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Wie geht's weiter? Tochter, 7 J
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Heike Eberhardt-Brunclik
Rang: Gastam 07.03.2002 00:19:02
Guten Abend,
ich hab keine Erfahrung mit Foren im Internet, bin auf der Suche nach einem Strohhalm hierher geraten.
Bei meiner Tochter, 7 Jahre, wurde heute die Diagnose Diabetes festgestellt. Sie hatte letzte Woche zwei "süße Pröbchen", daraufhin hat der Hausarzt einen Belastungstest empfohlen (vielleicht in den Osterferien, damit keine Schule versäumt wird!!!), der heute aber nicht durchgeführt wurde, weil der Nüchternwert 269 betrug.
Nun soll ich mir eine Klinik suchen und dort mehr lernen. Ich muß dazu sagen, bei meinem Mann wurde vor ca 5 Jahren Diabetes diagnostiziert. (Den hat er aber weitestgehend "für sich behalten". Er wollte nie groß darüber reden.) Deshalb soll die ganze Familie - inkl. großer Schwester mit normalen Werten beim Belastungstest - geschult werden. Nur: Woher bekomme ich Unterlagen über Einrichtungen für die ganze Familie? Wie lange dauert so eine Maßnahme? Darf ich überhaupt bis zu den Ferien warten? Spielen Arbeitgeber da so ohne weiteres mit??? Fragen über Fragen, nach Antworten habe ich bisher an den falschen Stellen gesucht und hoffe, nun richtig zu sein!
Hilflose Grüße
Heike -
Marga
Rang: Gastam 07.03.2002 19:42:35
Hallo Heike,
Du solltest nicht warten, sondern sofort eine
diabetologische Schwerpunktpraxis aufsuchen.
Adressen unter
http://www.Schwerpunktpraxis.de/
oder hier
http://www.DiabSite.de/
Sachkundigen Austausch findest Du auch hier
http://www.Diabetes-Kids.de/
und in der diabetischen newsgroup
news:de.sci.medizin.diabetes
Auch Dein Mann sollte den Diabetes ernst nehmen! von Marga -
Team diabetes-forum
Rang: Gastam 07.03.2002 19:51:20
...gibts natürlich auch umfassend hier im diabetes-forum....
Einfach Rubrik: Adressen|Praxen
auswählen und dort nach PLZ suchen; alternativ kann über die Suchfunktion am linken Bildschirmrand nach Ort oder Name gesucht werden von Team diabetes-forum -
Erika
Rang: Gastam 07.03.2002 19:53:41
Hallo,
ich verstehe deinen Hausarzt nicht. Eigentlich ist es doch seine Sache, deine Tochter in eine Klinik einzuweisen. Eine 7-jährige mit über 200 Blutzucker einfach wieder wegzuschicken finde ich - gelinde gesagt - verantwortungslos. Wende dich noch einmal an den Arzt und verlange eine Einweisung in eine Klinik mit Diabetesabteilung oder eine Überweisung zu einem Diabetologen. Du wohnst nicht zufällig in München - da hätte ich eine gute Adresse.
Deine Tochter muß so schnell wie möglich einem Diabetologen vorgestellt werden. Wieso will der Arzt bis zu den Osterferien warten? Die Gesundheit ist doch wichtiger als zwei Wochen Unterricht!
Grüße
Erika -
heike
Rang: Gastam 07.03.2002 22:09:22
Großes Lob für diese übersichtliche Darstellung von diabetologischen Schwerpunktpraxen.
Doch wohin gehe ich mit einem Kind???
Ich weiß nicht, ob ich in einer Praxis, die überwiegend mit Typ-2-ern zu tun hat gut aufgehoben wäre.
Mir fehlen daher in der Auflistung die Kinderkliniken, die gerade für die Ersteinstellung und später für die Betreuung(Diabetesambulanz, alle 8 Wochen) zuständig sind.
z.B.im südhessischen Raum:
Uni Frankfurt
Krankenhaus in Offenbach
Kinderkliniken Darmstadt
...
Ein weiterer Tipp: bei den Krankenkassen oder der Kassenärztlichen Vereinigung (Ffm) nachfragen.
Bei der Ersteinstellung in der Kinderklinik werden auch die Eltern geschult. Auch abends, fast nach Feierabend, sodaß nur ein paar Gleitzeitstunden drauf gehen.
Viel Glück. von heike -
Heike Eberhardt-Brunclik
Rang: Gastam 07.03.2002 23:51:29
Vielen Dank für die schnelle Antwort und die Tipps. Je mehr ich erfahre, um so besser kann ich meiner Tochter helfen!
Heike -
Heike Eberhardt-Brunclik
Rang: Gastam 07.03.2002 23:56:00
Hallo Erika,
nein leider nicht München, obwohl es da sehr schön ist. Meine Schwester hat es dorthin verschlagen.
Der Hausarzt ist der Meinung, dass es meiner Tochter mehr hilft, in Gesellschaft mit anderen Kindern über Diabetes zu lernen, als jetzt kurzfristig in irgendeine Klinik zu gehen. Wir haben heute viel telefoniert. In der DKD wäre sie z. B. zurzeit ohne die Gesellschaft anderer Kinder. Wir werden sicherlich nochmals mit dem Hausarzt reden und der Aufenthalt in einer Klinik ist sicherlich sehr bald fällig. Momentan tendiere ich allerdigs eher zur Tagesklinik, damit sie in ihrer gewohnten Umgebung bleibt, wo doch so viel Neues auf sie zukommt. Dann könnte ich nämlich auch die Großeltern besser einbeziehen.
