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Diabetes Diagnose - Welcher Typ bin ich wirklich?
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Markus
Rang: Gastam 23.04.2010 20:14:38
Hallo!
Vor einigen tagen wurde bei mir diabetes diagnostiziert (mit den üblichen beschwerden wie starkes durstgefühl etc.) und wird im moment auch mit krankenhausaufenthalt therapiegerecht behandelt.
mit meinen 19 jahren handelt es sich (nach ärztlicher aussage) wohl um typ1 diabetes.
nachdem ich mich jedoch über ursachen/entstehung beider typen informiert habe, traten doch einige zweifel auf patient vom typ1 zu sein.
ich möchte kurz erläutern warum ich denke, diabetes typ2 patient zu sein.
in meiner familie ist mir kein diabetiker bekannt und soo jung bin ich dann mit 19 auch nicht mehr. daher typ1 eher auszuschließen.
so wie ich mich in den vergangenen monaten ernährt habe, täglich viele stunden am pc verbracht hab, so gut wie kein sport gemacht hab, wenig geschlafen hab (oftmals nur 3-4 std. oder auch gar nicht) und mir enormen stress mit arbeit und prüfungen gemacht habe, dachte ich mir ob ich vllt. an eine art "kurzzeitdiabetes" leide wo der körper dann einfach mal meinte, er kann so nicht mehr und sich drastisch verändert hat.
hätte diese geschichte einen wahren kern, wäre mein diabetes "heilbar"?
mit heilbar möchte ich sagen: durch gesunde ernährung, reichlich sport und etwas ruhe die ich in mein leben einbringen werde den bz wert auf natürliche weise und ohne jegliche medikamente unter kontrolle zu bekommen!
gibt es jemanden der ähnliches über sich erzählen kann und bei dem der bz wert quasi nur vorübergehend erhöht war?
würd mich über einige antworten sehr freuenm
liebe grüße! von Markus -
Rainer
Rang: Gastam 23.04.2010 20:29:52
Hallo Markus,
als Typ 1 wirst du sofort mit Insulin behandelt und das ist sehr gut.
Grübel also nicht über deinen Typ, sondern freue dich darüber, dass dein Doc dich als Typ 1 einstuft und gleich ordentlich behandelt. Bei einem Typ 2 würde er das nicht tun.
LG Rainer -
peter
Rang: Gastam 23.04.2010 22:42:39
rainer hat völlig recht, das grübeln und noch dazu ob die muschpoke dm hatte oder nicht ist doch völlig egal, und daraus schlüsse zu ziehen ist so sinnvoll wie eine wahrsagerin zu fragen.
genauso sinnlos ist es in einem forum das anonym ist, nach wunderheilungen zu fragen, märchenerzähler gibts wie sand am meer.
fazit -- du bist volljährig , entweder du vertraust einen ärzten oder nicht, wenn nicht geh nach hause mach was du willst, aber stehe zu deiner entscheidung,
und wenn schäden auftreten , zeige auf dich und nicht auf andere.
von peter -
Astrid
Rang: Gastam 24.04.2010 14:36:17
Habe mit 43 Jahren einen Typ 1 Diabetes bekommen, du siehst, es ist nie zu spät, daran zu erkranken.
Außerdem ist eher die Veranlagung zu einem Typ 2- Diabetes vererbbar, als zu einem Typ 1.
Da du schon typische Symptome hattest und stationär eingestellt wirst, kannst du davon ausgehen, daß nur noch 10%, der insulinproduzierenden Betazellen in deiner Bauchspeicheldrüse arbeiten und der Rest ohnehin schon zerstört ist.
Gesunde Ernährung und Bewegung werden dir aber trotzdem helfen gut mit der Diagnose zu leben.
mfg von Astrid -
Jürgen
Rang: Gastam 24.04.2010 15:15:11
Moin Astrid,
die Diagnose ist für das Leben damit nicht wichtig, sondern wichtig dafür ist der gesund gesteuerte Blutzucker - völlig unabhängig vom Typ.
Vererbungsaussagen zu Typ2 finde ich immer wieder lustig. Denn der wird fachoffiziell systematisch erst seit 15 Jahren diagnostiziert. Woher man da das Wissen über mehrere Generationen nehmen will, hat sich mir noch nicht erschlossen ;-)
Bisdann, Jürgen -
eh
Rang: Gastam 24.04.2010 16:18:23
Seit 15 Jahren? Interessant.
