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Wie bekommt man IHN zum Arzt?
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am 19.12.2013 17:21:42
Ich habe mich heute hier angemeldet, weil ich nicht mehr weiter weiß.
ich bin mir sicher, dass mein Mann (62) die Diabetes seiner Mutter "geerbt" hat, alle Anzeichen sprechen dafür. Mangelnde Durchblutung in den engeren Gefäßen, schlecht heilende Wunden an den Beinen und Händen, zunehmende Schwerhörigkeit, erektile Dysfunktion seit vielen Jahren. Letzteres hat er mir lange Jahre angekreidet und ich habe erst nach einem Nervenzusammenbruch und einer anschließende Gesprächstherapie vom Arzt erfahren, das ich nicht die Ursache seiner sexuellen Misslage bin. Dabei ist mir Sex lange nicht so wichtig wie ein harmonisches Zusammenleben. Ich habe nie gedrängt oder böse Worte darüber verloren. Zu diesem Zeitpunkt habe ich jedoch begonnen, mich mit der Krankheit zu beschäftigen und habe offen darüber mit ihm gesprochen. Die Bitte, bei einem Arzt vorstellig zu werden, wurde rundweg abgelehnt und als ich die schlimmen Folgen seiner Untätigkeit aufgezeigt habe, kam die blöde Antwort:" Ist doch egal an was ich verrecke". Ich habe ihn einen Urintest zu Hause machen lassen und der Streifen hätte sich wahrscheinlich tiefschwarz verfärbt, wenn die Skala nicht bei dunkelgrün geendet hätte. Ich lebe seither mit seinen Launen und dem ständigen Bedrängen, ihn sexuell zu befriedigen, was meistens zwei Stunden dauert. Ich ertrage seine Vorwürfe und sehe zu, wie ein einst gesunder Mann zunehmend verfällt.
Hat irgendjemand hier das auch mitgemacht und es letztendlich doch geschafft, Einsicht zu wecken? Und wenn ja, wie geht man am besten vor. Ich möchte meinen Mann nicht nach 35 Jahren an eine Krankheit verlieren, die wunderbar behandelbar ist. Aber ich bin absolut ratlos und das Klima in der Familie wird zusehends schlechter. Freunde vermeiden Besuche und die Kinder bleiben auch nicht länger als notwendig. Darauf angesprochen, sind natürlich immer die anderen Schuld.
Muss ich wirklich darauf warten, dass er zusammenklappt?
Danke, dass ich mich hier ausschreiben kann und vielleicht sogar ein paar Tipps erhalte. -
Gast
Rang: Gastam 19.12.2013 18:49:21
da wir deinen mann nicht kennen, aber die folgen von unbehandeltem diabetes , ist schlecht rat zu geben.
nur vorschlag : nicht nerven , aber ganz klipp und klar erklären, daß wenn er nicht endlich was tut, du nicht seine krankenschwester bist die ihn aufpäppelt, ca 30000 amputationen pro jahr sind nur eine folge.
dann muß er eben ins heim wenns soweit ist.
obs hilft weiß ich nicht, aber wissen muß er das, sonst kommt nämlich noch "das" hätte man mir ja sagen können !
und das ist nur eine der bösen folgen, sonst retinopatie 6000 erblindunge pro jahr,, infarkt, offene beine, schlaganfall.
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am 20.12.2013 18:43:17
Herzlichen Dank für die Antwort. Über das Stadium der Erklärungen bin ich schon lange darüber hinaus. Das Einzige, was mir zur Zeit bleibt ist, dass etwas so Gravierendes passiert, dass wirklich nur noch der Arzt helfen kann. Der Himmel möge es verhüten. Aber besser früher als zu spät............ -
werner
Rang: Gastam 21.12.2013 16:54:58
Hallo...
Dein Mann "verdrängt" , will es nicht wahr haben , war bei mir auch so.
Ganz klare Anzeichen für einen Diabetes sind starker Durst , erhöhte Urinausscheidung und Gewichtsabnahme. Das mit der ED kommt meist erst nach jahrelangem schlecht eingestellten Diabetes.
