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Angst vorm spritzen

  • Michael

    Rang: Gast
    am 14.06.2005 02:28:43
    Hallo zusammen
    Bei mir wurde im Frühjahr Diabetes festgestellt und seit ca 6 Wochen bin ich am spritzen. Habe das mit dem spritzen sofort in den Griff bekommen. Hat alles super geklappt aber jetzt bekomme ich eine regelrechte Blockade im Gehirn und bekomme die Injektion nicht mehr hin.
    Habe nun schon 3 Tage nicht mehr gespritzt, habe aber meinen Blutzuckerspiegel recht gut noch ohne das Insulin im Griff. Aber so kann das nicht weitergehen. Habe in 3 Tagen Termin bei meinem Doc und hoffe da auf Hilfe.
    Ich habe es eben, tatsächlich hinbekommen zuzustechen, aber das war dann richtig schmerzhaft am Oberschenkel.
    Zur Injektion ist es dann nicht gekommen.
    Hat jemand ähnliche erfahrungengemacht und kann mir tips geben.
    Gruß Michael
  • Anke S.

    Rang: Gast
    am 14.06.2005 13:00:22
    Hallo Michael,

    Angst vorm Spritzen ist beim Diabetes eine ziemliche Katastrophe ;-), mit der du nicht als einziger da stehst.
    Ich halte es für sehr wichtig, möglichst schnell professionelle Hilfe aufzusuchen - besser gleich zu Anfang reagieren, bevor sich die Angst vollständig einnistet. Wenn du es ein paar Tage ohne Insulin ohne Koma ausgehalten hast, liegt bei dir sicherlich noch eine geringfügige Eigenproduktion vor - aber genauso sicher tut es dem Körper nicht gut, mit dieser Restproduktion auskommen und die hohen Werte aushalten zu müssen.

    Mit dem Diabetologen würde ich noch einmal intensivst alle Möglichkeiten durchsprechen, die sich spritztechnisch bieten -
    Wahl des Pens, der Nadeln, der Spritzzonen und, ganz wichtig, der Spritztechnik.
    Daneben würde ich mich ggf. aber auch von ihm zu einem Psychologen überweisen lassen, um auch diese Seite nicht unberücksichtigt zu lassen. Im Bereich der Verhaltenstherapie gibt es Konzepte, die rel. schnell zu erlernen und recht erfolgreich sind.

    Alles Gute und viele Grüße, Anke von Anke S.
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 14.06.2005 22:18:32
    Hallo.

    Ergänzend zu Ankes Beitrag kann ich auf die Schnelle noch den Tipp geben:

    Versuche mal anstatt der Oberschenkel den Bauch rechts und links vom Bauchnabel bis hin zu den seitlichen "Röllchen". Ich finde den Bauch fürs Spritzen am angenehmsten. (...habe selbst einen Horror vorm Spritzen im Oberschenkel.)

    Gruß,
    Lovely
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 16.06.2005 00:23:08
    hallo alle,
    wer eine spritzenphobie hat und das sind nicht wenige, bekommt von seinem diadoc einen
    zb Innovo mit verdeckter kanüle und automatischem vorschub und injezieren verschrieben, denke die anderen habens auch.
    außerdem kann man die kleinsten kanülen versuchen 6*0,25 mm , die pieken garnicht..
    also nicht warten hin und bescheid sagen.
    mfg klaus von klausdn
  • Michael

    Rang: Gast
    am 17.06.2005 00:08:02
    Hallo zusammen

    Zunächst einmal Dankeschön für die Tip´s.
    Heute war ich bei meinem Diabetologen.
    Er sagte mir daß er in 25 Jahren Praxis, noch keinen Fall von einer solchen Spritzenphobie erlebt hätte, nahm aber die Sache ernst.
    Eine Lösung hatte er für mich leider auch nicht, wollte sich aber um eine Lösung bemühen. Gab mir auch noch Tip´s, bezüglich der Spritzzonen.
    Denke daß ich das irgendwie in den Griff bekomme, aber ich setze mich auch nicht selbst unter druck. Meine Blutzuckerwerte sind im Rahmen, aber das wird sich bestimmt auch wieder ändern.
    Ich werde es weiter versuchen.
    Vielen Dank noch einmal.
    Gruß Michael
  • sushi

