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verzweiflung
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carmen
Rang: Gastam 15.11.2004 00:44:31
hallo, ich weiß seit drei monaten, dass ich typ 2 habe. ich war schockiert, bin es noch, kann mich einfach nicht damit anfreunden, aber wer kann das schon?
ich hab wahnsinnige angst vor den spätfolgen. auch wenn mir viele diabetiker gesagt haben, man kann sehr gut damit leben,..ich kann an nichts anderes mehr denken, mich macht das wahnsinnig. habe große angst, und mir auch geschworen, treten die ersten folgen auf, werde ich mir das leben nehmen.
irgendwie fühl ich mich auch falsch behandelt. hab mich in dieses dm-programm eingeschrieben, bekomme glucobay, um erstmal abzunehmen..die ärzte sagen alle, wenn ich mein idealgewicht habe, brauch ich keine tabletten mehr. aber ich kann es nicht glauben...ich esse oft nur tomaten, paprika oder möhren, und trotzdem ist der zucker dann bei 170, nach reis sogar oft bei 200. sonst eigentlich immer normal...bei 100 oder 118.
ich bin völlig ratlos...bei allem..taugt dieses dmp was, von glucobay hört man auch nichts gutes, aber der arzt wird doch wissen was er macht, oder nicht? ist auch diabetik-spezialist.
ich weiß nicht weiter..vielleicht gibt es ja hier welche, die auch angst haben, die evtl auch nicht weiter wissen..oder welche die einem helfen können.
soll ich zum psychologen, wenn ich weiterhin so psychisch angtoucht bin? -
Harry
Rang: Gastam 15.11.2004 09:21:41
Also - erfreut war ich auch nicht, als ich die Diagnose Diabetes hörte, aber zum Wahnsinnigwerden besteht kein Anlaß. Ich lebe ganz gut damit ;-)
Die Idee, psychotherapeute Hilfe in Anspruch zu nehmen,
würde ich umsetzen. Es gibt auch Psychotherapeuten, die sich auf Diabetiker-Probleme spezialisiert haben.
Vielleicht hilft aber auch schon eines der Bücher von
Dr. Axel Hirsch, selbst Diabetiker und Psychotherapeut in einem Hamburger Krankenhaus.
Ganz wichtig: Eine gründliche Schulung!
Gewicht reduzieren und Bewegung nicht vergessen! von Harry -
klausdn
Rang: Gastam 15.11.2004 11:07:28
hallo ano,
als erstes , bitte etwas angst abbauen, sieh dich hier und auf den anderen foren um und du wirst sehen: du bist nicht allein - es gibt menschen die haben dm seit ueber 40 jahren und keine folgekrankheiten - mein tip schau nach vorne sage ich habe dm aber ich will das beste fuer mich daraus machen.
es ist jedermanns recht anonym zu bleiben aber ees ist wichtig zu wissen wie alt, und m. oder w.
denn es ist ziemlich sinnlos einem zb. 60j der seit 50j uebergewichtig ist zu sagen nimm erst mal ab, ohne sagen zu koennen wie. das kann auch ein arzt nicht.
gehe bitte zu einer diabetischen schwerpunktpraxis , die wissen wirklich bescheid,
dort lass dich schulen(das wichtigste mittel gegen angst ist bescheidwissen)
dann haettest du gewusst zb. reis ist staerke und staerke ist traubenzucker, daher der hohe bz. --- nach dem anfassen bearbeiten und essen von vielen gemuesen und obst ..
zb. radieschen, paprika und anderen. zeigt der test auf blutzucker erst nach mehrmaligen!!!! sorgfaeltigen haendewaschen richtige werte an, ich hatte nach radieschen mal 350 nach haende waschen 100. besorge dir das buch"kalorien mundgerecht" und schreibe an www.novonordisk.de, sie moechten dir die "kohlenhydrat-austauschtabelle mit kalorienangaben fuer diabetiker" zusenden.
damit kommt man schon weiter.
wenn noch fragen sind fragen - es gibt keine dummen fragen , nur dumme antworten.
und den kopf nicht in den sand stecken
mfg klaus von klausdn -
fliesgen
Rang: Gastam 15.11.2004 18:24:55
Hallo,
Angst und Verzweiflung...ich erinnere mich und das ist gar nicht so lange her. Das war im April und ich hatte Panik, Todesangst...Was man alles liest, was einem alles gesagt wird. Die ganzen Spätfolgen und prompt bekam ich Herzschmerzen.. bildete mir ein, weniger Gefühl im Fuß zu haben...
