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Diagonose Diabetes

  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 16:28:45
    Tag zusammen,

    bei mir wurde vor 2 Wochen Diabetes diagnostiziert. Angeblich ein später Typ 1 (Lada).
    Ich bin 1,95 m groß und wiege 106 kg und bin 39 Jahre alt.
    Ich wurde mit einem Blutzucker von über 500 eingeliefert. Das Blutbild ergab, das keine weiteren Werte über dem Normbereich liegen. Im Gebenteil: Fettwerte perfekt, Langzeit EKG perfekt, Ultraschall perfekt. Keine Antikörper, was ja eigentlich auf einen Typ 2 hinweist. Ich wurde auf Actrpid und Protaphane eingestellt und bgann mit 65 IE pro Tag. Dies geschah alles stationär. BE waren 4 / 4 / 4.
    Einmal hatte ich eine angebliche Ketoacidose, wobei ich nicht sicher bin, ob der Teststreifenwert im unteren Bereich war. Dieser Vorgang war den Herren Ärzten genug um mich als Typ 1 einzustufen.
    Ich hielt mich exakt an die Vorgaben und der Insulinbedarft sank schnell. Am heutigen Tag (ca. 14 Tage nach Diagnose) sind meine Einheiten bei 25 gesamt angelangt. Ich halte mich asketisch an die BE und esse ansonsten nur Putenprodukte und Salat und Gemüse. Joghurt und Obst gerechnet als BE.
    Laut Aussage der Ärzte muß ich mein Leben lang mit Insulin leben.... Aber der Insulinbedarf sinkt gerade gegen wenig oder null. Ich bin ständig am nach unten korrigieren. ich bewege mich viel und versuche Streß zu vermeiden...
    kann man hier von einer Fehldiagnose reden oder war die sofortige Therapie mit Insulin ein Fehler ?
    Jedenfalls war ich mit der Diagnose geschockt und nun zeigt sich eigentlich, dass ich wenig oder vielleicht bald gar kein Insulin brauche.... von Markus Nerger
  • dhfjgktuzt

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 16:46:19
    Ohne deine Euphorie bremsen zu wollen, gib mal links unter "Suche" den Begriff "Honeymoon" ein (klappt auch mit anderen Suchmaschinen) und lies nach, warum anfänglich die I-Dosis sinkt. Übrigens ist Insulin bei BZ-Werten über 500 nie verkehrt, denn damit entgehst du noch am ehesten den Spätschäden durch stark alternierende und hohe Werte.
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 17:08:56
    ok, das habe ich getan... sehr interessant, wobei mir die Zeit zwischen dem Beginn der Therapie und der angeblichen Regulation schon sehr kurz vorkommt. Was mich noch nicht ganz befriedigt ist die Aussage, ich wäre T1.... Ich habe Übergewicht und ich habe keine T1 geschädigten Eltern und die Keto war vielleicht gar keine... Durst und das alles kann auch bei beiden Typen vorkommen. Was ist das Hauptmerkmal für eine Einordnung nach T1 oder T2. ich habe das Gefühl, dass da niemand genau bescheid weiß... Hauptsache erstmal Insulin verordnen und die Familie verrückt machen. Wenn ich gerade einen Honeymoon durchmache liege ich falsch. Wenn nicht, denke ich, dass vielleicht erstmal mit einer diabetologischen Diät hätte begonnen werden müssen. Jedenfalls kann es doch nicht sein, dass sich der Oberarzt und die diabetologisch geschulte Schwester streiten ob Typ 1 oder Typ 2 oder ? Arzt sagt: keine Antikörper also auf jeden Fall Typ 2. Schwester schreibt auf dem Arztbrief herum und macht aus Typ 2 einen Typ 1.... Hört sich für mich danach an, dass die Firma Bayer da auch irgendwas mit zu tun hat.... Ja ich bin euphorisch.... Was sagt Ihr zu dem Zeitraum von ca. 2 Wochen von 65 IE auf 20 IE ? von Markus Nerger
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 18:15:02
    Hallo Markus,

    wenn du wirklich T2 sein solltest, dann betrachte die Insulinbehandlung als Sechser im Lotto. Lass dich auf keinen Fall freiwillig auf Tabletten runtersetzen. Beobachte deinen BZ genau - Zielwerte sind maximal 140-120-100 mg/dl in 1-2-3 Stunden nach den Mahlzeiten. Und wenn du das mit 0 IE hinbekommst, dann spritzt du eben nichts.

