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BE-Faktor
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Lola
Rang: Gastam 04.10.2009 13:44:00
Hallo!
Ich habe morgens 1,5 I.E pro BE. Meistens esse ich morgens zwischen einer und zwei BE und komme dann mit den 1,5 I.E. pro BE ganz gut hin. Aber wenn ich mal mehr BE esse z.B. 7, dann unterzuckere ich. Woran liegt das?
Falls das relevant ist: Ich habe eine Pumpe.
LG und vielen Dank im Voraus für die Antworten.
Lola -
m
Rang: Gastam 04.10.2009 14:43:55
bist du dier sicher das der be-faktor stimmt und berechnest du dein essen ganz genau? -
Lola
Rang: Gastam 04.10.2009 15:13:41
Ja, ich brechne mein Essen genau. Mit dem BE-Faktor bin ich mir ncht hundertprozentig sicher, aber wenn ich morgen nur ein, zwie BE esse und dann nur 1 I.E. pro BE spirtze, ist mein BZ danach hoch.
Vielleicht leigt es auch daran, dass ich wenn ich mehr BE frühstücke, später esse (am Wochenende).
Aber in der Schule esse ich auch noch später etwas und nehme dafür 1,5 pro BE...
LG
die ratlose Lola -
peter
Rang: Gastam 04.10.2009 19:19:41
irgendwie kommt mir das "genaue" berechnen immer (nicht nur bei dir) sehr suspekt vor.
das beste beispiel dafür ist sogar das abwiegen einer scheibe brot.
eine scheibe brot die zb 40g wiegt muß nicht weniger haben als eine scheibe die 50g wiegt.
über diesen denkfehler ist damals schon meine schulungstante gestolpert(ich habe ihr nämlich nachgewiesen, daß vollkornbrot 60% statt normales brot brot nur 40% wasser enthält. aus diesem grund kann man mehr(wasser)vollkornbrot essen für 1be als bei normalem brot.(ist so ähnlich wie mit dem fettgehalt im käse, der auf trockensubstanz angegeben wird, damit kann man die "experten" schön verschaukeln.
denn einen 40% tigen käse der aber nur 10% ts hat davon kann man viel mehr essen als einen 40% hartkäse(man ißt ja zu 90% nur wasser.
das andere problem sind tabellen, meist steht es extrem klein gedruckt worauf sich die werte beziehen.
beisp. 1 brötchen 2 be, "aber" nur wenn das brötchen 50g!!! wiegt , heute haben die brötchen aber über 70g, und haben somit 3 be.
außerdem spritzt du früh die ganzen aufstehhormone mit.
und die insulinwirkung hängt stark vom ausgangs bz ab.
usw .... -
Insider
Rang: Gastam 05.10.2009 12:23:39
Ja, die Insulinlinwirkung ist tageszeitabhängig(biologisch) und wird vom aktuellen Ausgangswert der Blutglukose und gesundheitlichen Aspekten beeinflusst. Zudem ist die Wirkdauer stark abhängig von der Insulindosis, der Wirkbeginn vom ebenfalls tageszeitabhängigen Spritz-bzw. Drückessabstand. von Insider -
Joa
Rang: Gastam 06.10.2009 23:14:28
Ja, das ist schon verdammt zwangslauefig, dass Du
mit 7 BE in die Hypo faehrst.
Lies mal auf chrostek.de quer!
Gruss
Joa -
Katja
Rang: Gastam 10.10.2009 19:13:45
Hallo Lola,
Du schreibst leider nicht, was Du beim Frühstück mit 1 - 2 BE ißt und was bei dem mit 7 BE. Wenn es im ersten Fall eine Scheibe Brot und Kaffee ist und im zweiten beispielsweise zusätzlich einen Obstsalat, O-Saft und vielleicht einen Joghurt, kann letzteres durchaus eine Hypo hervorrufen! Ich habe bei mir festgestellt, daß ich Brot genauso berechnen muß wie angegeben, während ich Obst und Saft nur zur Hälfte berechnen darf! Soll heißen, daß ich bei 100 g Apfel = 1 BE eine deftige Hypo bekomme und bei 200 g Apfel für 1 BE nicht (es dürfen sogar eher 250 g Apfel sein)! Das gilt für alle Obstsorten sowie für Saft und Schorle, also 200 ml Saft = 1 BE statt 100 ml.
