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Nüchternwert höher als letzter am Abend

  • Gast

    Rang: Gast
    am 18.03.2012 07:45:03
    Hallo,
    bei mir wurde am Donnerstag ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt. Jetzt wird 1 Woche geschaut ob ich das mit Diät in den Griff bekomme oder Insulin spritzen muss. Eigentlich sind jetzt schon alle Werte schön in dem vom Doc vorgegebenen Bereich- nur der Nüchtern-Wert am Morgen ist echt blöd- der sollte höchstens bei 95mg/dl sein- und obwohl ich jetzt abends vor dem Schlafen gehen schon 2x darunter war ist er am Morgen wieder hoch- gestern z.B. war er 90 heute morgen wieder 99.
    Was mache ich denn falsch? Ich nehme in der Zeit ja gar nichts zu mir, wie kann das denn sein? Da der Nüchternwert auch das größte Problem bei dem Test war (beim 1.mal sogar 128) macht mir das auch besonders sorgen.
    Vielen Dank im Vorraus
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    am 18.03.2012 11:16:44
    Moinmoin,

    gratuliere zum laufenden Familienprojekt :)

    Du machst gar nichts falsch. Dafür, dass die Zellen in Deinem Organismus immer genug Treibstoff haben, gibt Deine Leber beständig Glukose aus. Diese Ausgabe wird immer nur kurz unterbrochen, wenn Du Kohlenhydrate isst. Dann wird für die nächsten 1-2 Stunden halt die Glukose daraus verwendet.

    Gegen Morgen kommt nun zu der normalen Glukose-Ausgabe auch noch die turnusmäßige Ausgabe einiger Hormone, die zusätzlich Insulin erfordern. Für diese zusätzliche Anforderung reicht die eigene Ausgabe halt nicht mehr aus, wenn der BZ da über gesund ansteigt. Und weil während der Schwangerschaft nur erlaubt ist, was direkt fehlt, spritzt frau halt dafür passend Insulin :)

    Munteres Brüten, Jürgen
  • Gast

    Rang: Gast
    am 18.03.2012 13:39:44
    Hallo Jürgen,
    danke für deine schnelle Antwort. Aber sehe ich das richtig das ich dann um die Abendliche Insulinspritze (wie sie mir Der Diabetologe schon prophezeit hat) trotz meiner Diäterfolge nicht rum kommen werde? Ich meine, klar für unseren Zwerg mache ich das aber begeistert bin ich nicht. Aber wenn ich mich jetzt schon Seelisch und Moralisch darauf vorbereite ist es nächsten Donnerstag kein so großer Schock.

    Einen schönen Sonntag noch
    Nicole
  • Gast

    Rang: Gast
    am 18.03.2012 13:48:37
    Hi Nicole,

    bei den Differenzen, die Du angibst, würde ich mir überhaupt keine Sorgen machen. BZ-Messgeräte haben eine Messtoleranz von 15%, dh. der Unterschied zwischen 90 und 99 ist mit dem Gerät nicht feststellbar. Wenn Du 90 misst, heißt das, dass Dein Wert irgendwo zwischen 78 und 103 ist. So lange Du Dich in dem Rahmen bewegst, würde ich mir erst mal weder Sorgen noch Vorwürfe machen.

    Du kannst es beobachten und schauen, ob die Differenz größer wird. Solltest Du morgens dann regelmäßig mehr messen (128 z.B. sind schon deutlich über 90), ist Insulin die sichere Variante. Aber bitte nicht die Pferde scheu machen wegen Differenzen, die eigentlich keine sind.

    Viele Grüße & alles gute fürs Baby
    Michaela
  • Gast

    Rang: Gast
    am 21.03.2012 09:02:32
    Weil es grade so schön passt: das Beschriebene ist auch mein Problem, nur dass die Nüchternwerte nicht ganz so hoch sind.

    Bin in der 26. Schwangerschaftswoche.

    Zielbereich ist aber nüchtern unter 90, damit der Zwerg sich wieder "normalisieren kann".


    Heute morgen z.B. lag er bei 100 - warum auch immer. 10 Minuten später habe ich eine Kontrollmessung gemacht, weil mir das so komisch vorkam. Ergebnis: 87.
    Meine Nachfrage wurde in der Praxis mit "die Geräte sind nicht dafür ausgelegt, so schnell hintereinander zu messen" beantwortet.

    Meine Frage also: stimmt das mit der zweiten Messung oder liegt das generell an der Toleranz von 15%, die oben schon beschrieben wird?


    Ehrlich gesagt stresst mich diese Unsicherheit total und ich frage mich, was mir die Messerei bringt, wenn ich mit den Daten eh nix genaues anfangen kann, weil sie eben nicht genau genug sind für den "Toleranzbereich".
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    am 21.03.2012 09:37:29
    Moin #6,

    zieh Dir mal diesen kleinen Fred rein. Hilft hoffentlich zur Entspanung :)

    Selbstverständlich ist der alltägliche Blutzucker-Verlauf im völlig gesunden Rahmen der beste für Mutter und Kind. Und wenn die morgentlichen Nüchternmessungen an mehreren Tagen immer deutlich über 100 gehen, würde ich meinen Töchtern auch zur Zugabe von dem raten, was da ja offensichtlich fehlt, nämlich Insulin. Und auch das ohne jede Hektik, denn der Morgenwert ist auch für INSULINER der Wert, der sich am wenigsten beeinflussen lässt.