Das war im April...
Und jetzt? Ich habe mehr über meinen Körper gelernt als je zuvor. Und das gibt mir Sicherheit.
Und wieder der Rat: Geh zum Diabetologen, schau Dir die vielen Internetseiten an.. Diabetes II kann auch eine Chance sein, eine Chance auf ein gesünderes Leben, ein besseres als es viele Nicht-Diabetiker haben... Du kannst das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Aber Du kannst unheimlich viel tun, um ein wirklich sehr gutes Leben zu führen...
Keiner weiß, ob er später einmal unter den sog. Spätfolgen zu leiden hat oder nicht. Ich weiß aber auch nicht, ob mir gleich jemand in mein Auto fährt und ich mit einer Querschnittslähmung im Rollstuhl ende oder direkt hopps gehe. Jeden Tag gehen wir Risiken ein und machen uns absolut keine Gedanken darüber und wenn, dann nur selten. Dabei ist es viel wahrscheinlicher, dass wir einen Unfall im Haushalt haben und daran sterben als dass wir blind werden oder uns der Fuß abfault.
Lass Dich schulen, Du kannst selber sehr viel tun um diabetische Spätfolgen zu verhindern. Gut, reichhaltig und gesund Essen und dabei abnehmen, Sport treiben und sogar Spaß daran haben.
Man kann nicht nur Spätfolgen vermeiden. Man kann sogar seinen Stoffwechsel normalisieren. Ich kenne mittlerweile mehrere Diabetiker II, die gar keine Tabletten mehr nehmen müssen und ihre Werte mit der richtigen Ernährung und Sport im Griff haben. Ich selbst konnte meinen Hba1c-Wert (das ist der wichtigste Durchschnittswert für den Diabetiker) von 9,2 auf 6,1 senken. Unter 7 sollte er sein, um Spätfolgen zu vermeiden. Oder anders ausgedrückt: mein Nüchternwert war am Anfang noch über 200, jetzt liegt er bei 80- 100. Mein Spitzenwert nach dem Essen liegt bei 145 und 2 Stunden danach wieder unter 100. Und ich nehme auch seit 8 Wochen keine Medikamente mehr!
Das hat etwas gedauert und ich musste auch erst den richtigen Arzt finden. Mein Hausarzt war eine Krücke, obwohl er ausgewiesener DMP-Arzt ist. Aber DMP sagt gar nichts. Wenn Deine Werte zu hoch sind, bist Du medikamentös nicht richtig eingestellt bzw bezüglich Deiner Ernährung nicht richtig geschult.
Nochmal: Lass nicht den Kopf hängen, erkundige Dich selbst, lass Dich zu einem Diabetologen überweisen und gib Deinem Körper etwas Zeit. Irgendwann hast Du den Dreh raus - mit Tabletten oder sogar ohne.
Gruß
Oliver von fliesgen -
fliesgen
Rang: Gastam 15.11.2004 18:24:55
Hallo,
Angst und Verzweiflung...ich erinnere mich und das ist gar nicht so lange her. Das war im April und ich hatte Panik, Todesangst...Was man alles liest, was einem alles gesagt wird. Die ganzen Spätfolgen und prompt bekam ich Herzschmerzen.. bildete mir ein, weniger Gefühl im Fuß zu haben...
Das war im April...
Und jetzt? Ich habe mehr über meinen Körper gelernt als je zuvor. Und das gibt mir Sicherheit.
Und wieder der Rat: Geh zum Diabetologen, schau Dir die vielen Internetseiten an.. Diabetes II kann auch eine Chance sein, eine Chance auf ein gesünderes Leben, ein besseres als es viele Nicht-Diabetiker haben... Du kannst das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Aber Du kannst unheimlich viel tun, um ein wirklich sehr gutes Leben zu führen...
