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D.m. nach Schwangerschaft

  • Doreen

    Rang: Gast
    am 07.07.2009 14:50:10
    Hallo!

    Ich hatte in meiner Schwangerschaft Diabetes! War eine leichte Form, ich konnte mit Ernährungsumsellung das Insulinspritzen vermeiden! Meine Entbindung ist jetzt 3 Monate her. Gestern hab ich mal wieder gemessen! eine 3/4 h nach dem Abendbrot (4 Toasts,1Wiener,Gurke und ein Schokobonbon) hatte ich einen Wert von 151! Ich hab Angst, dass der Diabetes geblieben ist! Wie sind die Normwerte nach einem Essen?? Lieg ich noch in der Norm oder ist es schon kritisch???

    Lg
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 07.07.2009 21:08:13
    Moin Jungmutter,

    die Gesundwerte sind die, die Du wahrscheinlich noch aus der Schwangerschaft kennst, also nüchtern max 90 und ne Stunde nach dem Essen max 120 (bis bei vielen Doks 140) und nach 2-3 Stunden wieder unter 90.

    Als nichtschwangere Krankwerte sind nüchtern über 125 und 2 Stunden nach 75g Traubenzucker (4 Toasts könnten da schon passen) über 200 definiert. Die American Diabetes Association sieht das inzwischen ein bisschen enger und die Diagnosereife schon dann erreicht, wenn überhaupt an mehreren Tagen mehr als 200 mg/dl gemessen werden.

    Im Rahmen der Gesundwerte weisen die Statistiken praktisch keine diabetischen Folgekrankheiten aus. Aber bei Erreichen der Diagnosereife haben schon 10-12 von 100 Betroffenen eindeutige diabetische Folgeschäden.

    Pro-aktive Betroffene halten ihren BZ nach Möglichkeit immer unter max 140-120-100 mg/dl 1-2-3 Stunden nach jedem Futter-Input. Und wer früh genug damit anfängt, scheint gute Chancen zu haben, erst im Alter oder sogar nie auf Diagnose Diabetes vorrücken zu müssen. Dein Spiel :-)

    Daumendrück, Jürgen

    Wie geht's Deinem Zwergi?
  • Thomas

    Rang: Gast
    am 07.07.2009 22:51:40
    Hallo,

    erstmal Glückwunsch zum Nachwuchs.

    Der Schwangerschaftsdiabetes verschwindet normalerweise nach der Schwangerschaft. Ob da 3Monate reichen weiß ich nicht. Es sei denn eine gestörte Glucosetoleranz lag schon vor der Schwangerschaft vor. Dann kann ein Schwangerschaftsdiabetes auch ein falsch interpretierter Typ2 sein.

    Den Wert von 151 mg/dl für sich, finde ich erstmal nicht so dramatisch. Wenn man Toleranzen, Messfehler, evl Infekt...berücksichtigt könnte es auch 135 mg/dl sein. Was nach etwa einer Stunde und reichlich KHs noch im normalen Bereich liegt.
    Die 151 wären aber ausreichend ein Gespräch mit meinem Doc zu suchen. von Thomas
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 08.07.2009 23:38:38
    Moin Thomas,

    ein Schwangerschaftsdiabetes kann nur eintreten, wenn die Insulinproduktion der werdenden Mutter erheblich geringer ist, als die einer völlig stoffwechselgesunden Frau. Mit der zusätzlichen Belastung der Schwangerschaft wird der BZ auffällig, aber nur für Schwangere.

    Ohne Schwangerschaft gilt eine Frau mit den selben Werten noch lange völlig gesund. Also ist der Diabetes auf wundersame Weise nach der Geburt wieder völlig verschwunden :-)
    UND ohne die zusätzliche Belastung der Schwangerschaft schafft die diabetisch verringerte Insulinleistung noch eine gute Schüppe KHs mehr als während der Schwangerschaft, wodurch normale Portionen an BZ-Treibern wenigstens zunächst sogar wirklich völlig unauffällig verstoffwechselt werden :-)

    Eine durchgängige Statistik im Zusammenhang mit Diabetes gibt es nicht. Schwangerschaftsdiabetes wird wie heute noch keine 10 Jahre diagnostiziert und nachfolgend wenigstens in Einzelfällen zusammenhängend beobachtet. Dass da also etwas verschwinden könnte, passt also eher in das Reich des Wunschdenkens :-(

    Bisdann, Jürgen
  • Marie

    Rang: Gast
    am 09.07.2009 11:42:31
    Hallo,

    das gleiche ist mir auch passiert. Mein Sohn kam im Dez 08 zur Welt, SS-Diabetes wurde in der 24. SSW diagnostiziert. Im KH waren die Werte nach der Geburt prima, egal was ich gegessen habe, sie lagen bei 80. Dann nach 3 Monaten habe ich zu Hause gemessen und hatte auch solche werte... mit den wochen wurde es schlimmer und dann war ich beim Arzt.

    Leider ist der Diabetes geblieben.... nun bin ich Typ 1. Lass dir einen Termin beim Diabetologen zum OGTT geben und dann weisst du bescheid, alles andere ist Quatsch.

    Wir können uns gerne austauschen.

    Viele Grüße
    Marie
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.07.2009 12:47:43
    Moin Marie,

    dann bleibt Dein Kurzer ja auch schon nicht mehr liegen, wo Du ihn ablegst, oder?