    Wieso Dein Zwerg wg etwas mehr als 90 morgens nüchtern nicht normal sein könnte, will sich mir beim besten Willen nicht erschließen. Der Nüchternwert ist lediglich die eierlegende Wollmilchsau der medizinischen Diagnostik und Einstellung. Ne Stunde nach dem Essen darfst Du auch bei den strengsten Diabetologen 120 messen, bei den normalen 140. Und keiner wird Dir sachlich erklären können, warum 100 um 7 Uhr gefährlicher für Dein Kind sein sollen, als 120 um 10 Uhr, die ganz sicher noch keine Gefahr darstellen. Also tu Dir und Deinem Zwerg zuallererst einfach Ruhe an :)

    Munteres Brüten, Jürgen
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 21.03.2012 13:59:15
    Gast schrieb:
    stimmt das mit der zweiten Messung oder liegt das generell an der Toleranz von 15%, die oben schon beschrieben wird?


    hallo,
    aus meiner eigenen Erfahrung bringt kurz hintereinander messen eher mehr Verwirrung als Klarheit über den momentanen BZ-Wert.
    Bei Einzelfällen hatte ich schon bis zu 4x hintereinander gemessen und in 95% der Fälle lagen alle nachfolgenden Werte unter dem zuerst gemessenen und teilweise mit sehr großen Abweichungen.
    Das mag wohl mit den Eigenschaften des Geräts zu tun haben.

    Die meiner Ansicht nach beste Methode festzustellen ob der BZ steigt oder fällt ist regelmässig zu messen und das über einen längeren Zeitraum.
    Hierbei hat man zwar immer noch die Unsicherheit dass der gemessene Durchschnittswert unter/über dem tatsächlichen liegt aber einen Anstieg/Abfall des BZ über längere Zeiträume lässt sich so recht zuverlässig erkennen.

    Das ist ähnlich wie bei einer billigen Personenwaage. Letztendlich ist es egal ob sie das Gewicht auf 1 oder 2kg genau anzeigt. Wichtig ist nur dass man feststellt ob man zu oder abnimmt.

    @jürgen:
    wirklich ein interessanter Fred ;-)
    Dieses Forum kannte ich noch garnicht. Da werd ich doch wohl mal öfter reinschauen.

    Grüße Havier
    Bearbeitet von User am 21.03.2012 14:00:49. Grund: Nicht angegeben
  • Gast

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    am 23.03.2012 09:41:30
    Hallo,

    habe auch Schwangerschaftsdiabetes, hatte das gleiche Problem und echte Probleme damit mir Insulin zu spritzen, aber ganz ehrlich wenn der Frauenartz zu dir sagt der/die kleine ist zu groß bist du froh wenn du die Möglichkeit bekommst das irgendwie zu regulieren.
    Ich hab mir das Spritzen auch ganz ganz schlimm vorgestellt, aber da spürt man überhaupt nichts und geht ruck zuck. Vor allem du kannst wieder ein wenig "ruhiger" essen.
    Ich hab am Schluss angefangen abzunehmen, da ich nicht mehr wusste was ich jetzt guten gewissens essen kann und was nicht, mit dem Insulin geht das alles jetzt wesentlich lockerer.
    Natürlich bin ich froh wenn das alles vorbei ist und ich beneide keinen Typ I und Typ II Diabetiker, aber wie du selber schon sagst, für den kleinen Zwacken tut man einfach alles.

    Vielle Grüße und noch eine angenehme Schwangerschaft.
    Chris
  • Gast

    Rang: Gast
    am 24.03.2012 09:45:05
    Danke euch allen.

    Ich habe mir die Links angeschaut und mich noch weiter eingelesen.

    Ich habe es jetzt 3 Tage mit extrem kontrolliertem Essen und Bewegung probiert - was gar keine Auswirkungen hatte.
    Die Werte am Tag sind gut, die morgens zu hoch. Das hat mich sehr gestresst und ich bin jetzt mit dem Insulin auch ruhiger, wie ihr es beschrieben habt. Sowohl die Diabetologin als auch die Frauenärztin bestätigten mir, so wie ihr ja auch, dass der Nüchternwert nicht groß zu beeinflussen ist.


    Seit gestern spritze ich, weil ich ja eben auch nicht möchte, dass mein Zwerg Probleme bekommt, er ist ja schon zu groß.

    Werde also weiterhin am Tag aufs Essen achten und mich viel bewegen, abends aber die Unterstützung durch das Langzeitinsulin in Anspruch nehmen.

    Und ich kann es bestätigen: Das Spritzen ist deutlich angenehmer als die Kontrolle, das tut viel mehr weh ;)


    Viele Grüße