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gezielter Muskelaufbau/Fettabbau bei Diabetes überhaupt möglich?
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Patrick Heins
Rang: Gastam 01.10.2009 00:59:39
Moin Zusammen,
ich beschäftige mich momentan gezielt mit dem Thema Sport und Diabetes, insbesondere der unterschiede zu "normalen" Menschen bei Ausdauer- und Kraftsport. Ich bin selber Diabetiker, habe im gesamten Internet leider aber keine Artikel gefunden, die meine Fragen nur im geringsten beantworten.Vielleicht findet sich ja hier der ein oder andere, der mir weiterhelfen kann:
Meine Fragen:
1. Bei gesunden Menschen sagt man, man solle langkettige Kohlenhydrate vorziehen, weil diese über eine längere Zeit dem Körper als Energiequelle zur Verfügung gestellt werden können und derr Körper geringere Insulinmengen über eine längere Zeit ausschüttet und somit weniger überflüssige Energie in Fettzellen eingelagern muss wie bei kurzkettigen KH's.
Jedoch ist nun meine Frage, wie funktioniert das bei Diabetikern? Bei gesunden Menschen steuert der Körper die Abgabe des Insulins und kann somit diese langkettigen KH's "in Etappen" als Energie einlagern.
Ich bin mir aber nun nicht sicher, wie das mit Novorapid funktionieren soll. Nach meinem Verständnis bindet Novorapid die Kohlenhydrate sofort, egal ob langkettig oder kurzkettig und transportiert diese in die Zellen.
Wenn dies nicht der Fall wäre, würde ich das ja an starken Über- oder Unterzuckerungen merken.
Ist es also rein energietechnisch egal welche Kohlenhydrate ich zu mir nehme weil diese vollkommen gleich wirken?
(mal davon abzusehen das Pizza und Burger nicht gesund sind)
Wenn gesunde Menschen also vor dem Sport eine Banane essen, geht diese relativ zügig in die Zellen, im Gegensatz zu Brot.
Wäre es bei mir egal was ich esse da die KH's durch das Novorapid sowieso sofort ins Blut gehen?
2. Nach dem Fitness kommt der Körper (bei gesunden Menschen) in die katabole Phase, wo, wenn keine Kohlenhydrate schnell hinzugeben werden, Eiweiße und Fette als Energiequelle benutzt werden. Gerade im Fitnesssport soll dies ja vermieden werden.
Nur zum Verständnis: Bei gesunden Menschen kommt die benötigte Energie die der Körper während des Trainings benötigt aus den Engergiereserven der Zellen, da der Blutzuckerspiegel ja relativ konstant gehalten wird. Deshalb macht es dann auch Sinn, nach dem Sport kurzkettige KH's und Eiweiß zu sich zu nehmen, weil die Zellen leer sind.
Nun aber meine Frage:
In meiner Sicht werden beim Diabetiker die Energie die während des Sports benötigt wird, ja lediglich (zum Großteil) aus dem Blutzucker geholt, der Blutzuckerspiegel ist ja der einzige, den ich während bzw nach dem Sport reguliere, ohne dass ich Insulin hinzugebe. Und wenn ich kein insulin spritze, kann ja auch keine Energie in die Zellen gelangen.
Ist es deshalb beim Diabetiker vollkommen egal, ob er vor- oder nach dem Sport schnelle Energie zu sich nimmt, weil die benötigte Energie während des Sports ja sowieso aus dem Blut kommt? ( Da ja lediglich der Blutzucker abfällt, die Energie in den Zellen wird hierbei ja eigentlich nicht angerührt)
Macht es deshalb Sinn nach dem Sport auf schnelle KH's zu verzichten, weil diese, aufgrund der eigentlich immer noch gefüllten Zellen gar nicht notwenig wären und nun als überschüssige Energie (bei Insulinzugabe) in den Fettzellen eingelagert werden? Der Nachbrenneffekt der 2 stunden nach Traingsende eintritt muss ich natürlich beachten.
Und was ist nun der optimale Weg für den Muskelaufbau?
Da die Aufnahme der Muskeln am besten 1/2 -1 Stunde nach dem Training ist, macht es dann Sinn einfach nur eine Eiweißhalte Mahlzeit zu sich zu nehmen und die KH's wegzulassen?
3. Ähnliches gilt auch für den Ausdauersport:
Ich Schwimme leidenschaftlich aus 2 Gründen:
Fitness und Fettverbrennung.
Ähnlich wie beim Kraftrtraining stellt sich hier für mich nun die Frage:
Wenn ich Schwimme sinkt und sinkt mein Blutzucker, bis ich irgendwann Unterzuckere und ich KH's zu mir nehmen muss.
Bei gesunden Menschen wird der Blutzuckerspiegel relativ konstant gehalten und der Körper holt sich die Energie aus den KH, Eiweiss und Fettreserven.
