Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Diabetes und Sanitäter?
-
Stefan
Rang: Gastam 04.11.2005 17:01:38
Hallo,
mich interessiert seit längerem schon die Frage, ob Diabetiker Sanitäter werden können. Da ich mich schon einige Zeit umhöre, aber nichts konkretes erfahre, zum Teil auch, weil es die Leute einfach nicht interessiert, hoffe ich nun hier eine Antwort zu finden.
Auf diversen Seiten, die ich schon durchgestöbert habe, konnte ich noch keine genauen Voraussetzungen für den Beruf eines Sanitäters finden, sondern nur Information zu der Art der Ausbildung und den einzelnen Hilf-Bereichen.
Was ich mit 100%-iger Sicherheit sagen kann ist, dass man als Diabetiker kein Polizist und kein Pilot werden kann. Bin dort auf ausreichend Seiten gestoßen, die dies bestätigen. Auch bei einem ausführlichen Gespräch mit einem Polizeibeamten, wurde mir klar gemacht, dass Polizei und Diabetes nicht zusammenpassen. Nur Polizei ist nicht gleich auch Sanitäter. Insofern würde ich mich nun interessieren, wie es in diesem Gebiet aussieht.
Ich persönlich bin Typ-1-Diabetiker und stehe vor der Frage, welchen Beruf ich ausüben möchte. Da ich immer schon sehr sozial veranlagt war, möchte ich unbedingt in den Öffentlichen Beruf, wo ich Menschen helfen kann. Ich bin eigentlich noch immer ziemlich fertig von der Nachricht, dass ich mit Diabetes kein Polizeibeamter werden kann, da dies schon immer mein Traumberuf war.
Würde mich über Antworten freuen.
Grüße,
Stefan -
klausdn
Rang: Gastam 04.11.2005 17:54:17
hallo stefan,
diabetiker sollen sollen keinen dienst an der waffe machen(polizei) aber es gibt doch viele polizeiliche tätigkeiten die mindestens genau so wichtig sind.
wann schießt die polizei schon mal ?
wenn es dein traumberuf ist "kämpfen!
bei sani, mußt du dich mal bei diabetes world bis zur riesen(adobe)
liste der ddg durchwühlen. beginnt mit arbeit und soziales, usw usw .
die ganze sache ist im umbruch, wie immer ist deutschland schlußlicht.
in usa gibt es vekehrspiloten mit dm, gerade wurde von rekordweltumfliegung eines dmlers t1 berichtet.
erkundige dich auch mal bei accu chek , da ist auch hintergrundwisen.
selbst wenn du es mit sponsoring und reklame schaffst ---------> scheißegal, ich gönne es dir.
mfg klaus von klausdn -
Stefan
Rang: Gastam 04.11.2005 18:42:27
Jap, das dacht ich mir ja auch. Nur soweit ich das verstanden habe muss jeder angehende Polizist, Kommissar, Funker, Pressemitteiler, Berichtschreiber und was es sonst noch so gibt die Grundausbildung machen.
Und zu dieser Grundausbildung ist die absolute körperliche Gesundheit an erster Stelle. Wird ausführlich getestet, sonst hätt ich einfach mal versucht dahin zu kommen. von Stefan -
klausdn
Rang: Gastam 04.11.2005 19:20:42
hallo stefan,
dachte grundausbildung ist was mit militär ?
auf alle fälle , nicht locker lassen , und überall nachfragen. habe gerade im accu chek dialog nr 3 gelesen bei entsprechenden nachweis , ist der pes bef schein taxi und sogar bus möglich.
wir dmler haben es etwas schwerer als die anderen,
aber nicht zuwenig durchsetzungsvermögen, und hartneckigkeit. toi toi toi
mfg klaus von klausdn -
Lovely
Rang: Gastam 05.11.2005 14:40:02
Hallo Stefan.
Bei all Deinen Überlegungen solltest Du Dir insbesondere eine Frage stellen:
Wenn Du als Sani zu einem Unfall gerufen würdest, bei dem es bei den Hilfeleistungen um Sekunden geht, die über Leben und Tod entscheiden - und in genau diesem Moment hast Du eine schwere Unterzuckerung, sodass Du nicht helfen kannst (geschweige denn Auto fahren), weil Du selbst Hilfe brauchst. Das Unfallopfer stirbt.
Wie würdest Du damit umgehen?
Wenn Du ruhigen Gewissens sagen kannst "Pech gehabt, ich konnte in dem Moment halt nicht", dann ergreife den Beruf des Sanis, bei dem Menschenleben in Deiner Hand liegt.
