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Obwohl nüchtern, vormittags starker BZ-Anstieg
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Wolfgang
Rang: Gastam 12.03.2006 13:15:52
Ich (43) bin klassischer Lifestyle-Diabetiker und wurde vor zwei Wochen mit Hba1c von 11 und postprandialem BZ-Werten zwischen 350 und 500 aus meinem Feinschmecker-Olymp gekegelt. Sehe den Diabetes recht nüchtern als den Preis, den ich nun für 20 Jahre "no sport" aber Vollgas mit "finest Food and Beverage" bezahlen muss.
Bevor ich in die medikamentöse Therapie einsteige, teste ich zur Zeit, wie weit ich schonmal mit der Nahrungs-Umstellung komme.
Überraschend gut. Ich lasse lediglich konsequent sämtliche "schnellen Kohlehydrate" und Zucker, ebenso wie allzu fettes, weg. Ansonsten esse ich Mittags und Abends ebenso üppig wie delikat.
Resultat: Postprandial meist so um die 150 bis 170, dann fallend und am späteren Abend runter auf 120 bis 140, manchmal auch darunter.
Ohne Medikamente.
Das Problem:
Nüchternblutzucker gegen 7 Uhr mit meist 140/150 schon viel zu hoch (erklärbar durch Dawn), aber in der Zeit bis gegen 11, 12 Uhr verzeichne ich einen BZ-Ansteig von rund 50 bis auf um die 200.
Und das obwohl ich nicht gefrühstückt habe.
Am Nachmittag habe ich einen deutlich niedrigeren BZ als vor dem Mittagessen.
Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungswerte?
Viele Grüsse.
Wolfgang
P.S. Abgestürzten Gourmets empfehle ich das Buch "Schlemmen wie ein Diabetiker" von Hans Lauber. Es gibt Hoffnung, bringt neue Ideen und weckt Interesse auf bisher verschmähte Produkte.
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thomas2002
Rang: Gastam 12.03.2006 16:09:43
leber und muskelzellen speichern glukose in einer besonderen form, die durch glukagon ausgeschüttet wird. glukagon wirkt, wenn kaum noch insulin im blut ist, also ein geringer blutzuckerspiegel vorherrscht. damit soll die versorgung mit glukose sichergestellt werden. probiere es mit einer kleinigkeit zum frühstück.
btw halte ich die werte nach wie vor für zu hoch. von thomas2002 -
jörg michael fischer
Rang: Gastam 13.03.2006 07:54:16
Du hast doch die Erklärung schon selber gegeben. Der Dawn-Efekt zieht sich über den ganzen Vormittag hin. Wenn Du häufiger fliegst und mehrere Zeitzonen überspringst, wirst Du feststellen, dass Dein Körper diese Sprünge nicht mitmacht. Wenn Du also eine 2 Zonenuhr besitzt, solltest Du Dich auch bei kurzzeitigem Wechsel, noch nach MEZ richten.
Dass Du (noch) keine Medikamente / Insulin brauchst kann gerade in der Anfangszeit einer Diabetes vorkommen. Siehe auch ältere Beiträge darüber im Forum.
mfG Jörg von jörg michael fischer -
Benno
Rang: Gastam 13.03.2006 09:05:25
Das Dawn-Phänomen haben eher Typ 1er, was hier ja wohl nicht der Fall ist. Vermutlich besteht erhebliches Übergewich, das schafft die BSD nicht mehr - Insulinresistenz. Jeder muß selbst wissen, was ihm im Leben wichtig(er) ist, und die Konsequenzen tragen. von Benno -
Reinhard
Rang: Gastam 13.03.2006 09:12:01
Das sog. Dawn-Syndrom tritt in den frühen Morgenstunden auf, also noch vor dem Aufstehen. Es betrifft Typ 1 Diabetiker, was man nach den Schilderungen hier wohl ausschließen kann. von Reinhard -
Susanne
Rang: Gastam 13.03.2006 21:11:19
Hallo!
Es ehrt Dich dass Du es mit der Ernährung ernst nimmst, aber: Nimm ruhig tabletten. Vor allem Metformin unterstützt die gewichtsabnahme und tut somit gut, wenn Du es verträgst. Außerdem gehen damit die Werte insgesamt runter.
Hohe Werte wenn man nichts isst oder nach Sportlicher Betätgung sind aber häufig - irgendwie muss Der Körper schließlich gegensteuern. der merkt ja, Du bist in einer Stressituation, er muss arbeiten, und kriegt keine neue Energie. Auch wenn man intensiv hungert sind die Werte höher, als wenn man halbwegs normale Mengen isst - habe ich selber ausprobiert.
versuch einfach, eine Kleinigkeit zu Frühstücken, 40 gramm Müsli mit etwas Milch oder Joghurt oder wenigstens ein großes Glas Milch. Das bekommt man eigentlich immer runter, auch wenn man kein großer Fan von frühstück ist - und dann mess Deine Werte, wahrscheinlich sind sie niedriger als ohne Frühstück.
das Buch ist sicher ein guter Tip, sollte ich zufällig Geld auf der Straße finden kaufe ich es mir auch - und wenn ich im Lotto gewinne kann ich sogar danach kochen.
Susanne -
Lilo
Rang: Gastam 14.03.2006 09:41:34
Metformin darf nicht in jedem Fall genommen werden, z.B. dann nicht, wenn schon z.B. schon Gefäßschäden oder Organschäden vorliegen.
Metformin kann zu einer lebensgefährlichen Übersäuerung des Körpers führen. Unter Metformin müssen die Laborwerte regelmäßig kontrolliert werden.
Ich bin froh, daß ich mich mit Insulin therapiere, was auf Dauer solche Schäden nicht verursacht.
Siehe auch "Das Diabetes-Komplott" von der Berliner Diabetologin Dr. Elke Austenat. von Lilo -
Anke
Rang: Gastam 23.03.2006 13:33:31
Hallo Wolfgang,
wenn der Körper über längere Zeit nüchtern war, schüttet die Leber zur Aufrechterhaltung der Energielieferung für die Muskelzellen Zucker aus, den dann genauso verstoffwechselt werden muss wie zugeführte Kohlenhydrate. Da der Körper in den Morgen- und ggf. auch Vormittagsstunden nicht sehr insulinsensibel ist, sind das die Zeiten, in denen der BZ dann entsprechend gern nach oben entgleist.
Die Insulinsensibilität mittags ist besonders hoch, so dass der BZ auch bei nicht mehr voller Funktionstüchtigkeit der Bauchspeicheldrüse zu Beginn eines Diabetes zu dieser Zeit wieder eher im Normbereich liegt, so wie du es auch beschreibst.
Weitere allgemeingültige Regeln und Einflüsse auf den BZ findest du bei Interesse auf meiner Homepage unter www.diabetes-in-frage-und-antwort.de unter "Profis" und "Fehlerquellen", die ich erstellt habe, um wie hier bei Bedarf auf vorliegende Texte verweisen zu können.
Herzliche Grüße Anke.