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Umstellen auf Omnipod

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 27.08.2015
    am 27.08.2015 12:28:42
    Hallo liebe Insulaner.

    Ich bin seit 1996 Typ 1 Diabetiker und arbeite mit 2 Pens, einmal für das Basal und einmal für das Humolog Insulin. Ich denke jetzt darüber nach eventuell auf dem Omnipod umzusteigen. Ich habe mich bis jetzt immer gegen eine Pumpe gesträubt wegen der Schlauchtechnik.
    Das wäre ja jetzt mit dem Omnipod Vergangenheit, oder??
    Wie ist es den bei den Nutzer die ihn bisher nutzen, seit ihr zufrieden oder würdet Ihr wieder auf Pens umsteigen??
    Wie ist es denn mit den Injektion des Pod, bzw. wo tragt Ihr den.
    Ich weiss Fragen über Fragen.
    Aber ich würde mich über Rückantworten sehr freuen, damit mir die Entscheidung leichter fällt.
  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 28.09.2015
    am 28.09.2015 19:10:50
    Hallo,
    habe mich leider erst heute im Forum angemeldet, deshalb meine Antwort erst jetzt.

    Ich bin ein "Late Adult Typ 1" und therapierte ebenfalls mit der ICT und zwei Insulinen. Da es in Sachen "Hypos" immer schwieriger wurde, und ich in meinem Beruf ( Aussendienst) das nicht brauchen kann, entschied ich mich für den "Omnipod".
    Vorab sage ich, dass ich das System für die unabhängigste Insulinpumpe überhaupt halte. Trotzdem gibt es, wie wahrscheinlich bei allen Systemen auch , aus meiner Sicht, Mangelhaftes:

    1. Muss ich immer wieder die ständig schwankende Qualitäten der Pods bemängeln. Dies können die unterschiedlichsten Dinge sein. Am häufigsten bemängele ich die Qualität der Pflaster. Es ist möglich, dass in einer Packung sehr unterschiedliche Klebeverhalten vorkommen. Das geht von gar nicht kleben, bis Abfallen nachdem ersten Duschen, bis so fest kleben, dass man mechanische Ablösehilfen benötigt.

    2. Die Länge der Teflonkanülen ist mit nur einem fixen Mass sehr begrenzt. Setzt man den Pod z. B. an den Bauch und achtet beim Bücken nicht auf eine Faltenbildung, passiert es, dass die Kanüle den Injektionskanal verlässt und das Insulin nicht mehr ins Gewebe gelangt. Häufig erkennt man dies erst bei der nächsten Messung. Wie mann dann gegenreguliert, weis wohl jeder Diabetiker. Leider kann das fasst zu einer Hyper- kommen.
    Es sollte unterschiedliche Kanülenlängen geben und meiner Meinung nach, auch welche aus Metall, die nicht knicken können.
    Am Bauch trage ich den Pod aus diesem Grunde gar nicht mehr. Mittlerweile habe ich für mich die Innenseiten der Unterschenkel entdeckt. Hier stört der Pod nicht und eine lange Hose verdeckt ihn. Faltenbildung ist hier ebenfalls nicht zu erwarten. Grundsätzlich habe ich ausgetestet, dass der Trageort völlig gleichgültig ist. Wichtig ist alleine das Haften sowie das Eindringen des Insulins ins Fettgewebe, und das er nicht stört.

    3. Gibt es mal Reklamationen, so soll man sich an die Ypsomed-Hotline wenden. Die Ansprechpartner reagieren oft nervig. Aber die Fragen, immer die selben, müssen sie wohl stellen. Schliesslich bekommt man doch meistens entsprechenden Ersatz kurzfristig zugeschickt.

    Einen geldwerten Tip am Rande:
    Wenn man den entsprechenden, zuständigen Aussendienstmitarbeiter von Ypsomed kennt, und gut mit ihm klar kommt, sollte man sich diesen warmhalten.

    Letztendlich muss ich noch einmal sagen, dass ich trotz aller Flüche, welche ich manchmal gen Himmel schicke, immer wieder finde, dass "Omnipod" derzeit das unabhängigste Insulinpumpensystem auf dem Markt ist. Gespräche mit Pumpenträgern anderer Systeme haben mir dies immer wieder bestätigt.

