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Es war einmal...
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ABC
Rang: Gastam 04.11.2006 00:08:55
alles anders als jetzt.
Früher gab es Insuline vom Schwein, oder Rind, die haben lange Wirkzeiten gehabt. Der Diabetiker bekam eine Behandlungsform, mit der er zurecht kommen mußte.
Es war damals der Umgang mit dem DM disziplinierter. Viel Eiweiß, Diät, bloß kein Zucker, Diätprodukte sind `in`, strikte Diät, dunkles bis schwarzes Brot und Testgeräte mit Streifen zum abwischen und ewig lange Zeit für das Meßergebnis, Insulin, daß mit Spritzen aus Ampullen aufgezogen wurden.
Heute, der Diabeter voll auf dem Trend, mit superschnellwirkenden Insulinanaloga, wunderschönen farbigen Insulinpens mit den unterschiedlichsten Formen und Dosiertechniken,mit Ampullen darin, Minitestgeräte mit ultrakurzer Meßzeit (sogar mit Beleuchtung, damit man unter der Bettdecke messen kann, wenn es so kalt ist ;-) , Ernährung, zumindest für nicht übergewichtige Diabetiker, die nahezu normal an den Nichtdiabetiker angepaßt sind und Insulinpumpen, die vollautomatisch Insulin abgeben bzw. Insulin abgeben mit Knopfdruck
Ist das nicht eine wunderbar komfortabel, so als ob mein fast keinen Diabetes hat, weil alles so einfach ist.
Und dann erkläre ich einem Arbeitskollegen, als er mir ein Duplo angeboten hatte, daß ich Diabetiker, mich momentan diszipliniert verhalte und sein Angebot ablehne, etwas Süßes zu essen, bekomme ich beim 2. Satz als Antwort von ihm " aha also ein Fixer"
da war das moderne, komfortable Leben mit Diabetes plötzlich weit weg und ich war sprachlos
Das war eine kleine Realität im Diabetesalltag.
Noch einen schönen Tag
von ABC -
Sue
Rang: Gastam 04.11.2006 12:03:25
Habe mir vor kurzem noch erzählen lassen, dass es noch Dörfer in Bayern geben soll, in denen hinter dem Rücken eines 5-jährigen diabetischen Kindes getuschelt und quasi mit dem Finger drauf gezeigt wird mit den Worten "Schau mal, das ist das Diabetes-Kind."
Moderne Technik hin oder her, an Nichtdiabetiker super angepasstes Leben, es gibt immer Menschen und Orte wo die Aufklärung fehlt und man behandelt wird wie hochansteckend und dem Tode geweiht.
Traurig, aber wahr. Aber, es gibt auch noch nette Leute, die einem gerne zuhören wenn man es ihnen erklärt und die sogar nachfragen, vorurteilslos :-)
Gruß,
Sue -
Ich
Rang: Gastam 05.11.2006 23:32:57
Das erklärt sich ja von selber, in Bayern! :-) von Ich -
Susanne
Rang: Gastam 07.11.2006 22:21:43
Hallo!
Nichts gegen Bayern, lebe selber da - aber keien Probleme, es gibt natürlich ausgesprochen engstirnige Leute, aber man muss ja nun nicht jedem alles erzählen. Und wenn mir jemand was anbietet was ich nciht will, sage ich dann eben nur "Nein Danke", wenn ne Frage kommt "bin auf Diät" oder "hab erst vorhin was gegessen" und erzähle nciht allen und jeden bei jedem kleinen Duplo meine halbe Lebensgeschichte - wer viel preisgibt muss eben mit viel Tratsch rechnen.
Susanne