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  • Bianka

    Rang: Gast
    am 05.01.2005 21:34:17
    Hallo!
    Ich bin neu hier (Typ I Diabetiker), hab aber schon `ne Menge von euch gelesen.
    Letzte Woche ist eine Bekannte von mir an Unterzuckerung in der Nacht gestorben.
    Sie war erst 32 jahre alt. Ich komm damit nicht klar. Hat einer von euch auch schon Erfahrungen damit?
    Bianka
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 05.01.2005 23:57:44
    Hallo Bianka.

    Mein aufrichtiges Beileid. Es ist keine schöne Erfahrung, den Tod eines jungen Menschen mit zu erleben. Dadurch dass Du auch Diabetes hast, löst es natürlich Ängste aus, das kann ich nachvollziehen.

    Tod durch Unterzucker kann, soweit ich weiß, nur durch zwei Situationen auftreten:
    1.) Alkohol
    2.) Sehr starke Überdosis Insulin (Selbstmord)

    In all meinen Schulungen wurde immer wieder bestätigt, dass man an einem "normalen" Unterzucker nicht sterben kann, es sei denn einer der o.g. Faktoren kommt hinzu.

    Wenn zu wenig Zucker im Blut ist, also Unterzucker, dann schüttet die Leber ein Gegenhormon aus, welches wiederrum die Ausschüttung von Glucose bewirkt. Selbst wenn man einige Zeit bewußtlos ist (z.B. im Schlaf nicht aufwacht), dann greift trotzdem dieser natürliche Mechanismus, durch den man irgendwann wieder wach wird.

    Weißt Du näheres über die Umstände des Todes von Deiner Bekannten, außer dass sie Unterzucker hatte? Ist sichergestellt, dass die Todesursache der Unterzucker war? Denn einige Stunden nach dem Tod sinkt der Zucker bei jedem Toten. Hatte Deine Bekannte andere Krankheiten, die die eigentliche Todesursache sein könnten?

    Das schlimmste an Deiner jetzigen Situation, neben der Trauer, scheint wohl zu sein, dass Du große Angst hast, dass Dir ähnliches widerfahren könnte. Darum halte ich es für sehr wichtig, sich die genauen Umstände an zu schauen, damit Du diese Angst verlierst. Mit einer permanenten Angst verliert man nämlich ein großes Stück Lebensqualität und das sollte man nicht hin nehmen.

    Gruß,
    Lovely
  • Wolfgang

    Rang: Gast
    am 06.01.2005 02:10:58
    Lieber Unterzuckergeplagten,

    leider ist die Unterzuckerung bes. nachts unter Verwendung von NPH-Insulinen (Verzögerungsins.) immmer eine latente Gefahr, die bei mir 2 x fast zum Tode geführt hätte - ohne Selbstmordabsichten übrigens. Sport in Verb. mit Insulin _kann_ je nach KH-Art zu einem niedrigen Zuckerspiegel führen. Sollte man das nachts "verschlafen", kann es lebenfsgefährlich werden. Diese Todesgefahr in den genannten Fällen habe nicht ich vermutet, sondern hat der Notarzt mit der Bemerkung "5 vor 12" unterstrichen. Der Blutzucker war anfänglich nicht meßbar bei seinem Einsatz an meinem Bett.
    Man soll wg. Unterzucker nicht in ständige Angstpsychosen verfallen, sich des Problems aber immer bewußt sein - gerade nachts. Sinkt der Zucker nämlich zu stark ab, während gespritztes Insulin weiterwirkt, hilft auch die Gegenreaktion des Körpers (Glukagon u.a.) nicht mehr.
    Also sollte gerade nachts nach 2-4 Std. nach dem Spritzen des Verzögerungsinsulins gemessen werden, besonders am Anfang, aber zur Absicherung der Therapie auch später (zumindest stichprobenartig), weil sich die Wirkung eines Insulins im Lauf der Zeit auch individuel ändern kann.

    Es sei nochmal hervorgehoben, dass die Meinung, ein Insulinüberhang könne vom Körper ausgeglichen werden, in der Tat tödlich sein kann. Eine möglichst genaue Einstellung ist gerade nachts lebenswichtig.

    Beste Grüße

    WOLFGANG

    ********** von Wolfgang
  • Elsbeth

    Rang: Gast
    am 06.01.2005 09:24:23
    Hi Bianka,

    an einer Hypo stirbt man/frau so schnell nicht, da müssen andere Faktoren/Krankheiten eine Rolle gespielt haben. Mir ist ein Fall bekannt, in dem eine junge Frau mit Hypo viele Stunden allein in der Wohnung lag und dann gefunden wurde. Sie war nicht gestorben, hatte aber schwere Gehirnschäden erlitten und konnte ihr Studium nicht mehr fortsetzen. von Elsbeth
  • Bianka

    Rang: Gast
    am 06.01.2005 10:45:23
    Hallo!
    Danke für eure Antworten.

