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BZ-Messung Unterschied rechte und linke Hand
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Claudia
Rang: Gastam 27.02.2011 08:23:39
Guten Morgen liebe Leute,
ich habe da mal eine Frage wegen der Blutzuckermessung.
Heute habe ich an der rechten Hand, am kleinen Finger meinen Blutzucker gemessen, der war dann bei 145. Dann habe ich an der linken Hand auch am kleinen Finger gemessen und
einen Wert von 173 erhalten.
Kann mir das jemand erklären wieso innerhalb von ein paar Sekunden ein so großer Unterschied von der einen zur anderen Hand besteht ?
Als Blutzuckermeßgerät verwende ich das Accu-Check Aviva Nano mit Plasmareferenzierten Messtreifen.
Im voraus schon mal Danke für eure Hilfe
Einen schönen Tag noch
Claudia -
am 27.02.2011 09:21:04
Moin Claudia,
..145mmg/dl heißt, dass in jedem guten Liter Deines Blutplasmas (etwas mehr als 1L Blut) 1,45 Gramm Glukose waren, 173 dann eben 0,28 Gramm mehr. Und das aus 2 kleinen Blutstropfen, die zusammen wahrscheinlich weniger als 1 Gramm gewogen haben.
.Dass bei solchen Größenordnungen allein schon winzige Partikel an der Haut vom einen Finger und vom anderen nicht so einen Unterschied machen können, halte ich für normal, zumal unsere Messteile ja eher kostengünstige Schätzteile und keine Laborgeräte sind. - Wenn Du noch mehr gemessen hättest, hättest Du noch mehr und wahrscheinlich auch wieder verschiedene Werte angezeigt bekommen. Und der Durchschnitt daraus hätte wahrscheinlich Deinem tatsächlichen BZ am ehesten entsprochen.
..Die schnellsten messbaren Änderungen im BZ brauchen in aller Regel wenigstens 5-10 Minuten für echte 30mg/dl Differenz. Ansteigend kann das z.B. für die Zeit vom ersten zaghaften Ansteigen nach dem Essen von KHs bis zu ihrem Wirkgipfel gelten, fallend, wenn man sich da hinein dann bei gut ausreichender Insulin-Versorgung zusätzlich kräftig bewegt.
..Bisdann, Jürgen -
am 27.02.2011 17:46:04
hallo Claudia,
das meiste hat Jürgen ja schon gesagt.
Es ist durchaus sinnvoll wenn man ein 2tes mal misst dass man einen Finger an der anderen Hand nimmt. So vermeidet man zwar die Messfehler nicht, aber man verteilt sie gleichmässiger.
Jürgen schrieb:
...dann eben 0,28 Gramm mehr
Klar ist das eine verschwindend kleine Menge. Ich finde mich aber trotz allem nicht mit +-15% Messfehler bei den Geräten ab. Ist mir auch klar dass es technisch vielleicht schwierig ist und noch dazu teuer.... doch vor 25 Jahren wog ein Handy auch noch 3kg und war so groß wie die Autobatterie die man dazu benötigte ;-) Vielleicht fehlt hier ja auch das Interesse der Hersteller. Der Markt wäre schon da..... nur die Kassen würdens wahrscheinlich nicht zahlen.
** An diesem Sitz sind 97% Fehler **
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am 27.02.2011 19:30:01
Moin Havier,
..sowas wie ne Händie-Entwicklung hatten wir auch schon bei den BZ-Testgeräten. Die waren ursprünglich - angefangen mit dem Anfang der 80ger Jahre des vorigen Jahrhunderts deutlich größer (Ausnahmen bestätigen die Regel) und deutlich durstiger und deutlich langsamer. Als ich 91 anfing, waren 2 Minuten pro Test noch Standard.