Gegen die ED gibts Mittel , aber nur beim Doc. Und ein guter Arzt geht der Ursache auf den Grund. -
Sylvia
Rang: Gastam 21.12.2013 21:12:47
Danke für deine Antwort. Ja, einmal mehr ist klar, dass das starke Geschlecht einen großen Schwachpunkt hat. Durst, verstärkter Toilettengang, Gewichtsabnahme trotz großem Appetit, das alles und die ED haben wir seit vielen Jahren auf der Tagesordnung. Für jede neue Verschlechterung findet er eine fadenscheinige Erklärung. Ich habe einen seiner Freunde heimlich ins Vertrauen gezogen, weil ich weiß, dass er selbst Diabetes hat und mit dem Thema umgehen kann. Aber auch der ist auf eine Mauer der Abwehr gestoßen. Nachfragen nach seiner offensichtlich verschlechterten Gesundheit von Menschen, die ihn lange nicht gesehen haben, wiegelt er ab. Mir bleibt wirklich nur, auf den Super-Gau zu warten und zu hoffen, dass es dann noch nicht zu spät ist. So hatte ich mir unseren gemeinsamen Lebensabend allerdings nicht vorgestellt. -
Gast
Rang: Gastam 22.12.2013 17:05:43
Hallo Sylvia,
kenne 3 Männer, welche sich genau so verhalten haben, zwei davon hängen an der Dialyse 3 x die Woche. Einem wurde scheibchenweise das Bein amputiert. Erst als diese irgendwo auffällig wurden,
hat man Diabetes festgestellt und auch behandelt, leider etwas zu spät. Es tut nun mal nicht weh und
es beginnt schleichend, schreitet unaufhaltsam fort. ED ist dabei noch die geringste Folge.
Bin selbst nun schon im dreizehnten Jahr und durch Behandlung noch ohne Folgeschäden.
Wäre es möglich, dass Sie ihren Mann mal völlig unverbindlich in einer Apotheke zu nur einem
Tropfen Blut überreden können. Er wäre schockiert vom Ergebnis und wacht auf.
Machen Sie es ihm deutlich, dass es so nicht weitergeht und Sie nicht einen selbstverschuldeten
Pflegefall übernehmen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 23.12.2013 11:58:51
Die können soooo stur sein! Ich bin damals auch auf Granit gestossen. Aber rate dir auch, dass du ihm nochmal klar machst, dass du dir euren Lebensabend etwas anders vorgestellt hättest und ihn nicht als Pflegefall haben willst sobald die Zeit kommt die ihr sonst voll geniessen könntet. Würde er sich rechtzeitig behandeln lassen, kann man echt gut damit Leben!
Wenn er ja nichts hat, müsse er sich auch gar nicht fürchten vor einem routine Untersuch beim Arzt. Ab einem gewissen Alter sollte man sowieso regelmässig zur Untersuchung gehen. Oder ihn wegen eines anderen Symptomes einer Wintererkältung oder so wo er gar nicht zum Arzt müsste hinschicken und hoffen dass dabei was raus kommt, oder sogar den Hausarzt des Vertrauens mit einbeziehen. Vielleicht schickt ihm dieser sogar eine Aufforderung zur Routinekontrolle wenn er deine Erzählung ernst nimmt. Oder da man über die Festtage oft sündigt, da er es ja nicht glauben und verzichten will, könnte es auch sein, dass ein Symptom verstärkt auftritt, was einen Untersuch rechtfertigt.
Mein Mann wollte unbedingt nicht dass seine Lastwagenprüfung verfällt und dazu musste er ab einem gewissen Alter alle 6 Jahre zu einem gründlichen Gesundheitscheck und dieser konnte er nicht verweigern wollte er sein Permit behalten. Dabei kam es raus! War echt froh darüber...es tat ihm danach auch leid, dass er mir nie glauben wollte!
Viel Glück und frohe Festtage!1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 03.01.2014 10:59:23
Lieben Dank für den Beistand, den ich hier erfahre. Es tut so gut, nicht alleine da zu stehen. Auch wenn ich bei meinem Mann weiterhin nichts erreiche, so weiß ich die Unterstützung wirklich zu schätzen.
