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Patientenperspektive auf Telemonitoring Lösungen für Diabetiker
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am 16.12.2011 13:46:53
Liebe Diabetes-Forum Community,
ich bin ein Master Student der Technischen Universität München und untersuche im Rahmen meiner Masterarbeit die Patientenakzeptanz von Telemonitoring Lösungen.
Hierzu bin ich auf der Suche nach Patienten, die auf regelmäßige oder sogar permanente Überwachung von Vitaldaten angewiesen sind oder auf diese in absehbarer Zeit angewiesen sein könnten. Da diese Situation für viele Menschen, die an Diabetes leiden zutrifft, nutze ich diese Plattform, um Kontakt mit Ihnen aufzunehmen.
Um zu untersuchen welche Faktoren die Akzeptanz solcher Telemonitoring Lösungen beeinflussen führe ich eine (online) Umfrage durch. Diese beinhaltet eine kurze Heranführung an das Thema Telemonitoring und ist in einer Bearbeitungszeit von unter 10 Minuten zu bearbeiten. Sie dient rein wissenschaftlichen Zwecken, ist komplett anonym, nicht kommerziell und soll letztlich dazu beitragen Telemonitoring Lösungen zu entwerfen, die den Bedürfnissen von Patienten gerecht werden.
Zu meiner Umfrage gelangen Sie über folgenden Link:
https://www.soscisurvey.de/Telemonitoring
Sollten Sie Fragen zu der Umfrage haben oder sich für die finalen Ergebnisse der Untersuchung interessieren, stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne unter folgender Email Adresse zur Verfügung: gu53ter@mytum.de
Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung!
Benedikt
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Gast
Rang: Gastam 16.12.2011 23:03:04
Hallo Benedikt,
bevor man sich auf eine unbekannte Seite begibt, wäre es schön, wenn du hier erst mal erklären könntest, was man darunter genau versteht und wie sowas speziell für Diabetiker aussehen würde. -
Gast
Rang: Gastam 17.12.2011 08:13:17
Gast schrieb:
Hallo Benedikt,
bevor man sich auf eine unbekannte Seite begibt, wäre es schön, wenn du hier erst mal erklären könntest, was man darunter genau versteht und wie sowas speziell für Diabetiker aussehen würde.
Ganz einfach. Deine Zuckerwerte werden rund um die Uhr überwacht und via Mobilfunknetz automatisch an Deinen Diabetologen übermittelt. Erscheinen dem die Werte zu hoch, weil Du schon wieder von der Schokolade genascht hast, obwohl er Dir das strengstens verboten hat, löst er z.B. einen heftigen Stromschlag aus und verpetzt Dich bei der Krankenkasse. Schöne neue Welt der Telemedizin. ;)
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am 17.12.2011 10:02:38
Hallo,
danke für Eure Rückfrage und Interesse an dem Thema.
Zunächst zu der Frage:
Unter Telemonitoring versteht man die Fernuntersuchung, -diagnose und -überwachung des Patienten unter Zuhilfenahme von Informationstechnologie. Patienten werden mit (mobilen) Geräten zur Messung von Vitaldaten, wie z.B. Blutdruck, Blutzuckerspiegel oder Herzfrequenz, ausgestattet. Die Daten werden direkt zu einem medizinischen Betreuer, etwa dem Hausarzt, einem Facharzt oder einem telemedizinischen Institut, übertragen.
Es gibt verschiedenste Telemonitoring Lösungen für Diabeteker, die unterschiedliche Zielgruppen von Diabetekern ansprechen. Ein einfaches Beispiel ist ein Telemonitoring Angebot das von einem österreichischen Mobilfunkanbieter angeboten wird. "Es verspricht ein einfaches und effizientes Tele-Monitoring der relevanten Vitaldaten von Bluthochdruck- und Diabetespatienten. Dazu werden die Daten mithilfe des Handys erfasst und via Mobilfunk an eine medizinische Plattform übertragen, sodass sie Ärzten und Betreuern schnell zur Verfügung stehen.
(...)
Dabei übernimmt als fachlich kompetenter Partner der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (ASBÖ) http://samariterbund.net die Betreuung der zugehörigen Hotline sowie die Einschulung.
(...)
Die vom Patienten gemessenen Vitaldaten werden einfach per Handy an die healthe-Plattform übertragen. Ganz ohne persönlichen Besuch kann der betreuenden Arzt somit jederzeit auf übersichtlich aufbereitete Information über die Entwicklung der Vitalwerte zugreifen. Der Patient entscheidet, wer Einsicht in die Daten nehmen darf. Neben Medizinern und anderen Betreuern nennen die Unternehmen beispielsweise die Eltern zuckerkranker Kinder als mögliche Zielgruppe. Denn diese können dank optionaler Benachrichtigungen bei abnormalen Messwerten Zeit, Geld und letztendlich auch Nerven sparen." (http://www.pressemitteilungen-online.de/index.php/tele-monitoring-datenerfassung-von-bluthochdruck-und-diabetespatienten-per-handy/)
Nun zu der Antwort:
Die Erklärung der Funktionsweise war natürlich ein richtiges Beispiel. Schön, dass auch die Vorurteile bzw. Patientensorgen (mit einem Augenzwinkern) angesprochen werden, da genau das ein Bestandteil meiner Untersuchung ist. Patientensorgen, insbesondere im Bereich Datenschutz, spielen eine wichtige Rollejavascript:__doPostBack('forum$ctl03$PostReply','') bei der erfolgreichen Umsetzung von seriösen Telemonitoring Lösungen.
