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Pumpenbewilligung, Kasse will Tagebücher für 6 Monate
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Jürgen
Rang: Gastam 03.01.2007 13:07:26
Hallo, bei mir geht es momentan um die Bewilligung der Insulinpumpe, die nette AOK will dafür die Blutzuckertagebücher 3Monate vor und 3 Monate nach der Testphase der Pumpe und die letzten 4 HbA1C Werte. Ich bin der Meinung die Tagebücher sind privat und darum müssen die HbA1C Werte denen reichen. Vor der Pumpe hatte ich 10,8 und 10,4 danach dann 8,5 und nun zuletzt 6,5%. Ich habe jedenfalls der Kasse erstmal einen Beschwerdebrief geschrieben. Wie war das bei euch bei der Bewilligung der Pumpe. Ich bin echt sauer und glaube, wenn die jetzt immer noch die Tagebücher verlangen, werde ich die Pumpe zurückgeben. von Jürgen -
Kathrin
Rang: Gastam 03.01.2007 15:01:13
Hallo!
Meine Krankenkasse wollte die gleichen Informationen. Da ich meine Orgininal-BZBücher nicht hergeben wollte (ähnlicher Grund wie bei Dir, enthalten einfach zu viel "Privates") habe ich mir die Mühe gemacht, die Werte ohne weitere Kommentare noch mal abzuschreiben. Ich kann mir vorstellen, dass diese Informationen wichtig sind, weil ein HbA1c allein ja nicht so wahnsinnig aussagekräftig ist. Es geht daraus ja nicht hervor, ob der Blutzucker z.B. stark schwankt, ob man ständig korrigiert etc.
Bei mir war z.B. der HbA1c vor und nach der Pumpe exakt gleich, allein anhand der Tagebücher hat man gesehen, welche Vorteile die Pumpe für mich hat. Ich hätte ohne die Abgabe der Tagebücher also gar keine Chance auf Bewilligung gehabt. Die Kassen wollen sicher nicht von vornherein in Deine Privatsphäre eingreifen, sondern nur (zum Vorteil von beiden Seiten) eine bessere Einschätzung der Situation. Ich drück´Dir die Daumen!
Viele Grüße, Kathrin
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NoekNoek
Rang: Gastam 03.01.2007 16:31:28
Bei mir die Kasse da nie nach gefragt, obwohl es der Doc als wahrscheinlich angekündigt hat. Die wollen halt mal sehen, ob man seinen Zucker im Griff hat.
Das hässliche dabei: Hast Du auch ohne Pumpe einen Top-Wert und führst ein Top-Tagebuch, dann können sie die Pumpe theoretisch ablehnen mit der Begründung, es sei ja alles i.O..
Ist es genau anders herum, dann könntensire sagen,dass Du noch nicht "reif" genug bist für die Pumpe.
Aber im ernst: Die Dinger lassen sich doch an einem Abend faken, das würde ich machen...
NoekNoek -
Jürgen
Rang: Gastam 03.01.2007 16:58:51
Ja ihr habt recht. Aber ich muß jetzt eh erst mal abwarten, was die Kasse zurück schreibt. Vieleicht hab ich ja Glück. Ich finde es einfach eine Sauerei, daß die die Tagebücher für volle 6 Monate verlangen. O.k. ich hätte sie schon hier liegen, aber halt auch nicht so sauber geführt, als wenn ich in der Schule wäre.
Wie wird das dann weitergehen? Wollen die alle 3 Monate meine Tagebücher? Nein, auf keinen Fall spiele ich da mit. Der Diabetes hält mich schon genug auf Trab, da will ich nicht auch noch die blöden Tagebücher führen, wie ein Schüler. von Jürgen -
www.diabetes-in-frage-und-antwort.de
Rang: Gastam 03.01.2007 19:40:15
Hi Jürgen,
vielleicht lässt sich als Kompromißlösung erreichen, dass dein Arzt dir ein Attest für die KK schreibt, in dem er betont, die Ergebnisse deiner Tagebücher ausgewertet zu haben?
Dann hat die Kasse ihren Eindruck von deinen Werten und du musst ihnen nicht die persönlichen Unterlagen überlassen..
