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Diabetes in Kanada geheilt..warum passiert nix ?

  • Dennis Gürtler

    Rang: Gast
    am 05.12.2005 23:04:29
    Habe aus sehr vielen Quellen erfahren, dass DM Typ 1 Patienten geheilt worden sind mit Hilfe von Zelltransplantation der B-Zellen..

    ich weiß jetzt nicht, wie oft das Thema schon angesprochen worden ist, aber ich bin 19, habe die Krankheit seit 9 Jahren und mir brennts langsam in den Fingern...


    Warum passiert denn nix.. bzw, gibts ne Schätzung, wielange es noch dauert, bis eine Heilung "marktfähig" ist...


    mfg Dennis von Dennis Gürtler
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 06.12.2005 10:32:25
    Ich wäre mit solchen Begriffen wie "Heilung" sehr sehr zurückhaltend.

    Richtig ist jedenfalls, dass momentan weltweit Teams an dieser Sache wissenschaftlich und auch in ersten Praxistests arbeiten. So wie ich es verstehe, handelt es sich bei dieser Therapiemethode aber immer noch um eine Art Transplantation und damit um einen sehr schweren Eingriff in das Immunsystem des Patienten. Und dauerhafte Erfolge über viele Jahre sind wohl auch noch nicht nachweisbar. Was bringt am Ende eine solche OP, wenn Du dann ein Leben lang stärkste Medikamente nehmen musst. Auch die Finanzierungsfrage ist völlig offen. Die deutschen Kassen werden ohnehin eine Maßnahme dieser Art nur dann finanzieren, wenn alles 100-fach abgeklärt und sicher ist. Ich persönlich glaube, dass man da noch 10 Jahre oder auch noch länger warten muss.

    Aber: Auch die jetzigen Therapieformen erlauben eine gute und sehr gute Einstellung, sind seriös, sicher und finanzierbar. Also kein Grund zum Verzweifeln.

    Fuchs
  • Anke

    Rang: Gast
    am 06.12.2005 13:14:18
    Hallo Dennis,

    da ist sicherlich Dr.Raggi mit seinem Beitrag "Inselzelltransplantation" vom 30.11.05 eine gute Anlaufstelle für Fragen :-))

    Herzliche Grüße Anke von Anke
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 06.12.2005 17:38:44
    hallo an alle,
    anke, dennis hat nicht die konventionelle transplantation gemeint wie sie in ffm und gießen schon länger , entweder als bsd , oder bsd-niere gemacht wird. mit dem zwang immunsuppression wegen der abstoßung zu betreiben.
    die bzellen in canada waren in usa gekapselt(us-patent) worden, so daß keine zellzerstörung stattfinden, aber das insulin austreten kann. auch ist das keine riesen op sondern einführen in die leber mittels hohlnadel.
    nach drei monaten kam die erste erfolgsnachricht,
    seitdem - funkstille. ist mir aber lieber als bidzeitungs klamauk.
    der andere versuch war in spanien - umprogrammieren von "eigenen" weißen blutkörperchen, was auch keine immunsuppression verlangen würde. 2. vorteil : immer spenderzellen(eigene) vorhanden.
    leider (wie so oft) kommt aus unserem land praktisch nix.
    mfg klaus von klausdn
  • Anke

    Rang: Gast
    am 07.12.2005 15:13:57
    Hallo Klaus,

    habe mich bisher noch nicht weiter mit dem Thema befasst gehabt, nun aber Kontakt zu Dr.Raggi aufgenommen. Mir wurdevon ihm Literatur aus dem kanadischen Raum empfohlen, durch die ich mich die kommenden WoE mal hindurch arbeiten werde. Geb die Infos bei Interesse eurerseits dann gerne kurzgefasst weiter ;-).

    Herzliche Grüße Anke von Anke
  • Dennis Gürtler

    Rang: Gast
    am 08.12.2005 00:03:19
    jo, klasse ! von Dennis Gürtler
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 08.12.2005 10:03:12
    Hier eine aktuelle kurze Zusammenfassung - ich bleibeweiterhin sehr skeptisch...

