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Schwanger mit massiver Insulinresistenz - Hilfe!
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am 19.05.2015 21:39:20
Hallo Freunde!
Also... Wo fange ich am Besten an... Vor etwa 6 Monaten wurde bei mir PCOS festgestellt, welches mit einer massiven Insulinresistenz Homa 6,9 einher ging. Der HbA1c war wohl im oberen Normbereich, 5,1. Mir wurde dann Metformin verschrieben, aufgrund starken Kinderwunsches und ich wurde auch kurz darauf schwanger.
Habe das Metformin bis zur 18. ssw weiter genommen und es dann ausgeschlichen, morgen nehme ich die letzte Tablette.
Nun bin ich in der 20. Woche und
Habe recht heftigen Schwangerschaftsdiabetes.
Mein Problem ist hierbei lediglich der Blutzucker nach den Mahlzeiten. Dabei esse ich schon fast keine KH mehr. Als "Ersatz" für Metformin habe ich Humalog Insulin bekommen. Leider schlägt es manchmal gar nicht an und ich bin echt verzweifelt!
Der Professor in meiner Diabetesklinik ist leider recht selten zu sprechen...
Ich bin echt am Überlegen ob ich wieder Metformin nehmen soll. Irgendwie scheint die Diabetesberaterin mit meinem Problem überfordert. Als ich sie fragte wie man seine Mahlzeiten richtig berechnet, was BE sind, verwies sie mich aufs Internet und meinte 3 Einheiten wären genug wenn ich KH esse. Was ja aber nicht stimmt! Der BZ geht locker auf 189 hoch wenn ich auch nur irgendwas an KH esse!
Heute war ich wieder dort. Sie meinte ich soll dann eben 8 Einheiten spritzen. Doch auch das "korrigieren" schlägt oftmals nicht an.
Bin halt echt verzweifelt und weiß nicht was ich machen soll...
Danke für's lesen und Antworten.
Euer Warzenwürstchen.
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am 19.05.2015 22:17:36
Moin Warzenwürstchen (ehrlich?),
erstmal Glückwunsch zum gelungenen Start vom Familienprojekt :)
Herausforderung mit dem Insulin: Jede/r von uns hat da ne eigene Wirkkurve, und die können meilenweit von einander abweichen. Lassen sich also nur mit persönlichem systematischem Testen herausfinden. Einer meiner Töchter würd ich in Deiner Situation empfehlen:
Spritzen und essen, wie die Beraterin vorgeschlagen hat, und dann in Halbstundenschritten messen. Der BZ wird steigen und irgendwann wieder anfangen zu sinken. Und wenn er zu sinken aufhört, hat die Menge Humalog ausgewirkt.
Wenn dann auf etwa der selben Höhe wie vor dem Essen, hat die Dosis zur BE-Menge gepasst. Wenn drüber, war's zu wenig, wenn drunter, war's zu viel. Einige Male ausprobieren, bis Du die passende Dosis gefunden hast, wobei Du natürlich auf das Pieksen zwischendurch verzichten kannst, wenn Du erst mal raus gefunden hast, wann die Humalogwirkung bei Dir ausläuft.
Wichtig ist dabei das ausführliche Aufschreiben. Dabei kannst Du dann durchaus herausfinden, dass Du morgens pro BE ne andere Insulin-Dosis brauchst als mittags oder/und abends.
Bei der Dosierung ist alles zwischen 1 und 10 Einheiten pro BE recht normal und drüber durchaus möglich. Wichtig ist, dass der BZ bei Dir passt. Dabei brauchst Du wegen des womöglich vielen Insulins keine Angst um Dein Kind zu haben, denn das Insulin aus Deinem Kreislauf gelangt wegen der Hormonsperren nicht in seinen Kreislauf.
Und keine Angst! Auch wenn heute sehr enge Blutzucker-Grenzen für werdende Mütter Standard sind, läuft die weit überwiegende Mehrheit der Schwangerschafts-Diabetes-Ergebnisse früherer Jahre mit sehr viel weiteren Grenzen für die Mütter völlig gesund und munter durch die Welt. Also keine Panik, wenn die Werte in den nächsten Tagen noch nicht gleich passen!
