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traubenzucker vor hba1c-blutentnahme
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Hajo Janse
Rang: Gastam 02.11.2010 01:15:48
@Rudi
Deine Definition von unnatürliche Tot ist falsch.
Sterben an eine krankheit gilt als natürliche Tot
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin hinweisen:
“Natürlicher Tod: Tod aus krankhafter Ursache, der völlig unabhängig von rechtlich bedeutsamen Faktoren eingetreten ist. Der Arzt ist zu dieser Qualifikation nur berechtigt, wenn er konkrete und dokumentierte Kenntnis hat von einer gravierenden, lebensbedrohenden Erkrankung mit ärztlicher Behandlung in großer Zeitnähe zum eingetretenen Tod. Der Tod zu diesem Zeitpunkt muß aus dem Krankheitsverlauf zu erwarten gewesen sein. Hinweise für ein nicht natürliches Ereignis, welches die natürliche medizinische Kausalkette beeinflussen könnte, dürfen nicht vorhanden sein. Verdachtsdiagnosen berechtigen nicht zu dieser Klassifikation.
“Nicht natürlicher Tod oder Verdacht auf nicht natürlichen Tod:
Die Diagnose bedarf keiner hohen Evidenz, der Verdacht reicht bereits aus. Die Klassifikation erfolgt ohne Berücksichtigung anderer, rechtlich relevanter Ursachen und Begleitumstände, wie z. B.: eigene Hand oder fremde Hand, fremdes Verschulden oder eigenes Verschulden; entscheidend ist die naturwissenschaftliche Definition eines von außen einwirkenden Ereignisses. Somit handelt es sich um einen Sammelbegriff für: Selbsttötungen, Unfalltodesfälle, Tötungen durch fremde Hand
Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz als erstes definition 1773 - 1858:
Tod (unnatürlicher), der Tod, welcher nicht nach den Gesetzen der Natur Statt gefunden hat, sondern durch Selbstmord, Meuchelmord, Todschlag, oder eine andere zufällige Tödtung.
Hajo Janse -
Rudi
Rang: Gastam 02.11.2010 03:24:06
Da ich im Gegensatz zu anderen Fehler zugeben kann: für mich war halt Tod durch Krankheiten unnatürlich. Das macht aber für meine 1. Aussage gar nichts, denn: >>Tod (unnatürlicher), der Tod, welcher nicht nach den Gesetzen der Natur Statt gefunden hat<< Ein Gesetz der Natur ist ja eigentlich alt zu werden und genau das sind meine Vorfahren (im üblichen Rahmen), das wären sie mit DM vor 1921 nicht und danach sind mir alle persönlich bekannt und auch mindest 70 geworden.
Unabhängig davon, dass ich einem Denkfehler aufsass, wo habe ich denn etwas Falsches geschrieben: "KEINER meiner Verwandten hat(te) Diabetes (nachweisbar bis 1675 ..., keiner starb eines unnatürlichen Todes!)" - ich vergass nur auf ihr rel. hohes Alter hinzuweisen. Und auf die Frage: "Seit wann kann man denn Diabetes eindeutig diagnostizieren?" würde ich einfach mal vom Ursprung des Namens "Diabetes mellitus" ausgehen - also in der Antike....
Wobei wir wieder da sind: DM ist nicht nur vererbbar! von Rudi -
Jürgen
Rang: Gastam 02.11.2010 09:11:50
Moin Rudi,
den Diabetes, der ohne fremdes Insulin schnell eingeht (Typ1), kennt man seit mehr als 1000 Jahren. Den mit dem über Jahre ansteigenden Blutzucker (Typ2) erst seit der Lebensverlängerung für Typ1, mit dem man auf dann zunehmend als diabetisch betrachtete Langzeitfolgen aufmerksam wurde, die auch bei bis dahin Nichtdiabetikern beobachtet werden konnten. Also hat man auch da mal den Urin untersucht und Zucker drin gefunden und damit eine weitere Sorte Diabetiker gefunden. Wurden aber von Ausnahmen abgesehen bis etwa 1990 in den alten Bundesländern praktisch ausschließlich mit schon eingetretener Folgekrankheit untersucht und diagnostiziert. Aber Ableben mit Herzinfarkt oder Schlaganfall - häufigste Todesursache bei unbehandeltem Typ2 - wurde erst seit 1995 in D systematisch auf Zucker untersucht.