Wo bleibt da der Sinn???
Wäre super wenn mir jemand weiterhelfen könnte, könnt mich auch gerne direkt anschreiben, vielleicht hat sich ja jemand schon die selben Fragen gestellt;-)
Gruss
Patrick von Patrick Heins -
peter
Rang: Gastam 01.10.2009 10:43:18
nur anmerkungen.
1. wenn der dmler nur vom bz sporteln würde, wäre er nach 5 metern flach.
bei 5l blut sind da gerade mal 5g tz drin.
2. wie soll novorapid sofort kh in die zellen transportieren ?
a. wird subcutan gespritzt, also wird über eine gewisse zeit insulin ins blut transportiert.
b. muß man die kh nicht nur essen somdern auch verdauen, und als glucose ins blut bringen, erst dann kann insulin t wirken.
3. da dmler an maratons, und triatlons teilnehmen, der zweite beim ironman hawai vor 2 jahren war typ 1.
sollte es eigentlich keine probleme geben.
4. wenn fett abgebaut wird entstehen immer ketonkörper, völlig egal ob gesunde oder dmler,
ist kein insulinmangel vorhanden, ist das doch kein problem, in eine ketoascidose kommt man nur bei insulinmangel.
5. der glykogenvorrat ist nicht so schnell erschöpft. von peter -
Rainer
Rang: Gastam 01.10.2009 12:44:23
Hallo Patrick,
wichtige Korrektur zu 1.:
Beim gesunden Essen geht es nicht um langkettige KH - es geht um den Zusatz von Ballaststoffen. Die Zeit, die der Körper zum Verstoffwechseln eines Brötchens oder von Kartoffeln (langkettige Stärke) benötigt ist nur unwesentlich länger als bei der gleichen Menge Traubenzucker. Es kann sein, dass der geringe Unterschied beim Sport noch eine Rolle spielt, besonders weil man die sog. energy drinks viel schneller in sich reinschütten kann. Für den BZ-Haushalt spielt das aber nur eine geringe Rolle. Für uns Diabetiker bestehen in Bezug auf den BZ fast keine Unterschiede zwischen dem Traubenzucker oder dem Weizenmehl, Kartoffelstärke, u.s.w. Sogar der Haushaltszucker treibt den BZ weniger hoch als langkettige Stärke, weil der noch zur Hälfte aus Fruktose besteht.
Der Zusatz von Ballaststoffen sorgt dafür, dass der Darm insgesamt länger für die Verarbeitung der Nahrung braucht und deshalb die Glukose Stück für Stück in das Blut abgibt. Das sorgt dafür, dass die Glukose gleichmäßiger im Blut ankommt und dadurch hohe BZ-Spitzen und die damit erzeugten Insulinschwankungen verringert werden.
Für dich als insulinpflichtiger Diabetiker mit Kurzzeitinsulin kommt es darauf an, dass die Glukose möglichst genau dann vom Darm in das Blut abgegeben wird, wenn das gespritzte und möglicherweise auch noch das eigene Insulin dort ankommt. Deshalb kann man dir keinen allgemeingültigen Rat geben, ob du lieber mehr langsame KH (mit viel Ballaststoffen) oder schnelle KH (ohne diese) essen sollst. Das kannst du nur mit probieren, also durch essen und messen herausbekommen. Wenn du es schaffst, dass dein BZ meistens unter 140-120-100 in 1-2-3 Stunden nach dem Essen bleibt, dann lebst du gesund.
Rainer
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Jürgen
Rang: Gastam 01.10.2009 13:46:23
Moin Patrick,
Du willst Muskeln aufbauen und schreibst uns lang und breit von KHs. Wie das? Wieviel Muskelzellsubstanz besteht aus KHs?
Die Frage muss sich ein bisschen lästerhaft lesen, aber ich würde schon gerne verstehen, welche wichtige Rolle die KHs in Deiner Vorstellung beim Muskelaufbau spielen. Am besten mit Deinen eigenen Worten.
Bisdann, Jürgen -
Patrick
Rang: Gastam 01.10.2009 20:58:18
vielen Dank erstmal Rainer und Peter!
Aber um ganz konkret zu Fragen:
Wie würdet ihr euch ernähren, um ein Maximum an Muskelaufbau ( nach dem Krafttraining) bzw ein Maximum an Fettverbrennung ( nach dem Ausdauersport) zu erreichen?
Direkt nach dem Training kurzkettige KH's plus Insulin oder keine KH's und erst 2 Stunden nach dem Sport mit dem Nachbrenneffekt essen?
Eiweiss natürlich nach dem Sport sowohl nach Kraft- als auch Ausdauertraining.
@ Jürgen:
Wenn du absolut NIX zu diesen Fragen beitragen kannst, halt doch einfach den Mund.