Munteres Ausprobieren und Brüten! Jürgen
hey, und wenn's hier gleich zu lebhaft werden sollte, weil ich gewagt hab, Dir zu raten, gern weiter per PN
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Die Freiheit der eigenen Meinung setzt zwingend die Achtung und den Respekt vor jeder anderen Meinung voraus. - Wer's auch so sieht, sagt's bitte einfach weiter
Bearbeitet von User am 19.05.2015 22:19:28. Grund: Ergänzung1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 19.05.2015 22:46:17
Hallo Jürgen und vielen Dank für deinen Beitrag!
Gerade eben ist auch was richtig merkwürdiges passiert... Mir wurde von jetzt auf gleich schwindelig. Hab gemessen - kabum, 44 BZ. Dabei war die letzte Ladung Humalog (8 Einheiten) um kurz nach 6 und eine Stunde nach dem Essen war der BZ bei 157, halbe Stunde später 131, wieder halbe Stunde später bei 119. Bis auf die erste Messung war ich eigentlich zufrieden - und dann sowas...
Hab dann 3 Kiwis verdrückt und ein Glas Milch getrunken - 10 Minuten später BZ bei 130.
Bin echt ratlos warum mein Körper sowas macht.
Das mit dem Messen in 30 Minuten Abständen halte ich auch für eine sehr gute Idee, hab ich auch die letzten Tage gemacht.
Das Insulin wirkt ja sehr schnell, man merkt auch irgendwie wenn es anfängt den BZ aufzuräumen. Nur irgendwie ist nach dem Essen Schicht im Schacht und der BZ bleibt oben und hält sich hartnäckig.
Mache mir halt ein wenig Sorgen ums Baby. Man wird ja auch vielfach verunsichert. Erst gestern hat mir eine langjährige Freundin (Typ 1) erzählt, dass ihre Mädels nach der Geburt auf der Intensivstation waren, da sie so extrem unterzuckert waren - obwohl sie in der Schwangerschaft sehr niedrig eingestellt war. Da bekam ich echt Angst.
Auch sonst hört man so oft dass der hohe BZ nach den Mahlzeiten so schlimm für die Babies sind.
Meinst du es ist Ok bei sehr hohen Werten nachzuspritzen oder soll ich das lieber lassen?
Grüße, Warzenwürstchen
P.S. Sorry wenn ich irgendwelche Knöpfe gedrückt hab im Forum. Bin mit dem Handy on und neu hier.
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am 19.05.2015 22:57:34
Deine 44 sagen ganz einfach, dass die 8 Einheiten ein bisschen zu viel gewesen sind für was Du gegessen hast :)
Wichtig: die Insulinwirkung hört nicht nach 3 Stunden auf, sondern dann, wenn sie bei Dir aufhört!
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ferrato
Rang: Gastam 20.05.2015 06:36:17
Warzenwurst schrieb:
Hab dann 3 Kiwis verdrückt und ein Glas Milch getrunken - 10 Minuten später BZ bei 130.
Hallo,
Aber auch von mir ein kleiner Tipp:
Wegen des Fettgehalts der Milch ist diese nicht geeignet, gegen eine HYPO zu intervenieren, denn Fett verzögert die Glukoseaufnahme. Dies ist in diesem Fall nicht erwünscht. Dass der Wert nach 10 Min. schon wieder im grünen Bereich war, liegt an der Gegenregulation des Körpers.
Auch von mir alles Gute :-)
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am 20.05.2015 09:45:22
Moin Warzenwürstchen,
nein, ich würde an Deiner Stelle nicht nachspritzen. Denn wenn die Dosis gepasst hat, so dass der BZ nach dem Auslaufen der Wirkung nach 3 oder 4 oder 5 Stunden damit wieder in der Höhe von vor dem Spritzen und Essen ankäme, wär das ja mit dem zwischendurchen Nachspritzen insgesamt zu viel Insulin, und Du müsstest dafür wieder Kiwis nachessen und Apfelsaft oder Cola nachtrinken. Womöglich dann wieder zu viel BZ messen und dafür wieder nachspritzen usw. usw.
