreiben. Wie meine politische Haltung, meine Konfession oder meine sexuelle Orientierung. Das geht vorerst niemanden was an. Wenn ich dann da bin und das Verhältnis zu den Kollegen gut ist, dann erklär ich dann schon, warum ich beim Mittagessen immer noch kurz verschwind. Gut, bis da hab ich mich schon in den Finger gepiekst, das würde auch nicht unbemerkt bleiben. Und wenn dann Fragen auftauchen, würd ich sie natürlich beantworten. Aber ich seh nicht ein, warum ich meine persönliche Krankengeschichte jedem aufdrängen muss. Privatsache ist heute sowieso eine Worthülse. Jeder muss alles über jeden wissen.
Berufe, die weniger geeignet sind für Diabetiker, sollte jeder DM-Patient von sich aus ja nicht in Betracht ziehen. Und bei den Jobs, die ein Diabetiker nicht ausüben darf, ists ja auch klar. -
Meinung
Rang: Gastam 31.05.2010 11:53:24
Der Schwerbehindertenstatus ist soone Sache....
Also, ich denke, auch wenn ein DMler bei einer Bewerbung für einen Beruf, der DMler ausschließt, verschweigt/vergisst, ist es die Pflicht des Arbeitgebers, das zu erfragen, weil es ja eine Sonderkondition an den Job ist.
Die Feststellung unter 50% finde ich auch sinnlos und eher benachteiligend.
Der vielbeschworene Kündigungsschutz ab 50% ist das Papier nicht wert, auf dem das Gesetz geschrieben steht, will ich Jemanden loswerden, bekomme ich auch einen Behinderten los, dann mach ich das über die Nichtkompetenz, also der Arbeitgeber, nicht ich..
Und wird eine Firma geschlossen, ist der Kündigungsschutz auch wertlos.
Die finanziellen Vergünstigungen ab einem bestimmten Grad sehe ICH als Entschädigung für die nicht mögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auf Grund meiner Behinderung. Aber Lebensqualität kann man nicht bezahlen.
Ich habe allerdings erlebt, dass in Bewerbungsunterlagen stand: 40% Schwerbeh. und dann gab es ein Zusatzschreiben von der Arge oder Sozialamt, dass die 40 wie 50 behandelt werden bzw. gleichgestellt wurden.
ABER: Als Arbeitgeber darf ich den Bewerber nicht mal fragen, was der Grund für den Schwerbehindertengrad ist.
Wenn es also der Job nicht erfordert, auf den DM hinzuweisen, würde ich es erst und nur meinen engsten Mitarbeitern sagen bzw. meinem Chef NACH der Einstellung...irgendwann, wenn erforderlich.
Ich würde die Angabe über meinen DM behandeln wie meine Diagnose hoher Blutdruck.
Also zum Thema Schichtarbeit, ich meine mich zu erinnern, dass hier dazu auch schon ne Menge geschrieben wurde. Ähnlich wie zu den Berufs-Brummi-Fahrern. Mal in das Suchfenster links eingeben: Schichtarbeit.
von Meinung -
@Anett
Rang: Gastam 31.05.2010 11:57:52
Liebe Anett, Du erwähntest etwas von einschlägigen Seiten, auf denen steht, dass Schichtarbeit nicht empfohlen wird, kannst du mal 1-2 links konkret nennen? Ich denke, das kommt auch ganz darauf an, WER sowas erzählt. Wenn es z.B. die Rentner_bravo tut (Apothekenratgeber), kann man es schon vergessen... von @Anett -
Michelle
Rang: Gastam 01.06.2010 20:54:37
Hallo,
also ich selbst mache eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikatin bei einer Versicherung. Meinen Arbeitgeber stört es nicht das ich Diabetes habe, ich muss (darf) 5 Tage mehr Urlaub nehem wegen der Schwerbehinderung. Ich weiß aber auch von meiner Schwester das Sie ihren Arbeitgebern bisher immer gesagt hat das Sie Diabetes hat aber keine Anspruche auf mehr Uraub geltend macht.
