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Grad der Behinderung?
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Fabian Müller
Rang: Gastam 05.09.2002 16:16:01
Hallo,
ich (27) bin jetzt seit 17 Jahren insulinpflichtiger Diabetiker. Als ich damals ins Krankenhaus nach Stuttgart kam, wurde ich mit 40% Behinderung eingestuft. Als einziger, denn alle anderen Diabetiker, die dort waren hatten 50% Behinderung anerkannt bekommen.
Seit nunmehr also 17 Jahren versuche ich nun dem Versorgungsamt zu erklären, dass sich meine Behinderung genauso verhält wie die der 50%igen Diabetikern.
Ohne Erfolg.
Jetzt meine Frage: Mit wieviel Prozent ist bei euch der reine Diabetes, also ohne Spätfolgen) eingestuft worden?
Denn wenn ich nachweisen könnte, dass beim Versorgungsamt mit zweierlei Maß gemessen woird, hätte ich vielleicht ne Chance.
Also, ich hoffe auf eure Unterstützung.
Danke von Fabian Müller -
Berthe
Rang: Gastam 05.09.2002 16:26:21
Ich kann dir leider nicht helfen, sondern habe eine Frage zurück: ich bin jetzt 16 und vor ca.4 Monaten wurde meine Typ1-Diabetes erkannt. Aber im Krankenhaus wurde ich überhaupt nicht eingestuft. Meinst du, ich sollte da nachfragen? Hast du einen Behindertenausweis oder wie geht das vor sich?
Viele Grüsse, Berthe -
Fabian
Rang: Gastam 05.09.2002 16:33:35
Hallo,
also nachdem ich damals 10 war hat das alles meine Mutter für mich geregelt.
An Deiner Sterlle würde ich einfach mal beim für Dich zuständigen Versorgungsamt anrufen und fragen, wer was machen muss.
Einen Schwerbehindertenausweis hab ich nicht. Den bekommt man erst ab 50% Behinderung. von Fabian -
Marga
Rang: Gastam 05.09.2002 19:14:22
Hallo Fabian,
vielleicht hilft diese Info weiter:
http://www.symposion.com/MediChart/projekt2/26_15.htm
von Marga -
Fabian
Rang: Gastam 05.09.2002 19:18:05
Das ist doch schonmal ein Anfang.
Wobei natürlich wieder Ermessenssache ist, was gelegentliche, ausgeprägte Hypoglykämien sind.
Diesen Nasen vom Versorgungsamt ist wahrscheinlich ziemlich egal wie oft und wie heftig man unterzuckert...
Trotzdem danke für den Link ;-) von Fabian -
ANONYMUS
Rang: Gastam 05.09.2002 19:34:48
Und vor allem: wie wollen die das denn
beurteilen ? von ANONYMUS -
ANONYM
Rang: Gastam 05.09.2002 19:46:44
Das Versorgungsamt entscheidet
aufgrund von ärztlichen und ggfs.
Krankenhausunterlagen. von ANONYM -
Berthe
Rang: Gastam 05.09.2002 19:54:00
Hallo!
Ich mache mir gerade voll die Gedanken, weil mir davon weder mein Arzt noch die vom Krankenhaus was gesagt haben. Ist dieser Behinderungsgrad irgendwie wichtig?
von Berthe -
ela
Rang: Gastam 05.09.2002 21:04:11
Meinem Sohn wurden vor 6 Jahren 50% Behinderung zugestanden. Zu dem Zeitpunkt war er 14 Jahre und hatte natürlich keine Spätfolgen. von ela -
ela
Rang: Gastam 05.09.2002 21:07:21
Mein Sohn erhielt mit 15 Jahren 50% und das "H" (hilfsbedürftig) bis zum 18. Lebensjahr. Das hat sich in der Steuer für uns sehr niedergeschlagen (einige Tausend). Aber auch ohne das "H" spart man Steuern.
Er zahlt nur halbe Beträge bei Kino, Bahn etc.. Bei der Studienplatz- und Wohnheimsuche wäre es sehr hilfreich gewesen . Er hatte allerdings einen sehr guten Abischnitt, daher war der Einsatz des Ausweises nicht erforderlich.
