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    Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 891
    Mitglied seit: 26.02.2014
    am 16.09.2015 13:09:17
    Hier nochmal, weil es an Aktualität nicht verloren hat und Jürgens Prädiabetes-Faden vom Betreiber wohl gelöscht wurde:

    "Wie sollte man Prädiabetiker behandeln?

    Der erste Schritt ist naturgemäß, Prädiabetiker überhaupt zu identifizieren. Dazu ist ein oraler Glukosetoleranztest unabdingbar. Er sollte daher bei allen Personen mit erhöhtem Risiko zur Evaluation des kardiovaskulären Risikos durchgeführt werden. Dies sind insbesondere folgende Personengruppen:

    • Gestationsdiabetes
    • Adipositas
    • Metabolisches Syndrom
    • Manifeste Gefäßkrankheit
    • Familiäre Belastung (erstgradig Verwandte)
    • Gestörte Nüchternglukose

    Als erster Schritt sollte eine Lebensstilintervention nach dem finnischen Muster mit besonderer Beachtung der körperlichen Aktivität angestrebt werden. Ziel ist es, die postprandialen Glukoseexkursionen möglichst zu minimieren. Der Effekt sollte nach 3–6 Monaten mittels oGTT überprüft werden. Dann könnte gegebenenfalls bei Persistenz der postprandialen Hyperglykämie eine medikamentöse Intervention angeschlossen werden. Parallel dazu sollten alle anderen kardiovaskulären Risikofaktoren leitliniengemäß zielorientiert therapiert werden. Insgesamt ist daher das Management prädiabetischer Personen von einem hohen Ausmaß an Eigenverantwortung der Betroffenen geprägt; von ärztlicher Seite stehen Aufklärung und adäquate Beratung im Vordergrund."

    Autor: Univ.-Prof. Dr. Thomas C. Wascher, 1. Med. Abt., Hanusch-Krankenhaus, Wien
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    Die Früherkennung ist eine wichtige Voraussetzung, um möglichst permanent eine Manifestation zu verhindern. die DECODE Studie hatte ja gezeigt, dass dies in nahezu 60% der Fälle realisiert werden kann. Eine gute Quote, wie ich finde, die dazu motivieren sollte, beherzt an die Lebensstländerung zu gehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man dabei keineswegs päpstlicher als der Papst sein muss. Geplante Ausrutscher darf man sich ruhig gönnen :-)

    Zum HbA1c: Dieser ist bei Prädiabetes nicht geeignetes Mittel der Wahl zur (Früh-)Erkennung. Der HbA1c wird erst dann deutlich beeinflusst, wenn Überzuckerungen über mehrere Stunden anhalten. Bei Prädiabetikern ist aber genau das nicht oder erst sehr spät der Fall, wenn der Diabetes quasi kurz vor der Manifestation steht. Werte über 200 nach dem Essen und ein HbA1c deutlich unter dem Diagnoseradar sind dann absolut möglich (z.B. bei mir HbA1c 5,3%). Mittel der ersten Wahl ist deshalb der Blutzuckerwert nach dem Einverleiben von schnellen Kohlenhydraten, zum Beispiel bei einem oralen Glukosetoleranztest (oGtt).
    Bearbeitet von User am 16.09.2015 13:54:42. Grund: .
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