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Pen-Nadeln/Kanülen heute und Spritzen-Nadeln früher

  • M.

    Rang: Gast
    am 07.10.2006 23:56:52
    Hallo,

    aus vorher gelesenen Themen, die Mehrfachverwendung von Pen-Nadeln/Kanülen ansprechen gibt es viele Meinungen/Erfahrungen darüber, daß sich Nadeln ab einer Mehrfachanwendung abnutzen und schmerzen können.

    Wie war das eigentlich früher, als es noch Spritzen gab, die man sterilisieren/auskochen oder so mußte?

    Gibt es jemanden, dessen Opa oder Oma etwas darüber sagen kann?
    Gab es damals keine Abnutzung,weil die Nadeln z.B. aus einem anderen Material waren?

    M.
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 08.10.2006 21:52:23
    hallo m,
    damals hatte ich noch keinen diabetes, aber kurz nach dem krieg wurden nicht nur spritzen(die allerdings dafür geeignet waren-glas metall)
    in dem rechteckigem ding ausgekocht , sondern auch inj nadeln so oft benutzt bis es nicht mehr zum aushalten war. (folgen schmerzen,blutergüsse.....)
    selbst impfen war tortur.
    ein kommilitone hatte dm daher kenne ich das sterilisieren, nach mehrmaligem gebrauch wurden die kanülen auch entsorgt. allerdings waren sie nicht beschichtet und rutschten in die haut sondern wurden geschoben.
    zudem waren sie wesentlich dicker.
    heute verwende ich 0,25x6mm nadeln, die spürt man nicht allerdings hätte ich bedenken diese dünnen dinger mehr als einmal zu verwenden
    den anschliff dieser nadeln kann man nur unter dem mikroskop richtig sehen, es ist präzision.
    mfg klaus von klausdn
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 09.10.2006 00:32:13
    Hallo M.

    Ich muss zugeben, ich bekam eine Gänsehaut bei Deinem Beitrag, denn ich gehöre zu der Generation früher Typ1-er, die noch die Stahlspritzen und -nadeln nehmen "durfte".

    Ich bin 37 J. alt und habe seit 34 J. Typ 1.
    Ich habe als Kind immer geweint, wenn "die Spritze kam" - denn es war einfach nur grauenhaft. Wie gesagt, ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.
    Als kleines Kind waren die Nadeln für mich extrem groß und dick und mit der Zeit waren die bestimmt auch stumpf, weil sie so oft benutzt wurden. Wie oft genau, darüber habe ich allerdings keine Erinnerung.

    Aber die Devise in den 70-er Jahren hieß für mich: Nimm die Schmerzen auf Dich oder stirb einen qualvollen Tod. Und nicht nur ich habe dieses Trauma von den Spritzen früher, meine Mutter, die ihr kleines Kind und zusätzlich auch davor noch ihr kleines Bäby (meine Schwester, 1 J. bei Diabetes-Manifestation) spritzen mußte, hat vielleicht noch mehr gelitten als ich.

    Ein Horror, der mich heute immer wieder glücklich sagen läßt: Wie gut dass ich 8mm-Nadeln für meinen Pen habe. von Lovely
  • Heiner

    Rang: Gast
    am 09.10.2006 12:13:56
    Hallo,
    ich habe seit 38 1/2 Jahren Diabetes, muß also nicht meinen Opa fragen, der mir aufgrund seines inzwischen angenommenen Zustandes und mangels Sachkenntnis auch nicht hätte helfen können.
    Wie Lovely schon schrieb, man mußte früher die Spritzen nach mehrmaliger und Kanülen nach einmailger Nutzung auskochen. Zum Aufziehen der Spritzen hatte ich die dicken 2er Kanülen, für die Injektionen 16er, im Vergleich zu heute Zimmermannsnägel. Nach mehrmaligem Auskochen und entsprechender Nutzung wurden die Kanülen sehr stumpf. Man konnte sie gebogen dann durchaus als Angelhaken weiterhin nutzen. Es war alles wesentlich mühsamer und man, damit meine ich sowohl Betroffene als auch Ärzte, war damals ahnungslos im Vergleich zu heute.
    Die Spritzen verkalkten mit der Zeit. Dadurch ließen sich irgendwann die Kolben nicht mehr bewegen. Wenn ich verreisen wollte, war der Aufwand wesentlich größer als heute. Man mußte vorher genau überlegen, wie lange man verreisen wollte. Entsprechend mußte ich destiliertes Wasser und das Sterilisationsgerät mitnehmen.
    Alle 4 Wochen fuhr ich nüchtern zum Zuckertest ins Krankenhaus. Einen Tag später hatte man das Ergebnis. In die Finger stach man dabei mit Lanzetten, die je nach Geschick der MTA bis zu 5 mm tief in den Finger gestochen wurden. Eine schöne Zeit, in der man viel Glück haben mußte als sogenannter jeveniler Diabetiker bei genauester Einhaltung eines Diätplanes der sehr viele Verbote berücksichtigte. Die einzige Kontrollmöglichkeit bestand durch Urinteststreifen. Also geb es nur ab einem Bz von ca. 180 ein sichtbares Eregbnis. Wenn ich mir die heutigen Möglichkeiten bei der Ernährung ansehe, ist das wie der Weg aus der Steinzeit in die Neuzeit.
    Auf eine vielleicht noch bessere Zukunft,
    Gruß Heiner
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 09.10.2006 12:17:45
    hallo an alle , und loveley,
    da gerade das thema kanülen da ist , eine enmerkung zum probieren.
    da selbst ausprobiert, kann ich für mich sagen daß die allgemein von docs vertretene ansicht daß "erwachsene" mindestens 8mm kanülen brauchen damit das insulin wirkt nur auf hörensagen oder irgendwo gelesen beruht.
    ich habe mir schon vor längerer zeit verschiedene nadeln zum probieren schicken lassen, und habe für mich festgestellt, daß je länger die nadel desto später der wirkeintritt,(abgesehen davon daß die dünnen von selbst reinrutschen)
    daher meine empfehlung : "selbst ausprobieren"
    mfg klaus von klausdn