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Einstellung vs. Steuerung
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am 21.05.2011 16:25:52
Die Standard-ICT Einstellung orientiert sich am BZ-Zielbereich vor den Mahlzeiten, z.B. 80-120mg/dl. Wenn 10 INSULINER hier die gleichen Werte produzieren, können die HBA1c Ergebnisse durchaus um 2-3 Prozentpunkte differieren, also locker von 6 bis 8 reichen. Denn diese Art Einstellung bietet wenig Einfluss auf den BZ-Verlauf zwischen den Mahlzeiten.
Wer zwischen den Mahlzeiten für einen Apfel nicht extra spritzen oder den Supermarkt-Einkauf nicht ggf. gezielt mit vorher weniger Bolus oder passend zusätzlich KHs ausgleichen will, kann seinem BZ nur von vornherein ausreichend Leine für größere Schwankungen lassen, also einen höheren 1c in Kauf nehmen.
Niemand HAT einen BZ-Verlauf, sondern jeder MACHT SICH den. Die einen eben wie oben nach Art der Einstellung und andere eben mehr oder weniger gezielter. Ich kenne keinen Insuliner, der einen HBA1c unter 6 einfach so hat. Sondern die machen sich den alle sehr gezielt, indem sie bei jedem Spritzen ihren Bedarf für die nächsten ca 3 Stunden möglichst genau berücksichtigen, wie Vielflieger Hajo das hier mal geschrieben hat. Und das hat viel mit dem zu tun, was ihr BZ in den 3-5 Stunden vor dem letzten Messen gemacht hat, was z.B. alle ernsthaften Ansätze zu vollautomatischen Pumpensteuerungen berücksichtigen.
Und sowohl den vorausgegangenen wie auch den auf der Grundlage zu erwartenden Verlauf in den folgenden wenigstens 3 Stunden zu berücksichtigen lernt man bei Doks wie Teupe. Erstaunlich viele Absolventen dieser Schulen steuern ihren BZ unter HBA1c 6 und selbst ehedem Brittle, also völlig uneinstellbar, schaffen damit 8 und besser ohne schwere Hypos.
schrieb:
Ich jedenfalls hätte meinen Diabetes mit Jürgens Maschinen-Taktik nicht steuern können.[/qoute]
Max 140-120-100 ist ein kurzer Nenner für alle solche Prozeduren. Was daran wäre Maschinen-Taktik?
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Gast
Rang: Gast -
Gast
Rang: Gastam 21.05.2011 16:54:18
schrieb:
Niemand HAT einen BZ-Verlauf, sondern jeder MACHT SICH den... Ich kenne keinen INSULINER, der einen HBA1c unter 6 einfach so hat. Sondern die machen sich den alle sehr gezielt,Und sowohl den vorausgegangenen, wie auch den auf der Grundlage zu erwartenden Verlauf in den folgenden wenigstens 3 Stunden zu berücksichtigen... Max 140-120-100 ist ein kurzer Nenner für alle solche Prozeduren. Was daran wäre Maschinen-Taktik?
"Niemand" ist schon mal insofern falsch, als jeder der "sich einen macht" auch automatisch "einen hat" - beim Gesunden steuert das die "innere Elektronik", beim Diabetiker steuert man bewusst selbst (nach besten Wissen + Gewissen!). Und wenn Steuern von aussen keine Maschinen-Taktik ist. was dann? Und eine Maschine funktioniert (im Idealfall) nach vorgegebenem Schema und ohne Ausfälle + Fehler - allerdings ist kein Mensch eine Maschine (es sei denn, man lebt nur für seinen DM), noch dazu ist jeder Mensch anders. Die Versuche an eine möglichst genaue "Nachbildung" des Regelmechanismus des gesunden Körpers durch Medikation, Kontrolle und KH-Aufnahme heranzukommen, ist sicher lobenswert (besonders, wenn sie von Erfolg gekrönt sind), aber wie gesagt: es sind Versuche nach Schemata bei verschiedenen Menschen und wer meint (und dazu zähle ich dich, Jürgen), dass das auf jeden Fall bei allen funktioniert, der irrt! -
Gast
Rang: Gastam 21.05.2011 19:12:33
hjt_Jürgen schrieb:
Wer zwischen den Mahlzeiten für einen Apfel nicht extra spritzen oder den Supermarkt-Einkauf nicht ggf. gezielt mit vorher weniger Bolus oder passend zusätzlich KHs ausgleichen will, kann seinem BZ nur von vornherein ausreichend Leine für größere Schwankungen lassen, also einen höheren 1c in Kauf nehmen.
schrieb:
Ich jedenfalls hätte meinen Diabetes mit Jürgens Maschinen-Taktik nicht steuern können.[/qoute]
Max 140-120-100 ist ein kurzer Nenner für alle solche Prozeduren. Was daran wäre Maschinen-Taktik?
Jeden Supermarkt-Einkauf gezielt ausgleichen? Tut mir leid, aber ich muß gezwungenermaßen mit meinem Diabetes leben, daß ich ihm mein gesamtes Leben weihe, hat niemand von mir verlangt und ich hab auch nicht die Absicht das zu tun.
Ich habe jahrelang Vollzeit gearbeitet und eine Familie versorgt, solche Mätzchen sind da einfach nicht drin.
Abgesehen davon frage ich mich, warum du partout einen niedrigeren 1c haben mußt als ein Gesunder. Was soll denn ein immer noch niedrigerer 1c bringen? Ein extrem niedriger BZ Spiegel ist bestimmt keine Garantie für ein langes Leben.
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Gast
Rang: Gastam 21.05.2011 20:11:42
[quote= der letzte Gast]Abgesehen davon frage ich mich, warum du partout einen niedrigeren 1c haben mußt, als ein Gesunder. Was soll denn ein immer noch niedrigerer 1c bringen? Ein extrem niedriger BZ Spiegel ist bestimmt keine Garantie für ein langes Leben.
[/quote]Einen niedrigeren als gesund ist "ungesund" (weil's Gehirn unterversorgt wird) - einen A1c wie ein Gesunder wäre okay (weil erwiesenermassen "höhere" die Spätschäden eher "locken") - [size=6]Aber[/size]: da ein "gesunder" BZ-Spiegel auch keine Garantie für ein langes (oder längeres) Leben ist, weil der BZ-Wert die anderen "Probleme" nicht betrifft, sollte jeder für sich entscheiden, wie und wonach er lebt (was er ja letztlich sowieso macht). Jedoch liegt hier die Betonung auf "jeder für sich" - eben als Individium, und nicht als "der" Diabetiker...