Die Arbeitgeber stört es denk ich nicht wenn ein gut eingestellter Diabetiker bei Ihnen arbeitet.
von Michelle -
Meinung
Rang: Gastam 02.06.2010 16:37:34
Der Sonderurlaub für Schwerbehinderte hängt von der Höhe des behindertengrades ab. Wieviel Prozent hast du, wieviel deine Bekannte? von Meinung -
asd
Rang: Gastam 02.06.2010 17:28:19
"Die finanziellen Vergünstigungen ab einem bestimmten Grad sehe ICH als Entschädigung für die nicht mögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auf Grund meiner Behinderung. Aber Lebensqualität kann man nicht bezahlen."
Von welchem Teil des gesellschaftlichen Lebens bist du wegen DM ausgeschlossen? -
twgtwghwr4e
Rang: Gastam 02.06.2010 18:58:29
"Von welchem Teil des gesellschaftlichen Lebens bist du wegen DM ausgeschlossen?"
von tierischen fressgelagen und uMTRünken bis zum erbrechen, vom führen eines flugzeuges und bei spätschäden durch dm von weiteren dingen... -
typ 1er
Rang: Gastam 02.06.2010 22:41:28
es geht hier nicht um den ausschluss aus dem gesellschaftlichen lebens, den ich mir bei folgeschäden gut vorstellen kann, sondern um die berufschancen mit diabetes. wenn ich gerade eine lehre anfange und ich weis von meiner dm dann suche ich mir schon vornherein eine lehre wo die dm kein problem ist. anders ist es wenn ich schon mitten im berufsleben bin, so zwischen 40 und 50 und z.B. Busfahrer, Pilot usw. in der jetzigen arbeitswelt glaube ich dass man da wenige chancen hat, da neu anzufangen. von typ 1er -
sgzhrzh
Rang: Gastam 03.06.2010 01:44:59
zitat:"wenn ich gerade eine lehre anfange und ich weis von meiner dm dann suche ich mir schon vornherein eine lehre wo die dm kein problem ist. anders ist es wenn ich schon mitten im berufsleben bin, so zwischen 40 und 50 und z.B. Busfahrer, Pilot usw. in der jetzigen arbeitswelt glaube ich dass man da wenige chancen hat, da neu anzufangen."
wo lebst du denn? weisst du, wieviele menschen in ihrem erlernten beruf arbeiten? 50% max.! und glaubst du allen ernstes. dass ein berufsanfänger ohne jegliche erfahrungen mehr chancen auf einen job hat - dann träum weiter! nenn doch mal berufe in denen man keine probleme hat! das diabetiker genau so leistungsfähig, intelligent und flexibel wie otto normalverbraucher ist beweisen täglich 1000e. das allein sollte der ausgangspunkt sein und nicht der dm. -
gg5t4z45z
Rang: Gastam 03.06.2010 01:47:46
zitat:"wenn ich gerade eine lehre anfange und ich weis von meiner dm dann suche ich mir schon vornherein eine lehre wo die dm kein problem ist. anders ist es wenn ich schon mitten im berufsleben bin, so zwischen 40 und 50 und z.B. Busfahrer, Pilot usw. in der jetzigen arbeitswelt glaube ich dass man da wenige chancen hat, da neu anzufangen."
wo lebst du denn? weisst du, wieviele menschen in ihrem erlernten beruf arbeiten? 50% max.! und glaubst du allen ernstes. dass ein berufsanfänger ohne jegliche erfahrungen mehr chancen auf einen job hat - dann träum weiter! nenn doch mal berufe in denen man keine probleme hat! das diabetiker genau so leistungsfähig, intelligent und flexibel wie otto normalverbraucher ist beweisen täglich 1000e. das allein sollte der ausgangspunkt sein und nicht der dm. -
anonym
Rang: Gastam 03.06.2010 12:04:35
ich hätte gerne weiter gearbeitet, aber es gibt betriebsärzte und vorschriften die dir sagen das man als dm nicht mehr die arbeit machen darf und melden es weiter. und dann fangen die mühlen an zu mahlen. es wir dir dann empfohlen einen aufhebungsvertrag zu unterschreiben. es gibt vielleicht auch andere dm'er die so was durchmachen oder durchgemacht haben. von anonym -
Meinung
Rang: Gastam 03.06.2010 13:06:01
Zitat:162.21.254.30
Datum 02.06.2010 15:28:19
"Die finanziellen Vergünstigungen ab einem bestimmten Grad sehe ICH als Entschädigung für die nicht mögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auf Grund meiner Behinderung. Aber Lebensqualität kann man nicht bezahlen."
