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Diabetes und anarchistische Lebensgewohnheiten.

  • Gebinsel

    Rang: Gast
    am 29.10.2005 16:02:36
    Hallo Alle Zusammen,
    ich Schäue mich etwas meine Frage zu formulieren, da ich befürchte, dass eure Antworten als ordentliche Diabetiker mir nur nahelegen werden, mich von meinen Lebensgewohnheiten zu trennen. (Dasselbe legte mir auch mein letzter Diabetologe nahe. Mit dem Ergebniss, das ich mich von ihm und nicht von meiner Lebensführung verabschiedet habe.)

    Ich weis nicht genau wo ich anfangen soll, daher ersteinmal zu meiner Krankheitsgeschichte:
    Ich habe Diabetes Militus Typ 1 seit nun etwa 15 Jahren. Die ersten 9 Jahre davon war mein Zuckerspiegel aalglatt. In dieser Zeit hatte ich einen Festen Lebensrhythmus, mit festen Schlafens- und Aufsteh- und Esszeiten. Nun habe Ich aber die letzten 6 Jahre eine Vorliebe für das Chaos entwickelt. Ich liebe es, mir mit Musik , Schreiberei, Freunden oder auf Festen die Nacht um die Ohren zu schlagen, oder sogar mal zwei Tage durchzumachen und mich von der Simplizität und Genialität der dadurch entstehenden Wahrnehmung betören zulassen.

    Das Alles wäre ja ganz wunderbar, wenn sich dieses Drunter und Drüber nicht auch auf meine Zuckerwerte übertragen würde. Ich spritzte zwar 2 mal Täglich zu festen Uhrzeiten mein Basis Insulien und auch regelmäßig vor dem Essen (auch wenn ich selbst nicht regelmässig esse), dennoch kann irgendwie kaum ein Diabetologe einen zu mir passenden Schlüssel entwickeln, welcher Akzeptable Bz Werte mit sich brächte. Ich kann mich zwar mal ein bis zwei Wochen zu einem regelmässigen Lebensrythmus durchquälen, so dass auch ein Schlüssel entwickelt werden kann, der mit diesem System optimal zusammenwirkt, aber Ich halte es dann nicht dauerhaft durch, jeden Abend um 12 ins Bett zu gehen und um 8 Uhr wieder aufzustehen.

    Ich habe zwar vor einem halben Jahr mit Fachärzten zusammen, bei einer Neueinstellung auf Novorapid und Levimir versucht zumindest meinen Schlafrhythmus im Krankenhaus ähnlich Chaotisch beizubehalten wie ich ihn auch in freier Wildbahn pflege. Doch die Esszeiten waren auch im Krankenhaus fest, wie auch ein gehöriger Unterschied dazwichen besteht, sich in einem Krankenhausbett die Nacht um die Ohren zu schlagen oder nachtfüllend über eine Tanzfläche zu hotten.

    Daher nun meine Frage:
    Wie wichtig ist bei euch der Rhythmus. Gibt es unter euch ähnliche Chaoten, die diese Lebensweise mit ihrem Diabetes vereinbaren konnten? Wenn Ja, dann wie? Oder bin ich wirklich da zu gezwungen, in kantischer Manier meine Vorlieben einem festen Lebenssystem unterzuorden?

    Ich weis das eine Pumpe eine mögliche Lösung des Problems sein könnte. Aber ich fürchte (als agieler Mensch), dass ich mit einer Pumpe permanent auf den kasten aufpaseen muß und in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt werde. Möglich das dies nur Voruteile meiner seits sind. Daher frage ich euch um persönliche Erfahrungen und Rat. von Gebinsel
  • keule

    Rang: Gast
    am 01.11.2005 13:53:23
    boah,
    toller artikel, aber was soll die fragerei?
    die antworten sind doch in deinem bericht enthalten. lese ihn einfach nur durch!
  • Heidi G.

    Rang: Gast
    am 02.11.2005 15:37:10
    Hi!

    Im Moment läufst du sehenden Auges ins Abseits.
    ---Ist auch eine Methode, seinem Leben einen Kick zu verpassen (Wann werd ich blind oder verlier ein Bein)
    Der Diabetes ist genau so simpel und genial wie deine Spielchen, akzeptierst du ihn und lebst mit ihm, passiert gar nichts. Machst du dieses Spielchen weiter ist er wie ein bissiger Hund, er schnappt zu.
    Ich denke, du bist auf dem Weg, erwachsen zu werden, da haben viele solche Probleme, ich könnte mir aber vorstellen, das mit etwas mehr Kontrolle dein Leben immer noch bunt sein kann. Versuch´s mal. Heidi von Heidi G.
  • sonja

    Rang: Gast
    am 03.11.2005 22:28:36
    Hallo!
    genial! Genauso ging es mir auch. Ich hab mir genau dieselben Fragen gestellt und mir auch gesagt, dass das Leben nicht planbar ist und das ich nicht will, dass jeder Tag genau gleich wie jeder andere abläuft.
    Im Moment weiss ich eigentlich garnicht mehr genau wie ich dazu stehe.
    Ich weiss nur dass ich merke, dass mir ein gleichmässigeres Leben (Ausbildung in einem Büroberuf) gut tut. Wobei die Zuckerwerte keineswegs immer gut sind; die schwanken immernoch, aber ich glaube das hängt auch mit damit zusammen, dass ich halt innerlich nicht gleichmässig sondern impulsiv bin und meine Gefühlswelt auch teilweise Achterbahn fährt.
    Ich glaube der Zucker und die Seele sind sehr eng miteinander verbunden und da bin ich gerade dabei herauszufinden, wie die beiden zusammen bzw. gegeneinander leben und wie ich das ganze beeinflussen und steuern kann....
    Aber ich kämpfe damit auch schon sehr lange (über 12 Jahre) und habe vorallem von Ärzten auch nicht gerade viel Unterstützung gehabt (um nicht zu sagen garkeine), aber wie ich in letzter Zeit mitbekommen habe, gibt es auch in diesem Bereich immer mehr Fortschritte von der Seite der Mediziner und vorallem auch von Psychologen.
    Gerade heute habe ich von einem gehört der selbst Diabetes hat und sich in der Richtung wohl sehr eingesetzt hat. (Dr. Dipl. Psych. Hirsch oder so...)
    Ich glaub uns bleibt nicht viel anderes übrig als "neugierig" (oder auch forschend) weiter unseren Weg zu bestreiten...
    Gruß