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Pumpe und Alltag ?
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Manuela
Rang: Gastam 05.03.2005 16:40:10
Hallo alle zusammen !
Ich bin 27, und habe seit meinem 3. Lebensjahr Diabetes Typ I. Bin generell nicht so leicht einzustellen, habe aber bislang noch keine Folgeschäden o.ä. Mein Doc (Diabetologe) meinte vor kurzem ob ich nicht mal an eine Pumpe denke wollte. Er meinte sie würde meine Schwankungen besser ausgleichen. Mein HbA1c liegt derzeit bei 8. Vorher so zwischen 6.9 und 7,5. Ich spritze seit 2003 NovoRapid in Kombination mit Protaphan, vorher Actrapid mit Protaphan.
Bislang konnte ich mich mit dem Gedanken allerdings noch nicht so anfreunden. Ich stelle mir den "Kabelsalat" den man mit dem Katheter und der Pumpe hat im Vergleich zum Pen doch etwas schwierig vor. Deshalb meine Fragen:
Wie macht Ihr das im Alltag ?
Wo und wie befestigt Ihr Pumpe und Katheter?
Kann sich der Schlauch von alleine lösen ?
Was ist, wenn ich enge Kleidung, bzw. Sommerkleidung tragen will (Sommerkleider, Röcke, Tops) wohin dann mit dem Ding?
Hatte bei Euch der Umstieg auf Pumpe wirklich soviel bessere Werte gebracht ?
Wie läuft das mit dem Probetragen ab?
Bin wirklich dankbar für alle Eure Antworten !
Manuela -
Anke S.
Rang: Gastam 06.03.2005 17:14:29
Hallo Manuela,
da du wirklich nicht die Einzige bist, die sich mit den entsprechenden Sorgen herumschlägt, gibt es - wie du bereits weisst - leihweise Pumpen zum Probetragen.
Wie das organisatorisch genau abläuft, kannst du unter 0180/2000412 (6Ct pro Gespräch) beim Kundenservice Infusionssysteme der Pumpenfirma Roche Diagnostics erfragen. Die können dir mit konkreten Angaben weiter helfen, wie du Kostenvoranschlag für die Kasse, ärztl. Attest für die Kasse etc anleiern kannst.
Sicherlich klären sich einige deiner Fragen beim Probetragen dann ganz von selbst ;-))
Selber trage ich meine Pumpe (erst H-Tron, dann D-Tron, jetzt AccuChekSpirit) meist in der Hosentasche.
Alternativ gibt´s T-shirts, die mit Pumpentaschen ausgestattet sind / man kann sie an einem Bauchgurt befestigen / in einer kleinen Lederhülle um den Hals hängen / in einer Hülle mit Karabiner irgendwo dran hängen (Gürtelschlaufe,Rucksack o.ä.) oder sie in einer anderen Hülle am Gürtel befestigen / man kann sie mit einer kleinen Baumwollhülle am BH befestigen oder sie auch einfach so in den BH stecken / man kann ... es gibt bereits enorm viele Möglichkeiten und der eigenen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt :-))
Der Katheter hat eine selbsthaftende Rondelle. Man kann ihn zusätzlich mit einem Pflaster sichern. Obwohl ich das noch nie getan habe, hat er sich auch noch nie ungewollt von selber gelöst. Pflaster, Katheter und Pumpe sind wasser- und duschfest.
Und ausprobieren würde ich die Pumpe wirklich, denn dass sich die Einstellung unter Pumpentherapie trotz wesentlich mehr Freiheiten im Alltag spürbar bessert, ist tatsächlich zu erwarten.
Mit der ICT kommt man dem körpereigenen Rhythmus und - Insulinbedarf einfach nicht ganz so nahe wie mit einer Pumpentherapie.
Viele Grüße Anke von Anke S. -
Lovely
Rang: Gastam 06.03.2005 20:37:31
Hallo Manuela.
Die Pumpe soll tatsächlich die allerbeste Einstellung ermöglichen.
Ich selbst trage keine, weil ich ein psychisches Problem damit habe, ständig eine Nadel in meinem Körper zu wissen. Wenn das nicht wäre, wäre ich sicherlich auch schon längst umgestiegen.
Falls es mit der Pumpe bei Dir nicht klappen sollte, wäre noch zu überlegen, auf Lantus statt Protaphan zu wechseln. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass sich durch das 24-Std.-Insulin die Schwankungen sehr stark minimieren.
Gruß,
Lovely -
Manuela
Rang: Gastam 06.03.2005 21:04:14
Hallo Anke, hallo Lovely,
vielen Dank für Eure Antworten, Ihr habt mir ja schon ne Menge Tips gegeben. Ich glaube, das ich mir die Pumpe jedenfalls mal angucken und mich entsprechend informieren werde, denn ehrlich gesagt kann es für mich ja eigentlich nur besser werden. Ich denke dabei halt auch an meine Spritzstellen, die teilweise doch ziemlich verhärtet sind. Und die Aussicht für die nächsten Jahre ohne Spätschäden davonzukommen wird mit meinen derzeitigen HbA1c Werten wohl auch nicht so gut sein.
