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Je mehr Insulin, desto höher die Werte...?!?!

  • Sylvia

    Rang: Gast
    am 01.01.2010 17:31:16
    Hallo,
    ich habe hier vor einiger Zeit schon mal geschrieben, weil meine Werte plötzlich so hoch waren und ich nicht wusste, was ich machen soll, weil meine Ärztin gerade im Urlaub war.

    Nun soll ich zum Essen immer spritzen, und zwar Novorapid. Das mache ich seit einiger Zeit, aber morgens ist es z.B. so, dass ich mit einem Wert von ca. 120 aufwache, dann bin ich 2-3 Stunden mit meinen Kindern beschäftigt, bevor ich das erste Mal etwas esse. Dann ist mein Wert schon bei ca. 200 (obwohl ich ja noch nichts gegessen habe). Dann esse ich 2 belegte Brötchen und spritze 11 E Novorapid und nach 2 Stunden habe ich einen Wert von 300 bis 350!!! Als ich das Novorapid noch nicht gespritzt hatte, war ich immer unter 250 bei gleichem Frühstück.

    Nun soll ich das Protaphane erhöhen, welches ich schon seit einiger Zeit zur Nacht spritze. Ich bin da inzwischen bei 34 E angelangt. An meinem morgentlichen Nüchternwert von ca. 120 ändert sich nichts, der Wert ist meiner Meinung nach zwar nicht ideal, aber erst mal ok. Aber das Protaphane kann ich erhöhen, wie ich will, der Wert vor dem Frühstück steigt trotzdem auf ca. 200. Und der Wert nach dem Frühstück ist eben erschreckend hoch.

    Ansonsten esse ich noch eine Kohlehydrathaltige Mahlzeit so gegen späten Nachmittag, Da ist der Wert dann ganz in Ordnung. Vor dem Essen ist er auf ca. 100 - 140 gesunken (immer noch zu hoch, aber besser, als 300, wie nach dem Frühstück!) und nach dem Essen ist er etwas höher,aber nicht sehr viel. Da spritze ich dann 4 E Novorapid. Vor dem Schlafen ist der Wert dann wieder auf ca. 200 angestiegen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Erhöhung des Protaphane mein Problem lösen kann. Ich habe die 34 Einheiten auch schon auf 2 x 17 Einheiten aufgeteilt (also, einmal 17 Einheiten ins rechte und dasselbe noch mal ins linke Bein) weil meine Ärztin meinte, dass sich die Wirkung so verlängern würde. Was ich mir aber auch nicht vorstellen kann. Für mich wäre es logischer nachzuvollziehen, wenn sich die Wirkung durch die Aufteilung eher beschleunigt.

    Ich hätte gerne mal hier die ein oder andere Meinung von euch dazu, damit ich meine Ärztin noch mal gezielt ansprechen kann, ob man die Behandlung nicht anders angehen sollte. Oder bin ich vielleicht einfach zu ungeduldig?

    Vielen Dank und ich wünsche allen hier trotz aller eventuellen Widrigkeiten ein gutes Jahr 2010! von Sylvia
  • Joa_

    Rang: Gast
    am 01.01.2010 18:16:21
    Hallo Sylvia,

    ebenfalls ein gutes neues Jahr!

    Und wenn es bei Dir derzeit noch recht unbefriedigend läuft, dann kann es nur besser werden. ;-)

    Wo finde ich eigentlich Infos, was für eine Art Diabetes bei Dir angenommen wird, und wie Deine individuellen Bedingungen,

    > Gewicht, Alter, Größe, Diab-Dauer etc. <

    sind?

    Gruß
    Joa von Joa_
  • Sylvia

    Rang: Gast
    am 01.01.2010 19:49:23
    Hallo!
    Der Diabetes wurde im Dezember 2007 festgestellt, der Langzeitwert war irgendwo bei 14. Ich sollte operiert werden und da fiel der hohe Zuckerwert auf im Rahmen der Voruntersuchungen zur OP. 2001 war noch alles usper, da war ich schwanger und da wurde so ein Test gemacht.

    Behandelt wurde ich erst mit Metformin und dann zusätzlich Glimepirid. Leider war das auch nicht ausreichend, so dass ich zusätzlich seit ca. 2 Jahren 24 E Protaphane zur Nachtt gespritzt habe, Das ging ein Jahr ganz gut. Dann aber waren die Werte relativ plötzlich schlechter, obwohl sich meine Ernährung oder Aktivitäten und dgl. nicht geändert haben.. Deswegen jetzt zusätzlich das Novorapid zum Essen.