Ich hoffe deine Frage konnte beantwortet werden.
Beste Grüße,
Benedikt -
Gast
Rang: Gastam 17.12.2011 11:39:31
Die Idee des Telemonitoring ist ja an und für sich nicht schlecht.
Bei der Übermittlung der Daten per Handy sehe ich allerdings ein Problem bei der Datensicherheit.
Und wer soll die Daten eigentlich auswerten bzw. interpretieren ? Wenn es der behandelnde Arzt ist dann kommt auf diesen ja noch mehr Arbeit zu.
Oder vielleicht eine Software ? ;-)
Havier
--- @Gast3 :-) :-) --- -
Gast
Rang: Gastam 17.12.2011 13:40:48
Ich weiß nicht recht, ich möchte nicht 24 Stunden überwacht werden. Ich fühle mich da wie entmündigt und denke an "Big Brother is watching you". Abgesehen davon sehe ich auch nicht, wie ein niedergelassener Diabetologe die 24-Stunden-Überwachung leisten soll. Wer also stöbert dann da in meinen Daten?
Ich denke schon, daß ich selbst in der Lage bin, meine Werte zu beurteilen und ich rede lieber direkt mit meinem Diabetologen.
Vielleicht bin ich altmodisch, aber so empfinde ich es eben. -
Gast
Rang: Gastam 17.12.2011 16:11:20
hallo Gast#6
als altmodisch würde ich das nicht bezeichnen denn:
wenn man mal den Aspekt der Überwachung beiseite lässt dann sprichst du einen auch für mich wichtigen Punkt an. Nämlich "selber Verantwortung tragen".
Beim Autofahren muss man sich nicht mehr um die zu fahrende Route kümmern, das Einparken übernimmt die Einparkhilfe, bei zu geringem Abstand wird der Wagen automatisch abgebremst, das Arbeitsamt kümmert sich um den Job, die Rechtschreibprüfung übernimmt die Software u.s.w. u.s.w. ...
Alles nützliche Helfer. Nur wird das "selber Denken" damit nicht unbedingt gefördert wie man z.B. beim Thema Autofahren beobachten kann. Weniger Unfälle gibt es dadurch auch nicht.
Ich persönlich tendiere auch eher zur "Eigenüberwachung" meines BZ mit ärztlicher bzw. fachkundiger Assistenz.
Das heisst aber nicht dass es für andere durchaus eine sinnvolle Einrichtung sein kann. Ausprobieren sollte man diese Technik aber schon. Die Praxis wirds zeigen.
Grüße Havier
--- selber leben oder sich leben lassen ? ---
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Gast
Rang: Gastam 17.12.2011 16:29:47
Benedikt schrieb:
Die vom Patienten gemessenen Vitaldaten werden einfach per Handy an die healthe-Plattform übertragen. Ganz ohne persönlichen Besuch kann der betreuenden Arzt somit jederzeit auf übersichtlich aufbereitete Information über die Entwicklung der Vitalwerte zugreifen.
Vielleicht ist es ja nur bei meinem Diabetologen so, aber der hat sich noch nie für die Werte interessiert, die ich gemessen habe. Der interessiert sich nur für die Werte, die das Labor ihm nach meiner Blutuntersuchung zuschickt und bespricht sie mit mir. Seitdem mir das klar ist, führe ich auch kein Tagebuch mehr. Wozu auch? Und meine Laborwerte sind immer im grünen Bereich. Telemonitoring würde mir also wohl keinen echten Mehrwert bringen.
Gruß, Freddy
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am 17.12.2011 17:51:04
Auch die beste Technik nimmt einem das Denken nicht ab! Ich erinnere nur an die Autofahrer mit Navi, die sich in einem Fluß oder auf einem abschüssigen, total matschigen und deshalb sehr glatten Forstweg wiederfanden ... Wenn mein BZ am späten Freitagabend entgleist, weil das Insulin nicht mehr in Ordnung ist und ich mich auf mein "Gesundheitsnavi" verlasse, dann geht es MIR das ganze Wochenende schlecht, und ICH liege am Montag auf der Intensivstation, weil ich kurz vorm diabetischen Koma stehe! Mein Diabetologe beobachtet am Wochenende sicher nicht meinen Blutzuckerverlauf - schließlich hat er sich seine freien Tage redlich verdient!
Viele Grüße
Katja