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insulin und zunehmen
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uschi b.
Rang: Gastam 19.08.2003 14:03:11
hallo,
ich bin w,41,typ2b und spritze seit 3 monaten auch tagsüber insulin und habe jetzt schon 12 kilo zugenommen. es scheint kein ende in sicht mit dem zunehmen. da ich es nicht schaffe meine ernährung anzupassen, sehe ich nur die möglichkeit das insulin wieder abzusetzen. ich komme damit überhaupt nicht klar, kann mir irgendjemand rat geben? von uschi b. -
Andreas
Rang: Gastam 19.08.2003 16:15:44
Hallo Uschi!
Hier stellt sich für mich wieder die Fage, die Ärzten so gar nicht ins Therapiekonzept paßt: Was war zuerst da, das Übergewicht oder der Diabetes?
Wenn man dich als Typ 2 b eingestuft hat, bist du ja ohnehin übergewichtig. Ich gehe davon aus, daß die Ursache dafür in vielen Fällen eine Hyperinsulinämie ist. Also zuerst der Diabetes bzw. die vermehrte Insulinausschüttung und dann das Übergewicht.
Nun ist das alles immer sehr schwer nachvollziehbar, weil Ärzte meistens alle Kosten und Mühen scheuen, wenn es bei der Diagnosestellung um die Ursachen geht.
Es wäre jetzt interessant zu wissen, ob der Cortisolspiegel erhöht ist und ob als Ursache dafür eine Hypophysen- oder Nebennierenerkrankung vorliegt. Ebenso wichtig wäre ein Wissen darüber, ob es Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung (Depression, Angst, Panik) gibt.
Wie vermeidet man eine weitere Gewichtszunahme? Wenn der Cortisolspiegel erhöht ist, muß eine Ernährungsumstellung nicht unbedingt zum Erfolg führen, weil das Cortisol immer wieder Eiweiß in Glukose umbaut. Man braucht in diesem Fall also auch dann mehr Insulin als andere, wenn man gar nichts ißt. Die überschüssige Glukose wird in Fett umgebaut.
Als Sofortmaßnahme würde ich versuchen, mit so wenig Insulin wie möglich auszukommen. Als nächsten Schritt würde ich nach einem Facharzt für Endokrinologie suchen, der bereit ist, die Ursache abzuklären. Die Frage nach einem möglichen psychischen Hintergrund, durch den der hormonelle Regelkreis gestört sein kann, mußt du dir selbst stellen und dann evtl. auch in dieser Rcihtung nach professioneller Hilfe suchen.
Herzliche Grüße
Andreas -
Marga
Rang: Gastam 19.08.2003 20:37:15
Hallo Uschi,
es kann,wie Andreas schon schrieb,
evtl. an der Schilddrüse liegen, die
kann so einiges im Körper durchein-
anderbringen.
Nur dem Insulin die Schuld zu geben,
liest man zwar immer wieder, aber
es trifft nicht zu. Es hüngt auch von
der Therapie ab. Ich mit der altmod.
CT halte mein Gewicht schon jahrelang.
von Marga -
Diana
Rang: Gastam 19.08.2003 21:27:29
Hallo Uschi !
Bin 34 und Typ 1.
Ich bin vor einem Jahr umgestellt worden von Schweineinsulin auf Human bzw. Semilente....genau seit diesem Zeitpunkt habe ich ca. 10 kg zugenommen. Ich esse wirklich nicht mehr als vorher und bewege mich auch nicht weniger als vorher !!!!!
Das ist sicher ! Ich hab meinen Diabetologen darauf angesprochen und er sagte nur "Insulin macht dick. Je mehr, desto dicker...." Tolle Antwort, gell ?
Mit meinem HBA1 von 6,2 bin ich zwar zufrieden, aber das Gewicht stört mich !!!!
Liebe Grüsse ! Diana -
blah
Rang: Gastam 20.08.2003 00:07:11
ich bin zwar nicht typ2 sondern typ1 aber ich habe nicht von meinem insulin zugenommen. ich nehme sogar eher ab als zu, obwohl ich normal esse und mich mässig bewege. :)
auch nicht schlecht... -
Andreas
Rang: Gastam 20.08.2003 00:29:32
Hallo Diana und alle anderen Betroffenen!
Diese Gewichtszunahme haben Ärzte offensichtlich auch in ihren Anwendungsstudien festgestellt. Dennoch müssen wir sie bei Typ 1 anders bewerten, da wir hier von einer "normalen" Insulinmenge ausgehen können.
Bei Typ 2 ist die Insulinmenge jedoch fast immer deutlich erhöht. Neben der als Ursache oftmals genannten Insulinresistenz kommt auch immer die Wirkung von Insulinantagonisten als mögliche Ursache in Frage. Die vermerte Ausschüttung dieser Hormone kann dann auch immer einen psychischen Hintergrund haben. In der Roten Liste können wir unter Humalog nachlesen, daß der Insulinbedarf bei seelischer Belastung erhöht ist und im Atlas der Physiologie (Thieme) steht geschrieben, daß die Cortisolmenge bei Depressionen um das 10-fache erhöht sein kann. Folglich ist dann die diabetische Stoffwechsellage keine Erkrankung, sondern ein Symptom.