    Ich bin weibllich, bin 40 Jahre alt, habe wohl Diabetes mellitus II, leider auch schon Polineuropathien und leider erhebliches Übergewicht (BMI über 40) und Diabetiker (II) in der Verwandtschaft (mütterlicherseits (Mutter) und väterlicherseits - Tante und Cousinen). Meine Blutdruckwerte sind grenzwertig, meine Cholesterinwerte sind optimal (noch, aber hoffentlich noch länger).

    Reichen diese Angaben? von Sylvia
  • peter

    Rang: Gast
    am 02.01.2010 13:22:59
    hallo sylvia,
    zu deinen problemen hatte jürgen den thread über insulinresistenz geschrieben,(jürgen bitte schreib für die normalen menschen verständlicher)
    mein rat,
    wenn dein nüchtern bz bei 120 liegt laß ihn da , und zwar mit der -geringsten- dosis basisinsulin,erhöhen und splitten ist sinnlos.
    -allerdings- sollte der startwert in die nacht normal sein
    (80-120) erst dann wirst du merken daß du die basismenge reduzieren kannst. -
    daher solltest du ca 18h abendessen dann reicht die zeit noch für ev nötige korrekturen.
    dein morgenwert mit 120 ist nicht soo schlecht, nur dann mußt du um den bz anstieg(ohne essen - aus der leber) zu vermeiden un einen vernünftigen wert in den tag zu haben, direkt novorapid auch ohne essen spritzen, versuch ca. 4 ie dann messen und ev erhöhen.
    dann kannst du zum frühstück von einem wert ca 100,
    für "ein" brötchen mit belag (3 be) und ca 10-15 minuten sea mit deinem faktor spritzen, und essen.
    dies nur als richtung, denn nur bei normalen bz werten "wirkt" insulin überhaupt so wie erwartet,
    sonst verpufft es nur als korrektur meist als nichts, nur als kilo.
    allem anschein nach benötigst du auch am tage basalinsulin.
    du wirst merken wenn deine werte in den normalbereich gehen werden die insulinmengen runtergehen. erst dann ist eine gewichtsreduzierung möglich.
    auch würde ich versuchen einen wirklich kompetenten diabetologen zu finden(selten aber es gibt sie)
    von peter
  • EH

    Rang: Gast
    am 02.01.2010 14:47:28
    "Nun soll ich zum Essen immer spritzen, und zwar Novorapid. Das mache ich seit einiger Zeit, aber morgens ist es z.B. so, dass ich mit einem Wert von ca. 120 aufwache, dann bin ich 2-3 Stunden mit meinen Kindern beschäftigt, bevor ich das erste Mal etwas esse. Dann ist mein Wert schon bei ca. 200 (obwohl ich ja noch nichts gegessen habe). Dann esse ich 2 belegte Brötchen und spritze 11 E Novorapid und nach 2 Stunden habe ich einen Wert von 300 bis 350!!! Als ich das Novorapid noch nicht gespritzt hatte, war ich immer unter 250 bei gleichem Frühstück. "

    Hast du es schon mal mit Spritz- Eßabstand probiert? Sofort nach dem Aufstehen spritzen und später frühstücken. Wenn du allerdings erst nach 2 oder 3 Stunden ißt, muß du den BZ kontrollieren, damit du nicht in den Unterzucker gerätst. Aber das ist auch Erfahrungssache.
    Ich habe gelegentlich auch hohe Morgenwerte, allerdings weit höher als 120. Da versuch ich dann, möglichst ein Mittagessen ohne KH zu essen und spritze aber je nach Wert auch Insulin. Abends hab ich die Werte dann meist wieder im Griff.

    Ich habe eine ausgeprägte Insulinresistenz und muß hohe Dosen Insulin spritzen, deswegen wirkt bei mir Insulin nicht nach den allgemeingültigen Regeln. Es kann sein, daß ich - bei gleichen Ausgangswerten und gleicher Insulindosis - einmal das Gefühl habe, das Insulin wirkt gar nicht und dann wieder rutsche ich in einen Unterzucker.
    Diese Probleme hab ich erst seit relativ kurzer Zeit, ich denke, das kommt von der langen Dauer meines Diabetes. Ich hatte lange Jahre, wo die Handhabung sehr gut geklappt hat und ich bin sicher, du wirst das auch lernen.