Im Attest sollte stehen, dass der HbA1c seit dem Tragen der Pumpe deutlich besser ist, die Schwankungen ("wie im BZ-Tagesverlauf ersichtlich"...) erheblich zurück gegangen sind, kaum noch nächtliche Unterzuckerungen oder morgendliche Überzuckerungen auftreten, sich die postprandialen Werte wesentlich besser abfangen lassen, Sport sowie Anforderungen an die nötige Flexibilität im Beruf sich nun spürbar besser managen lassen. Der Hinweis, dass die vorbestehenden Spätfolgen unter Pumpentherapie deutlich weniger voranschreiten würden bzw. dass die Pumpentherapie Voraussetzung für eine normnahe Blutzuckereinstellung mit erwartungsgemäß wenigen Spätfolgen ist, macht sich sicher auch gut. Ein lobendes Wort über die "ausserordentliche Motivation des sehr gut geschulten Patienten, auf lange Sicht eine gute Blutzuckerführung zu erreichen", wäre auch dienlich.
Herzliche Grüße Anke von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de -
diesel
Rang: Gastam 04.01.2007 10:43:39
Hallo Jürgen,
auch meine KK, ebenfalls die AOK, wollte meine Werte 2 Monate vor und 2 Monate während der Pumpentherapie. Da ich alles in einer Exceltabelle führe, war es kein Problem, diese noch einmal auszudrucken. Hätte ich denen ein schlampig und sehr lückenhaft geführtes Tagebuch gezeigt, hätte man die Genehmigung vermutlich nicht erteilt. Vermutlich nach dem Prinzip: wenn der das Tagebuch so sorglos führt, können wir uns vorstellen, wie seine Therapie aussieht. Hätte er sich mehr Mühe gegeben, wären seine Werte unter ICT besser.
Das ist allerdings nur eine Vermutung von mir.
Warum willst Du das Tagebuch nicht rausrücken? Du schreibst, zuviel persönliche Dinge stehen dort drin. Aber doch bestimmt nur Dinge, die im Zusammenhang mit dem Diabetes stehen?! Und warum sollte die KK das nicht sehen? Ich hatte damit keine Probleme. Allerdings hatte die Genehmigung bei mir fünf Monate gedauert. Aber das war ja egal, ich hatte die Pumpe ja solange getragen. Na und deshalb die Pumpe zurückgeben? Das solltest Du Dir überlegen! Nach rund 8 Monate tragen, kann ich mir kaum vorstellen wieder ohne zu leben! Was ich aber weiterhin mache, ist eine korrekte Buch- oder besser Exceltabellenführung. Ansonsten kann ich ja nicht auf Unregelmäßigkeiten reagieren.
Ich drücke Dir die Daumen für die Pumpe.
MfG
Gerd -
Sue
Rang: Gastam 08.01.2007 23:32:25
Hi,
ich kann leider nix Gutes über die AOK und nen Pumpenantrag sagen, denn meiner wurde gerade abgelehnt.
Auch ich habe denen meine Tagebücher zugeschickt, was wohl ein recht normales Prozedere ist. Die werten richtig aus, zählen also Werte im Normbereich, UZ's und zu hohe Werte und vergleichen diese vor und nach anlegen der Pumpe. Schlampig geführte sind dabei alles andere als hilfreich, denn bei mir fehlten z.B. nur einige wenige Angaben zu meiner nachmittäglichen Basalgabe, aber das wurde im Gutachten des MDK's prompt angeführt. Das war zwar kein Ablehnungsgrund, sondern die Tatsache, dass ich Levemir nicht verwendet habe und somit die ICT 'nicht ausgeschöpft wurde', aber es könnte mit ein Grund sein an einem Therapieerfolg zu zweifeln. Und Eindruck ist mitunter alles ;o)
Mit meiner Ablehnung will ich keine Angst machen, aber man sollte sich heute vor allem als AOK Patient unter knappen finanziellen Mitteln klar darüber sein, dass man nicht mehr so einfach an eine Pumpe dran kommt wie es früher vielleicht mal war.
Ich drück Dir ganz fest die Daumen, dass es bei Dir mit der Pumpe klappt. Bei mir ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen, ich leg erstmal Einspruch ein.
Liebe Grüße,
Sue -
sa
Rang: Gastam 09.01.2007 14:13:12
wo ist das problem?
ihr wollt die pumpe haben, also schickt denen eure tagebücher.
wenn man bedenkt wie teuer die pumpe an sich, sowie das ganze zubehör usw ist, dann ist es doch wohl mehr als verständlich, dass die kk bzw. der mdk alles genauestens prüft.
ich selbst sollte kopien der tagebücher der letzten 3 monate vor pumpenbeginn vorlegen. das hab ich auch getan, denn ich hab ja nicht "beschissen". das heisst, meine werte waren unter ict echt mies und deswegen sollte ich die pumpe bekommen, nicht etwa weils schick ist...
wer also nichts zu verbergen hat sollte seine tagebücher vorlegen. das spart dann en menge rennerei und evtl ärger. von sa -
Frühling
Rang: Gastam 09.01.2007 16:09:51
Als ich mit dem Thema" Insulin-Pumpe" konfrontiert wurde, kam dieser Denkanstoß von meinem Arzt. Als ich mich dann für die Pumpe entschieden hatte, beantragte mein Diabetologe die Pumpe bei der GEK und meine Krankenkasse hat mir die Pumpe ohne Probleme oder Forderungen (keine Diab.-Tagebücher) bewilligt.
