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Die Diagnose bekam ich gestern!
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am 14.08.2015 01:02:32
Da hatte ich 16 Jahre Zeit, mich vorzubereiten und gestern wurde mir trotzdem der Boden unter den Füssen weggezogen! Diabetes! Klasse! Vor 16 Jahren, da trat das erste Mal die Gestationsdiabetes bei mir auf und man hatte mir gesagt, das ich, wenn ich auf meine Ernährung und mein Gewicht achte, mich drauf einstellen sollte, im Alter trotz allem an Diabetes zu erkranken! Hab ich gemacht! Ich bin weder übergewichtig noch ernähre ich mich ständig ungesund! Und? Ich bin erst 39 und bin nur wütend im Moment... ich hab alles getan, um nicht so früh daran zu erkranken! Es hat nichts gebracht!
Was gibt es heutzutage für Möglichkeiten, um diese Krankheit zu zügeln oder kann man sie heilen? Ich habe überhaupt keine Ahnung und bin völlig überfordert damit! Kann mir da jemand weiterhelfen???
Lg Cindy -
Tino
Rang: Gastam 14.08.2015 07:08:52
Heilbar ist Diabetes nicht, jedoch lässt es sich heute mit Diabetes recht gut Leben, solange man ihn nicht zum Lebensinhalt macht und der Diabetes das Leben bestimmt.
Deine momentane Wut ist absolut verständlich, du wirst nun einfach mal zeit brauchen, dich mit deinem neuen Lebensgebeliter auseinanderzusetzen.
Ich gehe davon aus, dass dein Arzt, gemeinsam mit dir, Möglichkeiten erarbeitet, den Diabetes in geeigneter Form zu "zügeln".
Ich empfehle dir, dich mit anderen Diabetikern, welche mit dem Diabetes leben, ohne ihn zum Lebensinhalt zu machen, auszutauschen. Dazu gibt es regionale Treffs und Foren, welche zum Austausch besser geeignet sind, als dieses. Google ist ein gutes Informationsmittel, entsprechende Angebote zu finden. -
am 14.08.2015 08:44:17
Hallo Cindy,
wichtig für dich ist eine baldige Diabetes-Schulung. Da lernst du alles was wichtig und zu beachten ist. Alles weitere hat ja Tino schon geschrieben.
Ich gehe aber davon aus, dass dein Diabetologe das in die Wege leiten wird. Du bist doch hoffentlich bei einem Diabetologen in Behandlung? Falls nicht, solltest du das schnell angehen.
Alles Gute dir! -
am 14.08.2015 09:40:19
Danke für die Antworten! Eine Schulung steht noch nicht an! Ich muss am Montag erst wieder zum Arzt und dann bin ich gespannt, was dann alles kommt! Ich wollte mich vorher nur mal etwas informieren, damit ich nicht völlig unwissend dort hin gehe! -
am 14.08.2015 11:01:28
Diabetes ist keine Krankheit, die sich etwa wie ein bösartiger Krebs immer weiter ausbreitet und immer mehr vom Leben abfrisst. Diabetes ist ganz einfach eine defekte Blutzucker-Automatik. Weil sich keiner der möglichen Defekte bis heute heilen lässt, müssen wir die halt gewissermaßen manuell ausgleichen. Damit tut uns der Diabetes dann wenig bis gar nichts.
Medis und die erste Anleitung bekommen wir von unserem Diabetologen. Den "Rest" bringen die eigene alltägliche Übung und Infos von Menschen, die schon länger mit ihrem Diabetes leben.
Und was da für Dich vielleicht jetzt noch aussieht, wie lauter schwerverdauliches Hexenwerk, ist in einigen Wochen schon Deine alltägliche Routine. Daumendrück :)
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Der Austausch über Erfahrungen und Behandlungen mit Diabetes ist völlig normal in einem funktionierenden Diabetes-Forum. Also alles um BZ und HBA1c, Bewegen, Essen, Medikamente und Dosierungen und medizinische Hintergründe usw.
