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Kurzzeitinsulin wirkt nicht. Gestationsdiabetes

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    am 20.07.2015 15:43:07
    Hallo und Guten Tag,
    ich bin in der 37. SSW und nehme seit 11 Tagen Actrapid am Tag und am Abend Protaphane. Protaphane wirkt, Nüchternwerte sind von durchschnittl 105 runter auf max. 95.
    ABER das Actrapid wirkt garnicht. Bin mittlerweile bei 30 Einheiten und habe 1 Stunde nach dem Essen Werte von 141 (seltener) bis 205. Durchschnittlich 165. Die Spritz-Ess-Abstände habe ich auf eine halbe Stunde verlängert. Gibt es sowas? Habe gestern einmalig kein Insulin vorm Mittagessen gespritzt und hatte bei einer kleinen Portion Vollkornnudeln mit Veggie.Tomaten.Soße 167, heute bei derselben Portion mit 30 Einheiten 165.
    Was ist da los????
    Gruß Clairy
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    am 20.07.2015 18:00:04
    was sagt denn Deine ärztliche Beratung dazu?


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    Der Austausch über Erfahrungen und Behandlungen mit Diabetes ist völlig normal in einem funktionierenden Diabetes-Forum. Also alles um BZ und HBA1c, Bewegen, Essen, Medikamente und Dosierungen und medizinische Hintergründe usw.
    Kein Beitrag kann und will als Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose und Behandlung verstanden werden.
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    am 20.07.2015 19:25:56
    Die Diabetesberaterin sagt, dass es das nicht gibt und ich soll weiter erhöhen.
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    am 20.07.2015 20:48:27
    Moin Clairy,

    im Prinzip hat sie recht. Aber Dich so hängen zu lassen, finde ich absolut unterirdisch. Also fangen wir mal mit ihrer Arbeit an:

    Alle INSULINER, die wie Du mit Actrapid (Human-Insulin, Analog-Insuline sind offiziell in der Schwangerschaft nicht zugelassen) angefangen haben, haben in jeder kompetenten Insuliner-Schulung gelernt, dass größere Spritzmengen in einer Injetktion zunehmend langsamer und auf mehrere kleinere Injektionen aufgeteilt weiterhin schnell(er) wirken. Denn mit mehreren kleineren statt einer großen Injektion vergrößerst Du die Oberfläche in Deinem Unterhautfettgewebe, über die das Insulin in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Gelernt hab ich damals z.B. alles über 7 Einheiten aufzuteilen, also 8-14 auf 2 Injektionen, 15-21 auf 3 usw. Mach ich mit guten Erfahrungen auch noch heute mit schnellem Analog-Insulin und mit maximal 4 statt maximal 7 Einheiten.

    Persönlich habe ich mit Actrapid zum Frühstück 2 Stunden Spritz-Ess-Abstand und für den Rest des Tages 1 Stunde. Und bei passender Dosierung kann ich dann 3-4 Stunden nach dem Essen wieder den BZ von vor dem Essen messen.
    Und als ich damals mit dem Actrapid zudem das Protaphane ersetze hab, das ich den Tag über brauchte, hab ich 10-15 Einheiten Actrapid pro BE spritzen müssen. Und nach der passenden Dosis mit dem passenden SEA nach z.B. 2 Scheiben Brot um 8 Uhr hab ich um 9 Uhr 200-250mg/dl messen dürfen und dann ein langsames Absinken, bis so um 13-14 Uhr rum die 100 von vor dem Essen wieder erreicht waren.
    Andere Insuliner brauchen pro BE nur ne halbe oder eine Einheit Actrapid, keinen bis vielleicht ne halbe Stunde SEA und messen die Spitze nach den 4BE bei vielleicht 140-180 1 Stunde nach dem Essen und 2-3 Stunden weiter den Wirkauslauf bei den 100 von vor dem Essen.

    Du siehst, Du hast ein weites Feld, in dem Du nun mit einigem systematischem Ausprobieren Deinen persönlichen Weg finden darfst ;)

    Daumendrück, Jürgen


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    am 21.07.2015 09:08:33
    Vielen Dank für die ausführliche Antwort :-)
    Viel Zeit zum Ausprobieren bleibt mir nicht mehr...wahrscheinlich wird in einer Woche eingeleitet, da Gestationsdiabetes und Kind riesig und schwer. Wo ich das jetzt alles von dir gelesen habe, muss ich schon sagen die Diabetesberaterin hat eventuell nicht so die Ahnung. Dabei denkt man doch man hätte da eine geschulte, kompetente Ansprechpartnerin.
    Also, mehrmals pieksen und länger warten? Nach einer Stunde SEA bin ich schon einmal ziemlich in den Unterzucker gekommen...tausend Dank erstmal.
    Gruß Clairy
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 21.07.2015 09:38:58
    Einen SEA hab ich noch nie blind nach der Uhr angenommen. Zum Herausfinden von meinem SEA spritze ich für die geplanten BEs, messe dann in 10-Minuten-Schritten und fange erst an zu essen, wenn der BZ deutlich messbar sinkt. Also noch deutlich überm Unterzucker.
    Wenn damit die Spitzen nach dem Essen trotzdem noch zu hoch ausfallen, kann frau die damit deutlich senken, dass sie die Portion in z.B. 2 Raten mit ner Stunde Pause dazwischen einverleibt.

    Übrigens:
    Was Du Dir an Insulin einverleibst, berührt nicht Dein Kind. Denn von der Mutter zum Kind wirkt eine Hormon-Grenze/-Schwelle. Übrigens nicht vom Kind zur Mutter, so dass das Kind den mütterlichen Hormon-Haushalt ganz schön durcheinander bringen kann.
    Unterzucker bei Dir trifft auch eher nicht Dein Kind, weil bei dem der Stoffwechsel auch noch in den ersten Tagen nach der Geburt auf seeehr viel weniger Zucker ausgelegt ist.
    Und schließlich: Es ist erst wenige Jahre her, seit erst die deutliche Übergröße des Kindes als echtes Zeichen für einen Schwangerschafts-Diabetes gesehen wurde. Und auch damit sind die weitaus meisten Kinder völlig gesund zur Welt gekommen :)

    Daumendrück, Jürgen


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