    Viel Erfolg, Rainer
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 18:36:02
    Danke Rainer, das mache ich. Ich messe sehr oft am Tag und auch einmal nach den Mahlzeiten, schon aus reinem Interesse..
    Was meint Ihr zur Einstufung T1 oder T2. Ist das immer klar oder wie sieht es da aus. Also ich habe auf jeden Fall mit dem Essen geschludert das war klar... Zu Fett, zu viel, zu Heiß, zu kalt.... usw. Das wird sich jetzt ändern bzw. das habe ich jetzt geändert... von Markus Nerger
  • peter

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 19:10:13
    wenn ein arzt dir bei werten über 500 nichts weiter als eine diät verordnen würde, würde er sich sein berufliches grab graben, denn er wäre haftbar.
    was die fa bayer mit deinem dm zu tun hat ist gar nicht ersichtlich, denn die stellt kein insulin her.
    was du über heiß und kalt usw schreibst hat mit dm nichts zu tun.
    16 be sind deiner größe angemessen, und was ist gegen 20-25 ie insun als tagesdosis zu sagen ?
    frage mal resistente die das zehnfache spritzen und verzweifelt sind.
    grundsätzlich gibt es ca 10% ladas sogar normale t1 bei denen keine ak nachweisbar sind, na und ist doch völlig egal.(zudem es noch andere antikörper gibt die erst nach langem teurem suchen gefundenwerden)
    und schwestern haben überhaupt nicht in diagnosen rumzukrakeln, und auch nichts zu sagen.(das ist hilfspersonal)
    meinst du nicht , bei optimaler behandlung daß es völlig egal ist welchen typ, hast du keine anderen sorgen?
    ich freue mich daß ich seit jahren so geringe insulintagesdosen spritze, und daher auch keine gewichtsprobleme habe.
    von peter
  • Markus Nerger

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 21:21:24
    Ok ich beschwere mich ja nicht - ich wundere mich. Klar kann man andere Sorgen haben, aber warum wird überall auf Typ 1 oder 2 rumgeritten, wenn man mal das oder mal das sein soll ? Auf jeden Fall mal Danke für die Infos. Mit den 12 BE komme ich eigentlich gut klar. Man wird sehen, wie weit der Insulinbedarf runter geht und ob er auch wieder rauf geht... Ich denke halt (noch), dass man mit Ernährung viel machen kann... von Markus Nerger
  • peter

    Rang: Gast
    am 12.10.2009 21:31:32
    laß doch kleinkarierte rumreiten, das ist makulatur.
    niemand von denen geht für dich zur dialyse.
    der rest ist glaube.
    und wenn das glaubensgebäude zusammenbricht.
    wo beschwerst du dich dann? von peter
  • Joa

    Rang: Gast
    am 13.10.2009 02:09:37
    Hallo Markus,

    > Markus Nerger schrieb:

    > Ok ich beschwere mich ja nicht - ich wundere
    > mich ... warum wird überall auf Typ 1 oder 2
    > rumgeritten, wenn man mal das oder mal das
    > sein soll ?

    Weil die Ansätze für sinnige Behandlungsformen doch einige Unterschiede aufweisen. So ist eine Typ 2 spezifische Behandlung bei Typ 1 Diabetikern z.B. ein Kunstfehler, der aber doch recht häufig passiert, wenn grade langsame Typ 1 Verläufe bei Erwachsenen erst mal fälschlich als Typ 2 diagnostiziert werden.

    Das passiert z.B. beim sogenannten Typ 1-LADA in ca. 30 % der Fälle.

    Und bei denen zeigen dann auch Typ 2 spezifische Behandlungen sogar manchmal eine Zeit lang durchaus Wirkung.

    Wenn man, wie Du, die Sache mit interessierter Aufmerksamkeit verfolgt und sinnvoll handelt, ist aber ein frühzeitiger Einsatz von Insulin kein Fehler, sondern sogar eher als positiv zu sehen. Und von Deiner Seite aus ist es auch kein Fehler, die für Typ 2 wesentlichen Ansätze zu beachten und anzuwenden.

    Es gibt halt auch den nicht seltenen Fall, dass beide Diabetestypen bei einem Diabetiker in trauter Gemeinsamkeit vereint vorliegen. ;-)

    Um eine nähere Einschätzung Deines persönlichen Typs zu erhalten, könntest Du mal drauf drängen dass das C-Peptid und der Anteil intakten Proinsulins im Blut bestimmt werden.