Kein Beitrag kann und will als Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose und Behandlung verstanden werden. -
am 14.08.2015 17:29:17
cindy schrieb:
Da hatte ich 16 Jahre Zeit, mich vorzubereiten und gestern wurde mir trotzdem der Boden unter den Füssen weggezogen! Diabetes! Klasse! Vor 16 Jahren, da trat das erste Mal die Gestationsdiabetes bei mir auf und man hatte mir gesagt, das ich, wenn ich auf meine Ernährung und mein Gewicht achte, mich drauf einstellen sollte, im Alter trotz allem an Diabetes zu erkranken! Hab ich gemacht! Ich bin weder übergewichtig noch ernähre ich mich ständig ungesund! Und? Ich bin erst 39 und bin nur wütend im Moment... ich hab alles getan, um nicht so früh daran zu erkranken! Es hat nichts gebracht!
Was gibt es heutzutage für Möglichkeiten, um diese Krankheit zu zügeln oder kann man sie heilen? Ich habe überhaupt keine Ahnung und bin völlig überfordert damit! Kann mir da jemand weiterhelfen???
Lg Cindy
Mir war auch schon bald klar, daß ich um einen Diabetes nicht rumkommen würde. Mutter und die 9 Jahre ältere Schwester waren betroffen. Deshalb war es keine besondere Überraschung für mich, als ich mit Anfang 30 dann die Diagnose bekam. Damals war es mit Typ2 nicht einfach, eine wirkliche Behandlung fand nicht statt, es gab nur Sulfonylharnstoffe, die die BSD nur auspowerten und trotzdem eine wirkliche BZ-Kontrolle nicht ermöglichten. Auch selbst messen war damals nicht möglich.
Da geht es dir heute weit besser (und das ist nicht ironisch gemeint). Laß dir von deinem Arzt alle Möglichkeiten aufzählen und erwäge auch durchaus eine Behandlung mit Insulin, wenn deine BZ Werte das opportun erscheinen lassen. Spritzen ist kein Weltuntergang, im Gegenteil, es erhöht die Lebensqualität.
Eine gute Schulung wäre wichtig und informiere dich im Internet, da gibt es viele Foren, die oft sehr gut informieren.
Leider hat sich bei dir wieder mal erwiesen, daß man mit Ernährung und Sport einen Diabetes weder heilen noch verhindern kann. Ich "verkünde" das immer wieder, werde aber deshalb meist nur angefeindet.
Ich kann dir nur raten, nimm deinen Diabetes an und mach das Beste draus. Am Anfang wird dir das nicht leicht fallen, aber irgendwann (wie ich hoffe bald) gehört der Diabetes zu deinem Leben und du kannst mit ihm umgehen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 14.08.2015 18:42:54
Danke für den Rat! Für mich ist das Spritzen der Weltuntergang! Ich musste insgesamt in drei Schwangerschaften spritzen und das teilweise fünf mal am Tag! Ich fand das so schrecklich und musste alles danach ausrichten! Mit Spontanität ist da nichts mehr! Meine Lebensqualität war damit dahin! So habe ich das jedenfalls empfunden. ....... -
am 14.08.2015 19:25:46
cindy schrieb:
Danke für den Rat! Für mich ist das Spritzen der Weltuntergang! Ich musste insgesamt in drei Schwangerschaften spritzen und das teilweise fünf mal am Tag! Ich fand das so schrecklich und musste alles danach ausrichten! Mit Spontanität ist da nichts mehr! Meine Lebensqualität war damit dahin! So habe ich das jedenfalls empfunden. .......
Oh je, da hattest du wohl einen Spritzplan mit festen Essens- und Spritzzeiten. Das haben sie mir mal in einer Klinik aufs Auge gedrückt, es war schlimm, ich kam mir vor wie in einer Zwangsjacke. Nein, das habe ich nicht gemeint.