    Es ist aber so, daß es weitaus schwieriger für einen Typ2 ist, ein befriedigendes Ergebnis zu bekommen als für einen Typ1. Bei Typ2 wirken zu viele unbekannte und unberücksichtbare Faktoren mit. Ein Typ1, der seinen Diabetes kennt und geschult ist, hat es da wesentlich leichter.

    von EH
  • Joa

    Rang: Gast
    am 02.01.2010 23:05:35
    Hallo EH,

    da ich als knapp 60-jähriger Grünschnabel, dazu noch als Typ 1 Diabetiker sowas leider nicht geeignet bin Deiner knapp 90-jährigen (oder sind's schon an die 100) Weisheit als Typ 2er was anderes als besserwisserischen Quatsch zuzugesellen, würde ich nur mal vorschlagen wollen, dass Du der Sylvia das Prinzip von Resistenz und Down-Regulation erklärst, was bei ihr anscheindend durchaus eine Rolle spielen könnte.

    Gruß
    Joa
  • Sylvia

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 01:08:31
    Hallo!

    Ich bin grundsätzlich für jede Anregung und neuen Denkansatz dankbar - egal, ob der von Typ I oder II oder vom Weihnachtsmann kommt :-)

    Ich habe das vom Müütos Insulinresistenz gelesen, aber mich verwirrt das alles ziemlich, wenn ich ehrlich sein soll. Zumal es ja auch dazu hier unterschiedliche Meinungen gibt.

    Ich bin stark übergewichtig, das bin ich schon seit ich denken kann. Ich ernähre mich aber schon immer bewusst und gesund und an Kalorien nehme ich meist nicht mehr als 1000 kcal zu mir. Ich frühstücke üppig und esse ansonsten fast nur noch Gemüse, manchmal einen Quark oder Hüttenkäse oder ein Ei oder auch mal ein Stück Obst. Fleisch habe ich noch nie gemocht und esse also auch fast nie welches. Es gibt in meiner Umgebung wirklich niemanden, der weniger isst, als ich. Trotzdem bin ich mit Abstand die Dickste unter allen. Ich will überhaupt nicht abstreiten, dass mein Übergewicht und mein Diabetes in einem Zusammenhang stehen und sich (gegenseitig?) beeinflussen. Aber es ist mit Sicherheit nicht so, dass meine Bauchspeicheldrüse quasi überarbeitet ist und deshalb den Geist aufgibt, weil ich immer zu viel gegessen habe. Denn dann müssten alle andern Menschen, die ich etwas näher kenne, ebenfalls und schon viel eher Diabetes haben, als ich, da sie weitaus mehr essen, als ich und deren Bauchspeicheldrüsen mit Sicherheit sehr viel ausgelasteter waren/sind, als meine (nur aufgrund der Ernährung). Ich war auch immer körperlich sehr aktiv. Trotz meines Übergewichts habe ich immer viel Sport gemacht, Basketball gespielt, Joggen gegangen, Aerobic und Jazztanz gemacht, viel Fahrrad gefahren, schwimmen gegangen, Schlittschuh gelaufen etc. pp. Natürlich heißt es bei mir Fettklopps immer, dass ich ja selbst Schuld an meinem Diabetes bin, weil eben landläufig die Meinung herrscht, dass man sich den eben ansitzt und anfrisst. Das finde ich persönlich immer sehr schlimm und richtig beleidigend. Und leider ist meine Ärztin (die Diabetologin ist) auch so ungefähr dieser Meinung. Das ist ein Grund, warum ich da eigentlich auch nur ungerne hin gehe und mich nicht gut betreut fühle. Ich gehe übrigens auch zu einer Ernährungsberatung, wo ich schon mehr als einmal gesagt bekam, ich müsse MEHR essen. Und wo mir gesagt wurde, dass es tatsächlich mehrere sehr dicke Menschen gibt, die viel zu wenig essen.

    Naja, ich werde mal probieren, was passiert, wenn ich morgens gleich nach dem Aufstehen Insulin spritze und schauen, wie das dann im Tagesablauf meinen BZ-Verlauf beeinflusst.