Hier muss ich mal eine Lanze für die GEK brechen, sie ist wirklich für ihre Mitglieder da. von Frühling -
Jürgen
Rang: Gastam 09.01.2007 18:27:10
naja, ich hab eben die AOK und warte nun erst mal ab, was die auf meinen Beschwerdebrief antworten. Sicherlich werde ich eine Ablehnung der Pumpe bekommen, dann gibts Einspruch. Ich denke, ich als Diabetiker habe das Recht auf eine Insulinpumpe, ganz egal wie meine Werte sind, den man kommt im Alltag einfach besser zurecht damit als mit Pen's. Außerdem arbeite ich als Handwerker im Heizungsbau und habe ständig schmutzige Hände ect., was sol ich da mit den Spritzen rumhantieren. Das kann es in meinem Leben nicht sein....... von Jürgen -
Anita
Rang: Gastam 12.01.2007 17:46:20
Ja, alles recht schön und gut, aber die kasse soll auch nen ganzen Happen dafür blechen und da ist es meiner Meinung nach auch recht plausibel, wen sie sehen wollen, inwiefern das jetzt besser klappt als mit der ICT. Sprich: wo die Probleme mit der ICT lagen und ob sich diese nun gelegt haben. Ein HbA1c kann auch verfälschen. Viele Hypos treiben den HbA1c nach unten. Zum Beispiel: die Einstellung ist aber mit einem HbA1c von 6,5% deshalb nicht unbedingt besser als mit HbA1c 7,5%, wenn die 6,5% von vielen Hypos her rühren.
Gib die Werte als Kopie ab, ein Begleitschreiben dazu, in dem Du die persönlichen Gründe, die für die Pumpe sprechen (Arbeit mit schmutzigen Gegenständen,....) näher erläuterst. Die AOK (bin auch AOK-ling)erwartet keine Aufzeichnungen in Schönschrift. Habe meine Aufzeichnungen auch als Kopie eingereicht, und bei mir sind auch Ausbesserungen, Blutflecken,... drauf. Bekam die Pumpe ohne weiteres genehmigt. Die Aufzeichnungen sind unser Alltag und sollten diesen auch wiederspiegeln.
Grüsse,
Anita -
Sue
Rang: Gastam 20.01.2007 14:41:09
Lebensqualität zählt bei den Kassen leider nicht, es geht nur ums Finanzielle. So hart das auch klingt, ist leider so. Ist ja genauso, als wenn man gerne nen LCD-Fernseher vom Sozialamt hätte, weil es die Lebensqualität steigert, würde man auch nicht bekommen, sondern nur ne ganz normale Röhre. Ist vielleicht ein leicht übertriebenes Beispiel ;-)
Für den Antrag brauchst Du knallharte Fakten. Z.B. Beeinträchtigungen durch oder bei Deinen Beruf, Dawn-Phänomen, nächtliche Hypos, stark schwankende Werte und sonstige Argumente.
Viel Erfolg noch,
Sue -
Jürgen
Rang: Gastam 20.01.2007 14:50:08
Dawn-Phänomen hab ich, wer nicht! Die Kasse bestand darauf die Tagebücher der letzten 6 Monate, Diabetikerausweiß in blau, ect. zu sehen und dann zu entscheiden. Ich hab jetzt alles eingeschickt. Werde abwarten und dann weiter berichten. von Jürgen -
diesel
Rang: Gastam 20.01.2007 16:15:07
Noch einmal dazu:
Man kann ja auch mal gegenüber der KK damit argumentieren, weiviel Geld sie sparen kann, wenn die Therapie mit der Pumpe bessere Werte bringt. Als Vergleich die Kosten einer Krankenhausbehandlung bei einem Herzinfarkt oder bei einer Dialysebehandlung anbringen. Dazu muss ich aber schon nachweisen, das ich gewillt und in der Lage bin diese Therapieform durchzuführen. Ich würde nicht sagen, unter ICT habe ich keine guten Werte und will die Pumpe, wenn ich nicht gewillt bin aus den gemessenen Werten die Konzequenzen zu ziehen.