Gruß,
Lovely -
Stefan
Rang: Gastam 06.11.2005 03:32:11
Auch darüber habe ich mir Gedanken gemacht. Da in Deutschland ein Rettungswagen (RTW) aus drei Personen besteht:
Besatzung:
1 Rettungsassistent, 1 Rettungssanitäter, 1 Notarzt stehe ich nicht völlig allein in der Verantwortung und somit über Leben und Tod des Patienten.
Außerdem kann mit einer sehr guten Zuckereinstellung solche extrem Fälle vermieden werden. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich das letzte mal eine sehr extreme Unterzuckerungen vor 4 Monaten. Das kommt bei mir höchstens 1 mal im Jahr vor und meistens dann, wenn ich mich körperlich veränder. von Stefan -
Lovely
Rang: Gastam 06.11.2005 14:26:06
Hallo Stafan.
Ich merke, wie sehr Du Dir das wünscht. Aber mach bitte nicht die Augen vor der Realität zu. Auch wenn du sagst, ein RTW würde aus 3 Personen bestehen, so ist es doch in Wirklichkeit (zumindest hier in meiner Gegend) so, dass der Notarzt im extra-Wagen fährt und im Rettungswagen 2 Personen sind. Auf dem Weg ins Krankenhaus ist 1 Person beim Unfallopfer und 1 Person fährt den Wagen. Und egal, welche Person von denen Du bist, in einer solchen Situation wäre ein Unterzucker fatal.
Es ist einfach so, dass man sich mit bestimmten Dingen abfinden muss. Ich wäre z.B. auch nicht begeistert, wenn ich wüßte, dass ein Sani aus dem RTW in dem ich bspw. mitfahre, Epileptiker wäre und der plötzlich einen Anfall bekommt.
Wenn Du gerne einen sozialen Beruf ergreifen möchtest, dann gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten, wo Du aber dennoch nicht die Verantwortung über Leben und Tod hast.
Gruß,
Lovely -
Erich
Rang: Gastam 07.11.2005 12:04:13
Hallo Lovely, hallo Stefan!
Erst zu Dir Lovely:
Ich bin seit 18 Jahren Polizeibeamter und im Januar mit Typ 1 diagnostiziert worden.Seit 01.06. mache ich uneingeschränkt wieder Dienst, fahre u.a. LKW und Einsatzboote und habe schon wieder mehrere Blaulichtfahrten hinter mir.Meine Dienstwaffen (habe 2) brauchte ich nie abgeben und selbstverständlich mache ich auch wieder nachts Dienst.Ich mußte lediglich meiner Betriebsärztin nachweisen, dass ich konstante BZ-Werte habe und die liegen bei mir regelmäßig zwischen 90-120.Meinen HBA konnte ich in vier Monaten von 11,2 auf 6,0 senken.Dies war auch Bedingung für meine volle Dienstfähigkeit.Ich hatte noch nie eine schwere Unterzuckerung und ich achte auch streng darauf, daß dies niemals passiert. Die Medizin hat sich in den letzten Jahren so weit entwickelt, dass man heute ohne jegliche Einschränkungen mit dieser Krankheit leben kann.Leider sind bestimmte Vorschriften bei dieser Entwicklung nicht mitgegangen und einige von dieser Krankheit Betroffene auch nicht.Es sind doch diejenigen, die immer noch auf ihre Schwerbehinderung pochen oder durch mangelnde Disziplin bis hin zur Handlungsunfähigkeit unterzuckern, die Leuten wie Stefan den Einstieg in ihren Traumberuf erschweren. Und natürlich Leute die wie du denken, daß diese Krankheit einschränkt. Carsten Fischer z.B., (Ex-Hockynationalspieler u. Olympiasieger) ist praktizierender Chirurg und kann sich bestimmt keine Entgleisungen leisten. Würdest du dich bei dem nicht unters Messer legen? Oder wenn dein Haus brennt, dürften dann nur gesunde Feuerwehrleute zum löschen kommen? Ich jedenfalls würde dich retten kommen wenn du in Gefahr wärst, ob du das willst oder nicht.
lieben Gruß
Und nun zu Dir Stefan:
Vielleicht konnte ich dir mit den Zeilen oben ein bisschen Mut machen. Wie du siehst, kann man auch mit Typ 1 Polizeidienst machen. Nur war ich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Beamter auf Lebzeit. Mit dieser Krankheit eingestellt werden, stellt sich wohl auf Grund der veralteten Vorschriften in der Tat als schwierig da. Wie das im Sanitätsdienst aussieht, weiß ich nicht. Dagegen zu klagen bringt wahrscheinlich nicht viel aber wenn du es versuchen willst, kannst du gerne auf mich verweisen. Wirst bestimmt deinen Weg finden, auch wenn er etwas steiniger ist als für andere.Aber denk immer daran: Wir sind ja nicht aus Zucker!!!