    Wobei ich das mit der Down-Regulierung gelesen habe, dass man sich keinen Gefallen tut, immer mehr Insulin zu spritzen, da man damit die Insulinempfindlichkeit herabsetzt und dann immer mehr Insulin brauch. Also vielleicht doch nicht mehr Insulin spritzen, sondern weniger??? Aber wie ich damit den BZ dann runter bekommen soll...

    Ich bin nach wie vor dankbar für Ideen, Erklärungen etc.! Ich würde gerne mal richtig kapieren, was es mit dem Diabetes auf sich hat, aber irgendwie gibt es wohl noch keine wirklichen Ergebnisse, sondern alles ist irgendwie spekulativ. Das ist jedenfalls mein Eindruck bisher.

    Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!
    von Sylvia
  • Astrid

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 02:11:06
    Hallo Sylvia,

    und wenn du einfach mal das Insulin wechselst ? Nicht jeder springt auf ein Insulin gleich gut an, war bei mir auch so.
    Und eine stationäre Einstellung ? In welcher Gegend wohnst du? Bad Nauheim / Kerkhoff-Klinik ist echt zu
    empfehlen.

    Aber auch ich finde, du solltest mehr essen, sonst
    schläft der Fettstoffwechsel noch mehr ein und du nimmst noch leichter zu.
    Aber wieviel Übergewicht hast du denn? Bei soviel Bewegung kann es doch gar nicht so schlimm sein?

    Machst du denn Ausdauertraining im niedrigeren
    "Fettverbrennungs-Pulsbereich"?
    Bei dieser Menge an Insulin ist es schon schwierig nicht zuzunehmen, geschweige denn abzunehmen.

    viel Glück von Astrid
  • Joa

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 02:33:37
    Hallo Sylvia,

    in diesem umoderierten Forum habe ich meinerseits keine Lust, auf Typ 2 was zu antworten. Was nicht Dich meint.

    Und natürlich sind meine Gedanken zum 2er auch sehr spekulativ und meine internetinspirierten Ideen dazu nur günschnäbelig und Typ 1 gemäß irrelevant.

    Daher möchte ich Dich in diesem Forum den EH's und resistenzmüstossigen Fachleuten zum Typ 2 überantworten.

    Jedenfalls wünsche ich Dir viel Erfolg hier.

    Gruß
    Joa
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 11:04:22
    Moin Sylvia,

    allen Diabetes mellitus können wir uns am einfachsten so vorstellen, dass die Automatik defekt ist, die den Blutzucker gesund unter allen Umständen in einem sehr engen Bereich regelt. Die Typeneinteilung bezieht sich auf die Art des Defektes. Allen Typen gemeinsam ist, dass es halt unsere Aufgabe als Betroffene ist, unsere defekte Automatik mit Essen und Medis und Bewegen so zu unterstützen bis ersetzen, dass unser BZ meistens möglichst so flach & niedrig verläuft, als wenn die Automatik gar nicht defekt wäre.

    Wie viel von welchem Insulin Du für Deinen gesunden Blutzucker brauchst, kannst Du nur selbst herausfinden. Das liest sich wahrscheinlich ein bisschen ungewöhnlich, aber hat folgende Bewandnis: Bei uns allen senkt Insulin den BZ. Aber die selbe Menge vom selben Insulin bei jedem von uns verschieden, also bei dem einen z.B. in 2 Stunden für 2 Scheiben Brot und bei der anderen in 3 Stunden nur für eine Scheibe vom selben Brot - oder umgekehrt.
    Wie das bei seinen Patienten ist, findet der Arzt raus, indem er eine Dosierung vorgibt und dann alle paar Wochen entsprechend den individuellen BZ-Angaben (nüchtern und meistens dann noch vor den Mahlzeiten) weiter anpasst.