Bei der Arbeitsplatzsuche könnte es einen Nachteil haben. Da aber aller größeren Betriebe Behinderte einstellen oder anstelle dessen Abgaben entrichten müssen, sind gut eingestellte Diabetiker ohne Folgeerkrankungen für solche Firmen sehr angenehm. Die können die gleiche Arbeit erledigen wie Nichtbehinderte, sind in der Regel sogar disziplinierter und motivierter.
Den Behindertenausweis kannst Du beantragen und einmal zurückgeben. Danach ist er aber entgültig weg (so wurde es mir beim Versorgungsamt gesagt).
Alles in allem sehen wir den Ausweis als Vorteil. von ela -
ela
Rang: Gastam 05.09.2002 21:18:19
Hallo Berthe,
wie kommst Du mit der Diagnose klar? Mein Sohn war 14 und wir haben alle schon daran "geknappst". Es hörte sich alles so furchtbar an, aber nach einigen Wochen hatte diese Krankheit den Schrecken verloren. Es gibt viel Schlimmeres. Mein Sohn hatte von Anfang an keine Probleme mit seiner Diabeteseinstellung. Für ihn ist die Krankheit heute nach 6 Jahren so "als ob andere eine Brille tragen".
Den Behindertenausweis musst Du beim VErsorgungsamt Deiner Heimatstadt beantragen. Da füllst Du den Fragebogen aus und nennst Deine Ärzte. Vom Versorgungsamt wird dann dort nachgefragt. Die Ärzte müssen Dir bescheinigen, dass Du stark eingeschränkt bist durch Deinen Diabetes, dass Du sehr schlecht eingestellt bist mit extremen Schwankungen und dass Hypoglykämien (Unterzuckerungen) auch vorkommen.
Dies wurde mir vom Bund Diabetischer Kinder und Jugendlicher empfohlen. Mein Sohn hat daraufhin 50% und bis zum 18. Lebensjahr das "H" als Zusatz erhalten. Unsere dadurch enorme Steuerersparnis haben wir unserem Sohn dann gegeben.
Ich wünsche Dir alles Gute. Bist Du noch im Krankenhaus? Falls Du Fragen hast, melde Dich. Dann kann ich vielleicht auch mal einen Kontakt mit meinem Sohn herstellen.
Viele GrüsseEla von ela -
Fabian
Rang: Gastam 06.09.2002 11:30:59
Hallo Ela,
das ist genau so ein Fall wie ich ihn suche.
Ideal wäre natürlich, wenn Du mir den bescheid des Versorgungsamtes als Kopie schicken könntest.
Aber natürlich nur, wenn es für Dich OK ist.
Dein Sohn kann ja diesbezüglich nicht zurückgestuft werden und für mich wäre es eine große Hilfe.
Vielleicht meldest Du DIch kurz per E-Mail bei mir. f.mueller@caa.de
Das wär echt klasse.
Vielen Dank!
Gruß
Fabian -
Berthe
Rang: Gastam 06.09.2002 18:56:38
Hallo Ela!
Erstmal danke für die vielen Tipps.
Wie ich mit der Diagnose klarkomme? Naja,es geht langsam.Am Anfang war ich total fertig, hatte zu nichts mehr Lust und hab mich mehr oder weniger zu Hause "verschanzt". Bis vor kurzem wollte ich mir von keinem helfen lassen und hab manchmal richtig gemein reagiert, wenn Freunde, Lehrer oder Verwandte genauer nach der Krankheit gefragt haben.
Ich kam nach der Diagnose sofort ins Krankenhaus und hab auch gleich an einer stationären Schulung teilgenmmen.
Jetzt bin ich immer noch ambulant bei meinem Arzt im Krankenhaus.
Meine Werte waren einige Zeit relativ gut und ich dachte, jetzt wäre ich endlich mal richtig eingestellt(ich weiß, dass das nicht so schnell geht, aber irgendwie hab ich's schon gehofft). Im Moment sind die Werte leider wieder schlechter. Zuerst Unterzuckerung, dann im nächsten Moment Werte über 200. Das nervt total, aber jedenfalls bin ich jetzt soweit, dass ich mir helfen lasse und nicht einfach zumache.
Ich würde mich wirklich sehr freuen, mich mit ihrem Sohn austauschen zu können!!!
