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Schultersteife !
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Fruehling
Rang: Gastam 09.08.2004 17:28:09
In der letzten Diabetes-Ausgabe habe ich gelesen, dass in der nächsten Hefterscheinung auch das Problem "Schultersteife" angesprochen wird. Aus diesem Grund frage ich heute mal:
Wer kennt dieses Phänomen? - die Schulter wird immer unbeweglicher, man hat Schmerzen, kann auf der betroffenen Schulter nicht schlafen und man ist fast nicht mehr in der Lage, mit dem betroffenen Arm noch irgendwelche Arbeiten zu verrichten.
Ich habe dieses Problem schon seit fast 2 Jahren und mein Orthopädie-Arzt hat mir immer Krankengymnastik aufgeschrieben, die aber zu keinem Erfolg verhalf.
Da mein Orthopädie-Arzt sich nicht mehr zu helfen wußte, schickte er mich in die Uni-Klinik und dort bekam ich "Manuelle Therapie (MT)" und "Kältetherapie" verordnet. Das ist nun schon ein viertel Jahr her und ich kann erste Erfolge verzeichnen. Ich kann auf der Schulter schon wieder, fast schmerzlos, schlafen und auch die Beweglichkeit ist größer geworden. Bis zur vollen Beweglichkeit ist es noch ein sehr langer Weg, denn der Physiotherapeut hat mir gesagt, dass die Entzündung der Gelenkkapsel und die Beweglichkeit des Armgelenkes ca. 1,5 - 2 Jahre dauern könnte, aber nur, wenn die MT + Kältetherapie ohne Unterbrechung durchgeführt werden.
Wer hat auch solche Probleme und wie wirkt er diesen entgegen ?
von Fruehling -
Georg
Rang: Gastam 14.08.2004 09:47:00
Das Phänomen wird auch als frozen shoulder bezeich-
net und soll Diabetiker besonders betreffen. Ich kenne
einen, der seit einigen Jahren darunter leidet, aber auch
nichts Richtiges dagegen unternommen hat.
Meine Schwägerin (Nichtdiabetikern) wurde an beiden
Schultern in einer Orthopädie-Klinik operiert, zeitweise
mit Morphin-Pflaster behandelt, inzwischen geht es ihr
wieder gut.
In der diabet. newsgroup hatte vor einiger Zeit auch
jemand über seine Leidenszeit berichtet, die drei Jahre
gedauert hat. Krankengymnastik nützt da wenig. von Georg -
Fruehling
Rang: Gastam 22.08.2004 02:00:00
Hallo Georg, danke für Deine Antwort. Wie mir mein Pysioth. mitteilte, wird eine s.g. Frozen shoulder (Entzündung der Gelenkkapsel) seit längerer Zeit nicht mehr operativ behandelt. Durch eine OP können zwar die Sehnen und Muskeln und die Rotation Manschette bewegt und überdehnt werden, aber die Entzündung, die das hauptsächliche Übel der gravierenden Bewegungseinschränkung ist, bleibt auch nach einer OP bestehen. Die Erfahrungen haben auch gezeigt, dass nach einer OP sogar Verschlechterungen eingetreten sind. Deswegen nimmt man heute Abstand von einer OP. Ich bekomme nun seit einem halben Jahr Manuelle Therapie (MT) (die sehr schmerzhaft ist - aber wirkungsvoll) + Kältetherphie und es sind schon Erfolge sichtbar. Es geht in kleinen Schritten vorwärts und für mich sieht das so aus, dass ich meinen Arm schon wieder relativ gut anheben kann, ich kann meine beiden Hände hinter dem Rücken zusammenfassen, ich kann mit dem Arm auf die andere Schulter greifen, zwar nicht ganz über die Schulter, aber ich kann sie wenigstens ergreifen und ich kann wieder Arbeiten ausführen, wo ich mit der Hand Druck ausführen muss. Für mich ein wahnsinniger Erfolg, nur viel Geduld ist angesagt. Konsequente Pysioth.-Behandlungen (2 x wöchentl.), mit entsprechenden Übungsanweisungen für zu Hause und es geht mit klitzekleinen Schritten vorwärts. Ich kann nur hoffen, dass die positive Entwicklung so weiter geht, dafür lohnt sich auch das kräftige zusammenbeißen der Zähne, wenn der Pyshiotherap. wieder gnadenlos in den Schmerzbereich geht. von Fruehling -
simone
Rang: Gastam 11.09.2004 21:07:36
Hallo
Habe das selbe Problem seit einem Jahr allerdings konnte ich gar nicht mehr schlafen .Es wurde Geröngt,Mrt und US das ergebnis war das alles zu eng war und somit Kalkablagerung mein Ortop. meinte er müßte mich weiter schicken zu ein schulterspez. da war und es wurde OP und ich bin froh das ich es machen lassen habe es ist 1monat her die schmerzen sind komplett weg die schon bis in die Hand rein gingen und durch KG und einer motorik schiene würd das ganze noch besser ich kann mein Kind wieder anheben und viele sachen im Haushalt wieder selber erledigen .Leider hat mir aber auch der Arzt gesagt es kann immer wieder kommen .Es wurde auch der schleimbeutel entfernt und es war sehr viel Kalkab. und es wurde gedehnt .Gruß simone -
süssli
Rang: Gastam 03.07.2005 07:57:38
Hallo,
etwa ein halbes Jahr, nachdem ich von Tabletten auf Insulin umsteigen musste, begannen meine Schulterschmerzen. Der Diabetologe lehnte einen Zusammenhang ab.