    Wenn Du willst, kannst Du das in wenigen Tagen und sehr viel passender für Deinen alltäglichen Tagesablauf selbst machen. Du brauchst dafür nur z.B. die Spritzvorgabe Deines Arztes für Dein Frühstück zu nehmen, zu messen und zu spritzen, ABER noch nicht zu essen. Du misst nun alle 10 Minuten, bis Dein BZ unter 100mg/dl oder wenigstens um 30mg/dl gesunken ist. Die Zeit vom Spritzen bis dahin ist dann zu dieser Tageszeit Dein Spritz-Ess-Abstand.
    DANN ist Zeit zum Essen. Und dann misst Du weiter in Halbstundenschritten und schaust, wie Dein BZ dann wieder steigt und steigt und dann abflacht und dann wieder sinkt und sinkt und ... wenn das Sinken schließlich auf der Höhe wie vor dem Essen abflacht, hat die Insulinmenge genau gepasst. Wenn er höher hängen bleibt, isst Du beim nächsten mal halt weniger KHs. Du weißt dann ja schon, wie Dein BZ nach dem Essen ungefähr verläuft und brauchst dann ja nicht mehr in so kurzen Abständen zu messen. Und das mit dem weniger KHs Essen machst Du so lange, bis der BZ nach dem Essen in der Höhe von vor dem Essen zu sinken aufhört. Und dann hast Du genau die Menge Kohlenhydrate, die bei Dir zu der Tageszeit zu der Menge Insulineinheiten passt :-)

    Wenn Dein BZ morgens ohne Essen von 120 auf 200 ansteigt, ist das der Zucker, den Deine Leber ausgibt und für den Deine Insulin produzierenden Beta-Zellen kein Insulin mehr ausgeben. Also musst Du dafür genauso spritzen, wie für den Zucker, den Du mit Brot und allem aus Mehl, Kartoffeln, Reis, Obst und selbstverständlich Zucker isst. Nur klein anfangen, vielleicht mit 3 Einheiten Novorapid nach dem Aufstehen, und dann z.B. in Stundenschritten schauen, wie sich der BZ verhält. Und wenn er dann immer noch deutlich ansteigt, am nächsten Tag vielleicht 5 Einheiten usw, bis Du ihn für die Zeit vor Deinem Frühstück einigermaßen eben hast.
    Da kann dann übrigens sein, dass Dir irgendwann auffällt, dass Du mit dem flacheren BZ-Verlauf davor dann zum Frühstück weniger Insulin brauchst. Denn meistens lässt sich beobachten, dass Insulin umso messbar wirksamer wird, je gesund niedriger und flacher der Blutzucker verläuft.

    Erfolgreiches Ausprobieren! Jürgen

    Damit das Protaphane möglichst weit in den Morgen rein wirkt, würde ich es möglichst spät vor dem Schlafengehen spritzen, und zwar in eine Spritzstelle. Denn INSULINER teilen ihre Insulin-Dosen auf 2 und manchmal sogar noch mehr Spritzstellen auf, wenn sie den Wirkverlauf ihres Insulins beschleunigen und verkürzen wollen, aber Du willst ja möglichst lange was davon haben.
  • EH

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 11:23:19
    Hallo Sylvia,

    daß du wenig ißt, glaube ich dir sofort. Und die Behauptung, deine BSD hätte sich durch dein Übergewicht vorausgabt und deshalb hättest du Diabetes bekommen, halte ich für Unsinn. Wie ich hier schon schrieb hatte ich einen BMI von 18 als ich anfing ohne Grund zuzunehmen. In der Rückschau denke ich, daß damals meine Insulinresistenz begann und zwar aufgrund ererbter Probleme. Das war vor ca. 40 Jahren und natürlich hat das damals kein Mensch erkannt, damals hielt man Typ 2 für eine Art Befindlichkeitsstörung und leider denken viele (auch Ärzte) das heute noch..

    Unter Insulinresistenz verstehe ich, daß der Körper das produzierte oder gespritzte Insulin nicht verwerten kann und es sich deshalb sammelt und die Gewichtszunahme verursacht. Das mag einfach und laienhaft klingen, entspricht aber meinen Erfahrungen. Und natürlich gibt es Insulinresistenz, auch wenn man sie mit einem anderen Namen belegt. Mein Diabetologe ist übrigens auch dieser Meinung.

    Vom Versuch einer Down-Regulation rate ich dir ab. Es funktioniert bei Typ 2 nicht. Das ist ein typisches Beispiel, wie versucht wird, Typ 2 mit Typ 1 gleichzusetzen, obwohl das zwei völlig verschiedene Krankheiten sind. Auch das, was Typ 1er bei sich als "Insulinresistenz" bezeichnen ist etwas völlig anderes.

