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Pumpe bei großen BZ-Schwankungen

  • Volker

    Rang: Gast
    am 30.11.2004 21:03:06
    Hallo "Kollegen",

    bin jetzt 35 und habe im Dezember mein "20-jähriges". Aus verschiedenen Gründen bin ich bisher immer bei ICT geblieben, möchte jetzt aber die Pumpe angehen.
    Meine HbA1C-Werte liegen konstant zw. 6,4 und 6,7, sind allerdings durch ziemlich große BZ-Schwankungen "erkauft" sind, wie meine Diabetologin meint (nur ca. 10-20% der Werte im Zielbereich). Den Grund hierfür sehe ich in un-regelmäßigem und oft auch un-diszipliniertem Essverhalten.

    Nun die Frage: werde ich mich bei der Pumpe deshalb besonders schwer tun oder wird sie mir helfen? Ich hätte ja die Hoffnung, dass ich einen Motivationsschub bekomme, einfach weil es wieder etwas neues ist. Dass ich wieder mehr auf das Essen achte, genauer berechne etc.

    Was meint ihr?
    Danke schonmal für euer Feedback!
    Volker
  • Marc

    Rang: Gast
    am 09.12.2004 14:33:00
    Hallo Volker,

    ich habe die gleichen "Problemchen" gehabt und die HbA1c-Werte mit vielen Schwankungen niedrig gehalten. Seit 2 Wochen teste ich die Minimed Paradigm712. Trotz anfänglicher Skepsis (Nadel permanent im Bauch, schlafen etc.) muss ich sagen, das Ding ist eine Erleichterung. Absolut genial ist aber die Software, der BolusExpert. Hier kannst Du Deinen Zielwert eingeben (110 oder 120 mg/dl), dann mißt Du den Zucker gibst den Wert ein und die BE und der Rechner gibt Dir einen Vorschlag für die Einheiten (bisher funktioniert es sehr gut!). Also nimmt Dir die Pumpe Arbeit ab. Negativ ist das Füllen des Reservoirs. Das kann schon aufhalten, hier sollte minimed endlich eine Patrone einlegen, den schließlich soll die Pumpe bessere Werte bzw. konstante Werte und Zeitersparnis bringen. Viel Spaß! von Marc
  • Volker

    Rang: Gast
    am 09.12.2004 16:14:30
    Hallo Marc,

    danke für deinen Kommentar. Über einen test denke ich auch gerade nach. Weisst du, ob alle Anbieter eine Pumpe zum Test anbieten? Und hast du vor dem Test dennoch eine ausführliche Schulung/ Einstellung mitgemacht?

    Volker
  • Marc

    Rang: Gast
    am 10.12.2004 11:12:37
    Hallo Volker,

    grundsätzlich ist es so, dass Du die Pumpe
    3 Monate testen kannst. Dann mußt Du eine Entscheidung treffen. Eine Rückgabe an den Hersteller ist auch kein Problem, dann wird lediglich eine Leihgebügr (ca. 120€) berechnet, diese müßte aber eigentlich die Kasse zahlen. Wie Du vermutlich weißt, gibt es 2 große Hersteller, es sind minimed und Roche. Eigentlich wollte ich noch die Roche-Pumpen testen. Aufgrund der guten Software von minimed haben sich jedoch weitere Tests erledigt. Sprich mit Deinem Diabetologen. Der Arzt besorgt die Pumpe und dann legst Du Sie Dir an und es kann losgehen, dass ausprobieren...
    Schulung kann ich die Übergabe der Pumpe nicht nennen. Eine Dame von minimed gab mir die Pumpe und erzählte mir, wie ich die stündliche Basalrate einstelle, wie das Füllen funktioniert, wie ich die Pumpe anhalte und ablege (wichtig beim Duschen) und wie ich den Katheder setze. Das ganze hat ca. 45 Minuten gedauert. Im Endeffekt ist es absolut erforderlich die Bedienungsanleitung zu lesen und mit Leuten zu sprechen, die die gleiche Pumpe haben. Da mein Arzt diese auch benutzt, bespreche ich mit ihm noch meine Fragen. Den wie man weiß, treten die Fragen erst in der Praxis auf und dann bräuchte man einen Ansprechpartner vor Ort von minimed. Minimed habe ich darüber auch schon informiert. Die sog. "Schulung" können Sie sich nämlich sparen, die hilft nicht großartig weiter.
    Weitere Pumpen Infos kannst Du Dir auf den Seiten www.minimed.de und www.disetronic.de ansehen.
    Gruß, Marc.
  • Lovely

    Rang: Gast
    am 11.12.2004 23:54:01
    Hallo Volker.

    Die Pumpe auszuprobieren ist bestimmt eine gute Sache. Ob sie Dir allerdings helfen wird ist fraglich.

    Du schreibst selbst, dass Du die Gründe für Deine schwankenden Werte im unkontrollierten Essverhalten siehst. Dein Essverhalten wird sich aber mit einer Pumpe nicht ändern. Und darum ist es fast wichtiger, dass Du Dich mit dem eigentlichen Problem auseinander setzt, anstatt eine andere Therapieform zu wählen. (Wobei ich Dir die Pumpe gewiss nicht ausreden will, denn jeder Versuch ist zumindest ein Handeln und ein Kämpfen um bessere Werte.)

    Ich kenne das von Dir beschriebene Phänomen selbst auch. Immer wenn meine Tochter Ferien hat und ich morgens länger schlafen kann, dann macht sich so eine gewisse "Null-Bock"-Stimmung bei mir breit. In diesen Phasen teste ich manchmal nur 2 x am Tag, wo ich sonst 4-6 x messe. Die Folge sind Schwankungen, die sonst nicht da sind. Außerdem gibt es dann noch so "Bequemlichkeiten" wie "ach die drei Stück Schokolade...dafür noch mal extra spritzen?". Auch das passiert mir nur in Ferien-Zeiten.

    Es gibt dafür nur eine Lösung: Konsequenz. Zumindest weiß ich keine andere.

    Aber sicher muss es auch mal sein dürfen, dass man alles etwas lockerer angeht, darum mache ich mir auch keine großen Sorgen um die Tage, wo ich nicht so konsequent bin. Nur eine Dauerlösung darf es eben nicht sein.

    Und jetzt zurück zur Pumpe. Mach Dir bewußt, dass es zwar einfacher ist, für einen Riegel Schokolade zwischendurch auf den Knopf fürs Insulin zu drücken, statt den Pen raus zu holen, aber das Messen zu den Mahlzeiten bleibt bestehen. Also die Pumpe nimmt Dir nicht alles ab.

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir gutes Gelingen!!! Und ich würde mich freuen, wenn Du Deine Erfahrungen hier berichten würdest. In erster Linie würde mich interessieren, wie sich Dein Essverhalten mit Pumpe entwickelt hat.

    Gruß,
    Lovely