Der Diabetes meiner Mutter wurde vor 50 Jahren diagnostiziert, der meiner Schwester vor 40 und meiner vor 30 Jahren.
Als ich noch ein Kind war, hat die Oma meiner Freundin schon Insulin gespritzt. Was die alte Dame wohl hatte? Ein Diabetes kann es ja nicht gewesen sein.
(Ironie off) -
Jürgen
Rang: Gastam 24.04.2010 18:23:23
Moin Ironiker,
wer zum Überleben Insulin brauchte, wurde auch schon vor tausend und mehr Jahren als Diabetiker diagnostiziert. Typ2 sind mehrheitlich schon lange tot, wenn sie bis zu der Zeit, wo sie Insulin zum Überleben brauchen, nicht behandelt worden sind. Und Todesfälle werden erst seit etwa 15 Jahren bei uns auch auf Diabetes untersucht, so dass Du davon ausgehen kannst, dass erst etwa seitdem die Mehrzahl aller Diabeteserkrankungen überhaupt bekannt wird. Medizinisch irgendwie behandelt werden Typ2 seit etwa 60 Jahren, wenn ihr zu hoher BZ irgendwie entdeckt wurde. Das war damals nur in Krankenhäusern mit Labor möglich, wenn sie da ihr Nüchternblut eines Morgens ausdrücklich mit dem Hinweis auf Diabetesverdacht abgaben. Automatisch BZ-bestimmt wird bei Blutuntersuchungen bei uns in D erst seit etwa 20 Jahren.
Der Grundstein für eine weltweit einheitliche Diagnose für Typ2 wurde Ende der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts in USA gelegt. Aber zurück zur Vererblichkeit: Für die Aussage sind einzelne Familiengeschichten im Rahmen von 60 Jahren wenig aussagefähig. Und neuere Zahlen aus länger untersuchten und langzeitstudienmäßig (die längsten etwa 40 Jahre) beobachteten Personengruppen beginnen, mit der schieren Zunahme der Fälle der Vererblichkeit für beide Typen zu widersprechen. Einstweilen isses wie mit Grippe: Mein Opa hatte machmal Grippe, mein Vater hatte manchmal Grippe, ich hab grad auch wieder eine. Also wird Grippe in unserer Familie erblich sein ;-)
Bisdann, Jürgen -
Jürgen
Rang: Gastam 24.04.2010 21:14:18
Has recht, ich hab grad Zeit :-)
Man hat im menschlichen Genom noch keine Erblichkeit für Diabetes nachgewiesen.
Man kann inzwischen Typ2 Mäuse und Ratten züchten, wobei 2 Punkte auffallen, wenn man denn hinschauen und sich nicht nur auf dem Niveau von Pressemitteilungen verinformieren lassen will:
1. Genom und Stoffwechsel von Nagetieren sind sehr verschieden von denen von uns Menschen, und
2.die sogenannten Typ2 Tiermodelle, die man züchten kann und die mithin erblich sein müssen, bilden immer nur einen einzelnem Zug des beim Menschen beobachteten Typ2 ab.
Und zwar vorrangig den der Insulinresistenz, den man ja als Grund für den Typ2 kennt und untersuchen und damit auch haben und beweisen will. Und wenn man mit dem so gebauten Mausmodell dann eben die Erblichkeit nachweist und daraus für die Weitergabe des Typ2 unter Menschen ableitet, wird’s halt zunehmend unsicher für Leute, die gern an Pressemitteilungen glauben ;-(
Bisdann, Jürgen -
eh
Rang: Gastam 24.04.2010 21:44:19
Ich wußte nicht, daß du in der physiologischen Forschung tätig bist. Da hast du natürlich mehr Einblick in die Materie als so ein armer Durchschnittsmensch, der auf Pressemitteilungen angewiesen ist. Aber daß das menschliche Genom noch lange nicht entschlüsselt ist, das weißt du hoffentlich trotzdem. Die Genforschung ist noch sehr jung, trotzdem weiß man von vielen Krankheiten, die sie sich vererben, woher kommt dieses Wissen wohl? Schon mal was von empirischer Forschung gehört.
Natürlich hört man das nicht gerne, daß Typ2 sich vererbt, dann kann man ja nicht mehr als Ursache die Verfressenheit der Typ2er anprangern. Schlag nur fleißig weiter in die Kerbe. Die Politik wird's dir danken, schließlich sind die Typ2er selbst schuld an ihrer Krankheit, da sollen sie auch selbst zahlen.