..Dass die Messgenauigkeit noch kein so vorrangig beworbenes Thema war, wie Größe und Durst und Funktionsumfang, liegt wohl in erster Linie daran, dass die Messwerte den meisten Messern wenig bis nichts sagen. Sie richten sich danach mit ihrer Insulin-Dosierung entsprechend ihrer Einstellung und vermerken allenfalls, dass sie mal wieder zur Einstellung müssten, weil ihre Werte in letzter Zeit recht hoch seien. Weil die Geräte inzwischen praktisch alle recht große Speicher haben und beim Dok ausgelesen und zu Kuchen und Säulen aufbereitet werden können, braucht sich damit niemand mehr persönlich zu befassen, zumal die meisten INSULINER ja nie eine Schulung dahingehend erfahren, wie sie ihre Spritzfaktoren ihrem wechselnden Bedarf selbst anpassen können.
..Der gut eingestellte BZ bewegt sich jeden Tag munter im Rahmen von 100-300mg/dl, und da kommt es auf plusminus 15% doch wirklich nicht an, oder?
..In dem Maße, in dem wirklich gesunde BZ-Verläufe auch für Diabetiker als nützlich in die wissenschaftliche Diskussion Einzug halten, ist auch die Messgenauigkeit der Geräte in die Kritik geraten. Aber so lange es noch keine zuverlässig anleitenden Therapie-Leitlinien für vor dem Essen 100-140 und 2 Stunden nach dem Essen unter 140mg/dl gibt, eine immer häufiger genannte Begrenzung, werden die Hersteller keine wirkliche Notwendigkeit für mehr Messgenauigkeit sehen.
Bisdann, Jürgen -
am 27.02.2011 21:42:27
hallo Jürgen,
hjt_Jürgen schrieb:
...dass die Messwerte den meisten Messern wenig bis nichts sagen
Stimmt wohl auch. Ich bin da naturwissenschaftlich eher vorbelastet und hab mir mittlerweile ne umfangreiche Auswertung in Excel gebastelt. Dadurch beschäftige ich mich natürlich auch sehr intensiv mit dem Thema was mir auch wichtig ist und sogar noch Spass macht - mal was Neues lernen.
hjt_Jürgen schrieb:
...beim Dok ausgelesen...werden können, braucht sich damit niemand mehr persönlich zu befassen
Das ist technikunabhängig denke ich. Der eine ist einfach Neugierig und der andere will damit nichts zu tun haben und überlässt es dem Arzt.
Ich bin eher für "Teamarbeit" mit dem Arzt und nehm ihm auch gerne Arbeit ab.
hjt_Jürgen schrieb:
Der gut eingestellte BZ bewegt sich jeden Tag munter im Rahmen von 100-300mg/dl
Das musste ich auch erst erfahren. (Bei mir mittlerweile 100-150mg/dl)
hjt_Jürgen schrieb:
da kommt es auf plusminus 15% doch wirklich nicht an, oder?
Schon klar. Mittlerweile leg ich auch keine Messorgie mehr ein wenn ein Ausreisser auftritt.
Ich schaue jetzt mehr auf die Langzeitentwicklung. Und wenn ich ehrlich bin würden mir jetzt nach gut 750 Messungen um 10% genauere Messwerte nicht viel bringen.
Anfangs war es für mich aber schon entscheidend ob das nun 159 oder 139 mg/dl sind.
hjt_Jürgen schrieb:
...werden die Hersteller keine wirkliche Notwendigkeit für mehr Messgenauigkeit sehen.
Aber vielleicht die Kassen (hüstel). Jemand der sich mit Messen nicht auskennt bzw. kein Interesse daran hat der übernimmt den Messwert unhinterfragt in sein Spritzprogramm. Da wird wohl dann die richtige Dosis auch eher dem Zufallsprinzip gehorchen. Ob das allerdings lebensverkürzend ist muss auch nicht sein. Meine Mutter wurde mit dieser Technik 84 Jahre alt.
****************************** es ist nicht alles richtig was man falsch macht *********