Wie alt ist er jetzt?
Also, danke nochmal, ich freue mich auf Antwort!!!
Berthe -
Cordula
Rang: Gastam 07.09.2002 02:02:26
Hallo,
bin wie Du 27 Jahre alt, habe seit 2 Jahren Diabetes und dieses Jahr einen Antrag für nen Schwerbehindertenausweis gestellt und wurde zunächst mit 40 Prozent GdB eingestuft. Da aber meine Werte sowohl nach oben als auch nach unten erheblich schwankten, hat mein Diabetologe Widerspruch eingelegt und das Versorgungsamt hat mir - obwohl weder Arzt noch ich an Erfolg glaubten - 50 Prozent und somit einen Schwerbehindertenausweis zugestanden! Allerdings muss ich mich 2004 einer Untersuchung bei nem AMTSarzt unterziehen, da der ärztliche Dienst des Versorgungsamts eine Besserung der aktuell bestehenden Situation für möglich hält. Was dann genau geschieht, ob ich den Schwerbehindertenausweis wieder abgeben muss, etc., weiß ich leider nicht!
Jetzt hast Du endlich mal ein konkretes Beispiel aus Deiner Altersgruppe. Ich hoff, Du kannst was damit anfangen. Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du mir ja übers Forum nochmal mailen.
Schöne Grüße,
Cordula -
ela
Rang: Gastam 17.09.2002 01:04:18
Hallo Berthe,
mein Sohn ist jetzt 21 Jahre (er hat am 23.9. Geburtstag). Ich werde ihn bitten, Dir zu schreiben. Vielleicht nennst Du mir mal Deine e-mail-Adresse.
Gruss ela -
berthe
Rang: Gastam 17.09.2002 13:32:16
Hallo Ela!
Meine E-mail Adresse ist :
www.berthe@t-online.de
Ich freu mich auf Post! Nochmal danke, dass sie den Kontakt hergestellt haben!
Liebe Grüsse,Berthe! -
Berthe
Rang: Gastam 18.09.2002 13:06:34
Hallo Ela, ich bin's nochmal.
Weil wir bei uns gerade auf ISDN umgestellt haben, ist meine alte E-Mail Adresse irgendwie ungültig.
Ich versuch das jetzt wieder zu ändern, aber bis dahin ist meine Adresse leider:
520084072154-0001@T-Online.de
Ich meld mich wieder wenn ich's geändert hab und würd mich trotz der vielen Zahlen über Post freuen.
Berthe -
Britta
Rang: Gastam 24.09.2002 16:43:33
Hallo Fabian,
ich bin 25 Jahre alt und habe auch seit 17 Jahren Diabetes Typ I. Bei mir hat das zwar auch alles meine Mutter geregelt, aber sie hat erzählt, dass jedes Kind, bei dem Diabetes festgestellt wird 50% und ein "H" für hilflos in den Schwerbehindertenausweis bekommt. Das "H" musste ich allerdings mit 16 wieder abgeben, aber ich habe trotzdem noch genügend Vorteile durch meine 50%.
Da du ja auch erst 10 Jahre bei deiner Diabetes-Diagnose warst, finde ich es ungeheuerlich, dass du nur 40% bekommen hast. Gerade Kinder, die in Bezug auf Diabetes auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen sind, sollten 50% bekommen.
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück beim Streit mit dem Versorgungsamt.
Britta -
Thomas
Rang: Gastam 14.10.2002 12:15:47
Hallo Cordula,
auch ich streite mich zurzeit mit dem Versorgungsamt um die 50% GdB für Typ-I mit ICT (bis zu sieben Gaben Bolus-Insulin, dazu morgens und abends noch Basal-Insulin) mit z.T. deutlichen Schwankungen der Blutzuckerwerte.
Der Widerspruch wurde von dort trotz deutlicher Stellungnahme meiner Diabetologin in Bezug auf die häufig auftretenden Hypos, die ich bisweilen gerade noch so im letzten Moment abfangen kann, abgelehnt. Ich bin momentan dabei, Material für eine Klage zu sammeln.
Meine Frage: Welches Versorgungsamt war für Dich zuständig und welche Angaben hatte Dein Diabetologe im Widerspruch gemacht?
Viele Grüße
Thomas