Ich bin mir darüber bewusst, dass Muskeln aus Eiweiß bestehen und ich dieses auch zusätzlich dazu nehme.
Jedoch war das für mich keine Frage und wenn du ein bißchen Ahnung davon hättest, dann wüsstest du was die katabole Phase ist und dass dabei sehr wohl KH's benötigt werden um zu verhindern, dass Eiweiss als abgebaut und als "KH- ersatz" als Energie verwendet wird.
von Patrick -
Jürgen
Rang: Gastam 02.10.2009 10:18:04
Moin Patrick,
der Mensch ist ein Vielstofforganismus. Statt wie Panda nur 1 Sorte Eukalyptus-Blätter können wir eine wahnsinnig breite Palette von Substanzen als Lebensmittel nutzen. So unterschiedliche Stoffe wie Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate. Die meisten Zellen in unserem Körper bestehen aus Eiweiß und Fett, auch die Muskelzellen. Und beide Stoffe kann unser Körper auch ganz normal zur Energieversorgung nutzen. Ebenso wie die Stärke aus Kohlenhydraten, aber die praktisch nur zur Energieversorgung. http://de.wikipedia.org/wiki/Citratzyklus
Stärke-Kohlenhydrate werden am schnellsten verstoffwechselt und haben die geringste Energiedichte, 4 Kalorien pro Gramm im Vergleich zu 8 und 9. Wegen der geringeren Energiedichte wurden sie gegen die erste Dicken-Welle in den USA seit Mitte der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts und ursprünglich auf Beschluss des US-Landwirtschaftsministeriums als breite Grundlage einer jeden gesunden Ernährung proklamiert. Damals völlig ohne jede wissenschaftliche Grundlage. Die überzeugend nachzulegen ist seitdem der bislang unerfüllte Hauptwunsch einer jeden Ernährungswissenschaft.
Wohl wegen der schnellen Nutzbarkeit halten wir als Durchschnitts-Erwachsene etwa 1 knappes Pfund Stärke in der Form von Glykogen gespeichert, also etwa 1.500-2.000 Kalorien. Etwa 1 Drittel davon in der Leber und 2 Drittel verteilt vor allem überall in den Muskelzellen.
Mit DER Menge waren unsere Vorfahren im Verlaufe der Evolution wohl am erfolgreichsten. Wer weniger hatte, konnte sich gegen eine plötzliche Gefahr nicht lange genug behaupten, und wer mehr hatte, wurde zu sehr durch Gewicht und Raum- und Pflegebedarf behindert. Denn 1g Glukose bindet 5g Wasser, insgesamt also 6g Masse für 4 Kalorien, während 6g Fett 54 Kalorien speichern. Und das Speicherfett bleibt auch in Extremsituationen funktionsfähig, während die Glukose-Speicher in Notsituationen mit unzureichender Wasserversorgung (Pflegebedarf) zusammenbrechen. Auch der durchtrainierteste Sportler hat ausreichend Speicherfett für an die 4 Wochen Fasten-Grundversorgung. Stell dir den mal vor, wenn das alles Glukose mit dem zugehörigen Wasser wäre ;-)
Allein wegen des damit verbundenen großen Wasserumsatzes ist übrigens die Energieversorgung des Körpers aus Glukose bei hoher Dauerbelastung/Ausdauersport sehr belastend. Deswegen haben dabei eher diejenigen die Nasen vorn, die sich auf die vorrangige Nutzung ihrer Fettspeicher und dafür auf einen möglichst intensiven Sauerstoff-Umsatz trainieren. Dafür ist die Sortenwahl beim Futter-Input zum Aufbau übrigens eher nachrangig, auch wenn auf dem Gebiet ein Glaubensgag den anderen ablöst. Denn unser Organismus lagert den Löwenanteil ALLER Energie, die er nicht sofort verwerten kann, vollautomatisch in der optimalen Biospeicherform ein, eben als Fett. Und die größte Herausforderung aller Ausdauersportler mit Diabetes besteht daher darin, ihre Insulinversorgung bei Dauerbelastung optimal an die Speicherfettverwertung anzupassen.
Bisdann, Jürgen -
xyz
Rang: Gastam 03.10.2009 07:48:02
Schau dir die männl. Werbeikone " Mathias Steiner"(für accu check) an...dann ist wohl alles klar,oder?
Die leibhaftige "Dampfnudel m. Muckis" !!! *LOL* -
peter
Rang: Gastam 03.10.2009 11:44:38
er sieht nicht anders aus als, alle anderen Schwergewichtler, ob Sport in diesen Dimensionen noch etwas mit Gesundheit zu tun hat ist die Frage.
Das Gegenteil sind die verkümmerten Miniturnerinnen
die mit 16 Gold holen und mit 20 im Rollstuhl sitzen.
-Ist aber kein Thema für hier-