Eine allgemein gültige BZ-Diagnose-Definition gibt es erst seit dem Ende der 70ger Jahre, damals bei oGTT 2 Stunden 280mg/dl und theoretisch nüchtern über 140, aber praktisch über 160-180 (zuckerfreier Urin sagte: kein Diabetes). Und damals wurde auch erstmals zwichen Insulin- und Nicht Insulin-pflichtigem Diabetes unterschieden. Wenn die Bevölkerung von 1980 oder 1990 mit den selben Kriterien und Routinen auf Zucker untersucht worden wäre, die heute bei uns gelten, also z.B. BZ-Bestimmung automatisch bei jeder Nüchternblutuntersuchung und Diagnose bei mehr als 125mg/dl, hätten wir uns damals schon über die Typ2-Epidemie gewundert.
Fazit: Dass jemand nicht mit Diabetes gestorben sei, wenn es nicht vermerkt ist, würde ich für D also erst ab 1995 vorsichtig zu glauben anfangen. Und alle Nicht-Diabetes-Aussagen von/für vor 1940 sind reine Spekulation, die allerdings umso realistischer scheint, je älter die Menschen geworden sind.
Bisdann, Jürgen -
peter
Rang: Gastam 02.11.2010 10:08:36
bitte auch daran denken, daß früher die alterspyramide wesentlich anders war als heute.
wenn die vorfahren sämtlich seit jahrhunderten älter als 70 geworden sind, ist das ein rekord.
denn normalerweise da ja auch mit 60 noch ein t1 auftreten kann, sind viele schon vorher an allen möglichen anderen sachen gestorben.
tb-schwindsucht, die oft auch was anderes war (einige ev t1) krebs etc,
da einige pharaonen dm t1 gehabt haben sollen ?
sind sie wohl trotzdem noch alt genug geworden ihre schwester/n zu schwängern,sonst wäre die linie ausgestorben -
eh
Rang: Gastam 02.11.2010 10:49:01
Ich verstehe diese Diskussion nicht. Es gibt bis jetzt noch keine wissenschaftlichen Erklärungen, was den Typ2 auslöst. Daran wird geforscht. Die Krankheit ist wesentlich komplexer als man es sich bis vor kurzem vorgestellt hat. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, daß man sich so etwas "anfressen" kann.
Außerdem, auch wenn ich es schon hundert Mal geschrieben habe. Diabetes Typ1 und Typ2 sind zwei völlig verschiedene Krankheiten. Daher sollten sich Typ1er eine Beurteilung des Typ2 verkneifen. -
Lilo
Rang: Gastam 02.11.2010 13:29:40
Vielleicht sagt man nicht unnatürlicher Tod sondern eher ungeklärte Todesursache. Also, Jürgen mal zustimm. Ich vermute auch, dass man früher Todesursachen vermerkt hat, man aber nicht wusste, dass diese Person DM hatte...
Und grade, wenn die Person sagen wir über 60 war, hat man sich vermutlich keine Gedanken drüber gemacht, dass es eine DM-Spätfolge sein konnte.
Was ich so gehört habe, galt ja Typ 2 als sogenannter Altersdiabetes und wurde meist nur vom Hausarzt behandelt mit dem Tenor: Dat is net weiter schlimm, da reicht ne Tablette und achten Sie bissel auf den Zucker. Sprich only Haushaltzucker.
Ein Aufklärung zur Führung eines guten BZ-Management hielt man nicht für notwendig, weil "der Mensch eben schon alt war und die paar Jahre noch genießen wollte/sollte".
Beispiel: Meine Nachbarn, ein sehr nettes älteres Ehepaar, beide über 80. Er insulinpflichtig, sie Tabletten.
Ich hörte da oft den Satz: HEUTE essen wir mal keinen Kuchen, denn wir müssen morgen zum "Zuckern", sprich Labor.
Das heißt, sie waren in dem Glauben, das Labor austricksen zu können. Und man ließ auch hohe BZ-Langzeitwerte gewähren.
Nach dem Labor kamen die Beiden direkt vom Bäcker mit einem fetten Kuchenpaket.
Diese Strategie erweist sich spätestens dann als fahrlässig, wenn die über 70-jährigen Frauen mit nekrotischen Füßen für die Amputation vorbereitet werden.
Rudi, wir bringen auch Kuchen mit...;-)Pflaumenkuchen. von Lilo -
Rudi
Rang: Gastam 02.11.2010 14:21:33
Hy Lilo, Zwetschgenkuchen ist Spitze (vor allem wenn man seinen DM nicht geerbt hat ;0))) von Rudi