    Das C-Peptid ermöglicht eine Aussage über die Insulinspiegel, und bei überforderten Betazellen schütten diese einen erhöhten Anteil der unfertigen Insulinvorstufe, des Proinsulins aus.

    Wäre beides überhöht, würde das wohl eher für einen Typ 2 sprechen.

    Aber grade der Typ 2 sollte darauf achten, möglichst keine überhöhten Proinsulinspiegel zuzulassen, da dieses Zeug recht schädliche Wirkung entfaltet.

    Wie aber auch immer, und mit welcher Therapie erreicht, der vorhergehende Tipp mit 140-120-100 ist schon unbedingt gut. Und wenn das dann auch noch mit Halten oder gar Senken des Gewichtes bei Übergewicht einhergeht, dann bist Du auf dem Königsweg. Egal ob mit Inulin oder irgendwie anders. :-)))

    Gruß
    Joa
  • Katja

    Rang: Gast
    am 14.10.2009 00:35:15
    Hallo Markus,

    wenn Du einen Typ-1-Diabetes hast, ist es eigentlich normal, daß keiner Deiner Verwandten einen Typ-1 hat! Ganz anders sähe es aus, wenn Du einen Typ-2-Diabetes hast! Deutlich werden die Unterschiede, wenn man eineiige(!) Zwillinge betrachtet: hat einer einen Typ 1, so hat der andere mit nur(!) 30 - 50% Wahrscheinlichkeit ebenso einen; bei einem Typ 2 liegt sein Risiko dagegen bei 90%!!! Bei mir in der Familie bin ich jedenfalls der einzige Typ-1er.

    Nicht bei jedem Typ-1er lassen sich übrigens Antikörper nachweisen. Aber für mich spricht schon Dein stark nachlassender Insulinbedarf für einen Typ-1-Diabetes, denn der Honeymoon tritt meines Wissens nur beim Typ-1-Diabetes auf, weil sich die insulinproduzierenden Zellen durch die einsetzende Insulintherapie vorübergehend wieder erholen. Schließlich hast Du ja noch rund 20% dieser Zellen, und die produzieren immer noch Insulin. Als LADA hast Du zudem das Glück, daß die weitere Zerstörung wahrscheinlich langsamer vonstattengeht als bei jüngeren, so daß Deine BZ-Einstellung länger stabil bleibt.

    Bei einem Typ-2-Diabetes ist die Ursache eine Insulinresistenz, und da ist mit Einsetzen einer Insulintherapie nicht mit einem schnellen Rückgang des Insulinbedarfs zu rechnen - schließlich produziert der Körper ja schon mehr Insulin als bei Gesunden!

    Wenn ich mir das Gezerre im Gesundheitswesen der letzten Jahre ansehe, würde ich an Deiner Stelle froh sein, als Typ-1er eingestuft worden zu sein! Ich kenne auch jemanden, bei dem der Diabetestyp nicht klar war; ich habe ihm geraten, wenn's irgend geht, auf Typ-1 zu gehen! Das IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) hat bereits das gesamte(!) Therapiespektrum (Ernährung, Bewegung, sämtliche Tablettenformen, die neuen Insuline (Analoga), Teststreifen und als Generalklausel die "Nutzenbewertung einer langfristigen, normnahen Blutzuckersenkung bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2") zur Behandlung des Typ-2-Diabetes auf der Agenda gehabt! Nach dem bisherigen Vorgehen dieses Instituts würde es darauf hinauslaufen, daß ein Typ-2-Diabetes gar nicht mehr auf Kosten der GKV hätte behandelt werden dürfen!!! Mittlerweile wurden zumindest einige der Aufträge zurückgezogen. Bei den Typ-1ern geht es NUR um die neuen Insulinanaloga, aber beispielsweise nicht um die Notwendigkeit der BZ-Kontrolle oder der BZ-Normalisierung...

    Nutze die Zeit des Honeymoons, Dich über den Diabetes zu informieren sowie Erfahrungen zu sammeln und sei froh, daß Du noch ein Netz hast, das allzu heftige Ausreißer abfängt! Der Alltag und die Erfahrung, daß jeder Fehler voll durchschlägt, kommt leider noch früh genug...

    Viele Grüße

    Katja