Von welchem Teil des gesellschaftlichen Lebens bist du wegen DM ausgeschlossen? Ende.
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WO habe ich geschrieben: wegen meines Diabetes? Ich habe geschrieben: wegen meiner BEHINDERUNG. Es ging um die 5 Tage Sonderurlaub. Und ICH habe meinen Schwerbehindertengrad (70% und Stufe "G" infolge von schwerer bleibender Verkehrsunfall-Folgen.
Damit ist es mir nicht oder schwer möglich, z.B. kulturelle Veranstaltungen zu besuchen oder öff. Verkehrmittel zu benutzen.
Könnt Ihr nicht bitte erst mal ordentlich lesen, ehe schon wieder negativ unterstellt wird? Danke.
Für NUR Diabetes würde ICH keinen Schwerbehindertenstatus beantragen und haben wollen.
von Meinung -
anonym
Rang: Gastam 03.06.2010 16:04:14
Ich habe so bei manchen den Eindruck, dass sie bloß oberflächlich lesen und dann ihren ihre schlechte Meinung zum Thema Diabetes in diesem Forum schreiben. Bitte überlegt was ihr schreibt und bitte keinen dabei verletzen mit Worten. von anonym -
Frage
Rang: Gastam 04.06.2010 12:16:38
Was meinst du denn mit:
"schlechte Meinung über Diabetes?"
Kannst du das mal genauer erklären, weil das eigentlich keinen Sinn ergibt.
von Frage -
asdasd
Rang: Gastam 04.06.2010 12:44:45
Ja, da hab ich oberflächlich gelesen und aufgrund der Tatsache, dass es vorher um den Schwerbehindertenstatus aufgrund einer Diabetes-Erkrankung ging, habe ich angenommen, dass diese "Behinderung" damit gemeint ist.
Ich vergass, dass man in Diabetikerforen rasch mal Weltuntergänge provozieren kann mit solchen Schnellschüssen. Mea culpa. -
Joachim Ulferts
Rang: Gastam 14.06.2010 12:21:39
Keine Chance! Hab das selbe Problem. von Joachim Ulferts -
Frage
Rang: Gastam 14.06.2010 12:44:15
Joachim, WELCHES Problem meinst du bitte? Den Schwerbehindertenstatus?
Ich wäre froh, wenn ich KEINEN hätte. denn so muss ich immer 150 % bringen, um zu beweisen, dass ich 100% bringen kann, Ich muss-im Gegensatz zu einem "Gesunden" bzw. nicht Behinderten beweisen, dassich belastbar bin, das muss der "Gesunde" nicht. Bei ihm geht man automatisch davon aus, dass er belastbar ist.
Der Schwerbehindertenstatus grenzt mich erst richtig aus. von Frage -
Rudi
Rang: Gastam 14.06.2010 21:22:12
Hey Lilo, das ist eigentlich etwas seltsam - mit SB hat man eigentlich einen Bonus (den es natürlich bei DM nicht braucht). Schliesslich hat man den Ausweis nicht umsonst! Bei mir war das eigentlich allen egal, da die gleiche Leistung wie bei Gesunden kam und ich wegen DM NIE gefehlt habe (zumindest die letzten 15 Jahre nicht - keine Reha oder Einstellung). Bis auf Urlaub und Steuerer-sparnis hatte ich keine Vorteile, aber auch keine Nachteile (und ich hatte immer > 50%)....
von Rudi