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Ernährung ( wichtige fragen)

  • Gast

    Rang: Gast
    am 09.07.2011 18:26:23
    Guten Tag zusammen.

    Ich habe ein wirklich ernste frage. Meine freundin( 17 jahre alt) leidet seit 5 jahren an Diabetes typ 1. Sie sagt der Arzt habe ihr keine Diät verschrieben bzw. solche Diät hat sie ausprobiert jedoch ohne erfolg. Meine Tante ist eine krankenschwester und ich hab ihr von dem vorfall erzählt. Sie meinte eine Diät wäre super wichtig und ich sollte mit meiner Freundin drüber reden. Das hab ich natürlich getan. Sie sagte aber es würde nichts bringen außer ,dass sie weniger spritzen müsste. Ich habe jedoch gehört , dass sie in ihren alter und einer guten Diät sogar ohne spritzen auskommen würde ( nur tabletten). Meine frage lautet : Müssen an Diabetes erkrankte leute wirklich eine ernsthafte Diät machen ? Und was würde sie wirklich bringen ?
  • Gast

    Rang: Gast
    am 09.07.2011 18:36:52
    na los, jürgen, dass ist doch genau dein ding - gib's ihr!!
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    am 09.07.2011 19:19:11
    Moinmoin,

    allen Menschen mit Diabetes mellitus fehlen Insulin produzierende Beta-Zellen in ihrer Bauchspeicheldrüse.

    Beim Typ2 dauert das Absterben (niemand weiß, warum) dieser Zellen Jahrzehnte. So kann er das Fehlen zu Anfang mit Diät und Bewegung ausgleichen)*, wenn es mehr wird, z.B. mit Tabletten, die die restlichen Zellen besonders antreiben, und wenn das schließlich nicht mehr ausreicht, muss auch er das Insulin spritzen, das sein Körper zum Verstoffwechseln von Glukose braucht.

    Beim Typ1 dauert das Absterben (das eigene Immunsystem zerstört sie) dieser Zellen wenige Monate. Ein Mensch mit Typ1 muss also praktisch von Anfang an alles Insulin spritzen, das sein Köper braucht. Wer das sein Leben lang passend macht, bleibt bis auf diese kleine Behinderung völlig gesund und kann praktisch alles machen, was Menschen ohne Diabetes auch können :-)

    Bisdann, Jürgen

    )*wenn Typ2 frühzeitig auf ihren Defekt aufmerksam und dazu angeleitet werden, wie sie ihr zuerst ja noch kleines Insulin-Defizit damit ausgleichen können, dass sie ihren Blutzucker gezielt mit Essen (oft ganz anders als gesund verkündet) und Bewegen im völlig gesunden Rahmen halten, kann sein, dass ihre Beta-Zellen nicht weiter absterben. Die ältesten Erfahrungen damit sind allerdings erst um 10 Jahre jung und Einzel-Erfahrungen, keine Studien.
  • Gast

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    am 09.07.2011 19:24:05
    Alles klar :) Danke für die sehr professionele aufklärung ;)
  • Gast

    Rang: Gast
    am 09.07.2011 19:32:16
    Da ich aber schon einen experten da habe :) Wie sieht es mit dem spritzen aus ? Müssen die erkrankten Menschen vor dem essen Spritzen oder nach dem essen ? Und wie gefährlich sind die zucker sprünge ? Es ist nicht einfach den Zucker immer auf einen Niveau zu halten... ist es gefährlich wenn der Zucker für z.b. paar minuten zu hoch bzw. zu niedrig ist ??

    Danke im vorraus :)
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    am 09.07.2011 21:52:15
    Moinmoin,

    ich finde erkrankt und Krankheit für den Diabetes unzutreffend. Denn nach meinem Verständnis geht von allen Krankheiten eine Schadwirkung aus, vom Diabetes aber unter einer Voraussetzung überhaupt nicht. Und zwar unter der Voraussetzung, dass der Betroffene seinen Blutzucker möglichst viele von 24 Stunden so steuert, wie seine Blutzucker-Automatik das gerne täte, wenn sie nicht defekt wäre.

    Zu Deiner Frage: Ideal wäre natürlich, wenn wir die Wirkkurven, die nach oben von den Kohlenhydraten und die nach unten vom Insulin, praktisch direkt so aufeinander legen könnten, dass sie sich gegenseitig völlig ausgleichen würden. Die Herausforderung:
    Kohlenhydrate werden als erster Teil einer jeden Essensportion verstoffwechselt, und die Glukose daraus wird praktisch ALLE im Rahmen von 2 Stunden mit der Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen verstoffwechselt. Wenn mehr KHs gegessen werden, steigt die Spitze höher, es sei denn, man isst über einen längeren Zeitraum verteilt.
    Unsere schnellsten Insuline starten mit ihrer Wirkung frühestens 15-20 und eher 30 Minuten nach dem Spritzen. Dann läuft die Wirkung an und erreicht zwischen weiteren 30 und 120 Minuten ihren Höhepunkt und läuft dann mehr oder weniger langsam wieder aus. Wenn mehr Einheiten gepritzt werden, erhöht das zwar auch die Wirkspitze, aber nur zum Teil, während es die zum anderen Teil hügelmäßig verbreitert.

    Das ist nur ne allgemeine Skizze. Wie das bei einem selber funktioniert, kann nur jeder für sich selbst austesten und dann passend umsetzen. Dabei richtet der abundanne Ausrutscher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Schaden an. Nur pflegt sich wenigstens bei mir als Regelmäßigkeit einzurichten, was ich selbstverständlich ab und zu zulasse :-(
    Wenn ich nicht so genau weiß, wie viele KHs ich mir einverleiben will oder wie viele das Essen enthält, das ich da gerade genießen will, spritz ich für die Hälfte, die ich sicher essen werde oder für den vorsichtig geschätzten Gehalt und spritze für den Rest, wenn ich weiß, wie viel ich gesamt gegessen hab. Oder wenn ich - mein persönliches Programm - nach dem Messwert etwa 1 Stunde nach dem Essen absehen kann, wie viel etwa fehlt.

    Meistens komm ich mit meiner Messer- und Spritzerei ganz gut zurecht. Und manchmal helfen mir lebendige Geschichten von Menschen wie diesem hier über ein paar Tage, die ich nicht so gut zurecht komme.

    Bisdann, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 09.07.2011 22:00:29
    Alles klar :) Danke für die schnelle Antwort :)
    Hätte da noch eine frage die eig. nichts mit Diabetes zu tun hat :) Ist eher persönlich :)
    Bist du etwa ein Arzt oder kennst du dich einfach gut mit Diabetes aus ?
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    am 09.07.2011 22:31:11
    Bin nur Betroffener und von Geburt neugierig ;-)
  • Gast

    Rang: Gast
    am 09.07.2011 22:33:23
    Achso :) ok. Dann bedanke ich mich recht herzlich für die antworten die mich viel weiter gebracht haben :) Thema abhacken und schließen :)