Arztbesuche stehen überhaupt nicht zur Debatte und einen Urintest habe ich ihm ja bereits zu Hause abgenötigt. Das Ergebnis war mehr als klar.
Ich bin einfach enttäuscht, dass er nicht nur verdrängt, sondern die eigene Schuld auf mich abwälzt.
Bevor ich hier zum ersten Mal geschrieben habe, war ich im Zwiespalt: mache ich Druck und riskiere dabei einen ansonsten gute Partnerschaft (rette dafür jedoch sein Leben) oder versuche ich den Zustand zu ignorieren und habe einfach meine Ruhe. Da er mich jedoch permanent mit den Auswirkungen der Krankheit konfrontiert, habe ich beschlossen, den offenen Konflikt zu suchen (wie auch immer es ausgehen mag).
Es könnte alles so einfach sein. -
am 27.06.2014 19:20:45
Hallo liebe Mitstreiter in Sachen Diabetes,
ich möchte nicht vergessen von dem zu berichten, was mittlerweile passiert ist. Es möge eine Lehre sein für alle, die diese Angelegenheit auf die leichte Schulter nehmen.
Es ist leider kein Wunder geschehen, aber nachdem mein Mann plötzlich keinen Kilometer weit mehr laufen konnte, wurde es ihm wohl auch unheimlich und er ist tatsächlich endlich zum Arzt.
Bei den folgenden Untersuchungen sind alle Alarmglocken angegangen und er hat Gott sei Dank eine sehr patente Ärztin erwischt, die ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihm aufbauen konnte.
Was jetzt folgte waren Bluttest und Medikation auf die er sehr gut anspricht. Auf Drängen der Ärztin begab er sich in die Hände eines Kardiologen, der ihn zur Herzkatheder-Untersuchung ins Klinikum geschickt hat. Nach Abschluss des MRT steht nun fest: er hatte einen sogenannten stillen Vorderwandspitzen-Infarkt, der wohl besonders bei Diabetikern häufig auftritt. Außerdem wurde ein etwa 2 cm großer Thrombus diagnostiziert, der ihm jederzeit hätte einen Schlaganfall bescheren können. Der wird nun ebenfalls medikamentös bekämpft.
Ob ich ihn zum noch Urologen bekomme, weiß ich nicht. Zur Zeit ist er etwas genervt von den ständigen Arztterminen und ich denke mal, das das Lebensnotwendige jetzt erst mal wichtiger war.
Ich weiß, wie schwer es ist als Partner gegen Windmühlen zu kämpfen, aber gebt nicht auf und seid wachsam,
P.S. Zur Zeit stellt ER sich selbst hin wie der große Held. Kein Wort über die Ängste, die ich jahrelang ausgestanden habe, die Nerven, die es mich gekostet hat. Aber sei`s drum.
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am 27.06.2014 19:55:21
hallo Sylvia (ENGEL),
da ich zuerst deine eingangsfrage laß, kam mir die idee, da dein mann mit dir und seiner erkannkung nicht konform sich verhält u. auch davon auszugehen ist, dass er bei allen aufklährungsbemühungen nur abwehrt, da er seine körberlichen probleme ganz gut kennt u. erfühlt, jedoch vermutlich vor anderen sich nicht ausgeliefert fühlen will.
Deshalb war meine idee, deine eingangsfrage für dich auszudrucken alles was auf ein forum hinweist weglassen und ihm das einfach auf den tisch legst, damit er es in ruhe lesen kann u. somit versteht, dass du nicht sein feind sondern sein freund bist.
das hatt sich ja nach deinem heutigen bericht erledigt!
jetzt sollte er sehr GLÜCKLICH sein, da viele Diabetiker befürchten keinen verständnissvollen partner zu haben o. zu finden, aber ER, er hat einen ENGEL an seiner seite und erkennt ihn nicht einmal, jetzt nicht, erst dann wenn ihn der engel wegen zuviel erlittener erniedrigungen verlässt.
gruss ingo