Freundliche Grüße
Heike -
Erika
Rang: Gastam 08.03.2002 08:57:25
Hallo Heike,
da hatte ich wohl was falsch verstanden, ich dachte, der Hausarzt kümmert sich überhaupt nicht um euch.
Ich würde aus eigener Erfahrung auf jeden Fall die Tagesklinik vorziehen. So bleibt sie doch einigermaßen in ihrem Tagesrythmus. Anfangs ist natürlich eine umfassende Schulung notwendig und mit anderen Kindern zusammen ist das sicher eine gute Sache.
Eine Einstellung, die stationär durchgeführt wird, hat immer den Nachteil, daß sich nach der Einstellung alles ändert, die Essenszeiten, die körperliche Aktivität etc. und dann muß man wieder anpassen.
Ich wünsche Dir und Deiner Tochter viel Glück!
Erika
PS: Dein Mann sollte seinen Diabetes auch akzeptieren und in den Griff kriegen. Ignorieren ist kein gutes Vorbild für die Tochter. Außerdem geht es ja auch um seine Gesundheit. -
Marga
Rang: Gastam 09.03.2002 16:03:04
Hallo Heike,
versuch's doch mal über
http://www.Diabetes-Kids.de/
Da triffst Du auf viele Eltern und Kinder
mit Diabetes.
von Marga -
Heike Eberhardt-Brunclik
Rang: Gastam 09.03.2002 20:47:50
Hallo Erika,
vielen vielen Dank für deine Antwort und die Anteilnahme, die ich daraus lesen kann. Inzwischen hat sich meine erste Aufregung auch wieder gelegt, obwohl es nun doch sehr schnell geht. Donnerstag hatte ich mir - auf geheiß des Hausarztes - Infomaterial über Kurkliniken besorgt, gleichzeitig hatte aber mein Mann sich nochmal bei der DKD erkundigt. Die aktuellen Infos hatte ich bei der Hausärztin in den Briefkasten eingeworfen und gleich Freitag hat sie sich selbst mit der DKD in Verbindung gesetzt mit dem Ergebnis, dass ich Montag früh um 8 mit meinem Töchterlein dort erscheinen kann. Ich denke, das wird auch allerhöchste Eisenbahn. Denn heute ist die Bagage nach dem Essen mit den Fahrrädern losgezogen. Nach 'ner Stunde kamen sie wieder zurück und die kleine Maus klagte über ihre schlappen Beine, die sie nicht mehr die Treppe hochtragen könnten. Ich kann so schlecht einschätzen, ob sie es ernst meint oder die Situation - wie Kinder halt so sind - ein wenig ausnutzt. Also durfte ich sie rauftragen, wo sie sich gleich hinlegte. Versorgt mit Wasser und Karotte war sie nach einer Viertelstunde wieder fit. Ich hoffe, dass sie bald so weit ist, dann von alleine nach Essbarem zu greifen! Ihr Vater ist da ein wenig schwierig. Er schimpft lieber eine Viertelstunde, dass die Familie endlich an den Abendbrottisch kommen soll, statt gleich etwas zu essen, weil die 70 schon unterschritten sind (immerhin seine Schimpferei kann ich inzwischen so ungefähr einschätzen).
Also nochmal Vielen Dank und schöne Grüße nach München
Heike -
michaela
Rang: Gastam 19.03.2002 12:25:59
Hallo Heike,
habe eben erst den Eintrag gelesen, habe auch eine Kind (jetzt Jugendlicher) mit Diabetes- mir hat damals weitergeholfen das Diabeteszentrum Fürstenhof in Bad Kissingen, Tel 0971 80280 mit Kindermaßnahmen in den Ferien - Eltern können müssen aber nicht teilnehmen- geht über Antrag bei der Krankenkasse-
Außerdem habe ich eine Schulung wg Essen, Insulin etc im Kinderklinikum mitgemacht, die auch für Fragen später immer telefonisch erreichbar waren (Krankenkasse übernimmt Kosten) WIchtig war auch der Kontakt zur örtlichen
Selbsthilfegruppe für Kids mit Diabetes die
(SH für Typ 2 brachte natürlich nichts-war uninteressant, da für mich ganz andere Fragen wichtig waren) Super waren auch die
Kinderfreizeiten die die Firma Lifescan Tel 0622377711 in Neckarsgmünd veranstaltet hat. Hier erfuhr mein Kind, daß es mit dem Diabetes nicht alleine ist und hat die Einstellung bekommen, daß Diabetes für ihn keine Krankheit ist, sondern ein besonderer Lebensumstand.
Im Interesse des Kindes alles hinterfragen was gemacht wird, warum und immer wieder
nachhaken was verbessert werden kann mit der Therapie. Ich wünsche euch allen viel Kraft und gute Ärzte die eine optimale Einstellung erreichen für die Kleine. Alles
Gute M
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Heike Eberhardt-Brunclik
Rang: Gastam 22.03.2002 10:50:11
Hallo M,
vielen Dank für die Informationen. Wir fühlen uns momentan in der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden sehr gut aufgehoben. Durch die tagesklinische Behandlung kann der "normale" Rhythmus weitestgehend erhalten bleiben und meine Tochter bleibt in ihrer gewohnten Umgebung. Langsam finden wir in den Alltag zurück. Ich habe mir die Tel-Nrn. aufgehoben für späteren Kuraufenthalt, den ich mit ihr schon machen möchte.
Freundliche Grüße
Heike