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Medikament "Metformin"

  • Andreas

    Rang: Gast
    am 11.05.2002 09:41:06
    hallo !

    habe von meinem arzt (UNI-Klinik) das medikament "Meftformin" bekommen.
    dosis erstmal 1 tablette pro tag.

    habe den beipackzettel gelesen und bin jetzt verdammt unsicher das medikament zu nehmen. weiß jemand mehr über das medikament ?

    grüße
    andreas von Andreas
  • Peter

    Rang: Gast
    am 11.05.2002 10:18:22
    Hallo Andreas,

    schau Dir vielleicht auch mal die Info in der
    Roten Liste an:

    http://www.srz-berlin.de/rl1106/

    Wie bekannt, gibt's ja bei allen Medikamenten
    mehr oder weniger diese zunächst beunruhigenden
    Nebenwirkungen. Wie oft oder wie selten
    sie auftreten, ist aus dem Text zu entnehmen.
    Die Hersteller sichern sich halt ab.

    Ich hatte früher mal einen Kontakt zu einem sehr
    übergewichtigen Diabetiker, der auch Metformin
    nahm, der kam gut klar damit und hat auch im
    Laufe der Zeit ganz schön abgespeckt.

    von Peter
  • Andreas

    Rang: Gast
    am 11.05.2002 18:07:37
    Hallo Andreas!

    Die wesentliche "Nebenwirkung" ist die Laktatazidose, eine Übersäuerung des Blutes durch Milchsäure.

    Zu dieser Reaktion kommt es besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion. Ich persönlich halte daher, wie übrigens auch bei der regelmäßigen Einnahme von anderen Medikamenten, eine Überwachung der Nieren- und Leberfunktion für erforderlich. Das Problem der Laktatazidose sind die Symptome: theoretisch müßte man bei jedem Durchfall oder bei jeder Übelkeit den Notarzt rufen.

    Eine Gewichtsreduzierung durch Metformin kann ich aus meiner Erfahrung leider nicht bestätigen.

    Ich neige immer dazu, Risiken zu minimieren. Das bedeutet in diesem Fall, Gewichtsreduzierung durch Ernährungsumstellung (ohne Medikamente!!!) bzw. Insulintherapie, bei nicht ausreichendem Erfolg. Dies ist meine persönliche Meinung, die nicht mit der von zahlreichen Medizinern übereinstimmt.


    Herzliche Grüße
    Andreas
  • Peter

    Rang: Gast
    am 11.05.2002 21:23:51
    Noch eine Ergänzung:

    Der Diabetiker, mit dem ich mal im
    Kontakt stand, hatte absichtlich
    vom Diabetologen Metformin verordnet
    bekommen, weil Insulin sich doch
    vielfach als Mastmittel erweist,
    speziell bei Übergewichtigen.
    Natürlich ist Metformin für sich
    genommen kein Medikament, um
    abzuspecken, so wollte ich das
    nicht verstanden wissen. Er hatte
    sich sehr viel Disziplin auferlegt.

    Hier nur ein anderes, allerdings
    krasses Gegenbeispiel: Ein Diabetiker,
    Typ 1, nutzte die so oft gepriesenen
    Freiheiten der Pumpe derart aus,
    daß er Unmengen aß und diese einfach
    wegspritzte. Fazit: 140 kg und jede
    Menge Folgeschäden ... von Peter
  • Andreas

    Rang: Gast
    am 12.05.2002 17:24:27
    Hallo Peter!

    140 kg schaffen auch Menschen ohne diabetische Stoffwechsellage.

    Ich verstehe deine Argumentation und wenn man Insulininjektionen in paradoxer Weise anwendet, sind sie sicherlich als Mastmittel zu bezeichnen.

    Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, daß vor jeder Gabe von Medikamenten der Versuch einer Gewichtsreduzierung stehen sollte. Das erfordert selbstverständlich ein hohes Maß an Disziplin. Wenn dieser Versuch, trotz Disziplin und Ernährungsumstellung nicht zum Erfolg führt, ist eine medikamentöse Behandlung erfolderlich. Hier ist aus meiner Sicht Insulin das Mittel der ersten Wahl. Während der Insulintherapie muß natürlich weiterhin eine Abklärung der Ursache für das Übergewicht erfolgen. Nicht jeder Diabetiker hat sich sein Übergewicht ausschließlich angefressen. Es stellt sich immer die Frage, ob Dm Typ 2 die Folge von Überwicht ist, oder Übergewicht die Folge von DmTyp2. Immerhin arbeiten die B-Zellen des Pankreas wegen des relativen Insulinmangels bis zur Erschöpfung und folglich dürfte auch hier zu viel von dem "Mastmittel" Insulin verhanden sein.


    Herzliche Grüße
    Andreas
  • Erika

    Rang: Gast
    am 12.05.2002 17:54:08
    Hallo Andreas,
    ich freue mich, endlich mal eine Stimme zu hören, die das Übergewicht bei Typ 2 Diabetikern nicht ausschließlich als angefressen ansieht. Ich bin von Kindheit an sehr schlank gewesen. Dann, mit Mitte 20 habe ich ohne ersichtlichen Grund plötzlich zugenommen und einige Jahre später hat sich der Diabetes manifestiert. Bei meiner Schwester war es genauso. Ich bin fest davon überzeugt, daß vor der Manifestation des Diabetes, die Insulinresistenz der Zellen einsetzte und dadurch die Insulinspiegel im Blut anstiegen und das Übergewicht verursachten. Ich kann mir keine andere Erklärung vorstellen, denn ich weiß ja, daß ich nicht viel gegessen habe.
    Wenn ich das irgendwo erwähne, ernte ich fast immer nur Hohn und Spott und das empfinde ich als sehr kränkend. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, endlich mal eine überlegte Meinung zu hören.

    Was die Gewichtszunahme beim Insulinspritzen betrifft, so muß ich sagen, daß ich damit überhaupt kein Problem hatte. Ich habe nicht zugenommen. Wenn man sich weiterhin vernünftig ernährt, dann nimmt man auch bei einer Insulintherapie nicht zu. Das ist jedenfalls kein Argument, einem Typ 2 Diabetiker die Insulintherapie zu verweigern und mit Insulin läßt sich der Diabetes eben am besten behandeln und Spätfolgen am besten vermeiden.
    Erika
  • Peter

    Rang: Gast
    am 12.05.2002 22:38:58
    Hallo Andreas,

    der Diabetiker, dem Metformin
    verordnet wurde, hatte diverse
    Probleme, er war psychisch schwer
    krank und litt u.A. unter Eßsucht.
    Näheres will ich hier nicht ausbreiten.
    In dem Fall halte ich die Entscheidung
    des Diabetologen doch für richtig,
    der Erfolg (minus 30 kg) gibt ihm
    Recht.

    Ich persönlich bin auch für Insulin,
    nach allem,was ich bisher über das
    Thema gelernt habe.

    Der andere Diabetiker mit Pumpe
    ist interessanterweise auch noch
    Leiter einer SHG. von Peter