    Leider wurde bei meiner Bekannten die genaue Ursache nicht untersucht. Da sie häufiger an Unterzuckerungen mit Bewußtlosigkeit litt, wurde davon ausgegangen, daß eben diese die Ursache war.

    Außerdem hatte sie wohl das Problem, daß ihre Bauchspeicheldrüse meist garnicht, manchmal aber wohl arbeitete. Das wird wohl der Grund gewesen sein.

    Anderer Krankheiten hatte sie meines Wissens nicht.

    Mit der Angst, daß einem das selber auch passieren kann, ist es tatsächlich so, daß ich zur Zeit Nachts kein Basalinsulin spritze, mit der Konsequenz natürlich, daß die Morgenwerte dementsprechend schlecht sind.

    Ich weiß, das das keine Dauerlösung ist. Aber genau damit hatte ich eh immer meine Probleme. Bei normaler Dosierung (z.B. 14 Einheiten) sind die Werte trotzdem schlecht, bei Erhöhung um 2 Einheiten wird man plötzlich schweißgebadet wach und schafft es kaum noch, sich was Süßes in den Mund zu schieben.

    Aber wenigstens werde ich noch wach. Also hilft auch kein Jammern. Weiter ausprobieren, vielleicht mit mehr Vorsicht, und hoffen, daß man irgendwann mal das Richtige findet.

    Liebe Grüsse

    Bianka
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 06.01.2005 12:46:45
    Hallo Bianka.

    Nein, nicht ausprobieren! In einem solchen Fall ist es sinnvoller in einer Klinik oder ambulant bei einem guten Diabetologen neu eingestellt zu werden. Wenn die Basalrate paßt, dann wacht man weder schweißgebadet auf, noch ist der Zucker morgens zu hoch. Sicher gibt es immer mal Schwankungen, die sind dann aber moderat. Aber es ist nicht gut, wenn Du längere Zeit aus Angst keine Basalrate spritzt. Ich empfehle Dir im übrigen eine neue Schulung, denn das gibt Dir wieder neue Sicherheit.

    Wolfgang schrieb von der Auswirkung von Sport. Dass Sport eine Gefahr bergen kann, ist richtig. Ich habe es in meinem Beitrag nicht angesprochen, weil ich davon ausgegangen bin, dass jeder Diabetiker wenigstens eine Schulung besucht hat und weiß, dass man bei starker körperlicher Aktivität sein Insulin reduziert und/oder zusätzliche Kohlenhydrate isst. Wenn man diese Regeln beachtet, dann sinkt auch die UZ-Gefahr durch Sport auf ein Minimum.

    Elsbeth sprach Gehirnschäden durch UZ an. Leider weiß man in diesem Fall nicht, wie es genau zu dem UZ gekommen ist, welche Umstände eine Rolle spielten. Und leider werden solche Fälle auch kaum näher untersucht und öffentlich gemacht, um anderen Diabetikern zu helfen. Ich meine nämlich, je mehr Wissen jeder einzelne hat, desto mehr kann er sich vor Gefahren schützen.

    Ich selbst hatte mal eine UZ-Situation vor etlichen Jahren, da hab ich wohl nachts unterzuckert und bin am nächsten Tag erst nachmittags gegen halb vier Uhr aufgewacht bzw. zu mir gekommen. Ich war allein, darum konnte mir niemand helfen. Bleibende Schäden hat es nicht bewirkt. Als das passierte war mein Zucker nicht gut eingestellt. Ich hatte extreme Schwankungen und war besessen davon, meinen Zucker möglichst niedrig zu halten um Spätschäden zu vermeiden. Die Ursache für den UZ war eindeutig zuviel Insulin, also ein klarer Fehler meinerseits.

    Ich nehme mittlerweile seit ca. 2-3 Jahren das Lantus als Basalinsulin. Dadurch, dass es 24 Std. (bei mir sogar 26 Std.) wirkt, sinkt das UZ-Risiko in der Nacht deutlich ab, weil es nicht wie ein NPH-Insulin eine Wirk-Spitze hat. Es wäre noch eine weitere Möglichkeit für Dich, Bianka, dieses (bei einer Neueinstellung) auszuprobieren.