Nachdem ich keine Nacht mehr schlafen konnte, wurde mir nach langem Hin und Her eine Kur bewilligt. Nach 4 Wochen Heilfasten (ohne Insulin) und Krankengymnastik wurden die Schmerzen erträglicher und es gelang mir, vom Insulin zur Tabletten-Behandlung zurückzukehren. Mittlerweile ein halbes Jahr her, habe ich fast meine ursprüngliche Beweglichkeit zurück, kann wieder weitestgehend schmerzfrei schlafen. Und, die lähmende Müdigkeit ist verschwunden!
Ein Allergietest auf Insulin zeigt, dass ich gegen Konservierungsmittel M-Cresol und Zink allergisch bin und ich vermute einen Zusammenhang mit den Gelenkschmerzen und der Müdigkeit. Eine Hyposensibilisierung ist nicht möglich., ich wurde vom Allergologen weitergereicht an die Uniklinik Aachen und dort als nicht behandelbar abgewiesen.
Was wird sein, wenn die Tabletten wieder nicht mehr ausreichen?
Schönen Sonntag, süssli -
Frühling
Rang: Gastam 03.07.2005 16:53:30
Hallöchen süssli,
habe Deinen Artikel mit Interesse gelesen und ich kann Dir und Deinem Diabetologen nur wärmstens den großen Artikel in der Zeitschrift "feel free"
(Zeitschrift für Insulin-Pumpenträger) empfehlen von dem Herausgeber:
Ypsomed GmbH,
Otto-Volger-Str. 7c,
65843 Sulzbach/Ts.
E-Mail: info@ypsomed.de
In dieser Zeitschrift wird sehr detailliert auf "Verzuckerte Gelenke / Frozen Shoulder" eingegangen, die nachweislich mit dem Diabetes zu tun haben.
Auszug aus diesem Artikel:
"Durch einen erhöhten Blutzucker verzuckern nicht nur die Gefäße, auch andere Gewebe des Körpers können davon betroffen sein, z. B. Strukturen, die Gelenke stabilisieren und beweglich halten. Diese Ablagerungen im Körper nennt man
"advanced glycosylated endproducts". Sie führen im Bereich der Bindegewebes zu Quervernetzungen. Und wenn man sich vorstellt, was passiert, wenn zunehmend feste Verbindungen zwischen eigentlich gegeneinander verschieblichen Strukturen entstehen, wrd schnell klar, dass das zu Bewegungseinschränkungen führt."
Ich selbst habe seit reichlich 2 Jahren eine Frozen Shoulder und mein damaliger Orthopäde erkannte das Zuammenspiel zwischen meinem Diabetes und dieser Frozen Shoulder auch nicht und überwies mich in eine Klinik nach Freiburg, weil ich angeblich nicht therapierbar sei und er sich für eine OP an meiner Schulter entschieden hatte.
Glücklicherweise waren die Ärzte in dieser Klinik besser informiert und ich bekam ab sofort "Manuelle Therapie mit Kältetherapie" verordnet. Gleichzeitig sagte man mir in dieser Klinik aber auch, dass das ein langwieriger Prozess ist und das ich mich auf 1,5 - 2 Jahre Behandlung einstellen müsste.
Heute, nach 1 Jahr und 2 Monaten kann ich glücklich sagen, meine damalige unbehandelte Schulter hatte einen Bewegungsradius von 35 %, heute kann ich auf einen Bewegungsradius von 90 % blicken und ich habe keine Schmerzen mehr. Ich denke, in 3 bis 4 Monaten habe ich die volle Bewegungsfreiheit meines Armgelenkes wieder und das ohne OP und ohne Absetzung meines Insulines, was auch überhaupt nicht möglich wäre, da ich einen Diabetes Typ 1 habe, Insulin-Pumpenträger bin und meinen Diabetes schon 35 Jahre "mein Eigen" ;-) nennen darf.
Tschüssi Fruehling -
Daniela Pichleritsch
Rang: Gastam 26.01.2009 17:04:00
Hallo,
ich bin Redakteurin bei der Apothekenzeitschrift Diabetiker Ratgeber und plane einen größeren Beitrag zum Thema diabetesbedingte Gelenkprobleme. Daher würde ich mit Dir gerne ein kleines Interview darüber führen, ob und wie Du Deine Schulterprobleme in den Griff bekommen hast.
Ich freue mich über eine Nachricht von Dir, entweder hier im Forum oder unter pichleritsch@wortundbildverlag.de.
Viele Grüße
Daniela Pichleritsch