    Ich kann dir nur raten, dir einen Diabetologen zu suchen, der nicht dein Übergewicht für deinen Diabetes verantwortlich macht. Ich weiß, es ist sehr schwer - ich habe 20 Jahre dazu gebraucht. Deine Ärztin ist wohl eher nicht der richtige Ansprechpartner

    Das mit dem wenig essen hat nicht viel Einfluß auf den Diabetes. Ich habe gleichzeitig Gallenprobleme und es gibt Zeiten, da muß ich mich zwingen etwas zu essen. Den BZ beeindruckt das in keiner Weise. Einen Trost hab ich vielleicht für dich. Ich führe die Tatsache, daß ich noch keinerlei Folgeschäden habe, darauf zurück, daß ich eben so wenig gegessen habe. Das mag ein Irrtum sein, aber einen Grund muß es ja geben, zumal ich ja erst seit relativ kurzer Zeit meinen BZ selbst steuern kann.

    Da man erst vor wenigen Jahren begonnen hat, den Typ 2 ernst zu nehmen, gibt es naturgemäß noch nicht viele ernst zu nehmende Ergebnisse. In den Foren wird zwar alles mögliche verbreitet, aber das ist mit Vorsicht zu genießen. Am besten ist es, man beobachtet sich selbst und hört auf seinen gesunden Menschenverstand.

    Nimmst du übrigens Metformin? Wenn du es verträgst, dann kann es sehr nützlich sein.

    Alles Gute für dich!
    E.H. von EH
  • Anja

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 12:21:31
    Hallo Sylvia!

    Wir haben da wohl ein ähnliches Problem. Ich bin 30 habe seit 9 Jahren Typ 2 und spritze seit 4 Jahre. Habe vor einige Zeit den Diabetologe gewechselt,weil ich immer wieder viel zu hohe Werte hatte.Ich spritze jetzt mehr und auch mit Spritz-eß-abstand.

    Ich spritze morgens beim aufstehen 15 E Humalog damit der Zucker nicht so hoch ansteigt. Bei 2 Brötchen zum Frühstück spritze ich 32 E mit 45 Minuten Spritz-eß-abstand. Mit Protaphane bin ich jetzt bei morgens und abend je 30 E.

    Wenn du magst kannts du mir ja mal schreiben. Würde mich über ein Austausch freuen. Anja.Klinner@gmx.de

    Viele Grüeß
    Anja
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 13:00:04
    Moin Anja,

    wenn Euch blöde Unsachlichkeiten zwischendruch nicht zu sehr stören, bleibt doch bitte in diesem oder einem anderen Forum. Denn in diesen Foren lesen immer viele Leute mit, die sich nicht zu schreiben trauen, aber doch eine ganze Menge Anregungen mitnehmen, die sie ohne solchen aktiven Selbsthilfe-Austausch nicht bekommen könnten. Ich finde allein schon bemerkenswert, dass Du einen Diabetologen gefunden hast, der auf Deinen Bedarf so individuell eingeht. Schon das kann man einem Mut zur Umschau machen, der nach irgend einem popeligen Schema behandelt wird.

    2 Fragen hab ich. Und zwar hab ich zum Frühstück mit schnellem Analog-Insulin um 50 Minuten SEA, und für 2 Brötchen müsste ich auch 30-36 IE spritzen. Allerdings würde ich dann nach Spritzen um 7 und Essen gegen 8 trotz SEA um 9 mehr als 200mg/dl messen, und daran anschließend ne lang anhaltende langsame Absenkung, die auch noch um 12 messbar wäre. Ist das bei Dir mit dem BZ-Verlauf nach dem Essen ähnlich?
    Und dann kenne ich keinen Typ2, der mit mehr als 100 Einheiten Insulin gesamt am Tag sein Gewicht halten kann. Und wenn Du schon 60 Einheiten Protaphane pro Tag spritzt und 32 für 2 Frühstücksbrötchen, kommen da ja wahrscheinlich im Laufe des Tages noch weitere 30-40 dazu - mit welchem Gewichts- Erfolg?

    Bisdann, Jürgen
  • Anja

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 18:23:41
    Hallo Jürgen!

    Also wenn ich 8:15 spritze und um 9 esse dann bin ich nach 1 Stunde auch bei 250. aber nach 2 Std. bin ich weit uner 200.