    Gruß,
    Lovely
  • Bianka

    Rang: Gast
    am 06.01.2005 14:06:35
    Danke!
    Werde deinen Rat zu Herzen nehmen.
    Ich denke, eine Neueinstellung beim Diabetologen wäre wirklich sinnvoll, allein, um wieder mehr Sicherheit zu erlangen.
    Mein Hausarzt (Internist - nicht Diabetologe) erzählt mir schon seit einem Jahr, ich müßte geduldiger sein. so schnell bräuchte man keine Überweisung zum Diabetologen.
    Aber das werde ich wohl mal selbst in die Hand nehmen müssen.
    Übrigens, hast du jetzt keine Angst vor Unterzuckerung, nachdem dir das vor ein paar Jahren mal so passiert ist?
    Und welchen Zielwert hast du jetzt? Du hast geschrieben, früher waren dir die niedrigst möglichen Werte am wichtigsten.
    Bis dann
    Bianka
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 06.01.2005 15:01:54
    hallo bianka ,
    bitte hoehre auf loveley und gehe so schnell wie moeglich zu diabetologen.
    1. lass dir da vom arzt nicht reinreden, du hast ein recht darauf.
    2. ich komme gerade vom augendoc, die naechsten laserungen stehen an, macht es mir nicht nach!! eine gute bz einstellung ist das a und o um folgen zu verhindern.
    herzliche gruesse klaus von klausdn
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 06.01.2005 16:14:29
    "" Mein Hausarzt (Internist - nicht Diabetologe) erzählt mir schon seit einem Jahr, ich müßte geduldiger sein. so schnell bräuchte man keine Überweisung zum Diabetologen. ""

    Bitte?????
    Das ist unverantwortlich seitens des Arztes!!!
    JEDER Diabetiker sollte bei einem Diabetologen in Behandlung sein!

    Hier ist ein Link, mit dem Du einen Diabetologen in Deiner Nähe raussuchen kannst:
    http://www.diabsite.de/wegweiser/diabetologen/index.html

    Der Hausarzt muss Dir eine Überwesiung ausstellen. Andernfalls würde ich die Krankenkasse anrufen und fragen, was Du machen kannst. Denn ein zweites mal pro Quartal 10,- Euro zahlen, nur weil der Hausarzt die Überweiung verweigert, würde ich nicht.

    Zu Deinen Fragen:
    Nein, ich habe keine Angst vor einer nächtlichen Unterzuckerung, jedenfalls nicht mehr seit ich das Lantus nehme. Und selbst wenn ich morgens mit unter 50 aufwache, was manchmal passiert, wenn ich abends bei zwei Glas Wein nicht für ausreichend hohen Zucker in der Nacht sorge, dann habe ich auch keine große Angst. Die Tatsache, dass das Lantus so gering und lang wirkt, gibt mir Sicherheit.

    Mein Zielwert zum Einschlafen ist 120-140, mit Alkohol 160-180. Meine Nüchternwerte liegen eigentlich immer unter 100, meist um 70-80. Es gibt für mich persönlich nur einen Nachteil beim Lantus: 2 Stunden nach dem Aufstehen geht der Zucker hoch. Da ich abends um 18.00 Basal spritze, reicht der Insulinspiegel für den morgendlich Zuckeranstieg nicht aus. Hier muss ich, wenn ich das nicht durch Frühstück kompensiere, 2 zusätzliche Einheiten um 9.00-10.00 morgens spritzen. Dieser kleine Nachteil wäre für mich aber kein Grund, auf das Lantus zu verzichten.

    Mein Zielwert bei Korrekturen liegt bei 100-120, ich habe den Korrektur-Wert 40 je Einheit. Also bei einem 200-er Wert korrigiere ich mit 2 Einheiten.

    Mein Zielwert für Autofahrten liegt bei 140. Einen Wert von 160 korrigiere ich nicht, wenn ich danach Auto fahre.

    Heute achte ich nicht mehr auf möglichst niedrige Werte, sondern eher darauf, dass mein Zucker möglichst stabil im Bereich 80-140 ist. Ich kann mich auf meinen Zucker verlassen, habe Sicherheit. Ausrutscher gibt es natürlich auch, aber die sind allesamt erklärbar, weil sie dann auf einen Fehler meinerseits zurückzuführen sind. Es passiert kaum, dass ich mir einen "komischen" Wert mal nicht erklären kann.

    Meine gute Einstellung habe ich meiner tollen Diabetologin zu verdanken. Ich hatte super Schulungen und kann über alles mit ihr reden. Meine HbA1c-Werte im vergangenen Jahr waren 6,2 - 6,0 - 6,3 - 6,3....und das gibt mir ein gutes Gefühl und Lebensqualität.

    Gruß,
    Lovely
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 06.01.2005 17:24:39
    Hallo Klaus.

    Das hört sich nicht so gut an (Laserungen).

    Werden Deine Augen denn auch mit (jetzt) guter Einstellung noch schlechter?

    Ich selbst habe das große Glück, dass meine minimalen Veränderungen bei der letzten Untersuchung im Dezember nicht mehr zu sehen waren. Und das nach über 32 Jahren Diabetes! Und trotz sehr schlechter Einstellung in manchen Jahren....z.B. Pubertät.

    Wie lange besteht Dein Diabetes schon und wann fing es an mit den Augen, dass sie schlechter wurden?

    Gruß,
    Lovely