    Zum Typ1 Glückwunsch! Das liest sich jetzt ein bisschen verrückt, aber Du hast Dein Insulin und kannst dir Deinen BZ so gesund steuern, wie Du das willst. Vergleich das mal mit der Mutter mit beginnendem Typ2. Nach der Schwangerschaft als gesund eingestuft, bis nüchtern regelmäßig mehr als 125 mg/dl anliegen oder/und der oGTT nach 2 Stunden noch über 200 ausweist. Dann mit der Verordnung von mehr Bewegung und weniger Fett=mehr KHs im Essen behandelt, wenn das nicht reicht mit Tabletten, und wenn dann trotzdem wieder schwanger (ist bei diesem ungesunden BZ-Verlauf deutlich schwieriger), die Umstellung auf Insulin und ein bis dahin als völlig unnötig und unmöglich bezeichnetes BZ-Verlaufsniveau von nüchtern max 90 und 1 Stunde nach jedem Essen max 120-140. Idiotischer kann man sich so ein Gesundheitssystem kaum noch vorstellen :-(

    Viel Spaß mit Deinem Krümel, Jürgen
  • Marie

    Rang: Gast
    am 09.07.2009 13:09:37
    Hallo Jürgen,

    ja er krabbelt und sagt mit 6 Monaten schon Mama :-) das war es wert diabetes zu bekommen !

    Mittlerweile sehe ich es sehr gelassen, ich spritze mir halt 4 mal täglich mein Insulin und lebe mein leben ganz normal, fühle mich wieder gut (nicht so müde und abgeschlagen) und geniesse die zeit mit meinem engel. Es ist garnicht so schlimm wie ich dachte, ich empfinde es nicht als grosse einschränkung und eine große esserin war ich eh noch nie.

    Du sagst es- jetzt im nachhinein ist mir auch in den sinn gekommen, dass mich die ärzte in der ss unnötig "gequält" haben. Ich habe monate lang in der ss "gehungert", nur Knäcke, Suppe, Fleisch und salat gegessen... mein sohn hat quasi mitgehungert, denn ich hatte regelmässig Keton im Urin.... ts!

    Wo du mir so nett schreibst: meine Diabetologin hat mir vorgeschlagen, dass ich wegen meiner optimalen Werte nur noch vor den Mahlzeiten messe, irgendwie fühle ich mich unsicher und habe jetzt trotzdem weiter nach dem Essen gemessen. Wie siehst du das?

    Fühl dich gedrückt
    Marie
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 09.07.2009 14:29:28
    Moin Marie,

    bei den BZ-Werten und -Messungen bist Du bei mir "gerade richtig". Denn ich ich bin in allen Foren, in denen ich mitschreibe, für den Standpunkt berüchtigt, dass nur ein unbehandelter Diabetes das Vorrecht hat, ungesund hohe BZ-Verläufe zu produzieren. Eine Behandlung ist in meinen Augen nur dann ihren Aufwand an Zeit und Geld wert, wenn sie dazu führt, dass der BZ weit überwiegend bis immer (abgesehen von sporadischen Ausreißern) in völlig gesunden Bahnen verläuft, in Zahlen max 140-120-100 mg/dl 1-2-3 Stunden nach jedem Input.

    Mach ich inzwischen seit Jahren mit nem HBA1c um 5. Mit der üblichen Messung unmittelbar vor dem Essen, die mir auch mein Dok immer andienen will (weil er nur die standardmäßig bewerten kann), käme ich da nie hin. Und vor seiner konsequenteren Verfolgung rettet mich nur mein gutes Ergebnis. Dafür mess ich nur in den Zeiten intensiveren Auprobierens wirklich die 3mal nach dem betreffenden Essen. Sonst reicht mir, wenn ich z.B. nach 2 Stunden noch 140 messe, meine passenden 4 IEs nachzulegen, oder wenn ich da schon 80 messe, zum rechtzeitigen Abbremsen vor nem Hypoabstieg z.B. einen Apfel zu essen, im Schnitt so 5mal am Tag. Bitte, nicht einfach so als locker aus der Hand verstehen oder gar nachmachen, sondern ich hab in vielen Versuchsreihen ausprobiert, was für mich unter welchen Bedingungen wie am besten passt, und das müsste jeder andere für das gleiche Ergebnis in ähnlicher Weise für sich selbst ebenso tun.

    Der Hintergrund ist einfach beschrieben. Wenn ich z.B. 80 vor der nächsten Mahlzeit messe, kann das meine max 140-120-100 bedeuten, aber auch 280-180-120. Die 80 vor dem Essen sagen in einem sehr weiten Bereich absolut nichts über den Bogen, den der BZ zwischen den 2 Mahlzeiten beschrieben hat. Und das, obwohl dieser Bogen spätestens bei HBA1cs unter 7 eine wesentlich größere Bedeutung für diesen Wert hat, als der berühmte Nüchternwert. Und obwohl die Weite der BZ-Schwankung (im Beispiel 80-280 entsprechend 200 gegenüber gesund 80-140 entsprechend 60) längst als eigenständiger Folgekrankheiten-Auslöser und Förderer und gefährlich vor allem für Gefäße und Nerven gesehen wird. Die Fachologie ist (nicht nur) da sehr inkonsequent.

    Bisdann, Jürgen