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Akzeptanz?!
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am 11.07.2014 19:38:03
Moin Hanna,
danke für Deinen ausführlichen Beitrag. Dazu ein weiterer Aspekt: Wo der Diabetes als weitere Behinderung dazu kommt, kann das Zusammenfinden mit dem uneingeladenen Lebenspartner deutlich leichter fallen. Denn da hat die existenzielle innere Auseinandersetzung um die Begrenztheit der eigenen Selbstbestimmung schon einmal stattgefunden. Ein Zusammen-Lebensmodell ist entwickelt, das sich wohl eher ohne so tiefgreifende Umbrüche, wie in der ersten Entwicklung, erweitern lässt.
Meine erste Behinderung war Polio, Kinderlähmung, als Baby mit in der Folge deutlich kraftloser entwickeltem linkem Bein. Ich erspar uns jetzt das Einsetzen dieser Behinderung (könnte man eigentlich jede nicht-tödliche nehmen) in Deinen ersten Absatz mit allem, was man mit der Behinderung nicht oder schlechter als Nichtbehinderte kann. Mit so gut 20 Jahren war ich mit meiner inneren Auseinandersetzung endlich durch und mochte ohne Hemmungen im Freibad auf die Liegewiese.
Als dann gut 20 Jahre weiter der Diabetes dazu kam, hatten wir uns im Rahmen von nem halben Jahr so weit aneinander gewöhnt, dass es primär nicht um warum-ich-? ging, sondern um wie-kommen-wir-am-besten-miteinander-aus?
Damals in 1991 hab ich mir natürlich nicht im Traum vorstellen können, wie wir beide einige Jahre später in die beginnende DOC (Diabetes Online Community) hineinwachsen würden. Und erst recht nicht, dass ich im fernen 2014 von meinem Diabetes als meinem lebenspartnerschaftlichen Gesundheits-Coach schreiben würde, mit dessen Hilfe mir um so tolle Zivilisations-Beigaben wie Bluthochdruck und auffällige Blutfette und… bis heute ein super weiter Bogen gelungen ist.
Daumendrück für Deine Arbeit, Jürgen