    Ich brauche viel mehr als 100 E am Tag. Morgens beim Aufstehen spritze ich schon 15 E ohne was zu essen. Frühstück 32 E, Mittag 24 E und Abend brauche ich 40 bis 50 E. Und dann noch 2x30 E Protaphane.

    Gewicht ist ein großes Problem. Früher konnte ich immer mal ein paar Kilo abnehmen wenn ich wollte, aber seit ich spritze tut sich da nichts mehr.

    Viele Grüße
    Anja
  • Joa

    Rang: Gast
    am 03.01.2010 23:43:45
    Hallo Anja,

    beraten kann ich hier leider nicht. Weil ich, ernsthaft gemeint, von den 2er Faktoren recht wenig grüne Ahnung habe.

    Wäre Insulinresistenz kein Mühtoss, könnte man so etwa 50% der Problematik damit zu ergründen suchen, und die Lösung in der Frage suchen, woher sie kommt, die Resistenz.

    Wenn Du ca. 1300 Euronen aufbringen kannst, mach mal einen Versuch in Althausen.

    Und um Dich etwas von einer Jürgen-Fixierung abzuhalten. Auch er hat mit Althäuser Resistenz-Hinweisen selber mal erstaunliche Ergebnisse bemerken können. Stichwort: "Aufstehinsulin".

    Das ist aber nicht das wesentliche Problem bei Dir, denke ich mal.

    Auch wenn es trotzdem, also trotz der 15 IE zum Outbedding, noch reinspielen könnte. Wenn auch nur als Mythos.

    Gruß
    Joa
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 04.01.2010 00:55:50
    Moin Joa,

    finde ich interessant, dass Du mit Resistenz, also mit dem mehr Insulin für die Glukose-Aufnahme in die Muskel-Zellen in Verbindung bringst, was dazu dient die zeitweise(!) Zuviel-Ausgabe an Glukose aus der Leber zu verringern bis stoppen. Könnte es sein, dass Du gerade dabei bist, meine Lästerei zum Insulinresistenz-Müühtoss zu bestätigen?

    Bisdann, Jürgen
  • Joa

    Rang: Gast
    am 04.01.2010 03:18:41
    Hallo Jürgen,

    > finde ich interessant, dass Du
    > mit Resistenz, also mit dem mehr
    > Insulin für die Glukose-Aufnahme in die
    > Muskel-Zellen in Verbindung bringst,
    > was dazu dient die zeitweise(!) Zuviel-
    > Ausgabe an Glukose aus der Leber zu
    > verringern bis stoppen.

    Hä? Was habe ich womit in Verbindung gebracht?

    Alle Insulinrezeptoren aller Körperzellen, die solche haben, sind gleich.

    Setzt eine Resistenz am Rezeptor an, sind alle diese Insulinrezeptoren betroffen.

    Setzt eine Resistenz an anderen insulinsensitiven Rezeptoren, z. B. des Zellkernes an, ist ggf. der Glukosetransport via Glut-4 betroffen.

    Ansonsten ihr lieben 2er, esst mehr Fisch.
    Von wegen der Omega-3 Fettsäuren, Da hängt beim Typ 2 wohl insbesondere die Fettstoffwechselstörung in den Seilen.

    > Könnte es sein, dass Du gerade dabei
    > bist, meine Lästerei zum Insulinresistenz-> Müühtoss zu bestätigen

    Kann ich nicht erkennen, dass ich das täte. Die Frage ist, wo kommt die Resistenz jeweils her, Das ist nicht monokausal und auch zwischen den verschiedenene Typ 2 Variationen mit Sicherheit mehr als vielfältig verschieden.

    Ansonsten noch viel Spaß mit der reichen Lebenserfahrung der Kiregskinder hier.

    Gruß
    Joa
  • rfbrhb

    Rang: Gast
    am 04.01.2010 16:03:59
    Der war gut, Joa!
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 04.01.2010 17:11:11
    Moin Anja,

    weil ich ne Stunde nach dem Essen nach Möglichkeit nicht über 140mg/dl kommen will, gibt es bei mir nur solche BE-Mengen auf einmal, mit denen mein BZ meistens unter dieser Grenze bleibt. Meine Faustregel max 140-120-100mg/dl 1-2-3 Stunden nach jedem Essen. Damit bewegt sich mein BZ immer im Bereich meiner höchten Insulinempfindlichkeit.

