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Private Versuche mit der "künstlichen Bauchspeicheldrüse" ?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 05.04.2015
    am 05.04.2015 14:20:46
    Hallo Leute,

    seit Anfang des Jahres lese ich gespannt von den Versuchen privater Betroffener aus Schottland und den USA die eine "künstliche Bauspeicheldrüse" im Selbsttest erproben.

    Wer verfolgt im Netz auch diese Aktivitäten von Euch?

    Wer kennt die folgenden Seiten dazu?

    Schlagwörter zum selber recherchieren sind = open APS ; we are not waiting ; diyps ; closed loop ; evtl. auch nightscout

    HINWEIS - alle Seiten sind ausschließlich auf Englisch !!! Wer es kann ist im Vorteil - anderenfalls einfach einen Übersetzer drüber laufen lassen.

    http://openaps.org/

    http://diyps.org/

    Da mir natürlich klar ist das dieses Thema sehr kontrovers diskutiert werden kann, möchte ich trotzdem darum bitten das man sich erst einmal die besagten Seiten dazu durch liest bevor entsprechende emotionale Kommentare hier abgegeben werden - DANKE.

    Greetz maximalz
  • DM1Diabetes

    Rang: Gast
    am 05.04.2015 14:58:30
    Ich finde den Begriff "Künstliche Bauchspeicheldrüse" Irreführend. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Insulinpumpe in Verbindung mit einem CGM System welches als Closed-Loop System funktioniert. Versuche ein solches System zu entwickeln gibt es seid den 70ern. Interessant ist dass es sich um ein open-surce System handelt. Ich hatte davon mal gelesen und es wieder bei Seite gelegt.

    P.S.
    Eine echte Bauchspeicheldrüse oder auch echte Beta -Zellen würden bei einer Transplantation von Antikörper des Typ 1 Diabetikers, ohne gleichzeitige einnahme von immunsubresiver die schwere Nebenwirkungen haben, inerhalb von kurzer Zeit wieder zerstört.
    Bearbeitet von User am 06.04.2015 00:17:02. Grund: ....
  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 05.04.2015
    am 05.04.2015 17:54:16
    Hallo DM1Diabetes ,

    danke für Deine Begriff Erklärungen. Naja ich wollte ehrlich gesagt in der Überschrift nicht mit Fachbegriffen arbeiten und schon eine größere Anzahl von Mitgliedern damit ansprechen.

    Sicher ist die hier benutzte Lösung als "closed loop" bekannt, aber ganz erstaunlich finde ich die geposteten Ergebnisse über Nacht die dort zu sehen sind. Ich selbst könnte alleine mit dieser Lösung meinen HbA1c erheblich verbessern. Zum anderen sehe ich hier eine kleine Gruppe von Betroffenen, eine Lösung bauen mit gängigen Komponeten im erschwinglichen Rahmen, die zu laufen scheint? Wenn ich dazu die Aussagen von großen Pharma Konzernen wie Medtronic sehe die 250 Mio. $ als Jahres Budget für die Entwicklung eines solchen Systems ausweisen, macht mich das schon nachdenklich?

    Gruß maximalz
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    am 05.04.2015 21:14:16
    Artificial Pancreas, also künstliche Bauchspeicheldrüse, ist der allgemein übliche Begriff für alle Ansätze zu technischen Selbstregel-Ansätzen für den diabetischen BZ. Und das, obwohl Glucagon dabei noch meistens ausgelassen wird und obwohl alle Welt weiß, dass die Bauchspeicheldrüse noch seeehr viel mehr als nur Insulin und Glucagon produziert.

    Während die Steuertechnik in den letzten 10 Jahren gewaltig vorangekommen ist und die Hersteller mit ersten Freilandversuchen drohen, wächst eine zentrale juristische Herausforderung immer größer:
    Wer ist verantwortlich für Schäden, die in der Folge einer Hypo entstehen, die von so einem System verursacht wird?

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    Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter.
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    am 05.04.2015 22:19:24
    Hallo hjt_jürgen,

    ich sehe hier das von Dir angesprochene rechtliche Problem so ziemlich am Schluss der Umsetzung.
    Zumal das alleine kein Grund dafür ist das solche System nicht marktfähig gemacht werden. Selbst eine 1-Punkt Reglung die nur die Insulin Pumpe deaktivieren könnte, wäre für einen schlafenden DT1 ein Gewinn. Somit könnten an CGM gebundene Regelungen entsprechende gefährliche nächtliche Hypos verhindern. Die von mir angesprochene Regelung mit der die Schottin Dana Lewis ihre Nächte seit Januar 2015 fährt, ist allerdings schon eine 2-Punkt Regelung. Die Umsetzung der Regelung muss natürlich immer unter dem Gesichtspunkt stehen, sind CGM Werte unschlüssig muss sich die Reglung sicher abschalten und das auch per Alarm dem Träger melden, oder im Fall der Insulinabgabe, dürfen gefährliche Mengen nicht überschritten werden. Genauso wie Grenzwerte der Insulinabgabe überwacht werden müssen. All dies ist aber jetzt schon umsetzbar. Also würde eine Regelung sicher stopen, dann wären wir wieder da wo wir jetzt auch sind, wir müssten uns selbst um uns kümmern. Noch etwas zu Dana, in der Nacht müssen keine größeren körperlichen Aktivitäten ausgeregelt werden, auch die Korrektur von Mahlzeiten ist nicht bestandteil dieser Regelung, somit ist die Nacht der beste erste Ansatz. Der Rest folgt später. Der wirkliche echte Fortschritt ist die selbst in die Hand genommene Interaktion mit einer Insulinpumpe, denn nur so macht CGM auch einen wirklichen Sinn. Ich bin auch absolut sicher das kein selbst Betroffener DT1, sich freiwillig in Gefahr begeben wird.

    Gruß maximalz
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    am 06.04.2015 00:22:11
    “Der wirkliche echte Fortschritt ist die selbst in die Hand genommene Interaktion mit einer Insulinpumpe...”
    unterschreibe ich sofort. Und dafür gilt ja auch kein juristischer Vorbehalt. Denn das ist ja “nur” die technische “Erweiterung” der üblichen persönlichen BZ-Steuerung, für die ja eh jeder von uns INSULINERn selbst verantwortlich ist.
    Nur hattest Du die großen Hersteller-Budgets angesprochen, und die sind halt von der juristischen Lösung abhängig.

    "Ich bin auch absolut sicher das kein selbst Betroffener DT1, sich freiwillig in Gefahr begeben wird.”
    ALLE Insuliner, die sich “blind" nach BE-Angaben richten, auch nach denen von irgend einer Handy-App, halte ich für Risiko-Kandidaten, die das Mitdenken gerne vergessen und im Falle eines Falles X Nummern Mios an Dollars und Euros per Gericht vom Hersteller der Steuerung einzutreiben versuchen würden, mit der ihnen entsprechendes Missgeschick widerfahren wär.

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