Ich meinte das intensivierte Spritzen, wo du ein Basisinsulin spritzt und zu den Mahlzeiten einen Bolus. Das Basisinsulin spritzt du einmal am Tag und den Bolus dann, wenn du etwas ißt. Deinen Bz mußt du natürlich messen, weil du wissen mußt, wie hoch er ist, aber wann und wieviel du ißt, bleibt dir überlassen. Das mußt du natürlich in einer Schulung erstmal lernen, aber mit der Zeit geht dir das in Fleisch und Blut über und du lebst (fast) wie ein Gesunder.
Ich denke aber, du wirst nicht von Anfang an spritzen müssen, es gibt heute viele Möglichkeiten. Leider kenne ich die nicht, weil ich schon gespritzt habe, als das alles "erfunden" wurde und ich mich daher nicht mehr dafür interessiert habe.
Ich will nur sagen, schließe das Spritzen nicht aus, weil du schlechte Erfahrungen gemacht hast. Spritzen ist nicht gleich Spritzen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 14.08.2015 19:42:28
Die Zwangsjacke trifft das ganz gut! So hab ich mich gefühlt! Ich bin mal gespannt, wie das genau läuft...in den Schwangerschaften waren auch nicht die Werte nach dem Essen das Problem, sondern der Nüchternwert morgens! Und der Arzt meinte, dass bei der jetzigen Blutprobe nicht der Nüchternwert das Problem war, sondern der Langzeitwert zu hoch war! Ich weiß auch nur oberflächlich etwas über Diabetes, darum lass ich das einfach auf mich zukommen. ......was anderes bleibt ja eh nicht übrig! -
am 14.08.2015 19:53:24
cindy schrieb:
Die Zwangsjacke trifft das ganz gut! So hab ich mich gefühlt! Ich bin mal gespannt, wie das genau läuft...in den Schwangerschaften waren auch nicht die Werte nach dem Essen das Problem, sondern der Nüchternwert morgens! Und der Arzt meinte, dass bei der jetzigen Blutprobe nicht der Nüchternwert das Problem war, sondern der Langzeitwert zu hoch war! Ich weiß auch nur oberflächlich etwas über Diabetes, darum lass ich das einfach auf mich zukommen. ......was anderes bleibt ja eh nicht übrig!
Frag dem Arzt ein Loch in den Bauch und bestehe auf einer vernünftigen Schulung. Und vor allem: In diesem Forum treibt ein Troll sein Unwesen und behauptet völligen Unsinn über Langzeitwert, Nüchternwert etc. Ignoriere ihn, er bringt die User nur durcheinander und hat keine Ahnung von Diabetes.
Der Troll hieß mal purea, aber mittlerweile schreibt er unter vielen Namen. Aber die anderen User passen schon auch auf, daß er nicht zu viel Schaden anrichtet.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 14.08.2015 21:56:24
Hallo Cindy,
in der SS sind die Werte, die du erreichen sollst, sehr viel strenger als normal. Außerdem kommt noch dazu, dass du alles von heute auf morgen erlernen musstest. Ohne SS kannst du alles in Ruhe erlernen und ausprobieren. Fall du nicht gerade viel zu hohe Werte hast, kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger nicht an, bis du in der richtigen Spur bist. Du hast also genügend Zeit, dich erst mal an den Gedanken Diabetes zu gewöhnen und dich dann über alles zu informieren.
Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass du ohne deine Bemühungen zu Ernährung und Bewegung schon eher zu deine Diabetes gekommen wärst. Umsonst hast du das auf keinen Fall gemacht. Auch in Zukunft werden dir solche Bemühungen helfen, zusammen mit den geeigneten Medikamenten deinen BZ gut im Griff zu behalten. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.
Beste Grüße, Raine
Bearbeitet von User am 15.08.2015 00:08:02. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -