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"ICH WILL VERSTEHEN LERNEN" T2- Wirkprinzip

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    Mitglied seit: 31.05.2014
    am 05.06.2014 08:06:50
    Hallo,
    Fragen hab ich an euch, da ich schon etwas weis (kann auch einiges falsch sein), vieles aber noch nicht verstehe und möchte doch etwas mehr licht im dunklen des tunnels haben. Also ich frage und schreibe immer vordergründig über "T2". Habt bitte ein nachsehen wenn es nicht immer fachlich korrekt ist.

    A.) Der körber benötigt eine gewisse menge an zucker KH (Gehirn/Muskeln) um zu funktionieren.

    B.) Diese KH werden über die nahrung aufgenommen und in den blutbahnen an die orte transportiert
    wo sie benötigt werden.

    C.) Dort angekommen muß der zucker wieder dringenst aus den blutadern hinaus in die zellen z.bsp. in die muskeln geschleußt werden, dies geschied über die dafür nötige menge an insulin die von der BSD produziert wird, o. als fremdinsulin von aussen zugespritzt. Verbleibt jedoch der zucker in den adern, dann kommt es zu schäden am körber wie z.bsp. (durch die nichtversorgung an sauerstoff) vorrangig in den kleinsten und entferntesten blutadern und somit ein sterben der davon versorgten bzw. nichtversorgten NERVEN.
    Des weiteren folgeschäden an augen; nieren; leber; Herz usw. Auch ist der ganze stoffwechsel gestört.

    D.)Nichtverbrannte KH werden in dichtester form als fett in die leber eingelagert/gespeichert, deshalb muß ich, wenn ich auch keine KH esse das langzeitinsulin bzw. orale medis einnehmen, da zucker notwendigerweise aus dem fett der leber produziert wieder in die blutbahn kommt.

    E.) Es gibt wohl unterschiedliche formen,.
    Die BSD produziert zu wenig insulin, dann wird mit insulin nachgeholfen o. mit oralen medis die BSD ausgequetscht was zwangsläufig zur folge haben muß, daß irgendwann doch mit insulin weitergemacht werden muß.
    Die Gruppe der Biguanide "METFORMIN" (was ich nehme) die auf eine andere art eingreifen, indem sie nicht die BSD ansprechen sondern der leber/niere veranlassen kein zucker auszuwerfen.

    F.) Es soll auch eine form von insulin-RESISTENZ geben, wo die BSD zwar genügend insulin produziert jedoch die zellen zur schleußung aus den blutadern in die muskeln nicht angeregt wird.
    Was vermutlich zur folge hat, dass immer insulin zur schleusung benötigt wird.

    G.) Verstanden hab ich auch, dass wenn ich weniger wiege, ich auch mit weniger nahrungs-versorgung auskomme und somit weniger insulin/ medis (woher auch immer) benötige, was zur lebensqualität beiträgt, das gleiche gilt auch bei reduzierter KH aufnahme. Wenn ich sport/bewegung habe, die muskeln mehr aufgebaut werden und zur aufnahme von zucker fähiger sind.

    H.) Mir ist mittlerer weile auch bewusst, dass einmal aufgetretene PNP's, wie z.bsp. taube fusssohlen nicht wieder reversibel gemacht werden können, sonder nur durch gute BZ- führung hinausgezögert o. gestoppt werden kann.

    Frage!
    Woher will meine HÄ wissen, ob es sich bei mir um insulin-MANGEL o. um insulin-RESISTENZ handelt, da sie mir METFORMIN 2x 850mg verschreibt (z.zt. HAB1c= 6,4). War am anfang nicht einschleichend gemacht worden, deshalb wochenlang nur durchfall, jetzt ok. kam auch teilweise davon weil ich am anfang noch die süssstoff- getränke trank, die nur durchfall verursachen, heute nur noch tees u. wasser.

    Mein Ziel!
    Nochmal 10kg weniger, weniger KH, mehr bewegung, HAB1c= 5,4 - 5,9, keine o. noch weniger medis.