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    8. September 2005

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    Medizin
    Inselzelltransplantation - Jeder zweite wird unabhängig vom Insulin– geringes Hypoglykämierisiko

    BETHESDA. Die Inselzelltransplantation verspricht ausgewählten Typ-1-Diabetikern die Perspektive auf ein Leben ohne ständige Insulininjektionen und Blutzuckerkontrollen. Auch das Risiko von Hypoglykämien scheint minimal zu sein, glaubt man dem jüngst vorgestellten 2. Jahresbericht des nordamerikanischen Collaborative Islet Transplant Registry (CITR). Doch die Therapie gelingt nur in etwa der Hälfte der Fälle.

    Das CITR sammelt die Daten von 19 Behandlungszentren in den USA und Kanada, die Inselzelltransplantationen durchführen. Versuche zu dieser Therapie hatte es bereits in den 90er-Jahren gegeben. Sie führten jedoch selten zu einer Insulin-Unabhängigkeit der Patienten, da das Immunsystem die transplantierten Zellen meistens zerstörte. Das änderte sich erst mit dem von James Shapiro von der Universität von Alberta in Edmonton/Kanada eingeführten Protokoll, das auf den Einsatz von Kortikosteroiden verzichtet. Dieses Edmonton-Protokoll wird – mit gewissen Modifikationen – heute von den meisten Zentren eingesetzt. Die Patienten erhalten eine Induktion mit dem Antikörper Daclizumab gefolgt von einer Dauerbehandlung mit Sirolimus und Tacrolimus.

    Nach den jetzt vom CITR vorgestellten Daten waren etwa die Hälfte der Patienten (58 Prozent) nach einem Jahr noch unabhängig von Insulin, von den anderen konnten etwa zwei Drittel (69 Prozent) die Insulindosis verringern, wie die Gruppe um Bernhard Hering von der Universität von Minnesota und Michael Appel vom National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) in Bethesda mitteilt. Die Rate der Transplantatverluste betrug 19 Prozent.

    Seit Einrichtung der CITR im Jahr 2001 wurden 118 Patienten gemeldet, die eine alleinige Inselzelltransplantation erhielten. Bei weiteren 19 Patienten wurde eine Inselzelltransplantation nach einer Nierentransplantation durchgeführt.

    Die Patienten waren durchschnittlich 42 Jahre alt, und der Typ-1-Diabetes-mellitus bestand seit 29 Jahren. Die meisten Patienten benötigten zwei Inselzelltransplantationen, einer erhielt sogar vier Transplantationen, bis ein befriedigendes Ergebnis erzielt wurde. Die Stoffwechselkontrolle war nicht optimal, aber akzeptabel. Der langfristige HbA1c-Wert betrug 7,6 Prozent (Gesunde: sechs Prozent).

    In 77 Fällen kam es nach der Inselzelltransplantation zu Komplikationen, die in 58 Prozent der Fälle eine Hospitalisierung erforderlich machten. 22 Prozent der Fälle waren lebensbedrohlich. 17 Prozent der schweren Komplikationen standen in einem Zusammenhang mit der Inselzelltransplantation (zum Beispiel Infektionen oder Blutungen), und 27 Prozent waren Folge der Immunsuppression (zum Beispiel Anämie, Nervenschäden, Leukopenie).

    Die meisten Patienten (82 Prozent) hatten vor der Transplantation unter häufigen Hypoglykämien gelitten. Nach der Transplantation traten nur noch bei 2,5 Prozent der Patienten Hypoglykämien auf. Sie waren auf die ersten 30 Tage nach der Transplantation beschränkt. Danach kam es nur noch zu vereinzelten Hypoglykämien bei Patienten, die weiter Insulin spritzen mussten.

    Das NIDDK hebt in seiner Pressemitteilung die fast vollständige Eliminierung der Hypoglykämiegefahr als einen wichtigen Erfolg der Inselzelltransplantation hervor. Patienten mit einem „Brittle“-Diabetes sieht sie als mögliche Kandidaten für die Therapie, die auch in Zukunft nur für ausgewählte Patienten zur Verfügung stehen dürfte. Auf etwa eine Million Typ-1-Diabetiker kommen in den USA nur 7 000 Spenderorgane, von denen sich nur die Hälfte für die Transplantationen eignen./rme

    Fundstelle:

    http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=21321

    von Fuchs