Also erstmal Deine Insulin-Dosis so Deinem Essen anpassen, dass am Wirkauslauf vom Insulin eben der präprandiale (voressliche) BZ wieder erreicht wird. Also irgendwie zwischen der Menge, die Du vorher hattest, und weniger als nach dem letzten Vorschlag Deiner Beraterin, denke ich.
Dabei kann dann durchaus sein, dass die Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen höher ansteigt, als Du's haben willst. Darum kannst Du dich aber erst mit Aussicht auf Erfolg kümmern, wenn Du die regelmäßigeren Mengen vom Essen und vom Insulin im Auslauf am Ende einigermaßen zueinander passend hast.
Und nochmal: Keine Panik! Ńicht verrückt machen lassen! Bei vielen Leuten, die heute mit 30 Jahren und mehr gesund um Dich rum laufen, hatte die Mutter Schwangerschafts-Diabetes. Wurde damals nur selten entdeckt. Und als dann später häufiger diagnostiziert wurde, galt viele Jahre der zuckerfreie Urin als sehr gute Einstellung. Und der bleibt zuckerfrei, wenn die meisten von 24 Stunden unter 180mg/dl gemessen werden kann.
Also ruuuuhiges Brüten, Jürgen
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am 20.05.2015 10:01:46
hjt_Jürgen schrieb:
Und nochmal: Keine Panik! Ńicht verrückt machen lassen! Bei vielen Leuten, die heute mit 30 Jahren und mehr gesund um Dich rum laufen, hatte die Mutter Schwangerschafts-Diabetes. Wurde damals nur selten entdeckt. Und als dann später häufiger diagnostiziert wurde, galt viele Jahre der zuckerfreie Urin als sehr gute Einstellung. Und der bleibt zuckerfrei, wenn die meisten von 24 Stunden unter 180mg/dl gemessen werden kann.
Hier muß ich Jürgen aus eigener Erfahrung zustimmen. Mein Sohn ist Jahrgang 1981. Ich hatte wohl mehrmals angegeben, daß ich Typ2 hab, hat niemanden interessiert. Meiner Schwester ging es genauso. Trotzdem sind mein Sohn und ihre beiden Töchter völlig gesund.
Also nicht in Panik geraten,1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 29.05.2015 15:57:11
Hallo Freunde!
Erst mal möchte ich mich noch mal ganz herzlich für die lieben Antworten bedanken!
Nun ja, ich habe mich recht "low-carb" ernährt, also kein Brot, keinen Reis, keine Nudeln und ein oder zwei mal die Woche ein bis zwei Kartoffeln. Der BZ war relativ in Ordnung, die Spitzen waren so bei 156. Doch es ist nach wie vor nicht möglich einen radikalen Anstieg zu verhindern, trotz Bewegung, Humalog und eben wenig KH. Bei der letzten Ultraschalluntersuchung habe ich dann erfahren, dass das kleine Würstchen vier bis fünf Tage im Wachstum hinterher war!
Nun bin ich ratlos... soll ich doch wieder mehr KH essen? Kann der Schwangerschaftsdiabetes auch dafür sorgen, dass die Kinder zu klein bleiben? (habe ich aber bisher noch nie gehört) Oder hat das Wachstum vielleicht gar nichts damit zu tun?
Auch bin ich recht häufig unterzuckert und heute habe ich erfahren dass der HbA1c bei 5,1 lag.
Heute habe ich (mit erlaubnis der Diabetesberaterin, auch wenn's mir nicht ganz wohl bei der Sache war) eine Schale Haferflocken mit Milch und Erdbeeren gegessen. Mein BZ war nach einer halben Stunde bei 165, 30 min später bei 172 und noch mal 30 min später bei 189! Ich bin sogar zwischen den Messungen spatzieren gegangen und der BZ stieg trotzdem!