Bei Joghurt und fettreichen Speisen kann die verzögerte Verbrennung schuld an den Hypos sein - in diesen Fällen gibt es nach 1,5 bis 2,5 Stunden eine Hypo und danach einen starken BZ-Anstieg. Die berechneten Kohlenhydrate kommen, aber leider erst verspätet...
Viele Grüße
Katja -
A.Nonyma
Rang: Gastam 10.10.2009 19:55:06
Hallo Insider,
nicht jeder hat eine tageszeitabhängig unterschiedliche Insulinwirkung! Ich habe beispielsweise rund um die Uhr dieselbe Basalrate, und meine BE-Faktoren hängen überhaupt nicht von der Tageszeit, wohl aber vom Abstand zur letzten größeren Insulingabe ab! Letzteres kann natürlich eine Tageszeitabhängigkeit vorgaukeln, weil das Frühstück bei den meisten den längsten Abstand zur letzten Mahlzeit hat und in der Nacht auch nur äußerst selten korrigiert wird...
Mir ist nach Beginn der Pumpentherapie sehr schnell aufgefallen, daß ich morgens und mittags zwar mit demselben(!) guten BZ-Wert aufstand, drei Stunden nach demselben(!!!) Frühstück aber völlig andere BZ-Werte hatte! Morgens lag er ziemlich exakt beim Ausgangswert (üblicherweise also unter 100 mg/dl), während er mittags mit dem mittäglichen BE-Faktor zwischen 250 und 300 landete :-( Als ich dann für das mittägliche Frühstück auf den morgendlichen BE-Faktor (es war ja die erste Mahlzeit des Tages) zurückgriff, wurden die BZ-Werte zwar besser, lagen mit um die 180 mg/dl aber immer noch weit über den gewohnten Werten! Und dann fing ich an, Antworten zu suchen...
Den entscheidenden Lösungsansatz gab mir dann ein Diabetologe, der mir den Hintergrund erklärte: die Leber lagert etwa zwei bis drei Stunden nach einer insulinpflichtigen Mahlzeit Zucker ein, danach schaltet sie auf Zuckerausschüttung um. Dies ist mit einer gewissen zunehmenden Insulinresistenz verbunden. Mit dieser Information schmiß ich meine BE-Faktoren auf den Müll und begann, mir ein neues Schema zu basteln. Ich nahm meinen niedrigsten BE-Faktor von 2,0 (den vom Mittag) und erhöhte ihn nach 5 Stunden um 0,1 IE. Nach 8, 10, 12, 14, 15, 16 usw. Stunden kam ein weiterer Zuschlag von jeweils 0,1 IE, so daß ich nach 20 Stunden einen BE-Faktor von 3,0 habe. Nach einer Insulingabe von mind. 1,2 IE fange ich an, neu zu zählen. Mit diesem System bin essensmäßig völlig flexibel - und es liefert zu den Essenszeiten des Pumpenzentrums dieselben BE-Faktoren! Die dort festgelegten BE-Faktoren stimmen aber leider nur dann, wenn man mehr oder weniger immer zu den denselben Zeiten ißt. Blöderweise wurde dieser Hintergrund bei der Pumpenschulung nicht mitgeliefert - vermutlich mangels Bekanntheit...