Gruß, Erich -
Stefan
Rang: Gastam 08.11.2005 22:55:03
@Lovely
Ich bin total enttäuscht von dir. Wenn es nach dir gehen würde, sollten alle nicht 100%igen gesunden Menschen einfach zu Hause bleiben und gar nichts mehr tun, nur weil sie eine kleine Beeinträchtigung haben. So eine Einstellung, wie du sie hast, will ich wirklich nicht haben. Deine Übertreibung ist fast schon lächerlich, aber nun gut, jedem das selbe. Deine Fähigkeit liegt nicht besonders darin, Leute aufzumuntern oder ihnen Motivation für die Zukunft zu geben. Auch wenn du nur die "Realität" schildern willst, die aus meiner Sicht weit nicht so ist wie du sie beschrieben hast, mache dies bitte nicht, wenn du nicht mit absoluter Sicherheit sagen kannst, das dies auch wirklich so ist. Denn bis jetzt habe ich nur Sachen gehört, die dies wiederlegen.
@Erich
Vielen Dank für deine Worte. Die konnten mich heute wirklich aufmuntern und es tat richtig gut. Wenn mehrere Leute deine Einstellung hätten, wäre das Leben doch gleich viel leichter. Werde mich weiterhin informieren. Soweit ich bis jetzt rausgefunden habe, können Diabetiker ohne Probleme Ärzte, Notärzte und Sanitäter werden. Vorraussetzung dafür ist, wie du schon sagtest, ein gut eingestellter Diabetes mit konstanten Zuckerwerten sowie einen HBA1C unter 6,5. Als Sanitäter kann man, soweit ich das gehört habe, sogar noch eine schlechtere Einstellung haben, nur dann darf man das Fahrzeug nicht mehr führen, sondern nur als Beifahrer daneben sitzen. von Stefan -
peter
Rang: Gastam 12.11.2005 22:29:28
Ich weiß nicht wie es im Augenblick mit den Regelungen ganz genau aussieht. Als ich vor vier Jahren meinen Zivildienst als Sanitätr gemacht habe, hatte ich noch keinen Zucker. Problem dabei wird sein, dass du als Sanitäter der "Fahrer" des Rettungswagens bist. Als solcher brauchst du einen Personenbeförderungsschein. Und bei dessen Ausstellung gibt es da wohl Probleme, weil eben nicht zu hundert % gewährleistet werden kann, dass du während einer Fahrt unterzuckerst. Aber ich meine mich zu erinnern, dass es da auch Sonderreglungen gibt. Einfach mal nachfragen bei der Stelle die den ausstellt. Frag mich nicht, welche da sist, aber das sollte man in erfahrung bringen können. Ansosnten bin ich der meiung, das man als diabetiker fast jeden beruf ausüben kann, vielleicht nicht 20 stündige operationen am offenen herzen, wo man keine pause einlegen kann, aber alles andere sollte wohl hinhauen von peter -
Erich
Rang: Gastam 19.11.2005 09:23:46
Hi Stefan!
Melde mich zwar spät, aber Hauptsache überhaupt. Freut mich, dass ich dich was aufbauen konnte. Mit dem Personenbeförderungsschein kann schon stimmen. Denn hatte ich schon vor meiner Erkrankung gemacht und durfte den selbstverständlich behalten. Zu unseren Bereitschaftsfahrzeugen gehört auch ein RTW, den wir zwar selten mitnehmen, aber im Bedarfsfall dürfte ich den auch fahren. Wenn Du trotz Diabetes in den Rettungsdienst einsteigen kannst, freut mich das. Sehe da auch absolut keine Probleme. Dein Ziel sollte aber sein, diesen Beruf ohne Einschränkung ausüben zu können. Das heißt mit einem HBA1c unter 6,5. Es ist nicht schwer, diesen zu erreichen und trotzdem noch sicher vor Unterzuckerungen aufzutreten. Du mußt dich nur aussreichend mit deinem Stoffwechsel auskennen. Wenn ich Sani werden wollte, dann mit allem was dazu gehört. Und da schließ ich das Fahren des RTW mit ein. Würde sich doch armselig anhören wenn du sagen müßtest: "Ich bin zwar Sani, darf aber keinen RTW fahren weil ich als Diabetiker zu schlechte Blutwerte habe." Damit grenzt du dich und andere Betroffene automatisch aus und das soll sich ja in unserem Wohlstandsländle schnell ändern. Ich wollte nach meiner Diagnose keine halben Sachen. Die Option, nur noch Verbrecher suchen zu dürfen aber nicht mehr selber zu fangen, war mir zu wenig (um das mal bildlich darzustellen). Ich habe die Chance genutzt, die ich bekommen habe und mache wieder alles mit. Und meine Kollegen haben das bisher annerkennend zur Kenntnis genommen. Für die hat sich das allgemein gültige Bild eines Diabetikers grundlegend geändert. Das wirst auch Du sicher schaffen und einen kleinen Teil dazu beitragen, anderen zu zeigen, dass man mit dieser Krankheit keinen Einschränkungen unterliegt. Ich lebe seither wesentlich bewußter, bin aber dennoch gleichwertig. Und mit ner vernünftigen Ernährung und viel Bewegung macht man auch noch ne tolle Figur dabei.