Keiner weiß, ob er später einmal unter den sog. Spätfolgen zu leiden hat oder nicht. Ich weiß aber auch nicht, ob mir gleich jemand in mein Auto fährt und ich mit einer Querschnittslähmung im Rollstuhl ende oder direkt hopps gehe. Jeden Tag gehen wir Risiken ein und machen uns absolut keine Gedanken darüber und wenn, dann nur selten. Dabei ist es viel wahrscheinlicher, dass wir einen Unfall im Haushalt haben und daran sterben als dass wir blind werden oder uns der Fuß abfault.
Lass Dich schulen, Du kannst selber sehr viel tun um diabetische Spätfolgen zu verhindern. Gut, reichhaltig und gesund Essen und dabei abnehmen, Sport treiben und sogar Spaß daran haben.
Man kann nicht nur Spätfolgen vermeiden. Man kann sogar seinen Stoffwechsel normalisieren. Ich kenne mittlerweile mehrere Diabetiker II, die gar keine Tabletten mehr nehmen müssen und ihre Werte mit der richtigen Ernährung und Sport im Griff haben. Ich selbst konnte meinen Hba1c-Wert (das ist der wichtigste Durchschnittswert für den Diabetiker) von 9,2 auf 6,1 senken. Unter 7 sollte er sein, um Spätfolgen zu vermeiden. Oder anders ausgedrückt: mein Nüchternwert war am Anfang noch über 200, jetzt liegt er bei 80- 100. Mein Spitzenwert nach dem Essen liegt bei 145 und 2 Stunden danach wieder unter 100. Und ich nehme auch seit 8 Wochen keine Medikamente mehr!
Das hat etwas gedauert und ich musste auch erst den richtigen Arzt finden. Mein Hausarzt war eine Krücke, obwohl er ausgewiesener DMP-Arzt ist. Aber DMP sagt gar nichts. Wenn Deine Werte zu hoch sind, bist Du medikamentös nicht richtig eingestellt bzw bezüglich Deiner Ernährung nicht richtig geschult.
Nochmal: Lass nicht den Kopf hängen, erkundige Dich selbst, lass Dich zu einem Diabetologen überweisen und gib Deinem Körper etwas Zeit. Irgendwann hast Du den Dreh raus - mit Tabletten oder sogar ohne.
Gruß
Oliver von fliesgen -
carmen
Rang: Gastam 15.11.2004 22:01:54
vielen dank für eure einträge.
ich wurde geschult, wenn auch nur kurz. mein hausarzt selbst gibt kurse.
das mit dem reis wußte ich auch, aber bei der schulung wurde mir gesagt, ich soll alles essen wie vorher. wichtig wäre zuerst die gewichtsreduktion. und ich hab auch seit dem fast 18 kg abgenommen. es fiel mir nicht leicht, aber mittlerweile ist es ganz ok. ich war ja gewohnt viel zu essen, und es war wirklich nicht einfach sich umzustellen. bis jetzt wurde ich auch von heisshungerattaken verschont, aber wie gesagt, es ist erst drei monate her.
ich würde gerne joggen, kann ich aber noch nicht, weil die gelenke noch zu sehr belastet werden, daher walke ich, fahre rad und spiele basketball, ich arbeite körperlich sehr schwer, also an bewegung mangelt es mir selten.
meine angst frisst sich wie gesagt täglich immer tiefer. habe ich einmal einen hohen zuckerwert, den ich mir nicht erklären kann, könnt ich heulen. mein nervenkostüm ist seit der diagnose sehr dünn.
das buch "kalorien mundgerecht" hat mir eine bekannte geliehen, ich halte mich auch an die be zahl, die mir im krankenhaus vorgegeben wurde, obwohl die ärzte meinten ich soll normal essen, nur weniger.
meine größte angst...das ich mich einmal spritzen muß. nur von der vorstellung bekomme ich fast einen heulkrampf.
als ich mich das erste mal stechen mußte, um meinen blutzucker zu messen, saß ich über eine stunde vor dem gerät und konnte nicht, ich heulte und fing an zu zittern. so kannte ich mich selbst nicht, und es wird eben immer schlimmer. deshalb möchte ich auch zum psychologen.
und da gefragt wurde...ich bin 29 und weiblich.
und nochmals vielen dank für eure einträge, haben mir ein wenig mut gemacht. -
klausdn
Rang: Gastam 15.11.2004 22:26:22
hallo ano,
danke fuer die antwort.