    Berichtigt mich bitte, da vermutlich einiges nicht richtig ist.

    ich danke euch im vorraus ingo







    ) Es gibt orale medis die, die BSD zu noch mehr insulinabgabe anregen (auspowern)

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    am 05.06.2014 09:42:01
    Moin Ingo,

    hier mal so weit ich's verstanden hab:

    Gesund haben wir immer einen Blutzucker im Bereich zwischen 60 und 90mg/dl (3,3 und 5mmol/l), der eine halt meistens um 60, die andere meistens um 90, und die meisten irgendwo dazwischen. Dabei sind in jedem unserer durchschnittlich 5 Liter Blut 0,6 bis 0,9g Glukose. Und wenn ein paar Zellen unterwegs etwas Glukose abgenommen haben, kommt das Blut mit Hausnummer 0,58g wieder zurück durch die Leber, und die gibt wieder 0,02g auf insgesamt 0,6g dazu.
    Zu diesem Spiel wird beständig Insulin benötigt und ausgegeben. Die Regulierung funzt ganz einfach, indem dem Liter Blut mit 0,58g Glukose weniger Insulin als dem mit 0,6 mitgegeben wird und nem Liter mit 0,62 dann eben noch mehr.

    Die dafür unbedingt notwendige Glukose und mehr produzieren Leber und Nieren fortlaufend selbst aus Eiweiß (stelle ich mir als eine Art Recycling vom Altmaterial unserer Zellen vor, die ja fortlaufend erneuert werden). Was von dieser Glukose nicht sofort verbraucht wird, wird als Glycogen gespeichert, bis die Glycogen Speicher voll sind. Auch dafür wird Insulin gebraucht und ausgegeben.
    Glukose selbst bindet pro Gramm 5 Gramm Wasser, in der Form von Glycogen immer noch 3 Gramm, also in 4 Gramm gesamt gerade mal 4kcal. Die selbe Energie kann in Form von Fett in weniger als 0,5 Gramm gepackt werden. Auch dafür wird Insulin gebraucht und ausgegeben.
    Ein schlanker Mensch trägt über seinen Körper verteilt ausreichend Energie für mehrere Wochen mit sich und würde durch keine Tür passen, wenn die statt in Fett in Glycogen oder gar Glukose geschleppt werden müsste.

    Ok, im nächsten Schritt wird gegessen, aber schreib erstmal, was Du bis hier her vielleicht an Fragen hast?

    Bisdann, Jürgen
    Bearbeitet von User am 05.06.2014 11:01:53. Grund: Korrektur
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    Rang: Gast
    am 05.06.2014 09:42:15
    a. der körper kann auch ketone verarbeiten
    b. ca die hälfte des bz kommt aus der nahrung die andere aus den speichern (glykogen)
    c. die pnp nervenschäden werden durch zu hohen bz an den nervenhüllen verursacht. hat mit sauerstoff nichts zu tun.
    d. nicht verstoffwechselte blutglucose wird in der leber zu glykogen umgewandelt(speicherzucker) und dort aber auch im muskelgewebe gelagert (daher müssen INSULINER wenn sie leber essen dafür spritzen) erst wenn die speicher voll sind wird fett produziert.
    e. wann t2 insulin spritzen ist unterschiedlich, egal ub glmepirid uä oder starlixuä genommen wird, kann auch nach einer zeit mit metformin passieren, was aber nicht tragisch ist (besseres leben)
    f. zu resistenz einfach mal nachlesen
    g. mit bewegung wirkt insulin besser. der verbrauch durch sport wird sehr überschätzt
    h. ok
    frage-kann durch c-peptid bestimmung festgestellt werden.
    bei brausegetränken nutze ich die kh freien habe aber noch keinen durchfall davon bekommen,
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    am 05.06.2014 10:01:23
    hallo,
    Danke für die (schnellen) antworten,
    @jürgen, deine antworten sind gut, ich muß sie noch 3x lesen um zu verstehen und rechergieren.
    @gast, diese antworten bringen mich ein stück weiter.
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    am 05.06.2014 10:23:31
    Hallo Ingo,

    den Hinweis, dass du nicht unbedingt KH essen musst, hast du ja schon bekommen. Für uns Diabetiker ist es in der Tat sehr sinnvoll, die KH zu reduzieren und damit den Insulinbedarf zu minimieren. Iss z.B. viel Gemüse, da sind schon allerhand KH drin. Auf Brot, Brötchen, Nudeln, Kartoffel, Reis und Zucker kannst du gerne verzichten oder davon nur wenig essen.

