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Folgeschäden bei Diabetes Typ1und Schichtarbeit

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    Rang: Anfänger
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    Beiträge: 6
    Mitglied seit: 03.01.2016
    am 12.03.2016 19:33:19 | IP (Hash): 1609889934
    Hallo zusammen ich habe mal eine Frage.
    Ich arbeite im Dreischichtsystem und das trotz Gutachten Diabetologe zum Einsatz in Frühschicht.Meine Vorgesetzten sind seit April 2014 darüber informiert, wir wurde damals für diesen Juni eine Stelle in Frühschicht zugesagt und jetzt hält man sich nicht daran.
    Da ich durch eine dauerhaft schlechtere BZ- Einstellung , psychologischen Stress und unvorhersehbaren Folgeschäden erleide.Sollte es doch möglich sein die Vorgesetzten wegen verletzung Ihrer Führsorgepflicht und schwerer vorsetzlicher Körperverletzung anzuzeigen.
    Schlieslich betrifft diese Nichtbeachtung von Schwerbehinderten bestimmt mehr Menschen.
    Warum sollte ich durch die Willkür von 2 Vorgesetzten körperlichen Schaden erleiden, der Gesetzgeber hat die Pflicht mich vor solchen Menschen zu schützen.
    Hoffe habe den ein oder anderen ne Denkhilfe geben können, aber denke mal im Grunde sollte ich im Recht sein.
    Über Antworten würde ich mich sehr freuen

    Roger
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 25.07.2016 01:44:30 | IP (Hash): 101547598
    Hallo,
    Recht haben und bekommen ist leider zweierlei, zumal über 'Vorgesetzte'.

    Nicht Schichtarbeit, sondern der Arbeitsplatz bzgl. Sicherheitsvorschriften: Nicht Essen, ...' ist bei mir das Problem.
    Und ich muss nun dankbar sein, daß ich eine 'Sonder'-Genehmigung zur Einnahme von Traubenzucker zur Behebung einer Unterzuckerung habe.

    Mehr ist nicht drin von Arbeitgeberseite.

    So ist das leider.

    Mit besten Grüßen
    Elfe

    Bearbeitet von User am 25.07.2016 01:48:21. Grund: .
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    am 25.07.2016 12:20:36 | IP (Hash): 1413228962
    Schichtarbeit gilt als belastend für die Gesundheit. Und ich kann gut verstehen, wenn jemand seinen Diabetes dazu einsetzt, solche Belastung abzuwehren. Würde ich wahrscheinlich auch versuchen.
    Aber dabei wäre ich natürlich immer von den realistischen Möglichkeiten und nicht zuletzt dem guten Willen des Arbeitgebers abhängig.

    Auf der anderen Seite können gerade wir INSULINER selbst bestimmen, in welchem Bereich wir unseren Blutzucker haben wollen. Und wir können uns systematisch erarbeiten, wie wir den unter allen Umständen alltäglich da drin halten können - und dann auch wirklich gewohnheitsmäßig halten.
    Und damit können gerade wir Insuliner uns mit unserem Blutzucker und unserer Gesundheit völlig unabhängig machen von den Möglichkeiten und dem guten Willen unserer Arbeitgeber und vielen weiteren äußeren Einflüssen :)


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 25.07.2016 12:22:01. Grund: Ergänzung
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 25.07.2016 18:39:33 | IP (Hash): 101547598
    Jürgen, zu kurz gedacht.
    Wie würdest du denn z.B. dein Lantus aufteilen, wenn sich Tages-/Nachtrhythmus durch Schichtarbeit verschieben würden.
    Gerade Berufstätige können nicht alle 10 min messen, weil man dann eben nicht den Arbeitsplatz dauernd verlassen kann, sondern 'angebunden' ist.
    Viele nehmen Brote für die Arbeit mit oder leben mit zwei Mahlzeiten am Tag, eine vor und eine nach der Arbeit.