Tatsache ist, daß die große Mehrheit der Typ 2-Diabetiker übergewichtig ist und wahrscheinlich tuen wir ihnen Unrecht, wenn wir sagen, daß sie sich ihren Diabetes "angefressen" haben.
Aus meiner Sicht ist es bei jedem erhöhten
Insulinbedarf wichtig, zumindest den Versuch zu unternehmen, die Ursache abzuklären.
Ansonsten müssen wir leider zugeben, daß wir im Augenblick noch viel zu wenig über Insulinresistenz, Hyperinsulinämie und den hormonellen Regelkreis wissen.
Herzliche Grüße
Andreas -
uschi
Rang: Gastam 20.08.2003 00:40:30
das habe ich von typ 1 schon öfter gehört, dass sie gut mit dem insulin klarkommen, und die typ 2 diese probleme eher haben. es sind ja auch zwei verschiedene erkrankungen. aber schön wenn du so problemlos damit umgehen kannst.
gruß uschi -
Carsten
Rang: Gastam 20.08.2003 14:50:23
Hi Uschi,
ich kann Dir nun jetzt keinen speziellen Rat geben, aber durch Hormonumstellungen im Körper (Insulin ist ein Wachstumshormon , evtl. Anfänge der Wechseljahre) kann es zu einem von dir beschriebenen Fall kommen.
Auch kann es sein, dass du aufgrund der wohl jetzt besseren Einstlellung deines Blutzuckers mehr Wasser in den Zellen einlagerst (Vorher durch erhöhten Harndrang ausgeschieden) - also solltest in diesem Fall viel mehr trinken um dem vorzubeugen. Also mindestens 3 Liter koffein- und alkoholfreie Getränke. -> Ausschwämmen der Salze und daher verminderte Wassereinlagerungen.
Sicherlich kann es auch mit der Schilddrüse zu tun haben. Evtl. solltest mal die Schilddrüsenfunktion kontrollieren lassen. Falls diese eine Unterfunktion haben, kann es sein, dass man extrem zunimmt.
Es muss also nicht unbedingt am Insulin liegen - das Insulin war da evtl. nur ein Auslöser.
Gruß
Carsten -
uschi
Rang: Gastam 20.08.2003 17:43:23
hallo andreas
ich danke dir für deine antwort, du beschreibst aspekte die selbst in der diabetesklinik nur am rande erwähnt werden. als ich vor acht jahren auf insulin eingestellt wurde, lag meine eigenproduktion bei 180%, trotzdem musste ich eine ganze menge insulin zuspritzen um die werte halbwegs runterzubekommen, eine normnahe einstellung ist bei mir sowieso nicht möglich. man sagte mir damals ich hätte durch das übergewicht und die genetik eben eine sehr hohe insulinresistenz.ich habe seit vielen jahren mit depressionen zu tun und habe auch in der vorgeschichte auf antidepressiva sowie auch die pille mit starker gewichtszunahme reagiert, deshalb vermeide ich solche medikamente seit langem. sollte sich nun ein erhöhter cortisolspiegel herausstellen, was kann man dann tun ist die frage. wenn die wissenschaft noch nicht soweit ist, klingt das ganz danach, als wenn ich mich mit meinem schicksal abfinden müsste, entweder hohe zuckerwerte oder zuzunehmen......
gruß uschi -
Andreas
Rang: Gastam 21.08.2003 09:48:35
Hallo Uschi!
Der Schlüssel zur Ursachenbehandlung ist natürlich eine nichtmedikamentöse Therapie der psychischen Erkrankung. Medikamente würden schließlich auch wieder nur die Symptome unterdrücken und Nebenwirkungen haben.
Am Anfang steht der Entschluß zur Therapiebereitschaft und die Suche nach einem Therapeuten deines Vertauens.
Herzliche Grüße
Andreas -
Silva Liebsch
Rang: Gastam 22.12.2003 23:53:33
Wer Diabetes hat und abnehmen will, hat's schwer. Einzige Methode: mit dem Diabetologen oder einem Ernährungsberater die pro Tag zuträgliche Kalorienmenge festlegen und dann alle Speisen nicht nur bezüglich des Zuckerfgehaltes, sondern auch, was den Energiegehalt angeht berechnen.
In den BE-Tabellen stehen meist auch die Kaloriengehalte drin.
Dabei muss man auch nur mäßig hungern, wenn man kalorienarme Speisen wählt.
Im übrigen sind die für Diabetiker auch besser (Blutfettwerte u. a.).
Eiserne Disziplin ist aber nötig! von Silva Liebsch