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Pumpe unter Tage (Salzbergwerk)
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Heiko
Rang: Gastam 22.05.2006 23:09:42
Heute habe ich was mitgemacht...
Mir wird am Donnerstag ein Job angeboten. Am Freitag Abend bekomme ich dann bescheid, um was es sich handelt. Natürlich erst NACH Feierabend des Auftraggebers. Als ich meine Zweifel anmeldete - unter Tage, Salz, Druckunterschied, Pumpe - hieß es zunächst, dass man so spät schwer einen anderen fände und ich ja schließlich am Tag zuvor zugesagt hätte. Aber ich weiß, die finden einen anderen. Und das nächste Mal auch. Und das übernächste Mal nehmen sie keinen anderen, sondern denselben wir beim nächsten Mal...
Okay, erst mal ja sagen, dann abklären. Notfalls muss ich halt mit dem Pen arbeiten und die Pumpe oben lassen (obwohl das beim Arbeiten eine schlechte Lösung ist, da ich mich kaum um den BZ kümmern kann.)
Aber die Hotlines sind Freitag abends auch schon im Wochenende.
Samstags hatte ich dann unverhofft Glück. Ein Mensch, keine Maschine! Ein Wunder!
Der konnte mir zwar nicht helfen, aber er würde meine Anfrage weiterleiten und mich würde sich dann umgehend bei mir melden.
Es kam, wie er versprochen hatte. Und ich wurde mir wieder einmal bewusst, was für ein Chauvi ich doch bin. Es meldete sich nämlich eine Frau. Und ich fragte ungläubig nach: Wer sind Sie?
Na, von Roche war sie. "Sie sind also die Expertin?" fragte ich weiter, sicher, dass es sich dabei um ein Missverständnis handeln muss. Ich wollte doch einen ExpertEn.
Ich musste mit ihr Vorlieb nehmen. Aber ich war bald beruhigt, als ich merkte, dass sie meine Probleme nicht nur verstand, sondern nmir auch noch effektiv weiterhelfen konnte. Ich weiß. Schlagt mich. Aber ich war letzten Endes so von ihrer Kompetenz überzeugt, dass ich mich am Samstag, was sicher eine Art Not-Hotline war - 30 Minuten lang mit ihr über alles mögliche unterhalten habe...
Für diejenigen, die es interessiert, auf was sie unter Tage achten müssen:
1. Luftdruck:
Die Spirit ist zugelassen für einen Druck von 700 - 1060 mBar (technische Details, physikalische Größen... ein Wunder...). Das heißt, wer Bergwandern gehen möchte, der sollte aufpassen: Über 3.000 Meter werden die 700 mBar unterschritten!
Wie es im Bergbau aussieht, das konnte mir die Dame am Telefon nicht sagen. Aber kein Problem, das kann ich ja vor Ort erfragen. Das tat ich.
Wer jetzt denkt, unter Tage muss ein Überdruck herrschen, der irrt. Es herrscht ein Unterdruck, vermutlich, weil die verbrauchte Luft abgesaugt wird. Aber, in meinem Fall war alles im grünen Bereich. So weit also kein Problem.
2. Druckunterschied:
Wenn man aber hinabfährt (oder hinauf), dann schlägt das Wetter plötzlich um. Und damit der Luftdruck. Dasselbe passiert noch extremer an den Luftschleusen in den Gängen. Kann das zu Störungen/falschen Dosen führen?
Es kann - theoretisch. Mir wurde nahe gelegt, die Pumpe für diese Zeit kurz abzukoppeln und vor dem wieder Anschließen einen Bolus zu geben, falls im Schlauch doch Luft eingedrungen sein sollte.
Das ist zwar vollbepackt und im Stress nicht einfach, aber besser so als BZ-Chaos.
3. Salz
Die Luft ist voller Salz. Kaum bist du unten, schon schmecken die Lippen nach Salz. Und nicht nur ein bisschen. Das Salz ist so fein, dass es überall hin gelangt. Wirklich, überall. So lange man sich unter Tage aufhält, ist das kein großes Problem. Dort unten ist die Luft so trocken, dass das Salz der Elektronik nicht allzu viel anhaben kann. Aber wenn man die Geräte wieder an die Oberfläche bringt, dann zieht das Salz Wasser an und die Geräte können rosten oder das Wasser an sich schaden.
Am Telefon wurde mir zwar versichert, dass die Pumpe "ab Werk" dicht sei (bis auf die Ampullenkammer - die Gewindestange wäre demnach alles, was dann betroffen wäre), aber dass durch den Gebrauch der Pumpe die Dichtheit nicht garantiert werden könnte.
Nun, für was Plastikbeuten nicht alles gut sein können... Verunsichert steckte ich da einfach die Pumpe rein und bediente sie durch den Beutel. Wenn sie nun doch nicht dicht war, dann sollte der Beutel doch den nötigen Zusatzschutz bieten.
Das war's. Es hat alles prima geklappt. Und während die anderen elektronischen Geräte recht schnell Fehlermeldungen brachten und zum Teil den Dienst quittierten (Ja, es gab auch enorm Staub, was manchen Geräten auch zu schaffen macht), schmeckte meine Pumpe hinterher absolut nicht salzig. Ich hab's probiert...
Aber ich bin dankbar dafür, dass das eine Ausnahme war. Für manche Arbeiten ist eine Pumpe einfach nicht geeignet. Na ja, für manche Arbeiten sind Diabetiker wohl nicht besonders gut geeignet.
Ich weiß nicht, ob ich mit meinem Bericht überhaupt jemandem helfen kann. Aber ich fände es interessant, wenn ihr eurerseits auch Geschichten hättet, wo man als Pumpenträger einfach besonders Acht geben muss!
von Heiko -
Claus
Rang: Gastam 19.10.2006 19:59:17
Hallo Heiko
Ich selbst befasse mich momentan mit dem Thema Pumpe.
Da ich im Stahlwerk arbeite und dort Staub, Hitze (Strahlungswärme) und Magnetfeldern ausgesetzt bin, habe ich ein ähnliches Problem wie du.
Ich würde mich freuen von dir zu hören.
LG Claus