    Meint Elfe
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    am 25.07.2016 23:23:51 | IP (Hash): 1413228962
    Lantus nimmt, wer keinen messbaren Wechsel zwischen Tag- und Nacht-Rhythmus hat und sich mit einer Injektion über 24 Stunden eine möglichst gleichförmige Basalwirkung machen will.


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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 26.07.2016 00:04:47 | IP (Hash): 101547598
    Ah, ja.
    Theorie und Praxis !
    Du teilst doch selber dein Lantus in zwei Injektionen tagsüber auf.
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    am 26.07.2016 07:54:24 | IP (Hash): 1221627787
    Genau. Weil mein 24-Stunden-Bedarf zu klein für die 24-Stunden-gleichförmig-Wirkung ist, teil ich den in 2 gleiche Dosen auf und spritze etwa alle 12 Stunden.
    Was ich noch immer nicht verstehe: Wo sollte sich das (gleichförmiger Bedarf und gleichförmige Wirkung bei etwa 12 Stunden Spritzintervall) nach Deiner Meinung nicht mit irgendwelchem Schichtbetrieb vertragen?


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 27.07.2016 01:47:13 | IP (Hash): 101547598
    Ganz einfach: Weder ist der Bedarf gleichmäßig über Tag (aktiv) und Nacht (passiv) und auch der Wirkverlauf von Lantus gleichmäßig - hast du selber kritisiert und teilst die angeblichen 24 h-Wirkung ja in 2 x 12 auf.
    Die Insulin-Empfehlungen berücksichtigen den normalen Tages-/Nacht-Rhythmus. Der ist aber bei Schichtarbeit verschoben. Statt ruhig im Bett zu schlafen, ist ein arbeitender Mensch hoch konzentriert und alles im Organismus läuft auf Hochtouren (siehe Berufsbilder, die von Schichten betroffen sind).

    Auch Fern-Flug-Reisende, seien es Urlauber oder Beruflich-bedingt, müssen die Insulingabe bzgl. Zeitverschiebung anpassen.



    Bearbeitet von User am 27.07.2016 01:50:50. Grund: .
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    am 27.07.2016 09:00:46 | IP (Hash): 1816513364
    Mit dem Passen meiner Aufteilung der Tagesdosis auf gleiche Dosen morgens und abends zeigt mein Basal-Insulin-Bedarf einen sehr ebenmäßigen Verlauf. Völlig im Gegensatz zu Deiner Beobachtung von sehr verschiedenem bei Tag und Nacht.

    Sagt eindeutig: Es gibt keine Regelung, die für alle passt, sondern jeder INSULINER muss systematisch austesten, was für ihn persönlich wann in welcher Menge passt, und sich danach richten - und wenn sich was ändert (Schichtdienst, Zeitzonenwechsel, aber auch Infektion oder Veränderungen im Organismus) eben immer wieder neu passend machen, als anpassen. Und das gilt sowohl für Basal wie auch für Bolus. Bin übrigens aktuell bei 2 x 8 Einheiten Lantus.

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    Bearbeitet von User am 27.07.2016 09:55:17. Grund: E
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 27.07.2016 16:39:22 | IP (Hash): 2070452940
    Hallo Jürgen,
    das Lantus habe ich nur genannt, weil die versprochene Wirkung über 24 h bei dir ja nicht gegeben ist und du da schon anpassen musstest.
    Habe auch gleiche Anzahl Einheiten 2 x für Tag und Nacht Basal.

    Aber wenn sich durch Schichtdienst die Zeiten für spritzen Basal, für Mahlzeiten so oft ändern und wie du richtig sagst, alles ausgetestet werden muss, kommt man ja aus dem Testen gar nicht mehr heraus. Das gilt bes. für das Mahlzeiteninsulin in Berücksichtigung der tageszeitabhängigen Insulinempfindlichkeit.

    Meint Elfe

    P.S.: Hatte mit Insulin eigentlich beide gemeint, und bei 24 h in 2 x 12 das kleine h für Stunde vergessen. Ich werde weiter an meinen Formulierungen üben ;-)

    Bearbeitet von User am 27.07.2016 16:51:45. Grund: P.S.