1. gehe bitte zu einem richtigen diabetologen.
ich weiss das hausaerzte da gerne mitmischen, leider fehlt da meist etwas.
2. bitte gehe auch zu einem faehigen psychologen, denn ich vermute du hast eine echte spritzenphobie, die ist zu bekaempfen.
wenn es hilft, eine gesch. aus meiner kindheit;
aufgewachsen im berlin kurz nach dem krieg in einem mietshaus von 1910 im keller, zum leuchten eine kerze, in unserem keller eine petroleumlampe, wir kinder haben uns wahnsinnig geaengstigt wenn wir etwas aus dem keller holen sollten-- da verrenkt sich die frau des hauswirt das bein -- nach 3 tagen war elektr. licht im keller, und siehe mit licht brauchte man nicht mehr zu pfeifen. damit meine ich wenn man bescheid weiss geht auch die angst. ansonsten gehe mal zum forum- diabetes de -von novo, das ist das erste hier und frage nach katja die hat 41j dm und eine spritzenphobie und lebt noch.
also nur mut ,ich druecke dir die daumen, klaus von klausdn -
Kerstin Luisa
Rang: Gastam 16.11.2004 17:54:34
Liebe...!
Ich kann Deine Gefühle super gut nachempfinden. Als bei mir vor 15 Jahren die Diagnose Diabetes gestellt wurde, war ich total am Ende. Allerdings habe ich Typ 1. Bin jetzt 34 Jahre alt. Habe die Diagnose also mit 19 Jahren bekommen. Ich dachte, dass Leben ist damit vorbei. All die schönen Dinge die ich getan hatte - unter Anderem auch gerne mal was über den Durst getrunken und genascht ohne ende - dachte ich seien vorbeit. Aber so ist das alles gar nicht. So wie Dir schon jemand anderes schrieb, gilt es letztendlich nur viel bewußter mit allem umzugehen. Deine Angst kann ich auch nachvollziehen. Auch mich überfallen manchmal noch starke Ängste und ich bin bei einer Verhaltenstherapeutin die sich auf die Behandlung von Diabetikern spezialisiert hat. Habe die Adresse von meinem Diabetologen bekommen. Es gibt auch in fast jeder kleiner Stadt Selbsthilfegruppen, die Du aufsuchen kannst. Das wichtigste ist aber sicher erst einmal eine Schulung zu machen!! Auch da lernst Du andere Diabetiker kennen. Allein der Austausch unter Gleichgesinnten wirkt häufig schon Wunder.
Wenn Du jetzt sehr traurig und verzweielt bist. Dann ist das eben so. Sicher ist so eine Diagnose für viele erst einmal ein Schock, der verarbeitet werden muß. So wie es das für mich damals auch war. Und....hole Dir wie schon gesagt wirklich professionelle Hilfe: Diabetologe! Sowie unbedingt eine Schulung. Wenn die Möglichkeit besteht auch in Form einer Kur. Ich drücke Dir ganz doll die Daumen, dass es dir mental bald wieder besser geht. Und denke daran... Du bist tatsächlich mit deinen Sorgen und Ängsten nicht alleine! Es wird Dir in absehbarer Zeit ganz sicher wieder besser sein. Habe Vertrauen in Dich. Ganz sicher wirst auch Du es schaffen, damit klar zu kommen. Herzliche Grüße an Dich. Kerstin Luisa -
Daniela
Rang: Gastam 16.11.2004 20:42:28
Ahaj, kommt mir bekannt vor und gibt sich.
Du brauchst nicht zum Psychologen, geh aber hin wenn es Dir hilft.
Spätfolgen... Naja, also so schnell geht es nicht und auch bei schlechter Einstellung müssen keine auftreten, allerdings besteht ein RISIKO bei Diabetes welche zu entwickeln und daher sollte man auf seinen Zucker achten.
Suche Dir in Deiner Stadt Leute mit denen Du darüber reden kannst, tausche Erfahrungen aus und nimms locker, zumindestens gedanklich. Wir haben nur das, was uns der Moment schenken kann und das sollten wir lächelnd erleben!!!
Ich spreche nicht dafür, dass Du jetzt den BZ ignorieren solltest, aber sich den Kopf darüber heiss zu machen, verkürzt die Zeit in der Du glücklich sein könntest enorm. von Daniela