    Und dann nehme ich pro Tag nach Möglichkeit nur so viele BEs, dass ich mit etwa 80 bis ab und zu max 100 Einheiten Insulin insgesamt auskomme. Denn mit häufiger über 100 IE/Tag nehme ich schrecklich schnell zu, natürlich nicht vom Insulin. Da is außer Wasser nicht viel drin. Sondern aus der Glukose, die ich mit mehr Insulin mehr esse, macht mein Organismus offenbar mehr Speicherfett, als mir lieb ist :-(

    Bisdann, Jürgen
  • EH

    Rang: Gast
    am 04.01.2010 20:16:43
    "Da is außer Wasser nicht viel drin. Sondern aus der Glukose, die ich mit mehr Insulin mehr esse, "

    Naja, warum spritzt du dann überhaupt Insulin? Trink doch einfach mehr Wasser!! Ist auch billiger.

    Wer zwingt dich, mehr Glucose zu essen, wenn du mehr Insulin spritzt? von EH
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 04.01.2010 20:53:11
    Moin EH,

    hast Recht, ich hab mich wieder mal kompliziert ausgedrückt. Ich ess halt entsprechend so wenig Glukose, dass ich pro Tag mit um 80 IE auskomme :-)

    Bisdann, Jürgen
  • markus nerger

    Rang: Gast
    am 04.01.2010 21:42:20
    Jeder versucht hier mal wieder am guten alten Insulin den Aufhänger zu finden. Meiner Meinung nach solltest du auch einmal versuchen, dein Eßverhalten und deine Bewegung zu analysieren. Das WEGspritzen kann doch nicht das Allerhöchste der Gefühle sein, obwohl einem das in manchen Foren so vorkommt:

    Übrigens Joa: Immer noch jungfräuliche Werte bei mir trozt der alten CT Methode und fast 4 Wochen null Insulin... rein durch KH redudizierte Kost und Bewegung... Leider ohne Torte und Whiskey...

    Ist eben nicht alles toll, was neu ist... von markus nerger
  • Joa

    Rang: Gast
    am 05.01.2010 00:45:02
    Hallo Markus, alter Schwerenöter. ;-)

    > Markus Nerger schrieb:
    > Übrigens Joa: Immer noch jungfräuliche
    > Werte bei mir trozt der alten CT Methode

    Was ist die alte CT-Methode?

    > und fast 4 Wochen null Insulin... rein
    > durch KH redudizierte Kost und
    > Bewegung...

    ... und mit einer nicht unbeachtlichen Gewichtsreduktion in der Folge.

    Wurde bei Dir eigentlich schon mal ein Typ 3a, MODY, in Betracht gezogen?

    Gruß
    Joa
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 05.01.2010 11:28:44
    Hallo Markus,

    Zitat Joa:
    "Wurde bei Dir eigentlich schon mal ein Typ 3a, MODY, in Betracht gezogen?"

    Oder ein ganz normaler Typ 2?

    (Wobei "ganz normal" eine breite Palette von Ausprägungen beinhaltet.) von Rainer
  • EH

    Rang: Gast
    am 05.01.2010 11:33:27
    "Jeder versucht hier mal wieder am guten alten Insulin den Aufhänger zu finden. Meiner Meinung nach solltest du auch einmal versuchen, dein Eßverhalten und deine Bewegung zu analysieren. Das WEGspritzen kann doch nicht das Allerhöchste der Gefühle sein, obwohl einem das in manchen Foren so vorkommt: "

    Vielleicht solltest du mal das Eingangsposting genauer lesen. Da steht, daß das Eßverhalten sehr moderat ist und als Hausfrau mit Kindern hat man keine Zeit den ganzen Tag auf der Couch zu liegen, auch wenn das manche Männer zu glauben scheinen.
    Insulin und Diabetes kann man nicht trennen und warum Insulin (das gute, alte?) ein Aufhänger sein soll, weiß ich nicht.
    Ich habe jahrelang meinen Diabetes ohne Tabletten und ohne Insulin gemanagt, aber einmal ist eben Schluß, bei dem einen früher, beim anderen später.
    Das wirst du auch noch merken, du weißt schon "Hochmut kommt vor dem Fall" und deine wohlfeilen "Ratschläge" kann man von jedem Hausarzt hören, der keine Ahnung von Diabetes hat. von EH