Laß dich nicht unterkriegen,
Gruß, Erich -
am 08.10.2011 14:54:24
Hallo in die Runde,
Ich absolviere zur Zeit eine Ausbildung zum Rettungsassistenten und das hatte auch keine größeren Schwierigkeiten bereitet. ich ging zu meiner Diabetologin und ließ mir eine Bescheinigung ausstellen, welche auch anerkannt wurde. Ich bin nun 20 und habe Diabetes 1 seit 16 Jahren. Die Krankheit (leider noch oft als Behinderung bezeichnet :-( ) gehört somit einfach zu mir und damit muss ich leben!!
Natürlich hatte ich auch ein wenig Bange, wie mein BZ in Stresssituationen reagieren wird. Deshalb hatte ich auch erstmal nebenbei im Sanitätsdienst als Sanitäter gearbeitet.
Bei größeren Veranstaltungen (z.B. Marathon) hatten wir dann doch schon mal 3 Stunden am Stück was zu tun. In dieser Zeiit kam man natürlich nicht zum Messen und wusste somit überhaupt nicht wo der BZ lag. Anfangs waren die Werte immer etwas zu hoch, mit der Zeit wusste man aber dann immer besser, wie der BZ in solchen Situationen reagiert. Ansonsten hatte ich zur Reserve ne Cola-Flasche in der Tür und Traubenzucker in der Hosentasche. Bei mir (denke bei vielen Anderen auch) macht sich eine Hypo auch bemerkbar und werde nicht gleich bewusstlos (hatte ich noch nie ). Man hätte somit doch theoretisch ein wenig Pufferzeit.
Mit den heutigen Geräten, sowohl Pumpe als auch Messgerät ist die Steuerung und Kontrolle wesentlich komfortabler geworden. Auf Arbeit verwende ich auch ein Gerät, in dem Teststreifen und Pieker gleich integriert sind. Da dauert das gesamte Messen
(Gerät an, pieken, Blut rauf, warten) nur 20 Sekunden. Diese Zeit hat man dann auch auf der Hin- und Rückfahrt.
Wenn man somit seinen BZ selber gut unter Kontrolle hat und auch unterzuckerungen bemerkt, kann man allen Tätigkeiten nachgehen.
Gruß
Johannes -
am 21.09.2015 16:44:45
Stefan ich wollte auch erst Polizist werden dann hab ich Diabetes bekommen und jetzt will ich Sani wersen weiß aber nicht ob ich nur sani werden kann oder auch notarzt wenb ich überhaupt eins von beiden werden kann wenn nicht werde ich diabetologe -
am 21.09.2015 17:09:14
Warum ziehst du diese Uralt-Threads hoch?
Wer soll dir darauf antworten? -
Michaelheuer
Rang: Gastam 21.09.2015 20:32:26
EH schrieb:
Warum ziehst du diese Uralt-Threads hoch?
Wer soll dir darauf antworten?
EH bitte denk doch daran dass wir jetzt alle hier mal einen Gang runter schalten und alle lieb zueinander sind :) Bitte keine kritischen Bemerkungen hier im Raum des Friedens -
am 21.09.2015 20:44:48
Michaelheuer schrieb:
Bitten keine kritischen Bemerkungen hier im Raum des Friedens
Aber hallo?!?!?! -
am 23.09.2015 05:31:23
Moin, Moin,
wenn Dich diese Frage interessiert, warum stellst Du sie nicht jenen, die die
Ausbildung von Sanitätern durchführen? Denn nur auf diese Weise bekommst
Du eine rechtlich einwandfrei Antwort.
LG Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Bearbeitet von User am 23.09.2015 05:32:57. Grund: Schreibfehler