Und daß man Diabetes erst seit 15 Jahren diagnostizieren kann ist auch so ein Schwachsinn, den du gern verbreitest. Merkst du wirklich nicht, daß du dich nur noch lächerlich machst und höchstens noch Diabetes-Neulinge beeindrucken kannst? Leider!
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rewg
Rang: Gastam 24.04.2010 22:53:43
toll, jürgen!
"Denn der wird fachoffiziell systematisch erst seit 15 Jahren diagnostiziert. " eigenartig - meine urgrossmutter wurde schon 1968 als altersdiabetiker (typ II) geführt. irgendwer kann da nicht rechnen! genau so verwundert mich das:
"wer zum Überleben Insulin brauchte, wurde auch schon vor tausend und mehr Jahren als Diabetiker diagnostiziert." das ist einmal falsch, weil man das insulin erst ca. 100 jahre kennt und zweitens falsch, da alle menschen insulin brauchen - deiner meinung nach wäre also alle diabetiker. und vergleich doch einfach mal die zahlen bzgl. aufgetretenem typ1 und 2 bei vorgängergenerationen und folgegeneration -
könnte mit vererbung zusammenhängen...auch wenn ich dir ein umfangreiches wissen nicht absprechen will - lege es (wenn überhaupt) richtig bzw. allgemeinverständlich dar und der dank vieler wird dir gewiss sein.
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Jürgen
Rang: Gastam 24.04.2010 23:09:34
Ich hatte geschrieben:
>Und Todesfälle werden erst seit etwa 15 Jahren
>bei uns auch auf Diabetes untersucht, so dass Du
>davon ausgehen kannst, dass erst etwa seitdem
>die Mehrzahl aller Diabeteserkrankungen überhaupt
>bekannt wird.
Du machst daraus:
>Und daß man Diabetes erst seit 15 Jahren
>diagnostizieren kann ist auch so ein Schwachsinn,
>den du gern verbreitest.
Interessante Art zu lesen ;-) von Jürgen -
EH
Rang: Gastam 25.04.2010 11:15:59
@ Jürgen
[Zitat] Ich hatte geschrieben:
>Und Todesfälle werden erst seit etwa 15 Jahren
>bei uns auch auf Diabetes untersucht, so dass Du
>davon ausgehen kannst, dass erst etwa seitdem
>die Mehrzahl aller Diabeteserkrankungen überhaupt
>bekannt wird. [Zitat Ende]
Das stimmt nicht, du hattest folgendes geschrieben:
[Zitat] Vererbungsaussagen zu Typ2 finde ich immer wieder lustig. Denn der wird fachoffiziell systematisch erst seit 15 Jahren diagnostiziert. Woher man da das Wissen über mehrere Generationen nehmen will, hat sich mir noch nicht erschlossen. [Zitat Ende]
Das kann man im Strang nachlesen.
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Jürgen
Rang: Gastam 25.04.2010 11:19:28
Moin Ossie,
Du hast Recht: die einzige breiter angelegte Statistik zum Diabetes gibt es nicht nur für D nur aus der ehemaligen DDR. Und die war uns im Westen damals auch in den Behandlungergebnissen ein gutes Stück voraus. Alle demokratisch befreiten Statistiken basieren auf Behandlungen in kranken Häusern und damit zum allergrößten Teil auf Daten, die am Rande akuter Haupterkrankungen mit erhoben werden. Daten aus den ambulanten Behandlungen werden bis heute nicht bei uns und wohl auch nirgendwo sonst in der Welt in nennenswertem Umfang erhoben und ausgewertet.
Und nicht die Alten gestorbenen waren und sind bei den seit etwa 15 Jahren nachträglich zugeordneten Todesfällen interessant, sondern die vielen davon infolge von Herzinfarkten und Schlaganfällen schon in jüngeren Jahren. Die waren bis dahin einfach als Herzinfarkt oder Schlaganfall abgelegt worden, wenn sie nicht als Diabetiker bekannt waren. Erst mit den routinemäßigeren Nachuntersuchungen wurde offenbar, wie unerwartet früh und häufig der Typ2 tatsächlich vorkam. Damit nahm die Zahl der Typ2 insgesamt und die der Herzkreislauffälle bei Diabetikern sprunghaft zu, obwohl die Gesamtzahl der Herzkreislauffälle sich davon völlig unbeeindruckt zeigte.