    Zur PNP gibt es genügend Beispiele, dass die im Anfangsstadium durch excellente BZ-Führung wieder zurückgedreht werden kann. Bei mir hat das mit meinen Zielwerten: nüchtern unter 100 und nach den Mahlzeiten in 1 Stunde unter 140 und in 2 Stunden unter 120 auch gut geklappt.

    Viel Erfolg, Rainer
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    am 05.06.2014 15:28:33
    hallo jürgen,
    oh, oh, hab mal unter wiki mir die sache mit dem "Glykogen" angeschaut, da muß man ja arzt o. ähn. stutiert haben um das zu verstehen, sehr komplexe sache.

    Frage;
    Wird auch aus Eiweißzufuhr Glykogen erzeugt?
    Das gleiche aus fetten wie z.b. olivenöl? das ja eigentlich von hause aus selbst keine KH hat.
    Wäre es dann so, wenn ich zu viel fett zu mir nehme, das überschüssigefett als Glykogen eingelagert wird und bei gebrauch wieder als Glukose ausgeschüttet wird?
    lg ingo
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    am 05.06.2014 16:31:04
    Moin Ingo,

    doch JA, es scheint wohl so zu sein, dass neu gegessenes Eiweiß direkt zur Glukoneogenese verwendet werden und damit vor allem diejenigen stören kann, die ne möglichst weitgehende Ketolyse erreichen und erhalten und die Nutzung von Glukose auf das absolute Minimum beschränken wollen wie einige Nerds und dann die Behandler von Epilepsie vor allem bei Kindern. Fett scheint da lange nicht so gut zu Glycogen zu gehen, so dass das Hauptaugenmerk dabei wohl auf den passend begrenzten Eiweiß-Portionen liegt.

    Die Glukoneogenese hat ihre Spitzenzeit dann, wenn wir uns vorwiegend aus KHs=Glukose ernähren. Dann sind die Glycogenspeicher meistens voll, und dann wird jeder Glukose-Überschuss in der Leber sofort in Triglyzeride umgebaut und so zur körperweiten Einlagerung in die Fettzellen in den Blutkreislauf übergeben.
    Wer seine Glukose-Aufnahme dagegen wie z.B. ich sehr begrenzt hält, so dass der Organismus sich vorwiegend aus freien Fettsäuren und Ketonen (Ketolyse) mit Energie versorgt, kann sehr viel weniger Glukoneogenese beobachten.
    Und mancher von uns beobachtet auch, dass sein BZ morgens nicht so munter ohne Essen (wird als Hinweis auf eifrige Glukoneogenese gesehen) ansteigt, wenn er abends nicht nur auf KHs, sondern auch auf Eiweiß verzichtet.

    Bisdann, Jürgen
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    am 05.06.2014 18:01:33
    Danke Jürgen,
    es wird für mich jetzt verständlicher! Da ich fast keine tierischen fette zu mir nahm, nur hochwertige olivenöle und sehr viel FISCH mit viel eiweiß und die darin enthaltene fette.
    Meine HÄ meinte bei dem letzten blut- laborwert dass der Tryglyceride i.S. mit 276 mg/dl, (soll kleiner 150.0) viel zu hoch wäre und mich frug ob ich viel fetten fisch esse. Sie hatte wohl recht mit ihrer annahme!
    bis dann ingo
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    am 05.06.2014 18:20:54
    Hallo Ingo,

    hier mal die Maßnahmen, mit denen man die Triglyceride senken kann:
    - KH runter bzw raus - vor allem Zucker und Weißmehl,
    - Fett rein - egal welches,
    - Nüsse rein.
    - Langkettige Omega-3 (EPA+DHA) als Supplement nehmen - die haben den stärksten TG-senkenden Effekt,
    - BZ senken und
    - Abnehmen.

    Fett weglassen und durch KH ersetzen, wie es manche empfehlen, ist genau der falsche Weg. Der führt dazu, dass die TG steigen.
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    am 05.06.2014 19:46:52
    HalloRainer,
    Habs von dir fast so erwartet;
    Knapp, klar, verständlich erklärt.
    Werde es als wegbegleider so aufnehmen u. umsetzen.
    nette grüsse ingo