    Mit freundlichen Grüssen Eili

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 4
    Mitglied seit: 04.10.2015
    am 04.10.2015 23:22:24
    Hallo,

    auch ich bin ein Umsteiger auf den Omni Pod. Damals noch im Testverfahren teilgenommen, war ich direkt "angefixt" und durfte als erster TN deutschlandweit dieses System von Kasse finanziert dauerhaft nutzen. Es gibt eindeutig Verbesserungen, die dringend fällig wären, allerdings hat dieses System auch nicht abstreitbare Vorteile. Der erste Punkt ist wohl die Flexibilität: ich habe nicht immer einen Schlauch an mir. Das hat mich an konventionellen Pumpentherapien immer gestört. Ich kann mich endlich beim Schlaf drehen und wenden wie ich will, ohne die Sorge, dass ich mir einen Schlauch abknicke oder gar die Kanüle ziehe. Was ich in Sachen Klebeeigenschaften bisher feststellen kann: Die Dinger halten! Ich gehe damit schwimmen und das ohne zusätzliches Tape. Hatte bisher noch nie Probleme. Abgesehen davon, bin ich Pfadfinder und trage diese Pods auch bei WIRKLICH widrigen Bedingungen - mir ist noch nie einer abgefallen oder abgerissen. Hierbei zu beachten: Infusionsstelle muss definitiv enthaart sein. Und ein kleiner Tipp: ich lege die Pods immer kurz nach dem Duschen an. Somit ist die Hautstelle sauber und nicht verfettet. Ich denke, dass dies an der Klebefähigkeit einiges macht.

    Zum Thema Kanülen: Da die Kanülen in einem 45° Winkel (sonst ca 90°) gesetzt werden, ist die Länge fix. Sie würden sonst - vor allem am Arm- in Muskelgewebe führen. Somit wäre die Insulinabgabe nicht mehr s.k. sondern i.m. - was an der Wirkschnelligkeit und Berechenbarkeit des Insulins einiges machen würde. Auch aufgrund dessen ist die Kanüle aus Teflon - und es wird sie nie aus Stahl geben, da sie auf Beweglichkeit angesetzt ist. Am Arm/Bein eine Stahlkanüle in Nähe eines Muskelgewebes? Für mich wäre das nix. Am Bauch: ja - kein Problem. Stahl lässt sich aber in 45° dauerhaft nicht sinnvoll setzen, es würde zu viele Verletzungen der kleinen Gefäße kommen.

    Schwankende Qualität der Pods bemängele ich auch stark, abgesehen von der Klebefunktion. Mache reagieren nach befallen nicht, manchen rejizieren die Nadel nicht und es wird kein Insulin abgegeben, manche lösen den Schuss nicht aus. Also da ist definitiv Verbesserungsbedarf, ich muss Eilig da Recht geben.

    Trotz allem ist das die beste Therapie (ich habe CT, ICT, und Pumpe durch) die ich je hatte. Funktional, unauffällig und im Großen und Ganzen echt zuverlässig. Fahre das System jetzt seit bald 8 Jahren und warte nur auf FreeStyle Libre - damit bin ich dann Cyborg Diabetiker.

    Meiner Meinung nach absolut empfehlenswert!
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    Beiträge: 11
    Mitglied seit: 30.07.2015
    am 07.11.2015 22:10:47 | IP (Hash): 1834663496
    Hallo lieber Alex,
    ich ahbe seit einem Jahr Typ 1 Diabetes und bin vor 2 Monaten auf den Omnipod umgestiegen,
    Am Anfang ist es ein ungewohntes Gefühl, ständig etwas am Körper zutragen, aber es lohnt sich!
    Ich hatte zwar einige Startschwierigkeiten, doch, wenn man den Dreh einmal raus hat und alles klappt, ist es ein Traum!
    Ums Basal muss man sich nicht kümmern, der Bolus ist mit ein paar Knopfdrücken abgegeben und es ist diskret.
    ´Die Warntöne sind zwar teilweise laut, aber Unwissende vermuten meist ein Handy oder ähnliches. Das Wechseln vom Pod dauert vielleicht 5 Minuten und die ´hat man alle drei Tage wohl.
    Meiner Meinung nach ist der Pod am angenehmsten am Bein oder am Arm, da ,an ihn dort kaum bemerkt. Allerdings hatte ich einmal am Bein eine doofe Stelle getroffen, die nach dem Entfernen des Pods ziemlich stark geblutet hat. Trotz alledem würde ich den Pod nicht freiwillig abgeben, weil ich dadurch viel Lebensqualität für mich gewonnen habe.
    LG - Svenja
    PS: Würde mich interessieren wie deine Entscheidung ausgefallen ist. :)