Bin aber momentan am überlegen ob ich meine Diabetesklinik wechseln soll... fühle mich dort irgendwie alleine gelassen. Herrn Professor habe ich bisher ein mal persönlich und ein mal 5min am Telefon gesprochen... den nächsten Telefontermin habe ich erst wieder am 17!
Auch bin ich durch gewisse Aussagen sehr verunsichert. Die eine Diabetesberaterin sagt dass der hohe BZ eine extreme Belastung für das Baby ist, die Wahrscheinlichkeit für Organmissbildungen extrem hoch sei und sie wahrscheinlich nach der Geburt in ein Unterzuckerkoma fallen wird.
Die andere sieht das alles nicht so eng und meinte sogar man könne bei mir recht tolerant sein, da die Kleine ja eben verhltnismäßig klein wäre und ich ja ohnehin stetig leicht abnehme.
Eine Bekannte mit Typ 1, meinte ich solle stationär für zwei Wochen in eine Diabetesklinik und mich einstellen lassen. Ist das nötig? Mir wäre das sehr unangenehm, aber wenn die Einstellung anders nicht geht, dann muss es halt sein.
Übrigens, wie ist das mit Amylin und GLP-1? Kann man das irgendwie untersuchen oder substituieren? Kennt sich jemand damit aus?
Grüße, Warzenwürstchen
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am 29.05.2015 16:39:58
Was zeigt denn Dein Testgerät, wenn Du dich unterzuckert fühlst?
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am 29.05.2015 17:09:22
Zitat Warzenwürstchen:
"Auch bin ich durch gewisse Aussagen sehr verunsichert. Die eine Diabetesberaterin sagt dass der hohe BZ eine extreme Belastung für das Baby ist, die Wahrscheinlichkeit für Organmissbildungen extrem hoch sei und sie wahrscheinlich nach der Geburt in ein Unterzuckerkoma fallen wird.
Die andere sieht das alles nicht so eng und meinte sogar man könne bei mir recht tolerant sein, da die Kleine ja eben verhältnismäßig klein wäre und ich ja ohnehin stetig leicht abnehme. "
Ich will auf keinen Fall hier irgendwelche Behauptungen aufstellen, die ich nicht beweisen kann. Obwohl es mein Motto ist, nur Selbsterfahrenes zu posten möchte ich doch leise Zweifel an den Aussagen der einen Diabetesberaterin anmelden. Ich halte ihre Aussagen für Panikmache. Deine BZ Werte lesen sich nicht so, als wären sie eine "extreme Belastung" für das Kind und das mit den Organmißbildungen halte ich auch für ein Schauermärchen. Sonst müßten alle Kinder von Diabetikerinnen, die heute über 30 Jahre alt sind, mit Mißbildungen herumlaufen. Auch das mit dem Unterzuckerkoma nach der Geburt leuchtet mir nicht ein. Die Kinder hätten doch durch den hohen BZ der Mutter eher erhöhte BZ-Werte. Wo soll denn da ein Unterzucker herkommen, schließlich wird man ja wohl einem Neugeborenen kein Insulin spritzen.
Daß Kinder von (unbehandelten) Diabetikerinnen ein hohes Geburtsgewicht haben, ist eine alte Geschichte. Bei vielen Frauen wurde durch diese Tatsache erst der Diabetes "entdeckt".
Unser Sohn wog auch fast 5kg, er hat aber weder Unterzucker bekommen noch sonst irgendwelche Beeinträchtigungen. Sein Gewicht (und damit auch sein erhöhter BZ) hat sich innerhalb von 7 Tagen normalisiert. Daß er heute 198 cm groß ist, dafür mache ich eher seine Gene verantwortlich als meinen Diabetes.
Ich will bestimmt keine Ratschläge erteilen, aber ich würde doch mal darüber nachdenken, ob nicht ein paar KH mehr die bessere Wahl wären, auch wenn der BZ dann mal kurzfristig höher geht.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.