In diese Behandlungsgeschichte des Typ2 hab ich nur gegriffen, um darzustellen, wie jung sie tatsächlich erst ist und dass sie bis heute keinerlei Daten für mehr als die Vermutung her geben kann, dass Typ2 vererbbar sein könnte.
Wieso solche Hintergrund-Fakten Dich oder andere ärgern, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Bisdann, Jürgen -
a
Rang: Gastam 25.04.2010 11:45:27
[Zitat]
du lebst schon wieder 20jahre in der vergangenheit: wenn du 'bei uns in d" schreibst , scheinst du die "alte" brd zu meinen, denn in den neuen ländern wurde das schon in den 70ern gemacht
[Zitat]
Natürlich wurde das auch in der "alten" BRD gemacht.
Ich schrieb ja schon, daß bei meiner Mutter der Diabetes in den Sechzigern diagnostiziert wurde und der meiner Schwester 10 Jahre später. Vorgewarnt durch die Diagnosen von Mutter und Schwester habe ich mich in regelmäßigen Abständen beim Arzt testen lassen. Dadurch wurde mein Diabetes sehr früh entdeckt, was für mich natürlich von Vorteil war. Diese Tests geschahen auch auf Anraten des Arztes, dem damals schon klar war, daß sich Typ2 vererbt, obwohl von Genforschung keine Rede sein konnte.
Ich glaube es war Mitte der Achtziger als die ersten BZ Meßgeräte für eigenständige Messungen aufkamen. Vorher mußte man die Werte beim Arzt bestimmen lassen. -
Joa
Rang: Gastam 26.04.2010 02:44:40
Hallo Markus,
> Markus schrieb:
> vor einigen tagen wurde bei mir diabetes
> diagnostiziert.
> mit meinen 19 jahren handelt es sich
> nach ärztlicher aussage) wohl um typ1
> diabetes.
Wenn Du nicht deutlich übergewichtig bist,
wäre das die naheliegende Vermutung.
> nachdem ich mich jedoch über
> ursachen/entstehung beider typen
> informiert habe, traten doch einige
> zweifel auf patient vom typ1 zu sein.
Das ist recht normal. Man braucht noch ein paar Tage, um sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass das von Dauer ist.
Beim Typ 1, aber auch genau so beim Typ 2.
OK. Typ 2 kann ggf. durch Abspecken von 30 bis 80 kg wieder in normalisierte Fahrwasser geraten. Und durch Änderung des Live-Styles. Er/sie muss sich aber dann auch dran halten. Typ 1 *muss* eigentlich nicht was ändern, außer fürderhin eine angemessene Therapie zu berücksichtigen.
> ich möchte kurz erläutern warum ich
> denke, diabetes typ2 patient zu sein.
...
Vergiss Deine Gedanken einfach. Ein einfacher Test auf insulinversorgungsrelevante Antikörper klärt die Sache abschließend.
Im Übrigen möchte ich als Typ 1er für mich bemerken, froh zu sein, Typ 1 und nicht Typ 2 zu haben. ;-)
Gruß
Joa -
eh
Rang: Gastam 26.04.2010 14:59:51
Klar, ich wäre auch froh, die einfachere Krankheit zu haben. Wo da allerdings dein persönliches Verdienst liegen soll, ist mir nicht so ganz ersichtlich. -
Joa
Rang: Gastam 28.04.2010 03:22:03
> Anonymus schrieb:
> Wo da allerdings dein persönliches Verdienst liegen soll...
Hä?
Gruß
Joa -
thomas2002
Rang: Gastam 28.04.2010 15:56:04
hallo markus,
las dich bitte nicht von der akademischen diskussion abschrecken.
es ist tatsächlich egal, welcher typ das ist, jedoch unterscheidet sich typ 1 zwischen jugendlicher und lada. nimm das insulin mit kußhand. selbst als 2er bist du mit erweiteter grundkentniss so besser behandelbar. jedoch beachte: zumindest in der einstellzeit auf vermehrte bewegung/sport zu achten, da du sonnst wg der besseren verfügbarkeit der kh durch insulin zunimmst. schaue auch unter "diabetesdorfalthausen.de" und deren linkliste nach. die meisten von uns fahren mit 10-15 be am tag recht gut, da geringe schwankungen und leichter steuerbar von thomas2002