Ich war im September bei einer Wiederholungsschulung und war erstaunt, das
Typ I-er dabei waren, welche nicht einmal wußten wie sie bei veränderten BE´s die IE´s berechnen. Sie kannten nicht einmal ihre BE- Faktoren und Korrekturfaktoren. Was sollen diese Leute mit der Pumpe, wenn sie nichts damit ändern an ihrer Einstellung?
Viele Grüße
Gerd -
belinda
Rang: Gastam 03.02.2007 21:52:08
ich hab vor ner woche meine pumpe bekommen, und jetzt auch das schreiben, von meiner kk, dass ise die tagebücher der letzten drei monate wollen, aber mit be's und spritzen. aber das habe ich nie eingetragen, musste ich laut doc auch nicht...
ich hab ein sehr starkes dawn phänomen und meine werte waren oft bis mittags über 200, und es ist eine ganz neue erfahrung, morgens mit normlen werten aufzuwachen.
ich hab jetzt ziemlich angst, dass ich das selber zahlen muss. ich bin bei der techniker kk, hat da vielleiht jmd erfahrungh? -
Neele
Rang: Gastam 05.02.2007 15:32:29
Hallo Anonym,
ich bin auch bei der Techniker und trage seit 1 1/2 Jahren meine Pumpe. Wirklich bewilligt worden ist der Antrag allerdings erst vor einem knappen halben Jahr. Die KK hat meinen Arzt nach der ersten Ablehnung sogar aufgefordert, mir die Pumpe wieder wegzunehmen!
Die KK wollte auch die Tagebücher 3 Monate vorher und hinterher sehen (und nach dem Einspruch nochmal 3 Monate zur neuen Beurteilung). Außerdem HbA1c vorher und nachher, Korrekturbolus, BE's, BE-Faktor und wie ich in bestimten Situationen reagiere. Fand ich auch ziemlich unverschämt, aber immerhin geht es um eine Menge Geld, also doch irgendwie verständlich.
BE's, BE-Faktor usw hab ich nicht für jeden Tag einzeln sondern allgemein angegeben (morgens xxx BE, vormittags xxx BE, mittags xxx BE ....). Das hat denen anscheinend gereicht.
Der Grund für die Ablehnung war, daß die Anzahl der Werte unter 70 und über 200 nicht gesunken ist und der HbA1c gleichgeblieben ist bzw nicht ausreichend besser geworden ist.
Mein Arzt hat sich wirklich für mich ins Zeug gelegt und nicht locker gelassen.
Allgemein hab ich das Gefühl, daß die Krankenkassen mittlerweile erstmal jeden Antrag pauschal ablehnen.
Also nicht aufgeben!
Viel Glück,
Neele -
Jürgen
Rang: Gastam 14.02.2007 22:20:00
meine Pumpe wurde genehmigt!!!
Die Pumpe wurde jetzt doch auf Anhieb genehmigt, was wohl auch auf meine SUPER Diabetologien ect. zurückzuführen ist, die sich wirklich enorm dafür eingesetzt hat.
Ich wünsche allen die auch einen Antrag bei Ihrer Kasse laufen haben, daß sie diesen auch bewilligt bekommen. Falls nicht Widerspruch einlegen und weiter kämpfen! von Jürgen -
Jacki
Rang: Gastam 07.03.2007 18:54:58
Hallo Jürgen,schön das Du die Pumpe bewilligt bekommen hast :-)
Uns steht dieser Kampf mit der KK leider nun auch bevor.Mit uns meine ich meinen 13 Jahre jungen Sohn.Er hat seit 3 Jahren Diabetes und seit Sommer 06 eine Pumpe.Mit dem "Spritzen" ist er überhaupt nicht klar gekommen,aber seit er die Insulinpumpe hat,ist seine Lebensqualität wieder um einiges mehr gestiegen.Leider wollen sie jetzt auch die gleichen Unterlagen wie bei Dir.Das schlimme daran ist das wir diese selbst "gekritzelten" Zettel, der Monatlichen Nachweise(wann,was,wieviel)gespritzt u. gegessen wurde, überhaubt nicht mehr haben!Uns wurde nie gesagt soetwas auf Dauer aufzubewaren.Naja,und nun zittern wir was wohl passieren wird. Ich hoffe für meinen Sohn das wir genau soviel Glück haben werden wie Du.
MfG Jacki