Viele Grüße
Katja von A.Nonyma -
Anonymouse
Rang: Gastam 10.10.2009 21:55:17
Hy Insider, Klugscheisser wird es immer geben + Ausnahmen bestätigen die Regel! Siehe auch hier: "Die Höhe der einzelnen Insulin-Gaben vor den Mahlzeiten richtet sich nach der Größe der folgenden Mahlzeit, der Tageszeit (die Insulinempfindlichkeit des Körpers ist TAGESZEITABHÄNGIG VERSCHIEDEN), der noch bevorstehenden körperlichen Aktivitäten und dem vor dem Essen gemessenen Blutzuckerwert (präprandialer Blutzuckerspiegel)." [aus www.dr-gumpert.de/html/therapie_diabetes.html ]
Ich habe noch nie gehört oder erlebt, dass ein menschl. Organismus von 0°°-24°°Uhr gleichmässig reagiert und wenn das bei 1 (einer) Person so ist, ändert das nichts an der "Regel". Aber schön, dass wir mal darüber gesprochen haben ;-)) von Anonymouse -
A.Nonyma
Rang: Gastam 11.10.2009 01:13:14
Hallo Anonymouse,
Dein Artikel von Dr. Gumpert ist leider alles andere als fehlerfrei! Er schreibt beispielsweise: "Ursache [des Diabetes] ist die unzureichende Wirkung des Hormons Insulin an den Leberzellen, Muskelzellen und Fettzellen des menschlichen Körpers." Das ist richtig - aber ausschließlich beim Typ-2-Diabetes! Ursache des Typ-1-Diabetes ist nicht die unzureichende Wirkung des Insulins, sondern der Untergang der insulinproduzierenden Zellen und damit der Insulinmangel! Das sollte ein Arzt eigentlich wissen!!! Er schreibt weiter: "Der Patient muss kontinuierlich und selbstständig die Therapiemaßnahmen umsetzen, weil der natürliche Regelkreis außer Funktion geraten ist." Diese Aussage gilt wiederum nur für den Typ-1-Diabetes. Beim Typ-2 ist er keineswegs außer Funktion - er reagiert nur nicht mehr ausreichend! Aus diesem Grund haben die meisten Typ-2er eine sehr viel stabilere Einstellung als die Typ-1er. Später schreibt er: "Allgemeine Maßnahmen, die zur Therapie des Diabetes mellitus gehören, sind folgende:
* Diäten und Gewichtsnormalisierung"
Warum nur sollten die meist unter- oder normalgewichtigen Typ-1er ihr Gewicht normalisieren??? Ich habe zwar seit 47 Jahren Diabetes, habe aber noch nie auch nur ein Gramm Übergewicht gehabt! Und daß Diät zu den Grundlagen der Diabetestherapie gehört, stimmte bereits in den 70er Jahren nicht mehr! Damals wurde schon betont, daß sich ein Diabetiker eigentlich so ernähren soll wie ein vernünftiger(!) Gesunder - also beispielsweise zuckerfrei! Seit 1991 ist selbst das ad Acta gelegt.
Mit solchen Falschheiten und Ungenauigkeiten geht es weiter, und ich erspare mir die weiteren Korrekturen! Für einen Arzt ist das jedenfalls ein ganz schwaches Bild! Aber ein solches Wissen über Diabetes ist bei Ärzten leider keineswegs die Ausnahme, sondern die Regel. Und das von Dir gebrachte Zitat ist ebenfalls unzutreffend. Es fehlt nämlich ein entscheidender Punkt: der individuelle BE-Faktor!
Zu der von mir kritisierten Tageszeitabhängigkeit: Du kannst ja gerne mal ausprobieren, was passiert, wenn Du morgens um 7:00 frühstückst - und wenn Du dasselbe mittags um 13:00 tust, nachdem Du am Abend zur selben Zeit das letzte Mal gegessen und bis mittags geschlafen hast! Ich bin übrigens nicht die einzige, die Probleme mit unterschiedlich langen Mahlzeitenpausen hat! Ich habe schon Leute kennengelernt, die sich gewundert haben, warum sie für große Mahlzeiten mehr Insulin brauchten als sonst - bis sich auf Nachfrage herausstellte, daß es sich bei den großen Mahlzeiten um Brunches handelte! Und ich kenne Leute, die sich beklagen, daß in der Diabetesklinik ihr BZ wie auf Schienen läuft, während sie zu Hause nur Probleme haben. Daß in der Diabetesklinik die Mahlzeiten immer zur gleichen Zeit stattfinden, während zu Hause die Zeiten sehr stark variieren, wird dabei nicht thematisiert. Denn die Ärzte sagen ja, daß der Insulinbedarf von der Tageszeit abhängt...
Ach übrigens: es gibt Menschen, die abpinseln, was jemand schreibt, nur weil derjenige einen Doktortitel hat. Und es gibt Menschen, die sich Gedanken machen, wenn das, was sie von denen mit Doktortitel gelernt haben, offensichtlich nicht funktioniert!
Viele Grüße
Katja von A.Nonyma