    Rang: Gast
    am 23.06.2005 01:04:11
    Du Armer!!!
    Das tut mir echt leid, wenn ich sowas lese. Ich habe seit 8 Jahren Diabetes und ich kann mich noch gut erinnern, als sie damals in der Klinik gemeint haben, mit Tabletten wird das nichts, du musst Insulin spritzen. Und dann haben sie mir eine Spritze in die Hand gedrückt und gemeint, jetzt mach.... Ich hab dann erstmal geheult mit meine 20 Jahren. Aber letztendlich habe ich gewusst, es muss sein, es muss zur Routine zum Teil meines Lebens werden. Es muss ganz selbstverständlich passieren und ich muss es integrieren.
    Mittlerweile nervt mich das Piksen in den Finger mehr als das Spritzen. Ich spritze tagsüber in den Oberbauch links und rechts. Da tut es gar nicht weh, vorallem, wenn du immer frische Nadeln nimmst. Im Gegensatz zu vielen anderen steche ich die Nadel ganz langsam in die Haut.
    Nachts steche ich dann in den Oberschenkel und auch da steche ich ganz langsam und drücke auch die Hautfalte immer ganz fest zusammen, so dass mir das Drücken mehr weh tut, als das Spritzen. Klar kann es sein, dass du mal einen Nerv triffst, aber das passiert.
    Seit drei Jahren mache ich übrigens auch eine Therapie. Eine solche Diagnose steckt man nicht einfach weg. Es ist gut, über seine Ängste zu reden und nichts hinunterzuschlucken oder auszuhalten.

    Diabetes kann auch eine Chance sein! Sie es mal so: Wer hat schon so eine guten Überblick über seine Gesundheit? Alle drei Monate kannst du ein grosses Blutbild machen.
    Ich weiss, dass das nicht sehr aufbauend für dich ist, auch ich habe depressive Phasen hinter mir. Aber ich wünsche dir, dass du alles gut in den Griff bekommst.

    Viele Grüsse ;) von sushi
  • Michael

    Rang: Gast
    am 16.02.2006 22:09:06
    Hallo zusammen

    Ich möchte nun noch einmal ein Feedback abgeben,wie es denn mit meiner Spritzangst weitergegangen ist.

    Irgenwie hatte ich letztes Jahr Glück gehabt und meine Werte haben sich so verbessert, daß ich vorerst nicht spritzen mußte, was meiner Spritzangst ja nur zu gute kam. Seit 3 Wochen aber, sind meine Werte wieder so angstiegen, daß mir mein Arzt wieder angeraten hat zu spritzen.
    Tja, aber was tun?
    Ich habe mich daraufhin im Internet ein wenig informiert und den Diapen von Haselmeier entdeckt.
    Der Knackpunkt war ja, daß ich einfach nicht mehr zustechen konnte, was mir bei diesem Pen ja abgenommen würde.
    Im Gespräch mit meiner Diabetesberaterin
    kam dann auch sehr schnell das Gespräch auf diesen Pen, den ich dann auch gleich in der Praxis ausprobiert habe.
    Ich hätte nicht gedacht, daß mir das spritzen so leicht fallen würde dadurch daß die Nadel nicht zu sehen ist und verdeckt in die Haut einsticht. Ich habe seit ich mit diesem Pen spritze,absolut nichts vom Einstich gemerkt und kann den Pen nur weiterempfehlen.
    Ich habe auch nicht mehr In den Oberschenkel gespritzt, sondern habe mir nun den Bauch ausgesucht.
    Sicherlich werde ich irgendwann wieder
    Ich denke daß es bei mir keine sehr ausgeprägte Spritzangst war, sonst hätte ich sicherlich auch Psychologische Hilfe in anspruch nehmen müssen.
    Meine Werte sind nun wieder recht gut und mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.
    Also, für alle die auch einmal solch eine Spritzangst bekommen sollten, nicht verzagen und vielleicht einfach nach Alternativen suchen.

    Gruß Michael