Auch wenn im Moment noch viele Fragen sind. Ich stell mir nach 25 Jahre Spritze bzw. Pen das ganze einfach etwas ungewohnt vor.
Die Idee mit Lantus hatte mein Dok auch schon, allerdings wirkte das so stark bei mir das ich jede Nacht starke Unterzuckerungen hatte und dann morgens total gerädert war. Deshalb gings wieder zurück auf Protaphan.
War der Umstieg auf Pumpe bei Euch ein Problem im Partner/Freundeskreis bzw. beim Leute kennenlernen plötzlich "verkabelt" zu sein im Gegensatz zum Pen vorher ????
Hatte bislang sowohl positive als leider auch negative Reaktionen auf meinen Diabetes. Das ist immer sehr unterschiedlich, auch die Frage wann man es jemandem sagt. Wobei ich persönlich denke das man es recht früh sagen sollte und kein Geheimnis drauß machen soll.
Leider scheints trotzdem immernoch Leute zu geben die damit Probleme haben.
Liebe Grüsse
Manuela -
Lovely
Rang: Gastam 06.03.2005 22:39:47
Hallo Manuela.
Lantus vs. Unterzucker:
Frage: Wurde die Menge Insulin beim Umstieg von Protaphan auf Lantus beibehalten?
Ich weiß aus Erfahrung und von anderen Patienten meiner Diabetologin, dass man bei Umstieg ca. 25% Insulin einsparen kann.
Ich weiß nicht mehr genau, wieviel weniger ich damals spritzen konnte, aber es war auf jeden Fall weniger Insulin, als das Lantus teurer war im Gegensatz zum Protaphan und der Umstieg sich dadurch sogar für die KK bezahlt machte.
Spritzstellen:
Das Wechseln ist enorm wichtig. Ich selbst bin hierbei leider nicht so konsequent, wie bei anderen Dingen. Es muss ja meist auch schnell gehen, zack, Spritzen ohne hin zu schauen, und schon landet man immer wieder an der gleichen Stelle.
Tipp: Auch die "Rollen" oder "Pölsterchen" in der Taille sind sehr gut zum Spritzen geeignet.
Ich drück die Daumen für die Pumpe, dass es klappt!
Gruß,
Lovely -
Anke S.
Rang: Gastam 08.03.2005 13:16:03
Hallo Lovely,
viele stören sich an der Nadel oder am Gedanken daran -
RochDiagnostics hat das registriert und grade im Januar 05 nun wieder ein neues Infusionsset auf den Markt gebracht, das statt einer Stahlnadel eine (biegsame!) Teflonkanüle hat. Im Ggs. zu den bisherigen Sets mit Teflon kann diese senkrecht gestochen werden und ist entsprechend kurz (8 bzw.10mm)
Viele Grüße Anke von Anke S. -
Manuela
Rang: Gastam 13.03.2005 12:48:44
Hi zusammen,
ja die Dosis wurde beim Lantus reduziert und trotzdem gings nicht. Eine Spritze reichte nicht, zwei waren zuviel. Deshalb gings dann auch wieder zurück auf die alte Sorte :-)
Habe am Montag einen Termin bei meinem Dok, bin mal gespannt was er mir rät, bzw. wie dann weiter vorgegangen wird. Würde so eine Pumpe schon gern mal vorher tragen, bevor ich mich letztendlich dafür entscheide.
Lg Manuela -
Anni
Rang: Gastam 15.03.2005 18:06:44
Hallo Manuela, ich habe meine Pumpe jetzt seit 4 Jahren, vorher ebenfalls Actrapid und Protaphan. Du solltest das wirklich probieren, das wirst du nicht bereuen. Ich hatte vorher oft Probleme mit Schwankungen und Unterzuckerungen. Jetzt ist meine Einstellung wirklich super. Und wenn nicht, dann bin ich selber schuld, aber ich kenne dann die Ursachen. Ich habe mich nach einem halben Jahr Pumpe auf Humalog umgestellt. Ich komme damit viel besser zurecht, weil dieses Insulin viel schneller wirkt.
Das Tragen der Pumpe ist kein Problem, obwohl es für mich in der ersten Zeit auch danach aussah. Enge Sommerkleider sind eigentlich auch kein Problem, das kommt wieder auf den Stoff an. Ich trage die Pumpe dann entweder im BH oder unter einer Miederhose (nicht lachen! )
Wenn keiner drunter schaut, ist das eine super Lösung, weil nichts verrutschen kann.
Und auf die Nase binden mus man die ganze Sache eigentlich nur den Leuten, die eben "drunter schauen" oder das voraussichtlich tun. Und für solche Fälle sind abkoppelbare Katheter ratsam.